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Von Tom | 5. März 2020
Die Vogue ist eine der renommiertesten Modezeitschriften der Welt und hat so einige bahnbrechende Talente hervorgebracht. Vor allem mit den Artikeln hat das Blatt immer wieder für Schlagzeilen gesorgt und ist dabei tief in unsere Psyche vorgedrungen. Und mit Anna Wintour, der Chefredakteurin der amerikanischen Vogue, befindet sich eine der einflussreichsten Personen der Modewelt an der Spitze der Zeitschrift. Aber auch hinter den Kulissen gibt es Personen, die maßgeblich zum Erfolg beitrugen, zum Beispiel die langjährige Kreativchefin Grace Coddington. In einer kurzen Retrospektive haben wir uns einige von Coddingtons hochgelobter Arbeiten und ihren Einfluss auf die Modeindustrie genauer angesehen.
Grace Coddington ist seit 30 Jahren eine der genialsten Redakteurinnen der Modebranche. Als ehemaliges Vogue-Model zierte sie selbst mehrfach die Titelseiten der Zeitschrift und wurde später zur hauseigenen Stylistin und wieder später zum Creative Director. Für das, was wir heute als Modejournalismus betrachten, schaffte Coddingtons Arbeit den Rahmen und setzte die Messlatte höher: einfallsreich, glamourös und immer voller Geschichte.
Viele von Coddingtons Ideen entstammen den Skizzen, die sie während der Shows vom Laufsteg macht. Ein frischer und unorthodoxer Ansatz in einer Branche, die so sehr auf die Fotografie angewiesen ist. So hat sie sich in der Modewelt eine treue Fangemeinde erschaffen, zu denen große Persönlichkeiten wie Helmut Newton und Nicolas Ghesquière gehören, und das, obwohl es nie ihr ausgemachtes Ziel war, selbst zur Berühmtheit zu werden. Es ist ihre Arbeit, die Bestand hat: Seite für Seite großartige Artikel, Fotoshootings an den schönsten Reisezielen der Welt und immer wieder die aktuellste Mode.
Die Vogue gilt seit Langem als der Gradmesser in der Modebranche. Sie bestimmt, was in ist und was nicht. Und Coddington hat den Look des Magazins grundlegend mit definiert, wie etwa bei ihrem Cover für die britische Vogue vom Januar 1974. Bis dato zierten die Titelseiten vor allem Porträtaufnahmen von weiblichen Models, was sich nun schlagartig änderte: Mithilfe des einflussreichen Art Director Terry Jones und des Fotografen David Bailey, änderte Coddington den Status Quo.
Nach einem Shooting an der glamourösen Côte d'Azur mit Manolo Blahnik und Anjelica Huston gelang es Coddingtons Team, die damalige Redakteurin Beatrix Miller zu überzeugen, sich für eine Ganzkörperaufnahme von den sich am Meer umarmenden Models zu entscheiden. Trotz Widerstands ging diese Ausgabe in den Druck und wurde zu einem Kult-Cover, das den Startschuss für ein Jahr voller weiterer innovativer Shootings setzte.

Credit Vogue Magazine - Januar 1974.
Coddington ist einer der vielen Köpfe, die maßgeblich dazu beitrugen, zu definieren, was wirklicher Modejournalismus bedeutet. Ihre Titelseite mit Jerry Hall hat das bewiesen. Anstatt sich auf das simple Portrait eines lächelnden Models zu beschränken, nutzte sie den Raum für verschiedene Farbtöne, Stimmungen und brachte unorthodoxe Elemente ein. Mehr noch, Coddington war eine große Anhängerin von On-Location Shootings, also Shootings außerhalb eines Studios, und hat so wahrscheinlich, ganz nebenbei, die Art und Weise wie Modeshootings stattfanden verändert.
Im Jahr 1975 reisten Coddington, Hall und der Fotograf Norman Parkinson durch die damalige Sowjetunion. Damit war die Vogue die erste Zeitschrift, der Zugang zum Land gestattet wurde. Während der Reise gelangen Aufnahmen von Hall, die auf dem Roten Platz Zeitung las, bis hin zu den Vorbereitungen zum Schwimmen im Sewansee. Nicht ganz ungefährlich, denn es wird behauptet, dass die sowjetischen Behörden damals drohten, das Kameramaterial zu konfiszieren. Doch Hall gelang es auf subtile Weise, einige Filme in ihrem Schminktäschchen zu verstecken.

Credit Vogue Magazine – Mai 1975
Naomi Campbell war Anna Wintours allererstes Titelmodel und half ihr dabei, sich zum Supermodel zu entwickeln. Untermauern ließ sich dieser Status aber erst durch die spätere Arbeit mit Coddington und das nicht zuletzt aufgrund des Shootings mit den Dalmatinern. Die besagten Bilder wurden vom berühmten deutschen Fotografen Peter Lindbergh für die Oktoberausgabe 1990 der italienischen Vogue aufgenommen. Sie zeigen Campell, wie sie ein paar Dalmatiner Gassi führt und dabei ein Outfit aus einem gepunkteten Isaaz Mizrahi-Trenchcoat und einer Vivienne Westwood-Leggins trägt. Bis zum heutigen Tag ist dieses Shooting ein zwar recht zurückhaltendes, aber nicht weniger markantes Beispiel in Coddingtons Portfolio.

Credit Vogue Magazine – Oktober 1990
Als Zeugnis ihrer Launen und Faszination für das Wunderliche arbeitete Coddington auch am Thema „Alice im Wunderland“. Die gesamte Arbeit darum wurde zu einem literarischen und modischen Hochgenuss. Für die Dezemberausgabe 2003 hatte Coddington die Idee, Lewis Carrolls bahnbrechendes Werk in den Mittelpunkt zu stellen. Anstatt jedoch die Figuren einfach mit Modellen nachzubilden, schlug Wintour vor, stattdessen die Designer dafür zu casten.
Und so kam es. Die märchenhaft verschwommenen Bilder zeigen Marc Jacobs als Raupe und die niederländischen Designer Viktor Horsting und Rolf Snoeren wurden zu Tweedledee und Tweedledum. Diese Inszenierung gehört zu einem der denkwürdigsten Werke Coddingtons und ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie es ihr gelingt, Mode und Fantasie miteinander zu verbinden.

Credit Vogue Magazine – Dezember 2003
Obwohl es Coddington in ihrem späteren Leben mehr hinter die Kamera zog, kennt sie das Modelbusiness ganz genau. Im Jahr 1962 konnte sie sogar den begehrten Titel als Vogue-Cover-Model für sich verbuchen, als sie auf dem Cover der britischen Ausgabe zu sehen war. Das elegante und zeitlose Porträt zeigt eine kreative Frau, mit der berühmten roten Mähne, die die Modefotografie für immer verändern sollte.

Credit Vogue Magazine – August 1962
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Wenn Sie sich von den Ideen Coddingtons inspiriert fühlen, dann sollten sie unbedingt in unseren wöchentlichen Mode-Auktionen vorbeischauen!
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