Eine Holzskulptur - Baule - Elfenbeinküste (Ohne mindestpreis)






Mit fast einem Jahrzehnt Erfahrung in der Verbindung von Wissenschaft, Museumskuratierung und traditioneller Schmiedekunst hat Julien eine einzigartige Expertise in historischen Waffen, Rüstungen und afrikanischer Kunst entwickelt.
| 48 € | ||
|---|---|---|
| 43 € | ||
| 38 € | ||
Käuferschutz auf Catawiki
Ihre Zahlung wird von uns sicher verwahrt, bis Sie Ihr Objekt erhalten.Details ansehen
Trustpilot 4.4 | 126842 Bewertungen
Auf Trustpilot als hervorragend bewertet.
Eine Baule-Holzstatue aus der Elfenbeinküste, mit dem Titel 'A wooden sculpture', Provenienz Bakari Bouaflé, Abidjan, 20 cm hoch, Zustand befriedigend.
Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung
Ein Baule-Pferdereiter, Elfenbeinküste, gesammelt in der Region Boukanda, stehend auf einer schwarzgefärbten Basis; Provenienz Bakari Bouaflé, Abidjan.
Die Figur des Reiters nimmt in den visuellen Traditionen der westafrikanischen Kunst eine herausragende Stellung ein. Weit davon entfernt, ein beschreibendes oder erzählerisches Motiv zu sein, fungiert der Reiter als kondensiertes Symbol, durch das politische Autorität, soziale Hierarchie, militärische Macht und spirituelle Legitimität ausgedrückt werden. Über Medien und Regionen hinweg drückt die Reitdarstellung nicht Bewegung oder narrative Handlung aus, sondern eine Vorstellung von Ordnung, die auf Kontrolle, Prestige und kosmischem Gleichgewicht basiert.
Die politische Dimension des Reiters ist von grundlegender Bedeutung. Pferde waren in weiten Teilen Westafrikas nicht heimisch und schwer zu halten aufgrund von Klima, Krankheiten und ökologischen Rahmenbedingungen. Ihr Erwerb hing von langstreckigen Handelsnetzen ab, die die Sahelzone, Nordafrika und die islamische Welt miteinander verbinden. Dadurch wurden Pferde zu Markern elitären Status, die Herrschern, titulierten Amtsträgern und hochrangigen Kriegern vorbehalten blieben. Auf dem Pferd dargestellt zu werden bedeutete daher, visuell in die obersten Schichten der Gesellschaft eingeschrieben zu sein. In der Hofkunst des Königreichs Benin sind zum Beispiel reiterschaftliche Figuren aus Bronze und Elfenbein eng mit königlicher Autorität und der Person des Oba verbunden, selbst wenn der Herrscher selbst nicht ausdrücklich benannt wird.¹
Eng mit der politischen Autorität verbunden ist die militärische Bedeutung des Motivs. In vielen Sahel- und Savannen-Gesellschaften spielte die Kavallerie eine entscheidende Rolle in Kriegführung, territorialer Expansion und der Aufrechterhaltung von Sicherheit. Der Reiter verkörpert damit kampferfahrene Kompetenz und die Fähigkeit, die Gemeinschaft zu schützen. Dennoch wird Gewalt selten dramatisiert. Waffen wie Speere oder Schwerter mögen vorhanden sein, doch die Haltung des Reiters ist typischerweise aufrecht und gefasst. Diese Zurückhaltung lässt vermuten, dass Gewalt nur dann als legitim verstanden wird, wenn sie in einen Rahmen moralischer und politischer Ordnung eingebettet ist. Macht wird in dieser visuellen Sprache weniger durch Aggression definiert als durch disziplinierte Kontrolle.²
