Axt - Hacha der piedra - shipibo, Ashaninka - Peru






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Drei Steinäxte aus dem Ucayali-Gebiet in Peru, aus Andesit, je 7 cm hoch, 7 cm breit und 1 cm tief, wiegen 80 g, Datierung frühes 17. Jahrhundert, Privatsammlung, authentisch/original, ohne Ständer.
Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung
Steinaxt aus dem Ucayali Gebiet von Peru
Ich habe die drei Steinäxte bei einer Reise in das Ucayali Gebiet im Jahre 1980 von den Indianern erhalten.
Um die Herkunft und Alter der Steinäxte zu bestimmen, ist eine Kombination aus Typologie (Formvergleich), Materialanalyse und vor allem dem Fundkontext entscheidend.
1. Die Bestimmung nach Merkmalen
Fachleute nutzen "Leitformen", um das Alter einzugrenzen:
• Beschreibung: Die Axt ist flach, eher rund und ist auf einem Viertel des Umfangs flach sehr sauber keilförmig geschliffen. Sie ist dunkelgrau und sehr glatt. Die Farbe spricht sehr stark für Andesit–ein vulkanisches Gestein, das in den Anden allgegenwärtig ist und sich hervorragend polieren lassen. Die Kombination aus dem Material, der 7-cm-Größe und den seitlichen Einkerbungen macht eine Herkunft aus dem präkolumbischen Südamerika (Peru/Ecuador) extrem wahrscheinlich.
• Auf der Gegenseite der Schnittfläche ist sie eingekerbt zur Fixierung an einem Holzgriff. Die Einbuchtungen sind technisch gesehen eine Weiterentwicklung, da sie das Verrutschen im Schaft verhinderten – ein Prinzip, das in Europa (wo man eher Löcher bohrte oder die Klinge in das Holz einließ) seltener für Steinäxte genutzt wurde.
• Oberflächen-Check: Unter der Lupe sieht man winzige, helle Kristalle im dunkelgrauen Stein, daher ist es mit Sicherheit Andesit, das typische "Baumaterial" der Inka. Das und die Herkunft passt geografisch und historisch perfekt zusammen! Das Ucayali-Gebiet liegt im peruanischen Amazonasbecken. Es handelt sich höchstwahrscheinlich um ein Werkzeug der dort ansässigen indigenen Gruppen (Asháninka).
Einordnung deines Fundes:
• Kultur: Es muss nicht zwangsläufig "Inka" (Hochland) sein. Die Völker des Amazonas-Tieflands nutzten diese Steinäxte oft über Jahrhunderte hinweg. Man nennt sie dort oft "Hacha de piedra".
• Material & Stil: Das dunkelgraue, glatte Gestein wurde oft über Handelswege aus den Andenausläufern in den Dschungel gebracht, da es im Tiefland kaum hartes Gestein gibt. Die seitlichen Kerben sind typisch für die Schäftungsmethode im Amazonasgebiet: Die Axt wurde zwischen zwei Holzschienen geklemmt und fest mit Lianen oder Baumwollschnüren umwickelt.
• Zeitraum: 1980 war der Stein bereits "alt". Solche Äxte wurden im Ucayali-Gebiet oft bei der Feldarbeit gefunden und als Erbstücke oder Glücksbringer aufbewahrt, da sie zu diesem Zeitpunkt längst durch Stahläxte ersetzt worden waren. Es kann gut sein, dass das Stück mehrere hundert Jahre alt ist (spätes Neolithikum der Region bis Kolonialzeit).
Bedeutung des Fundes:
Da ich es vor dem Inkrafttreten strengerer internationaler Schutzabkommen (wie der Verschärfung des Kulturgutschutzgesetzes 2016) erhalten habe, ist der Privatbesitz in Deutschland unproblematisch, solange es als persönliches Reisemitbringsel dokumentiert ist.
• Dokumentation: die Geschichte (Fund im Jahr 1980, im Ucayali) ist im Tagebuch fixiert und dient als Nachweis. Das ist für den historischen Wert oft wichtiger als das Objekt selbst
In der Region Ucayali ist das Steinbeil nicht nur ein Werkzeug, sondern ein Objekt voller Symbolik. 1. Die Schäftung (Wie sie gehalten wurde)
Da die Menschen im Amazonasbecken keinen harten Stahl zum Bohren von Löchern hatten, nutzten sie die Einkerbungen, die man an der Axt sieht:
• Der "Sandwich"-Griff: Ein astfreies Stück Hartholz wurde an einem Ende gespalten. Die Steinaxt wurde in diesen Spalt geschoben, wobei die Einkerbungen als "Sitz" dienten, damit der Stein nicht nach vorne rutscht.
• Bindung: Mit Pflanzenfasern (meist Palmbast) oder handgesponnener Baumwolle wurde der Holz-griff ober- und unterhalb der Einkerbungen extrem fest umwickelt.
• Fixierung: Oft wurde das Ganze mit schwarzem Bienenwachs oder Baumharz (ähnlich wie Birkenpech) versiegelt, um die Bindung wasserfest und bombenfest zu machen.
