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Gertrud Eysoldt  (1870-1955) bedeutende deutsche Theaterschauspielerin und Schauspiellehrerin - 2 eigenhändige und signierte Briefe an den Schriftsteller, Filmemacher Hanns Heinz Ewers (1871-1943) - 1912
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Gertrud Eysoldt (1870-1955) bedeutende deutsche Theaterschauspielerin und Schauspiellehrerin - 2 eigenhändige und signierte Briefe an den Schriftsteller, Filmemacher Hanns Heinz Ewers (1871-1943) - 1912

Gertrud Eysoldt (1870–1955) Zwei eigenhändige Briefe, Berlin 1912 Zwei handschriftliche, signierte Briefe der berühmten deutschen Schauspielerin Gertrud Eysoldt, der zentralen Darstellerin im Kreis Max Reinhardts und Ikone des modernen Regietheaters. Ort: Berlin, Kronprinzenufer 26 Datierung: 17. Mai 1912 und 8. November 1912 Signatur: eigenhändig „Gertrud Eysoldt“ Umfang: 2 Briefe, jeweils 1 Seite (gefaltet) Inhalt: Die Briefe sind persönlich gehalten und geben Einblick in Eysoldts privates Leben und ihre seelische Verfassung während ihrer Berliner Schaffenszeit. Themen sind u. a.: Dank für übersandte Bilder / Fotografien Aufenthalt in Paris gesundheitliche und körperliche Befindlichkeiten (Bäder, Erschöpfung) reflektierende, fragmentarische Gedanken über Stimmung, Zweifel und innere Spannung Adressiert sind die Briefe an „Herrn Evers“, sehr wahrscheinlich Hanns Heinz Ewers, Schriftsteller und zentrale Figur der Berliner Moderne. Gertrud Franziska Gabriele Eysoldt, auch Gertrud Martersteig und Gertrud Berneis (* 30. November 1870 in Pirna; † 5. Januar 1955 in Ohlstadt) war eine bedeutende deutsche Theaterschauspielerin und Schauspiellehrerin in Berlin. Nach ihr ist der Gertrud-Eysoldt-Ring benannt, der jährlich für hervorragende schauspielerische Leistungen vergeben wird. 1899 ging Eysoldt nach Berlin, wo sie zunächst am Schiller-Theater O. engagiert war, ab 1900 am Lessingtheater. Ab Ende 1901 spielte sie auch in der Kleinkunstbühne Schall und Rauch, die Max Reinhardt mit jungen Schauspielerkollegen gegründet hatte. Ab dem Herbst 1902 spielte sie im Kleinen Theater, das daraus hervorgegangen war, die weiblichen Hauptrollen. Ihre Salome im Stück von Oscar Wilde wurde ein phänomenaler Erfolg, der ihren Ruf als bedeutendste Theaterschauspielerin dieser Jahre in Berlin begründete. Sie spielte die Rolle mit einer Leidenschaft, die auf die Anwesenden einen tiefen Eindruck hinterließ. Ihre intensive Spielweise war Teil einer Abkehr des Kleinen Theaters vom rein naturalistischen Theater. Ähnliche Erfolge erzielte sie mit der Lulu von Frank Wedekind und dem Puck im Sommernachtstraum von Shakespeare, den sie mit einer rüpelhaften Wildheit spielte, die sich völlig von bisherigen eher ballettartigen Darstellungen der Rolle unterschied. Der Schriftsteller Hugo von Hofmannsthal war von ihrer Nastja in Gorkis Nachtasyl so beeindruckt, dass er für sie das Drama Elektra und später zwei weitere Rollen für sie schrieb. Eysoldt spielte seit 1903 auch im Neuen Theater und seit 1905 schließlich im Deutschen Theater, jeweils unter der Direktion von Max Reinhardt. Sie wurde der Star seiner Bühnen, die der einen erheblichen Anteil an dessen Erfolgen hatte. Eysoldt war seit 1920 auch Direktorin des Kleinen Schauspielhauses in Berlin-Charlottenburg. Dort setzte sie unter anderem trotz Zensurverbots die Aufführung von Arthur Schnitzlers Reigen durch, weswegen sie im „Reigenprozess“ verklagt wurde. 1922 gab sie die Leitung wieder ab. Seit 1923 spielte sie in einigen Stummfilmen mit. Dort verkörperte sie teilweise Vamprollen. 1930 wurde Eysoldt Mitglied im Komitee zur Vorbereitung des großen 5. Internationalen Kongresses für Individualpsychologie in Berlin, den der befreundete Arthur Kronfeld vorbereitet hatte. 1933 emigrierte Max Reinhardt. Eysoldt trat seitdem nur noch selten in Theatern auf, sie wirkte noch in zwei Filmen mit. Sie stand 1944 in der Gottbegnadeten-Liste des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda. Ab 1905 unterrichtete sie auch an der Schauspielschule des Deutschen Theaters, bis in die frühen 1930er Jahre wahrscheinlich mehr als 2.000 Schülerinnen. Gertrud Eysoldt war in erster Ehe mit dem Schauspieler und Schriftsteller Max Martersteig verheiratet. Aus der Ehe ging 1891 der spätere Dirigent und Komponist Leo Eysoldt hervor. Ihr zweiter Ehemann war der Maler Benno Berneis, den sie 1915 heiratete. Mit ihm hatte sie bereits 1910 ihren zweiten Sohn Peter Berneis, der ebenfalls als Schauspieler tätig war und nach 1945 vor allem als Drehbuchautor arbeitete. Hanns Heinz Ewers (* 3. November 1871 in Düsseldorf; † 12. Juni 1943 in Berlin; gebürtig Hans Heinrich Ewers) war ein deutscher Schriftsteller, Filmemacher, Globetrotter und Kabarettist. Ewers’ Geschichten kreisen um die Themen Phantastik, Erotik, Kunst bzw. Künstler und Reisen in exotische Länder. Seine teils äußerst drastischen Darstellungen machten ihn zum skandalumwitterten Bestsellerautor, gleichzeitig musste er sich immer wieder gegen den Vorwurf zur Wehr setzen, seine Werke seien trivial, unmoralisch oder pornographisch. In seinem äußerst bewegten Leben vertrat Ewers auch einander widersprechende Positionen. So setzte er sich für die Gleichberechtigung der Juden ein, trat aber zum 1. November 1931 der NSDAP bei und engagierte sich in deren Propagandaarbeit. 1934 wurde ihm ein generelles Publikationsverbot erteilt. #C043 Zustand: gut Sehen Sie sich die Bilder an! Wir garantieren die Originalät !

