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Von Peter Reynaers | 27. August 2018
In unseren Expertengesprächen überlassen wir unseren Fachleuten das Wort, welche dann ein bestimmtes Thema oder Fachgebiet genauer beleuchten. In dieser Ausgabe spricht Peter Reynaers, Experte für archäologische Funde, über ein unglaubliches kleines Kunstwerk, das er in unserer Auktion fand: ein Steinrelief vom Grabmal des ehemaligen Bürgermeisters des antiken Theben, Montou-Em-Hat.
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Historische archäologische Funde sind die Relikte vergangener Zeiten und wir fühlen uns von diesen herrlichen Tempeln, dunklen Gräbern mit exquisiten Verzierungen und der zauberhaften Kunst angezogen. Dieses seltene Fragment aus der Auktion stammt von einem der größten Gräber, die je im Antiken Ägypten gebaut wurden; und zwar von der Ruhestätte des ehemaligen Bürgermeisters von Thebes während der 26. Dynastie, Montou-Em-Hat. Sein Grab liegt in Assassif, am Fuße des Tempels von Deir el-Bahari, ist eines der schönsten und größten des heutigen Louxor. Leider ist es der Öffentlichkeit heute kaum noch zugänglich.

Ein Fragment vom Grab des thebanischen Beamten und Bürgermeisters „Montuemhat“. Er diente während der „Taharqa“ und „Psamtik I“, während der 25. Dynastie und bis in die Anfänge der 26. Dynastie. Die abgebildeten Hieroglyphen sind: Schlange - Eule - Wachtelküken - Schilf.
Aber wer war er?
Montou-Em-Hat (ca. 700 v. u. Z. – ca. 650 v. u. Z.) war einer der einflussreichsten Beamten der 25. Dynastie. Als einer der schwarzen Pharaonen, Bürgermeister von Thebes und 4. Prophet von Amun in Karnak spielte er eine Schlüsselrolle, als Psammétique I die nubischen Könige stürzte und die 26. Dynastie begann. Er war drei Mal verheiratet. Seine bekannteste Ehefrau war Oudjarenes, möglicherweise eine nubische Prinzessin. Sie war eine Sistrum-Spielerin (eine Art Klapperinstrument) in Karnak und hatte daher enge Beziehungen zum Klerus des Haupttempels.

Statue von Montou-Em-Hat im Neuen Museum in Berlin.
Er begann seine politische Karriere in der Zeit der göttlichen Gemahlin des Amun, Shepenwepet II. Aber seine Kraft entwickelte sich erst so richtig während der Herrschaft von Nubian (heute Republik Sudan) Pharao Taharqa (25. Dynastie).

Ein Teil des Reliefs in der Auktion zeigt das Wachtelküken, das den Buchstaben "W" oder "Ou" darstellt und direkt hinter dem Vogel ist der Buchstabe "i" durch ein Schilfrohr zu sehen.
In einem Ton-Dokument aus Assyrien, genannt der Rassam-Zylinder, wird Montou-Em-Hat während der Zeit des Königs Assurbanipal als der "König von Theben" zitiert. Es ist nicht bewiesen, dass er dieses Macht wirklich hatte oder ob nur die Assyrer ihn so sahen. Das heißt, dass er eine enorme Autorität hatte: von Elephantine bis hin zu Hermopolis wurde er anerkannt. Und er war ein so kluger Politiker, dass die Assyrer ihn sehr respektierten.
Aber das heißt nur, dass er sich würdigte. Als solcher überlebte er den Sturz von Theben ca. 661 v. Chr. durch Truppen von Assurbanipal. Dieses Ereignis wurde von Montou-Em-Hat selbst in einer Inschrift im Tempel von Mut in Karnak aufgezeichnet. Jedenfalls kam zu einem bestimmten Zeitpunkt die Dynastie der Pharaonen von Sais an die Macht und er musste den neuen Herrschern die Treue schwören. Theben wurde wieder Teil des großen vereinigten ägyptischen Landes.
Der Reichtum von Montou-Em-Hat wäre groß gewesen, weil er ein umfangreiches Bauprogramm aufstellte, das die Restaurierung bürgerlicher und religiöser Gebäude umfasste und zahlreiche Statuen von den Göttern Ägyptens und ihm selbst erschuf.
Seine wohl bekanntestes Gebäude ist jedoch sein großes Grab in der thebanischen Nekropole. Es wurde als privater Grabpalast mit zwei offenen Innenhöfen und zahlreichen mit Reliefs und autobiographischen Texten geschmückten Kammern unter dem Boden gestaltet.
Eine seltene Darstellung der Frontalkunst aus dem alten Ägypten besitzen
Die Kunst des alten Ägypten ist in unserer Zeit notorisch für ihre besondere Darstellung bekannt: im Profil dargestellt und immer zur Seite schauend. Es gibt jedoch einige Ausnahmen, wie in unserem Relief zu sehen ist: bei der Hieroglyphe der 'Eule', die gelesen wird, wenn der Buchstabe 'm' frontal dargestellt wird, sehen wir beide Augen des Tieres. Die Beine aber sind im gleichen, bekannten ägyptischen Profilstil. Der Vogel, der in den ägyptischen Reliefs für gewöhnlich dargestellt wurde, war die ägyptische Schleiereule. Manchmal wurde der Uhu auch zur Darstellung der M-Hieroglyphe verwendet und im Laufe der Jahrtausende kombinierte das Zeichen manchmal Merkmale der beiden Vögel- mit den gelb-braunen Flügeln, dem weißen Körper und dem Gesicht der Schleiereule und dem Spitze Ohrbüschel und dem dunklen Kopf des Uhus.

Ein Teil des Reliefs in der Auktion zeigt die „Eule“, die als Buchstabe „m“ gelesen wird
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