2. Der Mythos: Die "Donnersteine" (Piedras de Rayo)
Die Indigenen im Tiefland (wie die Shipibo) fanden diese Äxte oft nach starkem Regen im Boden, wenn die Erde weggespült wurde. Da sie seit Generationen Metall nutzten, war das Wissen über die Steinbearbeitung oft mystisch verklärt:
• Vom Himmel gefallen: Man glaubte, diese Steine seien Blitze, die in die Erde eingeschlagen und dort zu Stein erstarrt sind.
• Schutzzauber: Eine solche Axt im Haus zu haben, sollte das Haus vor erneutem Blitzeinschlag schützen (nach dem Motto: "Der Blitz trifft nie zweimal dieselbe Stelle").
• Heilung: In der traditionellen Medizin wurden diese glatten Steine manchmal genutzt, um über schmerzende Körperstellen zu streichen, da man ihnen die reine Energie des Himmels zuschrieb.
3. Ein "stummes" Zeugnis
Dass die Axt so symmetrisch und glatt ist, zeigt, dass sie für jemanden sehr wertvoll war. Im Amazonas-Tiefland gibt es kaum natürliches Gestein – jeder Stein musste über hunderte Kilometer aus den Anden herangebracht werden. Die Axt war also ein echtes Luxusgut.
4. Bestimmung von Wert und Kultur
Um den Wert und die genaue kulturelle Herkunft zu präzisieren:
Bestimmung der Kultur
• Stil-Vergleich: Im Ucayali-Gebiet ist die Shipibo-Conibo-Kultur (Pano-Sprachgruppe) am wahrscheinlichsten. Ihre Vorfahren (die Cumancaya-Tradition, ca. 800–1600 n. Chr.) fertigten diese symmetrischen Steinbeile an.
• Materialprüfung: Es ist Andesit. Da es dieses Gestein im Dschungel nicht gibt, ist die Axt ein Beweis für frühen Fernhandel mit den Andenvölkern.
Wertermittlung
• Ideeller Wert: Als Geschenk von Indigenen aus dem Jahr 1980 ist der historische und persönliche Wert am höchsten. Die Dokumentation der Reise ist hierbei das wichtigste "Zertifikat".
• Marktwert: Auf dem Kunstmarkt werden solche authentischen präkolumbischen Steinbeile je nach Zustand und Provenienz (Herkunftsnachweis) oft zwischen 100 € und 400 € gehandelt.
Ein kleiner Tipp: Bewahre die Axt zusammen mit einer Notiz über die Reise von 1980 auf. Für Sammler und Museen ist die Geschichte, wie ein Objekt "aus dem Dschungel" kam, oft genauso wertvoll wie der Stein selbst.
Steinaxt aus dem Ucayali Gebiet von Peru
Ich habe die drei Steinäxte bei einer Reise in das Ucayali Gebiet im Jahre 1980 von den Indianern erhalten.
Um die Herkunft und Alter der Steinäxte zu bestimmen, ist eine Kombination aus Typologie (Formvergleich), Materialanalyse und vor allem dem Fundkontext entscheidend.
1. Die Bestimmung nach Merkmalen
Fachleute nutzen "Leitformen", um das Alter einzugrenzen:
• Beschreibung: Die Axt ist flach, eher rund und ist auf einem Viertel des Umfangs flach sehr sauber keilförmig geschliffen. Sie ist dunkelgrau und sehr glatt. Die Farbe spricht sehr stark für Andesit–ein vulkanisches Gestein, das in den Anden allgegenwärtig ist und sich hervorragend polieren lassen. Die Kombination aus dem Material, der 7-cm-Größe und den seitlichen Einkerbungen macht eine Herkunft aus dem präkolumbischen Südamerika (Peru/Ecuador) extrem wahrscheinlich.
• Auf der Gegenseite der Schnittfläche ist sie eingekerbt zur Fixierung an einem Holzgriff. Die Einbuchtungen sind technisch gesehen eine Weiterentwicklung, da sie das Verrutschen im Schaft verhinderten – ein Prinzip, das in Europa (wo man eher Löcher bohrte oder die Klinge in das Holz einließ) seltener für Steinäxte genutzt wurde.
• Oberflächen-Check: Unter der Lupe sieht man winzige, helle Kristalle im dunkelgrauen Stein, daher ist es mit Sicherheit Andesit, das typische "Baumaterial" der Inka. Das und die Herkunft passt geografisch und historisch perfekt zusammen! Das Ucayali-Gebiet liegt im peruanischen Amazonasbecken. Es handelt sich höchstwahrscheinlich um ein Werkzeug der dort ansässigen indigenen Gruppen (Asháninka).
Einordnung deines Fundes:
• Kultur: Es muss nicht zwangsläufig "Inka" (Hochland) sein. Die Völker des Amazonas-Tieflands nutzten diese Steinäxte oft über Jahrhunderte hinweg. Man nennt sie dort oft "Hacha de piedra".
