Branchentrends

Trends aus der zeitgenössischen Designwelt

Von Tom | 23. April 2021


Als eines der größten Ausstellungsevents der Design- und Lifestyle-Community ist die Maison&Objet groß im Kalender angestrichen. Die Veranstaltung findet alle zwei Jahre in Paris statt und lässt die Designwelt immer wieder aufhorchen: dieses Event ist die Plattform für Legenden und zukünftige Stars der Designszene - von Phillipe Starck und Tom Dixon bis hin zu Ilse Crawford und Tokujin Yoshioka. In diesem Jahr verhält sich das natürlich ein bisschen anders. Um die erste Auktion von Maison&Objet auf Catawiki gebührend zu präsentieren, stellt Designexpertin Eléonore Floret einige der bahnbrechenden Entwürfe und Pioniere aus dieser Kollektion vor. 


Revival der 50er und 70er Jahre


Das Jahr 2021 könnte das Jahr der Nostalgie werden, alle sehnen sich zurück nach den alten, guten Zeiten, sodass die Designstile der 50er und auch 70er Jahre wieder zurückkommen. Die 50er Jahre zeichnen sich vor allem durch einen klassischen Mid-Century-Komfort aus, mit starken Linien, unbehandelten Hölzern und Pastellfarben. In den 70ern hingegen ging es darum, neue Wege im Design zu gehen - man denke an knallige Farben und kitschige Möbel. Komfort über alles. Laut Eléonore sind einige der von Maison&Objet ausgewählten Objekte eine Hommage an genau diese Epochen mit ihren charakteristischen zeitgenössischen Einflüssen. 



„Nehmen wir einmal dieses Sideboard von Florence Knoll. Es ist ein perfektes Beispiel für das klassische, zeitlose Design der 50er Jahre“, so Eléonore. „Florence Knoll war eine revolutionäre Frau, Innenarchitektin und Unternehmerin, und sie spielte eine wichtige Rolle bei der Neugestaltung des Design der 50er. Dieser Stil war so wesentlich, dass er auch 60 Jahre später noch Anklang findet. Dieses Sideboard aus Birke ist minimalistisch, aber keinesfalls nüchtern, eine Anspielung auf die Vergangenheit, ohne zu sehr darin zu versinken.“ 




Die Togo-Sofas von Michel Ducaroys für Ligne Roset weisen alle Designmerkmale der 70er Jahre auf. „Dieses pastellfarbene Design aus den 70er Jahren ist ein perfektes Beispiel für die Zeit. Aber es ist auch das, wonach wir heute im Möbeldesign suchen: ein starkes Statement, das gleichzeitig schick und bequem ist.“ 


Gewebte Teppiche


Vielleicht liegt es an den Geschehnissen des vergangenen Jahres, dass wir uns nach Wärme und Komfort sehnen. Etwas, das türkisches Design uns in Hülle und Fülle zu bieten scheint. Der Kelim-Teppich Yakamoz No 4 von Fulden Topaloglu ist der beste Beweis dafür. Kelims spielen in türkischen und nahöstlichen Häusern eine wesentliche Rolle und werden u.a. als Teppiche, Bettdecken und Tischdecken verwendet. Mit Sorgfalt gewebt und mit beeindruckenden Mustern und Bildern gestaltet, spiegeln sie oft die Geschichte des Webers wider- und sie können jedem Raum eine wohnliche und helle Lebendigkeit verleihen. 




Der Teppich von Topaloglu ist nicht anders. Als Inspirationsquelle diente die Reflexion des Wassers, was seinem Look und seiner Haptik eine ganz besondere Ruhe verleiht. „Er wurde bei den Elle Decoration International Design Awards 2020 ausgezeichnet“, erzählt Eléonore. „Das zeigt, dass viele Menschen diesen Stil sehr interessant finden. Kein Wunder, dass wir auch im Innendesign einen starken Trend zum türkischen Design sehen.“ Legen Sie ihn wahllos in irgendeinen Raum und er erstrahlt umgehend in einem schönen ruhigen Blau.


