Geschichte

Eine Geschichte der Mode von Sex and the City anhand dreier legendärer It-Pieces

Von Tom | Veröffentlicht am 6. Januar 2022


Dass die Serie Sex and the City ein Grundpfeiler der modernen Popkultur mit zeitüberdauernder Bedeutung ist, hat sowohl etwas mit ihren Figuren als auch mit ihrer Mode zu tun. Unter der Leitung von Patricia Field, der langjährigen Chef-Kostümbildnerin der Serie, haben die Outfits in Sex and the City Trends entstehen lassen und auch dafür gesorgt, dass bestimmte Designer einen geradezu kometenhaften Aufstieg erlebten. Um die bis heute nicht nachlassende Wirkung dieser Kultserie und ihre aktuelle Neuauflage zu feiern, werfen wir einen Blick zurück auf einige der vielen legendären modischen Kunstgriffe – von Designer-Heels bis zu kapriziösen Taschen – die nicht nur höllisch gut aussahen, sondern auch als Symbole für den Kern dessen dienen, was Sex and the City ausmacht, relevant macht und einfach gut macht.



Kaum eine Serie hat so viel Kritik und Debatten ausgelöst wie HBOs Sex and the City. Ihre vier Protagonistinnen ernteten Lob und Schelte, im Kern war die Serie aber bahnbrechend im Hinblick auf die Aufmerksamkeit, die sie Frauen auf dem Bildschirm schenkte und ihre Darstellung davon, wie Frauenfreundschaften aussehen könnten – und natürlich auch im Hinblick auf ihre Mode, die heute genauso unantastbar ist wie damals.


Diese Serie stellte das Schwelgen und Frönen in den Mittelpunkt und machte das ziemlich gut. Es verging kaum eine Episode ohne einen modischen Coup oder ein therapeutisches Shoppingerlebnis. Einige Episoden waren sogar ganz und gar den heißbegehrten It-Pieces gewidmet, aus denen die Figuren Lehren zogen – da war zum Beispiel die Birkin-Bag, die Samantha unbedingt haben wollte, und die sie schließlich eine prominente Kundin kostete (die Lehre daraus: mit Lucy Liu ist nicht zu spaßen). 


Eines von Patricia Fields Styling-Prinzipien was die Kombination von High Fashion und Fast Fashion; mithilfe ihrer Outfits gelang es allen Figuren, ihre eigene unverwechselbare Geschichte noch glaubhafter zu erzählen, wobei die Looks gleichzeitig ihre Gegensätzlichkeit betonten. Während Carries glitzernde Handtaschen und ihre legendäre Namenskette ihre Verspieltheit und Weiblichkeit herausstellten, vermittelten Mirandas maßgeschneiderte Kostüme und Rollkragenpullover den Minimalismus und die Androgynie ihrer Figur. Jedem Colour-Blocking-Outfit oder enganliegenden Kleid, das Samantha trug, um damit Macht und Sexappeal zu signalisieren, wurde ein zurückhaltender Trenchcoat oder ein geblümter Rock von Charlotte entgegengesetzt, um ihr Traditionsbewusstsein und ihre Bescheidenheit zu unterstreichen.


Die modischen Entscheidungen der vier Protagonistinnen boten dem Publikum eine zusätzliche Ebene, auf der es sich mit ihnen identifizieren konnte, und ihre entgegengesetzten persönlichen Stilrichtungen ermöglichten es, unterschiedliche und weniger vertretene Ausdrucksformen der Weiblichkeit zu inszenieren. Aber welche der zahllosen Kleidungsstücke und Accessoires waren die mit dem größten Kultfaktor?


Pumps von Manolo Blahnik


Wenn man ein modisches Statement herauspicken müsste, das die Starpower von Carrie Bradshaw und Sex and the City wie kein anderes eingefangen und widergespiegelt hat, dann sind es definitiv die Pumps von Manolo Blahnik. Carrie liebte diese Schuhe so sehr, dass sie in einer Episode, in der sie mit vorgehaltener Waffe bedroht wird, bereit ist, sich von ihrem Ring und ihrer Fendi-Baguette-Bag zu trennen – alles würde sie hergeben, nur nicht ihre Manolos. Im Laufe der sechs Staffeln spielen die Schuhe des spanischen Designers eine wiederkehrende Rolle und es wird überdeutlich, wie sehr Carrie sie liebt. Als sie zu Besuch bei der Vogue-Redaktion ist und Gelegenheit hat, den berühmt-berüchtigten Vogue-Kleiderschrank zu durchstöbern, entdeckt sie ein Paar Mary Janes von Manolo Blahnik – dunkelblaue Lederpumps mit Riemchen – die sie liebevoll als „urbane Schuhlegende“ bezeichnet. In einer anderen Episode trägt Carrie ein Paar Sedaraby d’Orsay Pumps von Manolo Blahnik zu einer Party, muss sie dann aber ausziehen (weil in der Wohnung keine Schuhe erlaubt sind), und sie werden prompt von jemandem gestohlen. Schließlich ersetzt die Gastgeberin der Party Carrie den horrenden Kaufpreis der Schuhe, einfach nur weil sie ihr so viel bedeuten. 