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Gertrud Eysoldt  (1870-1955) bedeutende deutsche Theaterschauspielerin und Schauspiellehrerin - 2 eigenhändige und signierte Briefe an den Schriftsteller, Filmemacher Hanns Heinz Ewers (1871-1943) - 1912

Gertrud Eysoldt (1870-1955) bedeutende deutsche Theaterschauspielerin und Schauspiellehrerin - 2 eigenhändige und signierte Briefe an den Schriftsteller, Filmemacher Hanns Heinz Ewers (1871-1943) - 1912

Gertrud Eysoldt (1870–1955)

Zwei eigenhändige Briefe, Berlin 1912

Zwei handschriftliche, signierte Briefe der berühmten deutschen Schauspielerin Gertrud Eysoldt, der zentralen Darstellerin im Kreis Max Reinhardts und Ikone des modernen Regietheaters.

Ort: Berlin, Kronprinzenufer 26

Datierung: 17. Mai 1912 und 8. November 1912

Signatur: eigenhändig „Gertrud Eysoldt“

Umfang: 2 Briefe, jeweils 1 Seite (gefaltet)

Inhalt:

Die Briefe sind persönlich gehalten und geben Einblick in Eysoldts privates Leben und ihre seelische Verfassung während ihrer Berliner Schaffenszeit. Themen sind u. a.:

Dank für übersandte Bilder / Fotografien

Aufenthalt in Paris

gesundheitliche und körperliche Befindlichkeiten (Bäder, Erschöpfung)

reflektierende, fragmentarische Gedanken über Stimmung, Zweifel und innere Spannung

Adressiert sind die Briefe an „Herrn Evers“, sehr wahrscheinlich Hanns Heinz Ewers, Schriftsteller und zentrale Figur der Berliner Moderne.

Gertrud Franziska Gabriele Eysoldt, auch Gertrud Martersteig und Gertrud Berneis (* 30. November 1870 in Pirna; † 5. Januar 1955 in Ohlstadt) war eine bedeutende deutsche Theaterschauspielerin und Schauspiellehrerin in Berlin. Nach ihr ist der Gertrud-Eysoldt-Ring benannt, der jährlich für hervorragende schauspielerische Leistungen vergeben wird.