Unübertroffenes handwerkliches Geschick

 

In vielen Kulturen steht das Handwerk schon immer im Mittelpunkt des Designs. Denken Sie an den japanischen Begriff shokunin kishitsu ("Geist des Handwerkers"), bei dem es sowohl darum geht, etwas gut zu machen, als auch darum, in alles was man tut, sein Herz und seine Seele zu stecken. Es ist ein Mantra, das sich in immer mehr Designern und ihren Arbeiten manifestiert.




„Die Designwelt konzentriert sich stetig mehr auf die Handwerkskunst. Ein gutes Beispiel dafür ist die Entspannungskapsel von Johan Brunel. Sie ist ein Zeichen für Qualität und gleichzeitig ein Symbol für den aktuellen Zeitgeist und das Bedürfnis, sich abzuschirmen und von der Welt zurückzuziehen.“ 




„Gutes handwerkliches Können ist natürlich auch zeitlos“, erklärt sie. „Das ist kein neues Phänomen, aber wir erkennen zunehmend, wie wichtig es ist. Muranoglas aus Italien würde so nicht existieren, wenn die Macher nicht über die lang entwickelten Herstellungstechniken verfügen würden. Diese schöne Vase von Fulvio Bianconi wurde in den 90er Jahren entworfen, aber sie ist immer noch zeitgemäß und hat eine wunderschöne organischen Form.“ 


Verantwortungsvoll gestalten


Auch wenn man es meinen könnte, ist die Innenarchitekturbranche nicht unbedingt für ihre besondere Nachhaltigkeit bekannt. Aktuell kann man bei den Firmen und Designern aber sehr wohl einen starken Trend in Richtung verantwortungsvolles und gewissenhaftes Design beobachten. Der Anstieg an Designfirmen, die mit umweltfreundlichen Produkten handeln, ist ein Beweis dafür. Unternehmen wie die dänische Textilmarke Kvadrat, die hochwertige Textilien und Polstermöbel fertigt, stellen ihre Materialien in den Mittelpunkt des zeitgenössischen Designs (z. B. Marcel Wanders Vip-Stuhl), während andere Designer lernen, wie sie das Beste aus jedem Material machen können. 




„Nehmen Sie die Tischleuchte von Studio Jeroen Wand“, erläutert Eléonore. „Insgesamt wurden zehn dieser Lampen hergestellt, die vor allem aus den Resten von Iroko- und Walnussholz des Studios bestehen. Diese Stücke wurden mit Holzverbundstoff zusammengeklebt.“ Man könnte meinen, dass diese Lampen zerbrechlich sind, tatsächlich aber sind sie sehr robust. Und da ausschließlich recycelte Materialien verwendet wurden, ist dieses Produkt besonders und nachhaltig.“


„Es gibt auch die Solarium-Lampe von Valerie Windeck, die komplett aus recyceltem Kunststoff besteht. Die Designerin sortiert die Kunststoffe nach Farben und formt sie zu Platten um.“ 


Design als Kunst


Die Frage nach Funktion und Form ist seit Jahren ein zentrales Thema in der Designwelt. Auch wenn ein Konsens nicht in allzu naher Zukunft zu erwarten ist, beweisen moderne Designer, dass Design sowohl Kunst in Form als auch Funktion sein kann. 




„Die Lampeninstallation von Tineke Beunders und Nathan Wierink - genannt „Floating Falling“ - lässt die Grenze zwischen Kunst und Design verschwimmen. Sie befindet sich irgendwo im Spannungsfeld der minimalistischen zeitgenössischen Kunst und verschiedener anderer Trends. Sie ist ein so beeindruckendes Kunstwerk, dass man fast vergisst, dass sie auch eine Funktion als Leuchte hat. Sie kann ihre Farbe ändern und in ihrer Größe je nach Raum angepasst werden, so dass es keinen Grund gibt, sie nur in einer Galerie und nicht auch im eigenen Zuhause zu bewundern. 

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