Αρ. 98741071

Ευρωπαϊκή σχολή (XIX) - Portrait of an older man
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Ευρωπαϊκή σχολή (XIX) - Portrait of an older man
Portrait European School 19th cent., inspired by Rubens or Van Dyck,
Painter around 1890.
Das Gemälde scheint stilistisch mehr zu Peter Paul Rubens zu tendieren, obwohl beide Künstler des flämischen Barock, Rubens (1577–1640) und sein Schüler Anthony van Dyck (1599–1641), einen großen Einfluss aufeinander hatten und eine ähnliche Epoche repräsentieren.
Hier sind die Gründe für diese Einschätzung:
Merkmale, die auf Rubens hindeuten
Pastoser Farbauftrag und Textur der Farbe: Die sichtbare, dicke und pastose Pinselführung im Gesicht, besonders auf der Stirn und in den Lichtbereichen (wie in den Nahaufnahmen zu sehen ist), ist ein Merkmal, das oft mit Rubens' Ölskizzen oder seinem energischen Farbauftrag assoziiert wird. Rubens nutzte oft eine pastose Technik zum Modellieren von Formen und zum Aufbau von Farbmassen. * Energie und Unmittelbarkeit: Das Porträt wirkt skizzenhaft, unmittelbar und kraftvoll, was an die Ölskizzen erinnert, die Rubens häufig zur Vorbereitung seiner großformatigen Werke anfertigte oder als eigenständige, lebendige Studien dienten. Diese Skizzen zeichnen sich durch ihre Direktheit und den sichtbaren Malprozess aus.
Vergleich mit Van Dyck
Van Dycks Stil: Anthony van Dyck ist zwar auch für seine meisterhaften Porträts bekannt, entwickelte aber später einen Stil, der oft durch eine größere Eleganz, Glätte der Oberfläche und Subtilität in der Ausführung, insbesondere in seinen späten englischen Hofporträts, gekennzeichnet ist. Er verwendete ebenfalls Lasurtechniken (dünne Farbschichten) für tiefere Farbwirkungen, aber seine Porträts strebten tendenziell nach einer raffinierten Darstellung des Sitzenden.
Abweichung: Das vorliegende Porträt wirkt mit seiner rauhen Leinwandtextur und der dicken, fast schon groben Pinselführung im Gesicht weniger poliert und elegant, als man es typischerweise von einem fertigen Van Dyck-Porträt erwarten würde.
Fazit: Die sichtbare, kraftvolle Pinselführung und der pastose, unmittelbare Charakter des Werkes lassen es näher an die Ölstudien und Skizzen von Rubens rücken.
Titel
Porträt eines alten Mannes im flämischen Stil.
Objekt
Ölgemälde auf Leinwand auf Kartonplatte kaschiert. Maße: ca. 28 × 20 cm, ungerahmt.
Flämische Schule, wahrscheinlich 19. Jahrhundert, Nachfolger von Peter Paul Rubens (1577–1640).
Unsigniert.
Darstellung
Das Gemälde zeigt das Porträt eines älteren Mannes mit markanten Gesichtszügen, dessen Blick nachdenklich oder in sich gekehrt nach unten gerichtet ist. Die Darstellung konzentriert sich auf das Gesicht und den oberen Brustbereich, wodurch eine starke, intime Präsenz des Dargestellten entsteht. Der Mann ist mit einem ernsten, vielleicht auch leicht melancholischen Ausdruck gemalt, was durch die schattigen Augenpartien und die tiefen Falten im Gesicht noch verstärkt wird.
Sein Haar ist hell und kurz gehalten, mit einigen Strähnen, die über die Stirn fallen, was einen natürlichen, ungekünstelten Eindruck vermittelt. Die Kleidung ist dunkel und unauffällig, was die Aufmerksamkeit vollständig auf das ausdrucksvolle Gesicht lenkt. Der Hintergrund ist undifferenziert und dunkel gehalten, was die Figur zusätzlich hervorhebt und ihr eine gewisse Zeitlosigkeit verleiht.
Das Porträt besticht durch seine lebendige und psychologisch einfühlsame Wiedergabe des Charakters. Es ist eine Studie, die die Würde und die Lebenserfahrung des alten Mannes eindringlich vermittelt, ohne dabei zu idealisieren.
Technik und Malweise
Das Gemälde ist in Öl auf Leinwand ausgeführt und zeugt von einer Malweise, die charakteristisch für die flämische Barockmalerei des 17. Jahrhunderts ist, insbesondere in Anlehnung an Peter Paul Rubens und die im 19. Jahrhundert durch die vielseitige akademische Ausbildung von Künstlern erneut Nachahmer fand.
Pinselführung: Die Pinselführung ist kräftig und expressiv, besonders im Gesichtsbereich ist ein pastoser Farbauftrag erkennbar. Die Farbe wurde stellenweise dick aufgetragen, um die Modellierung der Gesichtszüge und die Textur der Haut zu betonen. Dies verleiht dem Porträt eine spürbare Lebendigkeit und Energie.
