Tisch - Holz, Buche, Eiche - Tisch im Thonet-Stil der 1910er Jahre

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Eduardo Laia Martins
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Antikt Thonet‑Stil Quadrat­tisch Tisch aus Österreich, Holz mit Buche und Eiche, 70 cm hoch, 55 cm breit, 39 cm tief, Gewicht 5000 g, guter Zustand mit kleinen Abnutzungsmerkmalen.

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Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung

Ein Quadrat stiller Autorität, auf vier schmälerten Gliedern ruhend, hebt dieser Tisch im Thonet-Stil der 1910er Jahre sich als klares Zeugnis der reifen Phase der Mitteleuropäischen Buchenholzschreinerei hervor. Gleichsam zurückgenommen wie ausdrucksstark, verkörpert er die technische Verfeinerung und formale Disziplin, die Thonets Produktion im frühen zwanzigsten Jahrhundert prägten – als industrielle Logik und handwerkliche Sensibilität keine Gegenspieler, sondern Kooperationspartner waren.

Die Silhouette des Tisches täuscht über seine Einfachheit hinweg: Eine rectanguläre Tischplatte mit sanft abgerundeten Kanten ruht auf schlanken, fein zulaufenden Beinen. Doch unter dieser scheinbaren Zurückhaltung verbirgt sich eine strukturelle Intelligenz, die typisch für die Thonet-Manufaktur ist. Die Beine, vermutlich aus Buchenholz gedämpft, ziehen sich in einer subtlen Außenkrümmung nach unten, bevor sie in elegante, leicht auswärts gerichtete Füße münden. Diese Krümmung ist weder ornamental übertrieben noch bloße Verzierung; sie ist der sichtbare Rest eines in der Spätphase des 19. Jahrhunderts perfektionierten Prozesses – kontrollierte Dämpfbiegung, die es dem Massivholz ermöglichte, Zug- und Widerstandsarten zu übernehmen, ohne an Festigkeit zu verlieren.

Das Untergestell enthüllt die wahre Poesie des Stücks. Ein schlankes Streckersystem, bestehend aus gebogenen Holzelementen, die sich rhythmisierend um Kreise winden und sammeln, stabilisiert die Beine, ohne die visuelle Durchlässigkeit zu beeinträchtigen. Der negative Raum zwischen diesen Komponenten ist ebenso absichtlich wie das Holz selbst. Eine solche Sparsamkeit in der Linienführung ist ein Kennzeichen von Thonets Ethos: Material auf seine wesentliche Bahn reduziert, Struktur lesbar gemacht, Gewicht in Kontur aufgelöst.

Die Tischplatte – vermutlich massives Buchenholz oder eine Buchefurnier auf einem stabilen Untergrund – zeigt eine warme, dunkler werdende Patina, die dem Alter entspricht. Ihre Oberfläche trägt das stille Zeugnis der Benutzung: leise Tonunterschiede, winzige Abnutzungen, das Nachreifen der Oberfläche. Das sind keine Defekte, sondern historische Inskriptionen. Über mehr als ein Jahrhundert haben Oxidation und Handhabung den chromatischen Register des Holzes vertieft und jene spezielle rötlich-braune Tiefe hervorgebracht, die oft mit frühen Thonet-Café- und Haushalts-Tischen assoziiert wird.

Stilistisch befindet sich der Tisch in einem Übergangsmoment. Er bewahrt die organische Linearität des späten Historismus und den secessionistischen Impuls zu verfeinerter Krümmung, antizipiert aber die rationale Vereinfachung, die im interwar-Modernen ihren Höhepunkt finden würde. Es gibt keine aufgesetzte Schnitzerei, keinen überflüssigen Schmuck. Seine Schönheit ergibt sich aus Proportion, Verbindungstechniken und der disziplinierten Wiederholung von gebogenen Holzbögen. In diesem Sinn beteiligt er sich an der breiteren Geschichte der Evolution des Industriedesigns: von dekorativer Verzierung hin zur strukturellen Ehrlichkeit.

Funktional gesehen wurden solche Tische für Vielseitigkeit konzipiert. Kompakt im Grundriss, doch stabil in der Aufstellung, eignen sie sich gleichermaßen für Viennaperlen-, Bürgerliches Pellet- bzw. städtische Wohnräume. Ihre relativ leichte Masse ermöglichte eine einfache Umpositionierung, während ihre robuste Ausführung Langlebigkeit bei ständiger Nutzung sicherstellte. Diese Dualität – Mobilität gepaart mit Haltbarkeit – stand im Zentrum des globalen Erfolgs von Thonet.

Heute liest sich der Tisch nicht als Relikt, sondern als eine ruhig autoritative Präsenz. In einem zeitgenössischen Interieur korrespondiert er mühelos mit sowohl historischen Möbeln als auch minimalistischen Umgebungen. Seine graphische Lesbarkeit – das Wechselspiel aus flacher Fläche und gebogener Stütze – bietet einen kompositorischen Anker ohne visuelle Schwere. Er ist im Kern eine Studie über Gleichgewicht: zwischen Handwerk und Industrie, Kurve und Linie, Zartheit und Stärke.

Einen Thonet-Tisch aus den 1910er Jahren zu begegnen bedeutet, ein Kapitel in der Demokratisierung des Designs zu erleben. Hier werden die Innovationen der Biegeholztechnologie auf eine Form reduziert, die unprätentiös, aber zugleich exakt ist. Mehr als ein Beistelltisch ist er ein Artefakt der prägenden Jahrzehnte der Moderne – dort, wo Technik, Ökonomie und Eleganz in eine beständige Form zusammenflossen.