Jenseits von Politik und Krieg trägt reitende Bildsprache eine ausgesprochene spirituelle Resonanz. In zahlreichen westafrikanischen Kosmologien ist Führung untrennbar von metaphysischer Autorität. Herrscher sind nicht bloß Verwalter, sondern Vermittler zwischen dem menschlichen Reich und der Welt der Ahnen und Geister. Die erhöhte Stellung des Reiters über dem Boden bestärkt diese vermittelnde Rolle. In einigen Kontexten repräsentiert der Reiter einen vergöttlichten Vorfahren oder einen mythologischen Kulturhelden, dessen Macht die historische Zeit transzendiert. Das Bild wirkt somit gleichzeitig in historischen und rituellen Registern und verbindet gegenwärtige Autorität mit ahnenbezogenen Ursprüngen.³
Die symbolische Beziehung zwischen Reiter und Tier steht im Mittelpunkt dieser Lesart. Das Pferd steht für rohe Energie, Geschwindigkeit und potenziell unkontrollierbare Kraft. Der Reiter hingegen verkörpert Disziplin, Intelligenz und moralische Zurückhaltung. Ihre Kombination veranschaulicht ein zentrales politisches Prinzip: Legitime Autorität liegt in der Fähigkeit, mächtige Kräfte zu beherrschen, ohne sich ihnen zu unterwerfen. Diese Idee wird oft durch formale Konventionen verstärkt. Der Reiter wird häufig größer dargestellt als das Pferd, ruhig statt bewegt, hierarchisch gefasst statt dynamisch posiert. Solche Verzerrungen der natürlichen Proportionen sind absichtlich und signalisieren eine symbolische Hierarchie statt beobachtbarer Realismus.⁴
Reitfiguren dienen auch gedenklichen Funktionen. Sie erscheinen in Begräbniskontexten, Ahnenaltären und höfischen Gedächtnispraktiken, wo sie idealisierte Führungsbilder für kommende Generationen bewahren. In diesem Sinne beteiligen sie sich an einer Form visueller Historiografie. Anstatt spezifische Ereignisse zu dokumentieren, kodieren sie normative Modelle von Autorität, Tapferkeit und Legitimität. Kunst wird zu einem Mittel, kollektives Gedächtnis zu stabilisieren und gesellschaftliche Werte zu bekräftigen.⁵
Ein Vergleich mit europäischen Reiterdenkmälern verdeutlicht zudem die Spezifik der westafrikanischen Tradition. Während europäische Statuen oft Bewegung, Eroberung und individuellen Heldenmut betonen, betonen westafrikanische Darstellungen Ruhe, Ausgeglichenheit und Kontinuität. Diese ästhetische Wahl spiegelt eine andere Vorstellung von Macht wider: nicht als Spektakel oder Triumph, sondern als Ausdauer und kosmische Ausrichtung. Der Reiter wird nicht in der Handlung der Dominanz dargestellt, sondern als Verkörperung einer bereits bestehenden Ordnung.
Zusammenfassend ist der Reiter in der westafrikanischen Kunst ein komplexes und vielseitiges Symbol. Er bedeutet Elite-Status, militärische Fähigkeiten, spirituelle Vermittlung und eine ethische Gestaltung von Macht. Seine visuelle Autorität entsteht nicht durch dramatische Handlungen, sondern durch Gelassenheit und Beherrschung. Durch diese Figur formulieren westafrikanische Künstler eine Führungsvision, die zugleich politisch, moralisch und metaphysisch ist. Die beständige Präsenz des Reiters über Regionen und Jahrhunderte hinweg bezeugt die zentrale Rolle der Kunst bei der Ausdrückung und Aufrechterhaltung gesellschaftlicher Ideale.
Fußnoten
Ben-Amos, Paula Girshick. Kunst, Innovation und Politik im Benin des achtzehnten Jahrhunderts. Bloomington: Indiana University Press, 1995.
Law, Robin. Das Pferd in der Geschichte Westafrikas. Oxford: Oxford University Press, 1980.
Drewal, Henry J., und John Pemberton III. Yoruba: Neun Jahrhunderte afrikanischer Kunst und Gedanken. New York: The Center for African Art, 1989.
Thompson, Robert Farris. Flash of the Spirit: African and Afro-American Art and Philosophy. New York: Vintage Books, 1983.
Vogel, Susan Mullin. Africa Explores: Kunst Afrikas im 20. Jahrhundert. New York: The Center for African Art, 1991.