Farbigkeit: Die Palette ist warm und erdig, dominiert von Brauntönen, Ocker, Rottönen für die Haut und dunklem Schwarz für die Kleidung und den Hintergrund. Die Licht-Schatten-Modellierung ist meisterhaft, was dem Gesicht Tiefe und Volumen verleiht.
Licht und Schatten: Das Licht fällt von oben links auf das Gesicht und erzeugt starke Kontraste, die die markanten Falten und die knochige Struktur des Gesichts hervorheben. Die schattigen Bereiche um die Augen und unter dem Kinn tragen zur psychologischen Tiefe des Ausdrucks bei.
Hauttöne: Die Hauttöne sind differenziert ausgeführt, mit einer Mischung aus rötlichen Untertönen und helleren, pastosen Glanzlichtern, die das Alter und die Textur der Haut glaubwürdig wiedergeben.
Details: Trotz des energischen Farbauftrags sind die Details der Augen, Nase und Lippen sorgfältig ausgeführt, was eine genaue Beobachtung des Dargestellten vermuten lässt. Die Leinwandstruktur ist durch den Farbauftrag stellenweise noch sichtbar, was den skizzenhaften und unmittelbaren Charakter des Werkes verstärkt.
Die Malweise vereint eine spontane, lebendige Ausführung mit einer tiefen psychologischen Erfassung des Porträtierten, typisch für die Porträtkunst der Rubens-Schule.
Komposition
Die Komposition ist schlicht und fokussiert, um die volle Aufmerksamkeit auf den Dargestellten zu lenken.
Bildausschnitt: Der enge Bildausschnitt, der hauptsächlich Kopf und Schultern des Mannes zeigt, schafft eine intime Nähe zum Betrachter.
Blickrichtung: Der nach unten gerichtete Blick des Mannes erzeugt eine Geste der Kontemplation oder des Grübelns und lädt den Betrachter ein, sich in seine Gedanken zu versenken.
Kontrast: Der helle Kopf hebt sich deutlich vom dunklen Hintergrund und der dunklen Kleidung ab, was eine starke visuelle Wirkung erzeugt.
Dreiviertelansicht: Die leicht gedrehte Dreiviertelansicht des Kopfes verleiht der Figur Dynamik und Natürlichkeit.
Die Komposition ist darauf ausgelegt, die Ausdruckskraft des Gesichts maximal zu betonen und eine unmittelbare Verbindung zum Betrachter herzustellen.
Stilistische Einordnung
Das vorliegende Porträt ist stilistisch der flämischen Barockmalerei des 17. Jahrhunderts zuzuordnen (in diesem Fall ein Nachfolger) und zeigt deutliche Einflüsse von Peter Paul Rubens (1577–1640) bzw in diesem Fall seiner unmittelbaren Nachfolger. Rubens war bekannt für seine lebendigen, energiegeladenen Porträts und Studien, die oft mit einem expressiven Pinselstrich und einer reichen, warmen Farbpalette ausgeführt wurden.
Rubens-Einfluss: Die pastose Pinselführung, die dramatische Lichtführung und die psychologische Tiefe in der Darstellung des Charakters sind charakteristische Merkmale, die an Rubens' Ölstudien von Köpfen oder an seine Porträts erinnern. Rubens verwendete solche Studien oft als Vorbereitung für größere Werke, doch besitzen sie oft eine eigenständige Qualität durch ihre Unmittelbarkeit und Lebendigkeit.
Flämischer Barock: Das Gemälde passt in die Nachfolge der Tradition des flämischen Barocks, der für seine realistische, oft ungeschönte Darstellung von Menschen und seine meisterhafte Beherrschung von Licht und Schatten bekannt ist.
Ähnlichkeiten mit Van Dyck: Auch wenn stilistisch näher an Rubens, zeigte auch Anthony van Dyck, sein Schüler, in seinen frühen Werken eine ähnliche kraftvolle Pinselführung und dramatische Inszenierung, bevor er zu einem eleganteren Hofstil überging. Die hier gezeigte Unmittelbarkeit spricht jedoch eher für die Rubens-Schule oder einen direkten Nachfolger.
Das Werk ist ein schönes Beispiel für die Porträtkunst, die in Rubens' Atelier oder seinem direkten Umfeld gepflegt wurde, wo die Erfassung von Charakter und Lebendigkeit durch den Farbauftrag im Vordergrund stand.
Rahmung
Das Gemälde ist derzeit ungerahmt, aber auf einem
Karton kaschiert, welcher etwa die Wirkung eines Passepartouts erzielt. Eine historische oder stilistisch passende Rahmung, beispielsweise ein schlichter dunkler oder goldener Barockrahmen, würde die Wirkung und Präsenz des Porträts erheblich steigern und es in seiner Ausstrahlung optimal unterstützen.