Wir erkennen die enge Verbindung dieser Schuhe zu Carrie, sie gehören zu ihr und tauchen in der Handlung immer wieder in Schlüsselmomenten auf, um zu unterstreichen, dass sie für sich selbst einsteht oder ihre eigene Frivolität akzeptiert. Und es ist absolut nachvollziehbar, dass Mr. Big bei seinem Heiratsantrag statt eines Verlobungsrings zu den mittlerweile legendären blauen Hagisi Pumps von Manolo Blahnik greift, die Carrie in der aktuellen Neuauflage der Serie trägt und die auch heute noch regelmäßig ausverkauft sind. Die Tatsache, dass Carrie genau diese Schuhe trägt, als Mr. Big in der Neuauflage der Serie stirbt, ist eine tragische, aber ergreifende Anspielung auf die wahre Schönheit der Mode und ihre ewige Kraft, Erinnerungen an die wichtigen Momente im Leben zu bewahren.


Clutches von Judith Leiber


Nur wenige Stücke bringen die Verspieltheit von Carries Mode besser zum Ausdruck als die Clutches von Judith Leiber. Leiber war eine amerikanische Designerin ungarischer Herkunft, die sich zunächst einen Namen machte, als sie Taschen für Persönlichkeiten aus der Politik und für First Ladies machte, darunter Mamie Eisenhower, Barbara Bush und Hillary Clinton. Es waren jedoch die für sie typischen Kristall-Minaudières – kleine Handtaschen, die mit Kristallen besetzt waren und durch ihre Bemalung Figuren und Gegenständen wie Hunden oder Wassermelonen ähnelten – die die Aufmerksamkeit von Patricia Field erregten und aufgrund ihrer ausgefallenen Designs schon bald in der Show landeten. 




Während sich neuere Fans von Sex and the City wahrscheinlich an die funkelnde, pinke Cupcake-Clutch erinnern werden, mit der Charlottes Tochter Lily im „Sex and the City“-Film gespielt hat, werden erfahrene Zuschauer und Zuschauerinnen wissen, dass eine Tasche von Judith Leiber Teil einer entscheidenden Szene in der zweiten Staffel war. Zu Beginn ihrer Beziehung schenkt Mr. Big Carrie eine schwanenförmige Tasche von Judith Leiber und Carries erster Gedanke ist „sie ist falsch, einfach falsch“, als sei die Tasche ein bedrohliches Vorzeichen für schwieriges Fahrwasser, das vor ihnen liegt. Weil sie nicht weiß, wie sie reagieren soll, platzt sie mit einem „Ich liebe dich“ heraus, das der ewig distanzierte Mr. Big natürlich nicht erwidert. Auch wenn Carrie sehr viel später in eine ruhige Phase eintauchen kann, hat sich die Judith-Leiber-Tasche für immer als die Tasche, die fast „Ich liebe dich“ gesagt hätte, in das kollektive Sex-and-the-City-Bewusstsein eingebrannt.


Carries Namenskette und der Schmetterling von Kenneth Jay Lane


Kein ernstzunehmender Moderückblick von Sex and the City wäre vollständig ohne eine Verneigung vor dem Schmuck in der Serie. Während Carries schnörkelige Blumen-Pins eine Erwähnung verdienen, sind es doch die Halsketten, die beim Publikum Fieberträume verursachen. Kenneth Jay Lanes filigrane Schmetterlingskette, die Carrie in der dritten Staffel getragen hat, war ein weiteres Beispiel für Fields gekonnte Neuinterpretation eines Looks mit modernen Stilelementen und klassischen Stücken und sie ist und bleibt eines der begehrtesten It-Pieces der Serie.


Dennoch ist es wohl Carries Namenskette, die allen SATC-Fans ewig in Erinnerung bleiben wird. Sie war von Kundinnen inspiriert, die Patricia Fields eigene Boutique besuchten, und mauserte sich zum Maßstab für Carries Stil, zu einem Motiv für ihre Unabhängigkeit und einem Symbol für Freundschaft. Die Namenskette spielt eine wichtige Rolle bei Carries Selbstentfaltung auf ihrem Weg zur Unabhängigkeit, denn als sie die Kette nach ihrem Umzug nach Paris verliert, kauft ihr ihr damaliger Liebhaber Aleksandr Petrovsky einen Ersatz und sendet Carrie damit ein eindeutiges Signal dafür, dass sowohl an der Liebesbeziehung, in der sie sich befindet, als auch am Ort, an dem sie sie sich befindet, etwas nicht stimmt – und beweist, wie wichtig genau das richtige Accessoire ist.




Bei der Mode in Sex and the City ging es immer schon um sehr viel mehr als eine rein modische Wahl. Manche würden sogar sagen, dass es nie darum ging. Die überpointierten Outfits haben die Mode zelebriert und das Bekleiden gefeiert, aber sie haben in gleichem Maße Raum für die Identität jeder Figur geschaffen, während sie das Publikum mitnahmen und ihm angenehmen Eskapismus, aber auch Inspiration und Anregung boten. Bei einer Serie, der ein Bezug zur Realität im Stil von Dr. Jekyll und Mr. Hyde vorgeworfen wird, muss man sich schon wundern, dass es ausgerechnet die modischen Entscheidungen sind, die in Sex and the City die höchste Form der Erkenntnis und Bewusstheit repräsentieren. 


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