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Von Simone | 12. Juli 2019
Für eine Firma, die meist mit kleinen und modernen Autos assoziiert wird, hat Fiat eine überraschend umfassende und lange Geschichte. Zum 120. Jubiläum von Fiat haben wir uns die Firmenvorstände im Laufe der Zeit angesehen, welche das Unternehmen durch turbulente und herausfordernde Zeiten geführt haben.
Giovanni Agnelli
Am 11. Juli 1899 wurden neun Herren zu den Gründern von FIAT, ein Akronym für Fabbrica Italiana di Automobili Torino. Einer dieser Gründer war Giovanni Agnelli. Bis zu seinem Tod im Jahr 1945, war er aus dem Unternehmen nicht wegzudenken. Giovanni war der verantwortliche Leiter für die Entwicklung von Autos, Lastwagen, Flugzeugmotoren und den Bau des legendären „Biest von Turin“. Er gründete auch die berühmte Lingotto Autofabrik und machte Fiat damit zum größten Automobilkonzern Italiens. Während des Ersten Weltkriegs versorgten alle Fiat-Werke die Alliierten mit Flugzeugen, Motoren, Maschinengewehren, Lastwagen und Krankenwagen. Kurz nach dem Krieg hatte Fiat dann einen Marktanteil in Italien von sage und schreibe 80%.
Es gibt aber auch einige Abschnitte in der Geschichte von Fiat, in denen die Unternehmensführung wackelte. Im Jahr 1921 besetzten Arbeiter die Fiat-Fabriken unter kommunistischer Flagge. Dieser Vorstoß zwang Agnelli zum Rücktritt. Ein Rücktritt der nicht von langer Dauer war, da er bereits 1922 wieder in das Unternehmen zurückkehrte und neu durchstartete. Ähnliches passierte nach dem Zweiten Weltkrieg: Die Agnelli-Familie wurde aus der Unternehmensspitze entfernt. Unterstellt wurden mögliche Verbindungen zu den Mussolini Regierung. Diesmal dauerte die Zwangspause etwas länger. Im Jahr 1963 übernahm ein weiterer Agnelli die Firmengeschicke als Geschäftsführer in die Hand und zwar in Form von Giovannis Enkel Gianni.
Gianni Agnelli
Unter der Leitung von Gianni Agnelli, auch bekannt als „L‘Avvocato“ (dt. der Anwalt), wurde das Management von Fiat massiv umstrukturiert. Das Unternehmen überlebte die Ölkrise in den 1970er Jahren (durch den Verkauf und Rückkauf von Anteilen nach und aus Libyen) und erwarb eine Vielzahl hochkarätiger Marken. Das Ergebnis: Fiat wurde zu eine, der mächtigsten Unternehmen der Welt. Agnelli galt entsprechend für lange Zeit als einer der wichtigsten Menschen für die italienische Wirtschaft; ein Symbol des Kapitalismus und von Vielen als „der wahre König Italiens“ gefeiert.
Die erste Firmenübernahme konnte 1967 abgeschlossen werden. Damals kaufte Fiat die Marke Autobianchi, gefolgt von Anteilen an den Marken Ferrari und Lancia. Letztere war schon immer eng mit Fiat verbunden. Die Gründer Vincenzo Lancia und Claudio Fogolin waren beide Fahrer bei Fiat, bevor sie sich im Jahr 1906 entschieden, ihr eigenes Unternehmen zu gründen. 1971 erwarb Fiat dann den Autobauer Abarth, 1986 wurde Alfa Romeo von der italienischen Regierung übernommen. Somit wurde die Fiat Unternehmensgruppe zu Europas größtem Autobauer.
Es versteht sich von selbst, dass der Kern eines Unternehmen und das, was so viele Menschen liebten, in Gefahr ist, wenn man viele berühmte und begehrte Marken übernimmt. Im Falle Fiats hat sich aber alles zum Guten entwickelt: „Die Unabhängigkeit zu verlieren, ist niemals gut. Ich glaube aber, dass Lancia, Ferrari und Alfa einige ihrer besten Modelle erst nach der Übernahme herausbrachten“, sagt Jan-Bart Broertjes, Experte für Oldtimer.

Sergio Marchionne
Es folgten einige sehr holprige Jahre, vermutlich ausgelöst durch die große Lücke, die Gianni Agnelli hinterließ. Im Jahr 2004 wurde Sergio Marchionne in nur zwei Jahren der fünfte Geschäftsführer der Firma. Dessen Führungsstil wurde von vielen als rücksichtslos beschrieben, unter anderem weil er viele Leute entließ. Marchionne erhielt aber auch viel Anerkennung für seine harte Arbeit für die Firma. Er schuf eine Unternehmenskultur, in der jeder Mitarbeiter leiten und gestalten sollte, in der Talente erkannt und Hierarchien abgebaut wurden.
Durch die Reduzierung von Verwaltungskosten erzielte Marchionne Ende des Geschäftsjahres 2005 den ersten Gewinn seit 17 Quartalen. Es ist allgemein anerkannt, dass die Fiat-Gruppe in weniger als zwei Jahren zu einem der am schnellsten wachsenden Unternehmen der Autoindustrie geworden ist. Von der Financial Times wurde Marchionne als einer der mutigsten Wirtschaftsmanager seiner Generation bezeichnet. Unter seiner Leitung fand auch die Fusion von Fiat und Chrysler statt.
Unter dem Dach dieser drei völlig unterschiedlichen Firmenleiter überlebte Fiat 120 Jahre lang- und das in einer hart umkämpften und schwierigen Branche. Feiern Sie in dieser Woche diesen Meilenstein der Firmengeschichte auf Catawiki. Hier finden Sie verschiedene Modelle von Fiat, Ferrari, Lancia, Alfa Romeo und viele weitere.
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