• Material & Stil: Das dunkelgraue, glatte Gestein wurde oft über Handelswege aus den Andenausläufern in den Dschungel gebracht, da es im Tiefland kaum hartes Gestein gibt. Die seitlichen Kerben sind typisch für die Schäftungsmethode im Amazonasgebiet: Die Axt wurde zwischen zwei Holzschienen geklemmt und fest mit Lianen oder Baumwollschnüren umwickelt.
• Zeitraum: 1980 war der Stein bereits "alt". Solche Äxte wurden im Ucayali-Gebiet oft bei der Feldarbeit gefunden und als Erbstücke oder Glücksbringer aufbewahrt, da sie zu diesem Zeitpunkt längst durch Stahläxte ersetzt worden waren. Es kann gut sein, dass das Stück mehrere hundert Jahre alt ist (spätes Neolithikum der Region bis Kolonialzeit).
Bedeutung des Fundes:
Da ich es vor dem Inkrafttreten strengerer internationaler Schutzabkommen (wie der Verschärfung des Kulturgutschutzgesetzes 2016) erhalten habe, ist der Privatbesitz in Deutschland unproblematisch, solange es als persönliches Reisemitbringsel dokumentiert ist.
• Dokumentation: die Geschichte (Fund im Jahr 1980, im Ucayali) ist im Tagebuch fixiert und dient als Nachweis. Das ist für den historischen Wert oft wichtiger als das Objekt selbst
In der Region Ucayali ist das Steinbeil nicht nur ein Werkzeug, sondern ein Objekt voller Symbolik. 1. Die Schäftung (Wie sie gehalten wurde)
Da die Menschen im Amazonasbecken keinen harten Stahl zum Bohren von Löchern hatten, nutzten sie die Einkerbungen, die man an der Axt sieht:
• Der "Sandwich"-Griff: Ein astfreies Stück Hartholz wurde an einem Ende gespalten. Die Steinaxt wurde in diesen Spalt geschoben, wobei die Einkerbungen als "Sitz" dienten, damit der Stein nicht nach vorne rutscht.
• Bindung: Mit Pflanzenfasern (meist Palmbast) oder handgesponnener Baumwolle wurde der Holz-griff ober- und unterhalb der Einkerbungen extrem fest umwickelt.
• Fixierung: Oft wurde das Ganze mit schwarzem Bienenwachs oder Baumharz (ähnlich wie Birkenpech) versiegelt, um die Bindung wasserfest und bombenfest zu machen.
2. Der Mythos: Die "Donnersteine" (Piedras de Rayo)
Die Indigenen im Tiefland (wie die Shipibo) fanden diese Äxte oft nach starkem Regen im Boden, wenn die Erde weggespült wurde. Da sie seit Generationen Metall nutzten, war das Wissen über die Steinbearbeitung oft mystisch verklärt:
• Vom Himmel gefallen: Man glaubte, diese Steine seien Blitze, die in die Erde eingeschlagen und dort zu Stein erstarrt sind.
• Schutzzauber: Eine solche Axt im Haus zu haben, sollte das Haus vor erneutem Blitzeinschlag schützen (nach dem Motto: "Der Blitz trifft nie zweimal dieselbe Stelle").
• Heilung: In der traditionellen Medizin wurden diese glatten Steine manchmal genutzt, um über schmerzende Körperstellen zu streichen, da man ihnen die reine Energie des Himmels zuschrieb.
3. Ein "stummes" Zeugnis
Dass die Axt so symmetrisch und glatt ist, zeigt, dass sie für jemanden sehr wertvoll war. Im Amazonas-Tiefland gibt es kaum natürliches Gestein – jeder Stein musste über hunderte Kilometer aus den Anden herangebracht werden. Die Axt war also ein echtes Luxusgut.
4. Bestimmung von Wert und Kultur
Um den Wert und die genaue kulturelle Herkunft zu präzisieren:
Bestimmung der Kultur
• Stil-Vergleich: Im Ucayali-Gebiet ist die Shipibo-Conibo-Kultur (Pano-Sprachgruppe) am wahrscheinlichsten. Ihre Vorfahren (die Cumancaya-Tradition, ca. 800–1600 n. Chr.) fertigten diese symmetrischen Steinbeile an.
• Materialprüfung: Es ist Andesit. Da es dieses Gestein im Dschungel nicht gibt, ist die Axt ein Beweis für frühen Fernhandel mit den Andenvölkern.
Wertermittlung
• Ideeller Wert: Als Geschenk von Indigenen aus dem Jahr 1980 ist der historische und persönliche Wert am höchsten. Die Dokumentation der Reise ist hierbei das wichtigste "Zertifikat".
• Marktwert: Auf dem Kunstmarkt werden solche authentischen präkolumbischen Steinbeile je nach Zustand und Provenienz (Herkunftsnachweis) oft zwischen 100 € und 400 € gehandelt.
Ein kleiner Tipp: Bewahre die Axt zusammen mit einer Notiz über die Reise von 1980 auf. Für Sammler und Museen ist die Geschichte, wie ein Objekt "aus dem Dschungel" kam, oft genauso wertvoll wie der Stein selbst.
