Geschichte

Die Geschichte von Rolls-Royce anhand dreier Fahrzeugmodelle

Von Laura | 4. Februar 2020

Rolls-Royce hat den Ruf, qualitativ hochwertige Autos der Oberklasse zu bauen, aber der Weg dorthin war steinig und voller Umwegen. Ursprünglich als ein britisches Industrieunternehmen gegründet, ist Rolls-Royce heutzutage deutlich internationaler aufgestellt. In dieser Story veranschaulichen wir die Entwicklung des Unternehmens anhand von drei Autos; von Flugzeugen bis hin zu BMW.

Die Gründung von Rolls-Royce

Die Rolls-Royce Limited wurde 1904 von Charles Rolls und Henry Royce gegründet. Der Industrieunternehmer Royce versuchte sich bereits früh in der Konstruktion von Motoren. Sein erstes Auto begeisterte Rolls so sehr, dass er anbot, das Marketing und den Vertrieb für seine Entwicklungen zu übernehmen. Rolls wiederum war der Besitzer eines exklusiven Autohauses in London, was ihn zum perfekten Geschäftspartner von Royce machte. Aus dieser Zusammenarbeit entstand der Name „Rolls-Royce" und der Grundstein einer beeindruckenden Geschichte war gelegt.

Die dunkle Lackierung Spirit of Ecstasy und der Rolls-Royce-Grill wurden weltweit bekannt

Rolls-Royce Eagle

Eines der ersten Fahrzeuge, das aus dieser Verbindung entstand, war der Rolls-Royce 10 PS. Während man weiterhin mit der Entwicklung von Automotoren beschäftigt war, machte das Unternehmen zudem einen frühen Ausflug in die Produktion von Flugzeugmotoren. In diesem Rahmen entstand der Rolls-Royce Eagle im Jahr 1915. Es war das erste Triebwerk, das eine Nonstop-Überquerung des Atlantiks mit dem Flugzeug ermöglichte. Eine legendäre Maschine, die in sehr vielen Flugzeugen der Alliierten im Ersten Weltkrieg eingesetzt wurde. Trotz des Ursprungs in der PKW-Produktion war es wohl dieses Flugzeugtriebwerk, das zu Rolls-Royce' Spitzenleistungen im Triebwerkbau führte.

Silver Dawn

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war es üblich, dass sich die Automobilhersteller auf die Konstruktion von Motor und Fahrgestell spezialisierten. Die Herstellung der Karosserie wurde dann an andere Unternehmen wie Park Ward, Barkers und Hoopers ausgelagert. Zur damaligen Zeit war es ebenfalls üblich, Fahrer zu beschäftigen, die das Chassis und den Motor von einem Werk zum anderen und einige Wochen später das fertige Auto mit der Karosserie zurück zum ersten Werk fuhren.

Erst ist in der Nachkriegszeit, 1946, begann Rolls-Royce mit dem Bau und Verkauf vollständiger Fahrzeuge. Der erste von Rolls-Royce hergestellte Wagen war der Silver Dawn - eine elegante viertürige Limousine, die zwischen 1949 und 1955 produziert wurde. Ursprünglich als Wagen für den Export entwickelt, wurden insgesamt nur 760 Einheiten hergestellt, die jedoch erst 1953 auf dem britischen Markt verfügbar waren. Damit ist dieses Auto heutzutage unglaublich selten und sehr begehrt.

Rolls-Royce Phantom VII

Die Erfolgsgeschichte von Rolls-Royce ließ das Interesse anderer Unternehmen wachsen. 1998 traten zwei deutsche Hersteller in den Ring, um die Marke Rolls-Royce zu erwerben - Volkswagen und BMW. Es entstand ein Bieterkrieg, bei dem BMW von Volkswagen überboten wurde (430 Millionen Pfund zu 340 Millionen Pfund). Das Ergebnis war schlussendlich, dass BMW den Namen und das Logo von Rolls-Royce besaß, während Volkswagen die Rechte an dem Maskottchen und dem Kühlergrill hatte.


Ein Rolls-Royce Phantom VII, aufgenommen auf den 31. Oldtimer-Tagen Berlin-Brandenburg

Ein Ergebnis, dass für beide Firmen ungünstig war, weshalb später eine Vereinbarung getroffen wurde, mit der BMW ab 2003 Fahrzeuge offiziell unter dem Namen Rolls-Royce produzieren durfte. Es entstand der Phantom VII von 2003; der erste Rolls bei dem BMW federführend war und ein Auto, von dem behauptet wird, dass es den guten Ruf von Rolls-Royce als Luxushersteller wieder hergestellt habe. Der Phantom war sogar lange Zeit das einzige Auto, das von Rolls-Royce produziert wurde und nimmt damit eine ganz besondere Stellung in der Erfolgsgeschichte des Unternehmens ein.

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