1899 ging Eysoldt nach Berlin, wo sie zunächst am Schiller-Theater O. engagiert war, ab 1900 am Lessingtheater. Ab Ende 1901 spielte sie auch in der Kleinkunstbühne Schall und Rauch, die Max Reinhardt mit jungen Schauspielerkollegen gegründet hatte.

Ab dem Herbst 1902 spielte sie im Kleinen Theater, das daraus hervorgegangen war, die weiblichen Hauptrollen. Ihre Salome im Stück von Oscar Wilde wurde ein phänomenaler Erfolg, der ihren Ruf als bedeutendste Theaterschauspielerin dieser Jahre in Berlin begründete. Sie spielte die Rolle mit einer Leidenschaft, die auf die Anwesenden einen tiefen Eindruck hinterließ. Ihre intensive Spielweise war Teil einer Abkehr des Kleinen Theaters vom rein naturalistischen Theater. Ähnliche Erfolge erzielte sie mit der Lulu von Frank Wedekind und dem Puck im Sommernachtstraum von Shakespeare, den sie mit einer rüpelhaften Wildheit spielte, die sich völlig von bisherigen eher ballettartigen Darstellungen der Rolle unterschied. Der Schriftsteller Hugo von Hofmannsthal war von ihrer Nastja in Gorkis Nachtasyl so beeindruckt, dass er für sie das Drama Elektra und später zwei weitere Rollen für sie schrieb.

Eysoldt spielte seit 1903 auch im Neuen Theater und seit 1905 schließlich im Deutschen Theater, jeweils unter der Direktion von Max Reinhardt. Sie wurde der Star seiner Bühnen, die der einen erheblichen Anteil an dessen Erfolgen hatte.

Eysoldt war seit 1920 auch Direktorin des Kleinen Schauspielhauses in Berlin-Charlottenburg. Dort setzte sie unter anderem trotz Zensurverbots die Aufführung von Arthur Schnitzlers Reigen durch, weswegen sie im „Reigenprozess“ verklagt wurde. 1922 gab sie die Leitung wieder ab.

Seit 1923 spielte sie in einigen Stummfilmen mit. Dort verkörperte sie teilweise Vamprollen. 1930 wurde Eysoldt Mitglied im Komitee zur Vorbereitung des großen 5. Internationalen Kongresses für Individualpsychologie in Berlin, den der befreundete Arthur Kronfeld vorbereitet hatte.

1933 emigrierte Max Reinhardt. Eysoldt trat seitdem nur noch selten in Theatern auf, sie wirkte noch in zwei Filmen mit. Sie stand 1944 in der Gottbegnadeten-Liste des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda.

Ab 1905 unterrichtete sie auch an der Schauspielschule des Deutschen Theaters, bis in die frühen 1930er Jahre wahrscheinlich mehr als 2.000 Schülerinnen.

Gertrud Eysoldt war in erster Ehe mit dem Schauspieler und Schriftsteller Max Martersteig verheiratet. Aus der Ehe ging 1891 der spätere Dirigent und Komponist Leo Eysoldt hervor.

Ihr zweiter Ehemann war der Maler Benno Berneis, den sie 1915 heiratete. Mit ihm hatte sie bereits 1910 ihren zweiten Sohn Peter Berneis, der ebenfalls als Schauspieler tätig war und nach 1945 vor allem als Drehbuchautor arbeitete.

Hanns Heinz Ewers (* 3. November 1871 in Düsseldorf; † 12. Juni 1943 in Berlin; gebürtig Hans Heinrich Ewers) war ein deutscher Schriftsteller, Filmemacher, Globetrotter und Kabarettist. Ewers’ Geschichten kreisen um die Themen Phantastik, Erotik, Kunst bzw. Künstler und Reisen in exotische Länder. Seine teils äußerst drastischen Darstellungen machten ihn zum skandalumwitterten Bestsellerautor, gleichzeitig musste er sich immer wieder gegen den Vorwurf zur Wehr setzen, seine Werke seien trivial, unmoralisch oder pornographisch.

In seinem äußerst bewegten Leben vertrat Ewers auch einander widersprechende Positionen. So setzte er sich für die Gleichberechtigung der Juden ein, trat aber zum 1. November 1931 der NSDAP bei und engagierte sich in deren Propagandaarbeit. 1934 wurde ihm ein generelles Publikationsverbot erteilt.

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