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Von Beulah | 1. August 2019
Der erste Auftritt von Spider-Man in Amazing Fantasy #15 kostete den Leser nur 12 Cent. Kaum zu glauben, wenn man bedenkt, dass eben diese Ausgabe heutzutage zu einem der begehrtesten Comics der Welt gehört. Möchte man ein Exemplar besitzen, muss man sage und schreibe 1,1 Millionen Dollar hinblättern. Das ist der Preis, zu dem das Heft 2011 versteigert wurde. Um den rasanten Aufstieg der freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft verstehen zu können, haben wir mit unseren Comic-Experten Tim Plumbe und Patrick Vranken gesprochen.
Die Amazing Fantasy-Serie ist ein von Stan Lee geschriebener Comicband mit Werken von Steve Ditko, Jack Kirby, Don Heck und Paul Reinman. Ein Gesamtwerk, das derart große Namen der Comic-Welt in sich vereint, reicht für sich genommen aus, um sich einen Platz ganz oben in der Comic-Geschichte zu sichern. Aber es war die letzte Ausgabe der Serie, die Amazing Fantasy unsterblich machte. Am 10. August 1962 führte Amazing Fantasy #15 eine neue Art von Superheld ein. Peter Parker: ein Teenager, der von einer radioaktiven Spinne gebissen wurde und von einem Tag auf den anderen versuchen musste, seine neuen Superheldenkräfte und die alltäglichen Teenager-Probleme unter einen Hut zu bekommen.
„Spider-Man als Held war und ist einzigartig", erklärt Tim Plumbe. „In vielen Comicserien stellten Kinder und Jugendliche häufig den schwächeren Sidekick des Hauptheldens dar. Zuvor gab es einfach keinen Helden, mit dem sich die Leserschaft auf so vielen Ebenen identifizieren konnte. Ich glaube, dass genau diese Tatsache bei vielen Fans die große Begeisterung auslöst. In diesem Comic werden buchstäblich Dutzende von sozialen Aspekten behandelt, denen sich Teenager alltäglich ausgesetzt sehen, wie Mobbing, Anpassung, Liebe, Geld, Trauer."
Auch wenn der neue Superheld die Rettung für Menschen in Not bedeutete, reichte seine Kraft nicht, um Amazing Fantasy zu retten. Trotz der redaktionellen Mitteilung, der Comic würde monatlich in Amazing veröffentlicht werden, wurde die Serie gestrichen. Glücklicherweise wissen wir heute, dass sich ein Spidey nicht unterkriegen lässt. Bereits sieben Monate später kam er unter eigenem Namen The Amazing Spider-Man wieder zurück. Es gab eine große Nachfrage nach jugendlichen Superhelden. Aber um zu verstehen, wie sich Spider-Man vom Fliegenfänger zu einem Multi-Millionen-Comic entwickeln konnte, müssen wir ein bisschen in der Zeit zurückgehen.

Artwork aus Amazing Fantasy #15, das derzeit auf Catawiki angeboten wird
Der Begriff „Teenager“ entwickelte sich Mitte der 1940er Jahre. Es war eine Bezeichnung für die Jugendgeneration der Nachkriegszeit, die sich als eigenständig und rebellierend gegen alte Normen entwickelte. Filme wie Die Saat der Gewalt und … denn sie wissen nicht, was sie tun stellten die Teenies als wilde, oft gefährliche Individuen dar. Im Grunde die selben Anschuldigungen, die zehn Jahre später gegen Spiderman erhoben würden. Erst in den späten 1950er und 60er Jahren wurde das Teenagerdasein mehr und mehr als eine Entwicklungsphase im Leben akzeptiert und nicht mehr wie eine Art „soziale Krankheit“. Diese Zeit des Wandels fiel gleichzeitig mit dem Aufstieg des jugendlichen Superheldens zusammen.
Comic-Experte Patrick Vranken: „Unter der Leitung des Autors und Herausgebers Stan Lee und von Künstlern (oder Co-Plottern) wie Jack Kirby und Steve Ditko begann Marvel Ende der 1950er Jahre seinen eigenen Aufstieg zur Prominenz". Die Fantastic Four waren die ersten lebensnahen Superhelden. Sie stritten miteinander, machten sich Sorgen um die Bezahlung der Rechnungen, sie waren manchmal unsicher, und zur gleichen Zeit veränderten sie die Comic-Industrie- für immer.
Patrick: „Die Fantastischen Vier debütierten im November 1961 und waren ganz normale Menschen und ohne Geheimidentitäten. Eine Gruppe mit einem großen Wissenschaftler und einem Testpiloten in ihrer Mitte. Sie erhielten ihre Superkräfte durch Zufall, was ihnen das Leben nicht leichter machte. Im Gegenteil, alles wurde komplizierter. Und ... es gab einen Teenager im Team: Johnny Storm. In der Geschichte der Fantastischen Vier ist sein Kampf um die Kontrolle seines Temperaments und seiner Superkräfte einer der wichtigsten Handlungsstränge."

Peter Parker wird von einer radioaktiven Spinne gebissen
Spider-Man wurde in einer Zeit beliebt, in der Teenager langsam als eigenständiger Teil der Gesellschaft verstanden wurden und aber vor allem auch als große Käuferschicht und damit wichtiger Teil des Marktes. Aber was passierte dann? Wenn Johnny Storm als Teil einer Superheldengruppe funktionierte und Spider-Man zeigte, dass Teenager auch die Protagonisten sein können, dann ist der nächste logische Schritt, eine ganze Bande von Teenager-Superhelden zu erschaffen. „So erblickten 1963 die X-Men das Licht der Welt: eine Gruppe von jugendlichen Mutanten", erzählt Patrick uns. „Die dort gezeigten Teenager hatten alle möglichen Superkräfte, von der Telekinese bis zur Wettermanipulation, doch eines einigte sie alle: sie trugen das X-Gen in sich und gingen auf die Mutanten-Schule von Professor Xavier."
Die Serie wurde zu einem der größten Hits von Marvel, und ein unverwechselbarer Stil verband all diese jugendlichen Superhelden miteinander. Patrick: "Das Artwork war dynamisch (Steve Ditko, Don Heck und Jack Kirby arbeiteten alle an der Serie) und Lees cleverer, eingängiger Schreibstil erwies sich bei jungen Erwachsenen als großer Hit. Und die meisten der neuen Superhelden hatten, genau wie ihre Leser, Probleme mit den Autoritäten."
Heutzutage sind die X-Men und Spider-Man große Hollywood Blockbuster. Mehrere Spin-Offs und alternative Versionen füllen die Regale der stark frequentierten Comic-Buchhandlungen. Catawiki veranstaltet 15 Comic-Auktionen pro Woche und die erzielten Erlöse originaler Comic-Art steigen von Woche zu Woche im Wert. Spider-Man zeigte der Welt, dass Superhelden im Teenageralter genauso faszinierend und kommerziell nutzbar sein können wie ihre erwachsenen Kollegen.
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