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Von Peter Reynaers | 15. April 2019
Jedes Jahr am 21. April feiern die Italiener die Gründung ihrer Hauptstadt. Begleitet wird das Ganze durch viele Festivitäten im ganzen Land. Der Tag selbst macht allen Beteiligten als auch Zuschauern große Freude. Der Versuch hingegen, die früheste Geschichte Roms nachzuvollziehen, ist ein etwas komplizierteres Vergnügen.
Und weil wir auf Catawiki von der Antike begeistert sind, haben wir unseren Experten für antike Kunst und Archäologie, Peter Reynaers, zu Rate gezogen und ihn gebeten, uns mehr über das viele Bisschen, was man über die Gründung der ewigen Stadt weiß, zu erzählen.
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Zu Beginn des 4. Jahrhunderts n. Chr., während der Invasion der Gallier, wurde Rom zerstört. Mit Untergang des Römischen Reichs gingen viele Archive und andere Überreste verloren, die Informationen über die Gründungszeit Roms enthielten. Natürlich gibt es eine antike römische Geschichtsschreibung, aber ihr Charakter und ihre Natur basieren nicht auf historischen Fakten.

Altrömische Marmorfigur von Hermes und Ram
Die Ansichten einiger alter Schriftsteller sind im Hauptwerk von Titus Livius, Ab Urbe Condita (wörtlich „Von der Gründung der Stadt"), nämlich: den Analysten erhalten geblieben. Hierbei handelt es sich um eine Geschichte um die Stadt Rom. Diese Ansichten waren jedoch nicht als geschichtliche Abhandlungen vorgesehen, sondern waren eher persönlich nationalistischer Natur. Dennoch kann man dankbar sein, vermitteln sie doch einen wertvollen Einblick in die Institutionen und die Kulturgeschichte der Stadt.
Als Rom seine eigene Geschichte niederschrieb, war die Stadt bereits zu großer Macht gekommen, wollte den Nationalstolz stärken, seine Größe zeigen und andere ermutigen, sich anzuschließen. Was die Anfänge Roms betrifft, so sind mehrere Versionen im Umlauf. Diese reichen von den Griechen und den Fall Trojas, bis hin zur offiziell angenommenen Aeneas-Sage, einem Vorfahren von Romulus.

Der Sage nach wurde die Stadt am 21. April 753 v. Chr. von den Zwillingsbrüdern Romulus und Remus gegründet. Wie gesagt, es handelt sich hierbei um eine Sage, die der Dichter Virgil erstmals in seinem Buch Aeneas festhielt. Wahrscheinlich hat sie ihren Ursprung bei den Königen und Gouverneuren des jungen Staates, die den Ursprüngen der Stadt eine göttliche Note verleihen wollten.
Die Vorfahren glaubten, dass die Könige seit 754 v. Chr. über jene Region regierten, in der sich Rom befindet. Der erste dieser mystischen Alten war Romulus aus der Königsfamilie von Alba Longa, dem Gründer der Palatinstadt und Lenker des Staates. Er soll das erste Regierungsoberhaupt gewesen sein, auf das noch viele Könige folgen sollten. Zwischenzeitlich fiel die Stadt in die Hände der Etrusker.
Und dann war es der etruskische König Tarquinius Priscus, welcher den Senat von Romulus um weitere Mitglieder ergänzte und den Circus Maximus errichten ließ. Zudem ordnete er auch den Bau der Cloaca Maxima an, ein antikes Kanalsystem, das der Entwässerung der Sümpfe diente. Damit hat er der Stadt einen großen Dienst getan, denn nun konnte sie auf trockenem Boden aufgebaut und erweitert werden.

Römische Öllampe mit der Darstellung eines Gladiators
Tatsächlich kann man die Geschichte Roms in zwei Zeiträume unterscheiden, die auch durch archäologische Funde gestützt werden. Zum einen wäre da die äneanische Zeit, die Kupfersteinzeit um das 2. Jahrtausend v. Chr. herum. Aus dieser Zeit stammen die ersten Siedlungen auf den Sieben Hügeln Roms.
Darauf folgte die romulanische Zeit, die vollständig in die Eisenzeit fällt und in der ganze Dörfer auf den Hügeln entstanden. Diese Dörfer breiteten sich aus, wuchsen aufeinander zu und durch den Vorstoß der Etrusker und den Bau der Cloaca Maxima, wuchs allmählich die ewig Stadt zusammen.

Römische Bronzestatue des Herkules
Im 6. Jahrhundert v. Chr. führte Servius Tullius, der sechste etruskische König, eine Reform an, die im Wesentlichen eine neue Aufteilung der Bevölkerung nach ihrer Herkunft vorsah. So war die die Idee der territorialen Familien (Tribus) geboren und bestimmte die Geschichte Roms bis zu ihrem Untergang. Der sogenannten römischen Königszeit wurde im Jahr 509 v. Chr. (oder das unter Archäologen anerkannte Datum 451 v. Chr.) ein jähes Ende gesetzt, als die etruskischen Könige vertrieben und die Monarchie gestürzt wurde. Diese Jahr markiert aber auch gleichzeitig den Startpunkt der Römischen Republik.
Die Geschichte Roms ist somit sehr eng mit den Etruskern verbunden und wurde stark von der griechischen Kultur beeinflusst. Letzteres lag vor allem daran, dass es enge Kontakte zur griechischen Kolonie Cumae gab und in der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts v. Chr. ganz Süditalien unter die Kontrolle Roms kam. Später, mit der Eroberung Griechenlands selbst, bekamen die griechisch-römischen Beziehungen eine dauerhafte Natur und waren äußerst wichtig für die Stadt.

Armband mit altrömischen Amethystperlen
Rom hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Sie reicht von der Kupfer- bis zur Eisenzeit, von den Etruskern bis zu den Einflüssen griechischer Kolonien. Es ist also überhaupt kein Wunder, warum Titus Livius unglaubliche 142 Bücher brauchte, um die Geschichte Roms niederzuschreiben, Ab Urbe Condita. Dies ist der Stoff aus dem Träume sind. Vielleicht nicht ganz, auf jeden Fall jedoch der Stoff, aus dem man Sammlungen aufbaut. Überreste aus der Stadt, die jeder einmal in seinem Leben besuchen sollte, gibt es glücklicherweise in unserer Auktion zu entdecken.
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