MAZ08812
Der Verkäufer stellt sich vor
Übersetzt mit Google ÜbersetzerEin Baule-Pferdereiter, Elfenbeinküste, gesammelt in der Region Boukanda, stehend auf einer schwarzgefärbten Basis; Provenienz Bakari Bouaflé, Abidjan.
Die Figur des Reiters nimmt in den visuellen Traditionen der westafrikanischen Kunst eine herausragende Stellung ein. Weit davon entfernt, ein beschreibendes oder erzählerisches Motiv zu sein, fungiert der Reiter als kondensiertes Symbol, durch das politische Autorität, soziale Hierarchie, militärische Macht und spirituelle Legitimität ausgedrückt werden. Über Medien und Regionen hinweg drückt die Reitdarstellung nicht Bewegung oder narrative Handlung aus, sondern eine Vorstellung von Ordnung, die auf Kontrolle, Prestige und kosmischem Gleichgewicht basiert.
Die politische Dimension des Reiters ist von grundlegender Bedeutung. Pferde waren in weiten Teilen Westafrikas nicht heimisch und schwer zu halten aufgrund von Klima, Krankheiten und ökologischen Rahmenbedingungen. Ihr Erwerb hing von langstreckigen Handelsnetzen ab, die die Sahelzone, Nordafrika und die islamische Welt miteinander verbinden. Dadurch wurden Pferde zu Markern elitären Status, die Herrschern, titulierten Amtsträgern und hochrangigen Kriegern vorbehalten blieben. Auf dem Pferd dargestellt zu werden bedeutete daher, visuell in die obersten Schichten der Gesellschaft eingeschrieben zu sein. In der Hofkunst des Königreichs Benin sind zum Beispiel reiterschaftliche Figuren aus Bronze und Elfenbein eng mit königlicher Autorität und der Person des Oba verbunden, selbst wenn der Herrscher selbst nicht ausdrücklich benannt wird.¹
Eng mit der politischen Autorität verbunden ist die militärische Bedeutung des Motivs. In vielen Sahel- und Savannen-Gesellschaften spielte die Kavallerie eine entscheidende Rolle in Kriegführung, territorialer Expansion und der Aufrechterhaltung von Sicherheit. Der Reiter verkörpert damit kampferfahrene Kompetenz und die Fähigkeit, die Gemeinschaft zu schützen. Dennoch wird Gewalt selten dramatisiert. Waffen wie Speere oder Schwerter mögen vorhanden sein, doch die Haltung des Reiters ist typischerweise aufrecht und gefasst. Diese Zurückhaltung lässt vermuten, dass Gewalt nur dann als legitim verstanden wird, wenn sie in einen Rahmen moralischer und politischer Ordnung eingebettet ist. Macht wird in dieser visuellen Sprache weniger durch Aggression definiert als durch disziplinierte Kontrolle.²
Jenseits von Politik und Krieg trägt reitende Bildsprache eine ausgesprochene spirituelle Resonanz. In zahlreichen westafrikanischen Kosmologien ist Führung untrennbar von metaphysischer Autorität. Herrscher sind nicht bloß Verwalter, sondern Vermittler zwischen dem menschlichen Reich und der Welt der Ahnen und Geister. Die erhöhte Stellung des Reiters über dem Boden bestärkt diese vermittelnde Rolle. In einigen Kontexten repräsentiert der Reiter einen vergöttlichten Vorfahren oder einen mythologischen Kulturhelden, dessen Macht die historische Zeit transzendiert. Das Bild wirkt somit gleichzeitig in historischen und rituellen Registern und verbindet gegenwärtige Autorität mit ahnenbezogenen Ursprüngen.³
