Miroslav Tichý - Miroslav Tichý - 2010





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Hardcover, 320 Seiten, Englisch, 1. Auflage (2010), Verlag ICP / Steidl, von Miroslav Tichý, Titel Miroslav Tichý.
Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung
Wenige Geschichten in der Geschichte der Fotografie sind so erstaunlich und fesselnd wie die des achtzigjährigen tschechischen Fotografen Miroslav Tichý. Mit grob gebastelten, aus Pappe und Klebeband hergestellten Kameras nahm Tichý in den 1960er und 70er Jahren mehrere tausend Aufnahmen von den Frauen seiner mährischen Heimatstadt Kyjov. Diese Bilder von Frauen, die ihrem täglichen Leben nachgehen, sind zugleich banal und außerordentlich und verwandeln die gewöhnlichen Momente von Arbeit und Freizeit in kleine Epiphanien. Unscharf und schräg aufgenommen, besitzen seine Fotografien eine auffallende Presentheit, die an die frühen Gemälde von Gerhard Richter oder an die Fotografien von Sigmar Polke erinnert. Unvollständig gedruckt und absichtlich barem gealtert, vermitteln sie ein überraschend retro- oder gar antimodernes Gefühl, das im Kontext der Atmosphäre des Kalten Krieges in der provinziellen Tschechoslowakei, kurz vor und nach dem liberalisierenden Moment des Prager Frühlings (1968), zweifellos eine Art schrägen politischen Provokation darstellte, eine Nase-rümpfende Reaktion auf die fortschrittliche realistische Perfektion des offiziellen sowjetischen Kulturverständnisses.
Wenige Geschichten in der Geschichte der Fotografie sind so erstaunlich und fesselnd wie die des achtzigjährigen tschechischen Fotografen Miroslav Tichý. Mit grob gebastelten, aus Pappe und Klebeband hergestellten Kameras nahm Tichý in den 1960er und 70er Jahren mehrere tausend Aufnahmen von den Frauen seiner mährischen Heimatstadt Kyjov. Diese Bilder von Frauen, die ihrem täglichen Leben nachgehen, sind zugleich banal und außerordentlich und verwandeln die gewöhnlichen Momente von Arbeit und Freizeit in kleine Epiphanien. Unscharf und schräg aufgenommen, besitzen seine Fotografien eine auffallende Presentheit, die an die frühen Gemälde von Gerhard Richter oder an die Fotografien von Sigmar Polke erinnert. Unvollständig gedruckt und absichtlich barem gealtert, vermitteln sie ein überraschend retro- oder gar antimodernes Gefühl, das im Kontext der Atmosphäre des Kalten Krieges in der provinziellen Tschechoslowakei, kurz vor und nach dem liberalisierenden Moment des Prager Frühlings (1968), zweifellos eine Art schrägen politischen Provokation darstellte, eine Nase-rümpfende Reaktion auf die fortschrittliche realistische Perfektion des offiziellen sowjetischen Kulturverständnisses.

