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Von Simone | 21. Mai 2019
Gibt es etwas, das den Rock ’n’ Roll besser verkörpert, als auf der Bühne mit voller Wucht Kleinholz aus einer Gitarre zu machen, um einen Gig wortwörtlich mit einem Knall zu beenden? Die Zerstörung von Gitarren hat im Rock ’n’ Roll eine lange Tradition und sorgt für legendäre Momente, die ewig weiterleben – vor allem, wenn sie auf Film verewigt wurden. Aber wie hat sich dieser Trend eigentlich durchgesetzt? Unser Gitarrenexperte Alex Becker verrät uns mehr dazu.
„Die Geschichte der Gitarrenzerstörung beginnt natürlich mit Pete Townshend, dem weltberühmten Gitarristen von The Who“, erzählt uns Alex. „Das erste Mal, als er in den 1960er Jahren eine Gitarre auf der Bühne zerstörte, war eigentlich ein Unfall. Als er beim Spielen mit dem Kopf seiner Rickenbacker an die sehr niedrige Decke über der Bühne knallte und ihn beschädigte, beschloss er kurzerhand, die Gitarre komplett zu zerstören. Die Reaktion des Publikums auf seine Fähigkeiten als Gitarrenzerstörer führte dazu, dass er schließlich anfing, bei fast jeder Show Kleinholz aus einer Gitarre zu machen.“ Sein glücklicher Zufall inspirierte in den folgenden Jahren viele Musiker, es ihm gleichzutun.
Obwohl Townshend wohl am bekanntesten für das Zerstören von Gitarren ist, gilt Jerry Lee Lewis weithin als der erste Rockmusiker, der jemals ein Instrument während eines Live-Auftritts zerstört hat. Lewis soll angeblich zahlreiche Klaviere in Brand gesteckt haben, obwohl der Wahrheitsgehalt dieser Schilderungen durchaus strittig ist. Lewis selbst hat sie im Laufe seiner Karriere sowohl geleugnet als auch bestätigt.
In einem Interview mit der Zeitschrift Rolling Stone im Jahr 1979 sagte Lewis, dass er es nur einmal getan habe und „dazu gezwungen worden sei.“ Er wurde aufgefordert, vor Chuck Berry aufzutreten, obwohl er der eigentliche Star der Show sein sollte. Also nahm er eine Flasche Benzin mit und setzte das Klavier passenderweise mitten im Song „Great Balls of Fire“ (zu Deutsch: „Riesige Feuerbälle“) in Brand. Als Lewis dann von dem brennenden Klavier wegging und die Bühne verließ, nickte er Berry zu und sagte: „Mach das mal nach.“
Lewis war allerdings nicht der Letzte, der auf der Bühne ein Feuer entzündete. Einer der bemerkenswertesten Momente der Gitarrenzerstörung stammt zweifellos von Jimi Hendrix, und wir wissen mit Sicherheit, dass er sich wirklich ereignet hat, denn er wurde gefilmt. Beim Monterey Pop Festival im Jahr 1967 goss Hendrix Feuerzeugbenzin auf seine Gitarre, zündete sie an und schlug dann mit dem brennenden Instrument auf den Bühnenboden ein.
„Einige Musiker, wie zum Beispiel Kurt Cobain von Nirvana, haben die Gitarrenzerstörung fast zu eine Kunstform erhoben. Cobain hat bekanntermaßen billige Gitarren aller Art gespielt und eine kilometerlange Spur von zerstörten Instrumenten hinterlassen.“
Warum also müssen so viele Gitarren dieses tragische Schicksal erleiden? Alex hat die Antwort: „Manchmal steckte eine Art politisches oder philosophisches Statement dahinter, aber meistens gehörte die Zerstörung einfach zur Show: sie sorgte für einen schockierenden und unvergesslichen Abschluss. Es kommt auch vor, dass Musiker einen Wutanfall bekommen und eine Gitarre zerstören, die sie lieben.“
Ein Beispiel ist Billie Joe Armstrong von Green Day, der während eines Auftritts beim iHeartRadio Festival im Jahr 2012 mit einem Drogenrückfall zu kämpfen hatte. Er war von den knappen Zeitvorgaben bei dem Festival derart genervt, dass er Green Days berühmten Song „Basket Case“ von 1994 vorzeitig beendete und aus Protest Kleinholz aus seiner Gitarre machte.
Etwas Ähnliches geschah mit der Gitarre, die derzeit auf Catawiki versteigert wird. “Während der Marilyn-Manson-Tour im Jahr 2008 schäumte Marilyn Mansons Gitarrist Rob Holliday vor Wut und ließ diese an seiner Gibson Les Paul aus. “Wir freuen uns sehr, diese Kostbarkeit der modernen Rockmusik in unserer exklusiven Gitarrenauktion anbieten zu können. Gitarren, die von Rockstars zerstört wurden, sind sehr begehrt.”
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