Geschichte

Skandal und Stil: der Aufstieg und die Revolution von Gucci

Von Adrienne | veröffentlicht am 24. November 2021


Am Anfang der Firmengeschichte von Gucci stand ein Mann namens Guccio Gucci. Die Firma, die Guccio gründete, folgte den Prinzipien der Eleganz und seiner Leidenschaft für hochwertige Handwerkskunst. Die Firma, die so bescheiden angefangen hat, ist inzwischen zu einem globalen Imperium geworden. Unser Experte Lorenzo Altimani verrät uns mehr über die legendärsten Stücke der Marke und erzählt von Schlüsselmomenten in der Geschichte des Hauses Gucci. Lesen Sie weiter und erfahren Sie mehr über die Geschichte von Gucci und darüber, was diese Marke zu einem so wichtigen Bestandteil der Modebranche macht.



Klassische Gucci-Prints im Laufe der Jahrzehnte

  

Bei Gucci sind bestimmte Muster und Materialien einzigartig und ein echtes Alleinstellungsmerkmal für die Marke. Unser Experte Lorenzo Altimani nennt einige Beispiele für die Arten von Materialien und Mustern, die dafür gesorgt haben, dass Gucci einen unverwechselbaren Wiedererkennungswert für sich kreiert hat.  


Gucci-GG-Canvas mit Gucci Vintage Web, Frühjahr 1974 (links), Gucci Horsebit-Kettenmuster, 1993 (Mitte) und Gucci-GG-Muster, Samtstoff, Herbst 1997 (rechts)  


„Gucci ist eine ausgesprochen klassische toskanische Marke und verschiedenste wundervolle Leder waren schon immer Teil von Guccis Kollektionen. Aufgrund von Engpässen, zu denen es in der Vergangenheit gekommen war, mussten sie jedoch eine Alternative zu Leder finden und kreierten ihr legendärstes Material, die mit dem Firmenmonogramm beschichtete Leinwand. Das bekannteste Leder von Gucci hat das so genannte „Guccissima“-Monogramm-Muster und ist seit seiner Einführung zum Markenzeichen der Firma geworden.“ 


„Gucci hat Drucke mit Horsebit-Muster und Reitmotiven zu einem festen Bestandteil seiner Kollektionen gemacht. Der wichtigste Druck ist und bleibt jedoch das Firmenmonogramm, das dank der unter Alessandro Michele eingeführten Variationen die Kunden immer wieder in seinen Bann zieht.“


Alessandro Michele hat auch das Gucci Vintage Web neu erfunden und in Gucci integriert. Der rot-grüne Ripsbandstreifen ist ein so starkes Symbol für Gucci, weil die Marke tiefe Wurzeln im Reitsport hat. Auch der Bambusgriff an Gucci-Handtaschen ist ein beliebtes Design-Merkmal. Da Leder in den 1940er Jahren knapp war, dachte Gucci um und verwendete unkonventionelle Materialien wie Canvas, Bambus und Hanf, die letztendlich zu Statement-Elementen der Marke wurden. In den 1960er Jahren entstand auch der Gucci-„Flora“-Print, dessen aufwändiges Flora-Motiv einen ebenso eindeutigen Wiedererkennungswert hat wie das Doppel-G-Logo. 


Prominente und ihr Einfluss auf die Geschichte von Gucci


Prominente wie Grace Kelly, Kate Moss, Harry Styles und Miley Cyrus, um nur einige zu nennen, haben im Laufe der Jahrzehnte als Musen für Gucci gedient. Zwei Prominente, die die Geschichte von Gucci nachhaltig beeinflusst haben, waren Jackie Onassis und Prinzessin Diana. In den 1960er Jahren trug Jackie Onsasis so häufig eine Horsebit Saddle Bag, dass Gucci den Namen der Tasche in „The Jackie“ umänderte. In den 1990er Jahren war es mit Prinzessin Diana genauso; sie wurde so häufig mit einer bestimmten Gucci-Handtasche gesehen, dass der Name des Modells in „The Diana“ umgeändert wurde. Wer sich eine Gucci-Handtasche zulegen will, hat es eine große Auswahl an Größen, Farben und Materialien, aber die sicherste Strategie ist, mit den Klassikern anzufangen. Auf die Frage, in welche Gucci-Handtaschen es sich zu investieren lohnt, antwortete unser Experte:  