Erhaltungszustand
Bildfläche: Partiell möglicherweise mit feiner Craquelébildung, typisch für die Alterung von Ölgemälden dieser Epoche. Die Farbschichten sind insgesamt stabil.
Farbigkeit: Gut erhalten, die warmen Töne und die differenzierten Helligkeitswerte sind intakt. Leichte Patina ist altersbedingt vorhanden.
Leinwand: Straff gespannt aufkaschiert, keine größeren Risse oder Durchbrüche erkennbar. Die Leinwandstruktur ist stellenweise durch den Farbauftrag sichtbar, was kein Mangel, sondern charakteristisch ist.
Restaurierungen: Keine größeren Übermalungen oder Restaurierungen sichtbar. Kleinere Retuschen sind, wie bei Werken dieses Alters üblich, denkbar. Weiters sind natürlich Altersschäden oder nicht originale Beschmutzungen erkennbar, bitte beachten Sie einfach die Fotos auf denen alles zu sehen ist.
Insgesamt guter, authentischer Zustand mit einer schönen, altersgemäßen Patina, die die historische Authentizität des Werkes unterstreicht.
Kunsthistorische Bedeutung
Das Werk ist ein qualitätvolles Beispiel für die Porträtkunst des flämischen Barocks und deren Nachfolge, die in der Nachfolge von Peter Paul Rubens stand. Es vereint mehrere kunst- und kulturhistorische Aspekte:
Meisterschaft der Porträtmalerei: Die Darstellung zeugt von einem tiefen Verständnis für Anatomie, Lichtführung und die Fähigkeit, einen Charakter in seiner ganzen Komplexität einzufangen.
Einfluss der Rubens-Schule: Es illustriert die Wirkung und Verbreitung von Rubens' revolutionärem Malstil, der sich durch eine dynamische Pinselführung und eine lebendige Farbigkeit auszeichnete und zahlreiche Künstler beeinflusste.
Studiencharakter: Das Gemälde könnte eine Charakterstudie darstellen, wie sie in der Folge häufig angefertigt wurden, um menschliche Ausdrucksformen und Alterungserscheinungen zu erforschen. Solche Studien haben oft eine große Eigenständigkeit und emotionale Tiefe.
Sammlerwert: Porträts aus der flämischen Schule, insbesondere solche, die den Geist von Meistern wie Rubens einfangen, sind bei Sammlern der Alten Meister begehrt und von bleibendem Interesse.
Vergleichende kunsthistorische Kontexte
Das Werk lässt sich in folgende Kontexte einordnen:
Flämische Barockmalerei: Es reiht sich in die reiche Nachfolge der Tradition der flämischen Malerei des 17. Jahrhunderts ein, die in ihrer früheren Originalität neben Rubens auch Künstler wie Jacob Jordaens, David Teniers d. J. und Anthony van Dyck hervorbrachte.
Charakterköpfe (Tronies): Das Porträt könnte Nachfolge eines „Tronie“ (ein Charakterkopf oder eine Kopfstudie) verstanden werden, einer Gattung, die in den Niederlanden und Flandern populär war und sich auf die Darstellung ungewöhnlicher oder ausdrucksvoller Gesichter konzentrierte, oft ohne spezifische Identität des Dargestellten.
Psychologischer Realismus: Es ist ein Beispiel für ein Werk der Nachfolge des psychologischen Realismus, der in der europäischen Porträtkunst des Barocks weit verbreitet war und darauf abzielte, nicht nur Ähnlichkeit, sondern auch die innere Verfassung des Porträtierten darzustellen.
Das vorliegende Bild fügt sich in diese Traditionen ein und zeigt durch seine kraftvolle Malweise und den intensiven Ausdruck eine eigene künstlerische Identität.
Fazit
Dieses Ölgemälde ist ein beeindruckendes Porträt eines alten Mannes, das sich durch seine expressive und pastose Malweise sowie eine tiefe psychologische Darstellung auszeichnet. Es ist ein qualitätvolles Werk der flämischen Schule des 17. - 19. Jahrhunderts und steht in deutlicher stilistischer Nähe zu Peter Paul Rubens und seinem künstlerischen Umfeld. Es ist eher in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts einzuordnen, kann aber auch vorher oder nachher entstanden sein. Bitte bilden Sie sich Ihre Persönliche Einschätzung zu Alter und Zuschreibung ausschließlich durch fachmännische Analyse der Fotos und bieten Sie nur wenn Sie sich als Experte bezeichnen können um diese wichtigen Fragen abzuklären. Die lebendige Pinselführung, die warme Farbpalette und die dramatische Lichtführung machen es zu einem fesselnden Beispiel für die Charakterstudien dieser Epoche.
Das Werk ist kunsthistorisch bedeutsam, sammlerisch attraktiv und besitzt museale Qualität für Liebhaber der Alten Meister.
Der Versand erfolgt gut verpackt, versichert und wird gerne weltweit ausgeführt!
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