Nr. 104470255

Clemens Kaletsch (1957) - Drei Grazien | JUNGE WILDE
Nr. 104470255

Clemens Kaletsch (1957) - Drei Grazien | JUNGE WILDE
Clemens Kaletsch – Drei granzen expressive figürliche Komposition in Blau und Aquamarin (2003/2007)
Atmosphärische Arbeit auf Papier von Clemens Kaletsch (*1957 in München), einem bedeutenden deutschen Maler der figurativen Gegenwartskunst. Kaletsch studierte an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien bei Oswald Oberhuber sowie an der Akademie der bildenden Künste bei Arnulf Rainer. Seit 1988 lebt und arbeitet er in Köln und in Polling bei Weilheim.
Die Fraben Blau, Türkis und Aquamarin bestimmen die Szene. In einem fließenden, fast bühnenhaften Bildraum erscheinen drei weibliche Figuren: links eine stehende Gestalt, in der Mitte eine langgestreckte Figur, die sich fast in die Farbbewegung auflöst, und rechts eine dunkler akzentuierte Figur mit expressivem Profil. Zwischen den Figuren befindet sich eine kreisförmige Form, die als Spiegel, Scheinwerfer, Lampe oder symbolische Scheibe gelesen werden kann.
Gerade diese Mehrdeutigkeit macht den Reiz der Arbeit aus. Die Szene lässt an Mode, Bühne, Medienwelt und Inszenierung denken: weibliche Figuren, die beobachtet werden, sich zeigen oder sich selbst betrachten. Zugleich besitzt das Motiv eine fast mythologische oder allegorische Dimension. Der kreisförmige Gegenstand im Zentrum kann als Spiegel der Eitelkeit, als Zeichen der Selbstwahrnehmung oder als Sinnbild von Schönheit und Vergänglichkeit verstanden werden.
Kaletsch arbeitet hier mit einer freien, transparenten und sehr malerischen Handschrift. Lasierende Farbflächen, skizzenhafte Linien und überlagerte Konturen erzeugen eine spannungsvolle Komposition zwischen Figuration und Auflösung. Die Figuren treten aus dem Blau hervor und verschwinden zugleich wieder in ihm. Dadurch entsteht eine poetische, geheimnisvolle Bildwirkung.
Besonders interessant ist die unregelmäßige, kissenartige Form des Blattes. Das Papier wurde offenbar bewusst vom Künstler beschnitten und erhält dadurch einen objektartigen Charakter. Es handelt sich nicht um ein konventionell rechteckiges Blatt, sondern um eine bewusst geformte, eigenständige Arbeit auf Papier.
Künstler: Clemens Kaletsch
Titel: Ohne Titel / Figürliche Komposition
Technik: Mischtechnik, Aquarell und Tusche auf Papier
Motiv: Drei weibliche Figuren, Spiegel oder Scheinwerfer, bühnenhafte Szene
Datierung: zwischen 2003 und 2007
Zustand: Guter alters- und materialgerechter Zustand. Sichtbare leichte Welligkeit, Arbeitsspuren, Knick- und Handhabungsspuren sowie unregelmäßiger, vom Künstler gestalteter Papierrand. Bitte die Fotos genau beachten.
Rahmung: ungerahmt
Clemens Kaletsch war in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen vertreten, unter anderem bei Galerie Fred Jahn, Galerie Rhomberg, Galerie Pfefferle, Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr, Museum Morsbroich Leverkusen, Kunsthaus Lempertz (zusammen mit Sigmar Polke) und weiteren renommierten Galerien und Institutionen. Sein Werk steht im Kontext einer erneuerten figurativen Malerei seit den 1980er Jahren und verbindet malerische Freiheit mit erzählerischer, symbolischer und psychologischer Tiefe.
Eine starke, sehr dekorative und zugleich intellektuell offene Arbeit auf Papier eines etablierten deutschen Künstlers — besonders interessant für Sammler zeitgenössischer figurativer Kunst.
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