Geschichte

Bauhaus: die Merkmale

Von Rosanne | 31. August 2020

Wenige Jahre nachdem der erste Weltkrieg Deutschland in eine politische, soziale und wirtschaftliche Krise stürzte, veränderte das Bauhaus maßgeblich die kulturelle Ästhetik: weg vom emotionalen Expressionismus, hin zu einer rationaleren, funktionalen und sachlicheren Designsprache. Walter Gropius wurde zum Direktor des Bauhauses ernannt. Er verstand das Ende des Krieges als einen Wendepunkt der Geschichte und suchte nach einer neuen Designsprache, die diese Wendung wiederspiegelte. Obwohl das Staatliche Bauhaus insgesamt nur 14 Jahren bestand, hat die Kunstschule ein bleibendes Erbe hinterlassen. In dieser Story beleuchten wir die Merkmale, die ihre Lehre bestimmte.

Die Verbindung von Handwerk und Massenproduktion

Das Ziel der Schule definierte Walter Gropius als „die Schaffung einer neuen Zunft von Handwerkern, ohne die Klassenunterschiede, die eine arrogante Kluft zwischen Handwerker und Künstler reißt". Im Wesentlichen bedeutete dies, dass die handwerkliche Tradition mit der modernen Technologie verschmolzen wurde, um mit Hilfe der Massenproduktion den Bedürfnissen des Systems gerecht zu werden - ein Ideal, das sowohl praktisch als auch für den Wiederaufbau des Landes notwendig war.

Form follows function

Der amerikanische Architekt Louis Sullivan war einer der ersten, der den berühmten Ausdruck „form follows function“ (dt. Die Form folgt der Funktion) prägte. Dieser einfache Satz wurde zu einem der Grundgedanken des Bauhauses. Er besagt, dass im Design eine Form immer nach ihrer Funktion und nicht ausgehend vom ästhetischen Profil entwickelt werden sollte. Der Nutzen sollte an erster Stelle stehen und übermäßige Verzierungen wurden vermieden.

Ehrliche Materialien

Nach Ansicht der Lehrenden am Bauhaus sollten die verwendeten Materialien die wahre Natur der Objekte und Gebäude widerspiegeln. So lehrte die Schule des Bauhauses, dass Materialien nicht um der Ästhetik willen verändert oder versteckt werden sollten. Der Blick soll nicht von der Konstruktion eines Objekts oder Gebäudes abgelenkt werden, sondern sie wird zu einem integralen Bestandteil des Entwurfs gemacht.

Im Inneren des Bauhaus-Gebäudes in Dessau, Deutschland

Minimalismus

Der minimalistische Stil der Kunst, Architektur und des Designs des Bauhauses spiegelte diese Vorstellungen von Funktionalität und ehrlichen Materialien wider. Er war von Bewegungen wie der Moderne und De Stijl inspiriert und gilt als Gegenbewegung zum Art Deco und Jugendstil. Die Bauhaus-Künstler bevorzugten lineare und geometrische Formen, florale oder kurvenförmige Muster wurden unbedingt vermieden. Es ging nur um Linie, Form und Farbe. Alles andere war unnötig und musste reduziert werden.

Das Gesamtkunstwerk

Im Zentrum des Bauhauses steht die Idee des „Gesamtkunstwerks“, einer Synthese, in der mehrere Kunstformen durch die Architektur vereint werden. Für die Bauhausschule war ein Gebäude nicht nur eine leere Hülle, sondern ein Teil des Gesamtentwurfs, und alles, was sich darin befand, fügte sich zum Gesamtkonzept hinzu.

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