Ein Quadrat stiller Autorität, auf vier schmälerten Gliedern ruhend, hebt dieser Tisch im Thonet-Stil der 1910er Jahre sich als klares Zeugnis der reifen Phase der Mitteleuropäischen Buchenholzschreinerei hervor. Gleichsam zurückgenommen wie ausdrucksstark, verkörpert er die technische Verfeinerung und formale Disziplin, die Thonets Produktion im frühen zwanzigsten Jahrhundert prägten – als industrielle Logik und handwerkliche Sensibilität keine Gegenspieler, sondern Kooperationspartner waren.

Die Silhouette des Tisches täuscht über seine Einfachheit hinweg: Eine rectanguläre Tischplatte mit sanft abgerundeten Kanten ruht auf schlanken, fein zulaufenden Beinen. Doch unter dieser scheinbaren Zurückhaltung verbirgt sich eine strukturelle Intelligenz, die typisch für die Thonet-Manufaktur ist. Die Beine, vermutlich aus Buchenholz gedämpft, ziehen sich in einer subtlen Außenkrümmung nach unten, bevor sie in elegante, leicht auswärts gerichtete Füße münden. Diese Krümmung ist weder ornamental übertrieben noch bloße Verzierung; sie ist der sichtbare Rest eines in der Spätphase des 19. Jahrhunderts perfektionierten Prozesses – kontrollierte Dämpfbiegung, die es dem Massivholz ermöglichte, Zug- und Widerstandsarten zu übernehmen, ohne an Festigkeit zu verlieren.

Das Untergestell enthüllt die wahre Poesie des Stücks. Ein schlankes Streckersystem, bestehend aus gebogenen Holzelementen, die sich rhythmisierend um Kreise winden und sammeln, stabilisiert die Beine, ohne die visuelle Durchlässigkeit zu beeinträchtigen. Der negative Raum zwischen diesen Komponenten ist ebenso absichtlich wie das Holz selbst. Eine solche Sparsamkeit in der Linienführung ist ein Kennzeichen von Thonets Ethos: Material auf seine wesentliche Bahn reduziert, Struktur lesbar gemacht, Gewicht in Kontur aufgelöst.

Die Tischplatte – vermutlich massives Buchenholz oder eine Buchefurnier auf einem stabilen Untergrund – zeigt eine warme, dunkler werdende Patina, die dem Alter entspricht. Ihre Oberfläche trägt das stille Zeugnis der Benutzung: leise Tonunterschiede, winzige Abnutzungen, das Nachreifen der Oberfläche. Das sind keine Defekte, sondern historische Inskriptionen. Über mehr als ein Jahrhundert haben Oxidation und Handhabung den chromatischen Register des Holzes vertieft und jene spezielle rötlich-braune Tiefe hervorgebracht, die oft mit frühen Thonet-Café- und Haushalts-Tischen assoziiert wird.

Stilistisch befindet sich der Tisch in einem Übergangsmoment. Er bewahrt die organische Linearität des späten Historismus und den secessionistischen Impuls zu verfeinerter Krümmung, antizipiert aber die rationale Vereinfachung, die im interwar-Modernen ihren Höhepunkt finden würde. Es gibt keine aufgesetzte Schnitzerei, keinen überflüssigen Schmuck. Seine Schönheit ergibt sich aus Proportion, Verbindungstechniken und der disziplinierten Wiederholung von gebogenen Holzbögen. In diesem Sinn beteiligt er sich an der breiteren Geschichte der Evolution des Industriedesigns: von dekorativer Verzierung hin zur strukturellen Ehrlichkeit.

Funktional gesehen wurden solche Tische für Vielseitigkeit konzipiert. Kompakt im Grundriss, doch stabil in der Aufstellung, eignen sie sich gleichermaßen für Viennaperlen-, Bürgerliches Pellet- bzw. städtische Wohnräume. Ihre relativ leichte Masse ermöglichte eine einfache Umpositionierung, während ihre robuste Ausführung Langlebigkeit bei ständiger Nutzung sicherstellte. Diese Dualität – Mobilität gepaart mit Haltbarkeit – stand im Zentrum des globalen Erfolgs von Thonet.

Heute liest sich der Tisch nicht als Relikt, sondern als eine ruhig autoritative Präsenz. In einem zeitgenössischen Interieur korrespondiert er mühelos mit sowohl historischen Möbeln als auch minimalistischen Umgebungen. Seine graphische Lesbarkeit – das Wechselspiel aus flacher Fläche und gebogener Stütze – bietet einen kompositorischen Anker ohne visuelle Schwere. Er ist im Kern eine Studie über Gleichgewicht: zwischen Handwerk und Industrie, Kurve und Linie, Zartheit und Stärke.

Einen Thonet-Tisch aus den 1910er Jahren zu begegnen bedeutet, ein Kapitel in der Demokratisierung des Designs zu erleben. Hier werden die Innovationen der Biegeholztechnologie auf eine Form reduziert, die unprätentiös, aber zugleich exakt ist. Mehr als ein Beistelltisch ist er ein Artefakt der prägenden Jahrzehnte der Moderne – dort, wo Technik, Ökonomie und Eleganz in eine beständige Form zusammenflossen.

Details

Epoche
1900-2000
Gewicht
5000 g
Zusätzliche Informationen zum Titel
1910s thonet style table
Anzahl der Objekte
1
Herkunftsland
Österreich
Material
Buche, Eiche, Holz
Stil
Antik
Zustand
Guter Zustand - gebraucht, mit geringfügigen Altersspuren & Mängeln
Höhe
70 cm
Breite
55 cm
Tiefe
39 cm
Geschätzter Zeitraum
1910-1920
UngarnVerifiziert
80
Verkaufte Objekte
85,71 %
Privat

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