Damals war es ein komplett neues Konzept, unterwegs seine eigene Musik hören zu können. Erinnern Sie sich noch an das Gerät, mit dem Sie was auch immer wo auch immer hören konnten: den Walkman? Am 1. Juli 1979 führte Sony den tragbaren Kassettenspieler ein, der schon bald darauf sehr bekannt wurde. Auch wenn heutige Musikspieler zum Mitnehmen ganz andere Technologien verwenden; die Liebe zum Walkman ebbte nie ganz ab. Um diesem legendären Gerät zu gedenken, präsentieren wir Ihnen in 10 Fakten die Geschichte des Sony Walkmans.
10. Geboren dank der Oper
Ursprünglich wurde das Gerät von einem der Sony Mitbegründer inspiriert. Diese wollte nämlich auch auf langen Flügen seine geliebte Oper hören. Damalige tragbare Musikspieler waren doch sehr unhandlich; ein Modell wurde schon beim nächsten Transatlantikflug weggeworfen. Es wird gemunkelt, dass sein Wunsch für ihn niemals Wirklichkeit wurde. Einige sagen, dass schon nach einem Mittelstreckenflug die Batterien leer waren. Andere hingegen behaupten, dass sein Team von Ingenieuren in größter Eile einen Prototyp baute, wegen der Eile aber statt seiner geliebten Oper-Bände einen Stapel leerer Kassetten dazulegte.

9. Sony verdankt seinen Namen dem lateinischen Wort „sonus“, also Sound
Es gab mehrere gescheiterte Versuche, einen geeigneten Namen für das Unternehmen zu finden: entweder war der Name bereits vergeben oder für den amerikanischen Markt zu schwer auszusprechen. Schlussendlich änderte man den Firmennamen in Sony, eine Kombination aus „sonus“ und „sonny“, in den 50er Jahren ein Begriff in Amerika für junge Kerle. Die Gründer entschieden sich für diesen Namen, weil er in fast jeder Sprache einfach auszusprechen ist und ein bisschen auch deswegen, weil die ersten Transistor Radios von ihnen so hießen. Der Begriff war also bereits ein bekannter und beliebter. Die Entscheidung, auch die Firma so zu nennen, war darum nur klug.

8. Der Vorgänger des Walkman: der Pressman
Der Pressman war ein Tonbandgerät, das für Journalisten gedacht war. Die Entwickler von Sony legten den Pressman aber schnell zur Seite. Es wurden Kopfhörer hinzugefügt und der erste Prototyp des tragbaren on-the-go Musikspielers war geboren. Als der Walkman herausgebracht werden sollte, kam der Name ganz von selbst. Sony hatte auch weitere Produkte, die ähnlich simpel benannt wurden, darunter der Discman (ein CD-Spieler) und der Watchman (ein tragbarer Fernseher).

7. Der Walkman war der Versuch, Sony zu retten
In den 70er Jahren produzierte Sony die Betmax-Tapes, die aber schnell von den extrem beliebten VHS-Kassetten des Konkurrenten JVC abgelöst wurde. Als der Vorsitzende von Sony den Prototyp des Walkmans in die Hände bekam, fühlte er direkt die Chance, das Unternehmen nach der Fehlinvestition der Betamax-Kassetten wieder stärken zu können. Er sagte einst „meinen Sie nicht auch, dass es eine gute Idee ist, mit einen Kassettenplayer durch die Gegend laufen zu können?“ Ganz eindeutig war er auf dem richtigen Weg.


5. Die Nachfrage war größer als erwartet
Der Plan war eigentlich, den Walkman im September 1979 auch international auf den Markt zu bringen; zwei Monate nach der Markteinführung in Japan. Wegen der enormen Nachfrage auf dem japanischen Markt verzögerte sich das internationale Debüt aber beträchtlich. Touristen und Mitarbeiter von Fluggesellschaften probierten, so viele Walkmans wie möglich zu ergattern und mit nach Hause zu nehmen. Dass die Geräte in vielen Ländern nicht erhältlich waren, führte nur zu einer noch höheren Nachfrage. Der Walkman hat in verschiedenen Ländern verschiedene Namen bekommen. In den USA hieß er „Soundabout“, in Schweden „Freestyle“ und in Großbritannien wurden er „Stowaway“ genannt.

4. Mehr Musik dank Walkman
Das Konzept, unterwegs die eigene Musik hören zu können, war so unglaublich beliebt, dass die Nachfrage nach Kassetten enorm war. 1983 haben die Verkaufszahlen von Kassetten erstmalig die der Platten überholt. Dieser Erfolg wird natürlich größtenteils dem Walkman an sich zugeschrieben, aber auch weitere Faktoren waren wichtig: Kassetten springen nicht, so wie Platten. Eine LP hatte zudem 45 Minuten Musik zu bieten. Kassetten hingegen spielten 45 Minuten pro Seite; man konnte mit ihnen also auch noch weitaus länger und mehr Musik hören.

3. Es gab über 100 Walkman Modelle
Bis 1990 hatte Sony schon mehr als 80 verschiedene Modelle des Walkman herausgebracht. Bis heute wurden es gut 100 Varianten. Einige Modelle wurden mit Solarstrom betrieben, andere waren wasserdicht, hatten ein doppeltes Kassettendeck oder zwei Kopfhöreranschlüsse, um gemeinsam die gleiche Musik hören zu können.

2. Sony produzierte Walkmans bis 2010
Sie haben chinesischen Herstellen Produktionslizenzen erteilt; sie selbst bauten unter dem Namen noch MP3-Spieler und sogar Telefone, der ursprüngliche Walkman aber wurde zu einem Stück der Vergangenheit... oder doch nicht? 2014 gab es ein Walkman-Revival: in dem Marvel-Film Guardians of the Galaxy erhält der Hauptdarsteller einen Walkman mit einem Mix-Tape, auf dem seine Kindheit auf der Erde in Songs dargestellt wurde. Als der Film in die Kinos kam, stieg direkt der Preis für Second-Hand Walkmans. Also ein unglaubliches Wiedererwachen.

1. Es gibt einen soziologischen Fachbegriff „der Walkman Effekt“
Professor Shuhei Hosokawa prägte diesen Begriff; im Zeitalter von Smartphones schon sehr bemerkenswert. Er sagte, dass Geräte wie der Walkman das Stadtbild verändert hätten. Die Menschen würden sich nicht mehr auf ihre Umwelt konzentrieren, sondern eher auf den jeweils eigenen Bereich. Wenn Sie schon einmal mit Ihrem Handy im öffentlichen Nahverkehr unterwegs waren, dann kennen Sie den Walkman-Effekt sogar aus erster Hand.

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