„Die Diana (die von Lady Diana getragen wurde und sehr elegant und schön strukturiert ist), die Bamboo, weil sie die erste und ikonischste Tasche ist, die jemals von der Marke kreiert und von verschiedenen Kreativdirektoren in vielen Variationen neu interpretiert wurde. Die Jackie ist ein Klassiker und hat eine schöne Geschichte, sie ist sicherlich eine der kultigsten Gucci-Taschen. Und bei jedem Stück aus edlem Vintage-Leder ist das Material einfach ein Traum.“


Jackie Onassis mit einer Gucci Saddle Bag, daneben eine kleine Gucci „Jackie“ 1961 (links) und Diana Spencer mit einer Gucci-Tote mit Bambusgriff, daneben eine kleine „Diana“-Tote (rechts)


Die Tom-Ford-Ära von Gucci


In den 1980er Jahren steuerte Gucci aufgrund von Familienskandalen, schlechten Verkaufszahlen und sinkender Popularität in eine ungewisse Zukunft. Dies änderte sich, als ein junger Designer namens Tom Ford eingestellt wurde, um die Kontrolle über Guccis Damenmode zu übernehmen. Als Ford im Jahr 1995 seine erste Kollektion zeigte, bot er der erstaunten Öffentlichkeit einen völlig neuen Blick auf Gucci – eine neue Seite der Marke, die so nie zuvor gezeigt wurde. Statt des klassischen Stils mit Reitsportmotiven, für den Gucci bekannt war, ging Ford den völlig entgegengesetzten Weg. Seine Kollektion zeigte freizügige und körpernahe Silhouetten, die geschmeidig, sexy und raffiniert waren. Auf die Frage, ob die Tom-Ford-Ära wirklich die beste Ära in der Geschichte von Gucci war, antwortete unser Experte: 


„Während der Tom-Ford-Ära hat sich der Stil von Gucci auf die revolutionärste Art und Weise verändert. Tom Ford ist es dank seines Genies gelungen, ein scheiterndes Unternehmen wiederzubeleben und ganz nach oben zu bringen. Er führte raffinierte, schlanke und kühne Entwürfe, die ganz ohne Logos und Markenzeichen auskamen, in das Konzept von Gucci ein, und das war zu dieser Zeit wirklich ein revolutionärer Schachzug. Tom Ford ist meiner Ansicht nach im Hause Gucci eines der herausragendsten Talente gewesen und in der Branche wird heute auf ihn gesetzt, weil es unglaublich viele Fans gibt, die von den Kreationen, die er während seiner zehn Jahre bei Gucci abgeliefert hat, absolut begeistert und hingerissen sind.“


Tom Ford für Gucci – Herbst/Winter-Kollektion 1996 


Gucci und die Zukunft


Gucci ist immer noch eines der führenden Luxusmodehäuser der Branche. In den letzten Jahren hat sich die Fähigkeit der Marke, neben klassischen Gucci-Stücken auch aktuellere Modetrends zu integrieren, bei einer neuen Generation von Gucci-Liebhabern als Erfolg erwiesen. Als beispielsweise Alessandro Michele, der derzeitige Kreativdirektor, im Jahr 2015 seine erste Kollektion vorstellte, integrierte er Ledergürtel mit dem Doppel-G-Logo. Diese Idee, eine Anspielung auf die klassische Gucci-Ästhetik und gleichzeitige Neuinterpretation, erfreute sich enormer Beliebtheit. Dadurch konnte Gucci seine Zielgruppe von den zuvor nur wohlhabenden Kunden auf eine ganz neue Generation von Käufern mit unterschiedlichem Hintergrund erweitern. Unser Experte merkt abschließend an:


„Ich glaube, dass eine Marke für jeden greifbar sein sollte, der sie liebt, versteht und respektiert. Diese Marke war anfangs nur den Reichen und Schönen zugänglich, weil es nur sehr wenige Boutiquen gab. Heute ist die Marke zu einer globalen Macht und einem grundlegenden Bestandteil der modernen Kultur geworden.“


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