Die symbolische Beziehung zwischen Reiter und Tier steht im Mittelpunkt dieser Lesart. Das Pferd steht für rohe Energie, Geschwindigkeit und potenziell unkontrollierbare Kraft. Der Reiter hingegen verkörpert Disziplin, Intelligenz und moralische Zurückhaltung. Ihre Kombination veranschaulicht ein zentrales politisches Prinzip: Legitime Autorität liegt in der Fähigkeit, mächtige Kräfte zu beherrschen, ohne sich ihnen zu unterwerfen. Diese Idee wird oft durch formale Konventionen verstärkt. Der Reiter wird häufig größer dargestellt als das Pferd, ruhig statt bewegt, hierarchisch gefasst statt dynamisch posiert. Solche Verzerrungen der natürlichen Proportionen sind absichtlich und signalisieren eine symbolische Hierarchie statt beobachtbarer Realismus.⁴
Reitfiguren dienen auch gedenklichen Funktionen. Sie erscheinen in Begräbniskontexten, Ahnenaltären und höfischen Gedächtnispraktiken, wo sie idealisierte Führungsbilder für kommende Generationen bewahren. In diesem Sinne beteiligen sie sich an einer Form visueller Historiografie. Anstatt spezifische Ereignisse zu dokumentieren, kodieren sie normative Modelle von Autorität, Tapferkeit und Legitimität. Kunst wird zu einem Mittel, kollektives Gedächtnis zu stabilisieren und gesellschaftliche Werte zu bekräftigen.⁵
Ein Vergleich mit europäischen Reiterdenkmälern verdeutlicht zudem die Spezifik der westafrikanischen Tradition. Während europäische Statuen oft Bewegung, Eroberung und individuellen Heldenmut betonen, betonen westafrikanische Darstellungen Ruhe, Ausgeglichenheit und Kontinuität. Diese ästhetische Wahl spiegelt eine andere Vorstellung von Macht wider: nicht als Spektakel oder Triumph, sondern als Ausdauer und kosmische Ausrichtung. Der Reiter wird nicht in der Handlung der Dominanz dargestellt, sondern als Verkörperung einer bereits bestehenden Ordnung.
Zusammenfassend ist der Reiter in der westafrikanischen Kunst ein komplexes und vielseitiges Symbol. Er bedeutet Elite-Status, militärische Fähigkeiten, spirituelle Vermittlung und eine ethische Gestaltung von Macht. Seine visuelle Autorität entsteht nicht durch dramatische Handlungen, sondern durch Gelassenheit und Beherrschung. Durch diese Figur formulieren westafrikanische Künstler eine Führungsvision, die zugleich politisch, moralisch und metaphysisch ist. Die beständige Präsenz des Reiters über Regionen und Jahrhunderte hinweg bezeugt die zentrale Rolle der Kunst bei der Ausdrückung und Aufrechterhaltung gesellschaftlicher Ideale.
Fußnoten
Ben-Amos, Paula Girshick. Kunst, Innovation und Politik im Benin des achtzehnten Jahrhunderts. Bloomington: Indiana University Press, 1995.
Law, Robin. Das Pferd in der Geschichte Westafrikas. Oxford: Oxford University Press, 1980.
Drewal, Henry J., und John Pemberton III. Yoruba: Neun Jahrhunderte afrikanischer Kunst und Gedanken. New York: The Center for African Art, 1989.
Thompson, Robert Farris. Flash of the Spirit: African and Afro-American Art and Philosophy. New York: Vintage Books, 1983.
Vogel, Susan Mullin. Africa Explores: Kunst Afrikas im 20. Jahrhundert. New York: The Center for African Art, 1991.
MAZ08812
Der Verkäufer stellt sich vor
Übersetzt mit Google ÜbersetzerDetails
Rechtliche Informationen des Verkäufers
- Unternehmen:
- Jaenicke Njoya GmbH
- Repräsentant:
- Wolfgang Jaenicke
- Adresse:
- Jaenicke Njoya GmbH
Klausenerplatz 7
14059 Berlin
GERMANY - Telefonnummer:
- +493033951033
- Email:
- w.jaenicke@jaenicke-njoya.com
- USt-IdNr.:
- DE241193499
AGB
AGB des Verkäufers. Mit einem Gebot auf dieses Los akzeptieren Sie ebenfalls die AGB des Verkäufers.
Widerrufsbelehrung
- Frist: 14 Tage sowie gemäß den hier angegebenen Bedingungen
- Rücksendkosten: Käufer trägt die unmittelbaren Kosten der Rücksendung der Ware
- Vollständige Widerrufsbelehrung
