Hille - Biblia Pentapla - 1711





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Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung
[ERSTAUSGABE, illustriert]
BIBLIA PENTAPLA
„Biblia Pentapla, Das ist: Die Bücher der Heiligen Schrift des Alten und Neuen Testaments, nach fünffacher deutscher Verdolmetschung.“
1711, Holle
Die Biblia pentapla ist eine monumentale Bibelausgabe, die 1710–1712 bei Hermann Heinrich Holle in Wandsbek und Schiffbek erschien und 1711 unter anderem Bandteile des Alten Testaments veröffentlichte. Sie stellt die Bücher von Altem und Neuem Testament in fünf nebeneinander gedruckten Spalten dar, als „fünffache deutsche Verdolmetschung“. Enthalten sind maßgebliche Übersetzungen der großen Konfessionen – etwa die Lutherbibel, die katholische Mainzer Bibel und die reformierte Piscator-Bibel – sowie weitere Varianten, darunter niederländische und jüdisch deutsche Traditionen. Ziel war ein synoptischer Vergleich der Bibeltexte, der konfessionelle Grenzen sichtbar macht und zugleich relativiert. Herausgeber Johann Otto Glüsing, ein theosophisch geprägter, kirchenkritischer Theologe, blieb aus Rücksicht auf die kirchlichen Konflikte anonym. In der streng lutherischen Orthodoxie wurde das Werk als gefährlicher Angriff auf das bestehende Lehrgebäude und als „Greuel“ verurteilt. Heute gilt die Biblia pentapla als seltenes Zeugnis früher, vergleichender Bibelhermeneutik.
Im Frontispiz wird die geistliche Auseinandersetzung als Dämonomachie ins Bild gesetzt, also als Kampf zwischen den Mächten des Himmels und der Hölle um die Menschenwelt. In den überlappenden Kreisen markiert die Hölle den Bereich der Verdammnis, aus dem der Teufel und seine Dämonen nach den Seelen greifen. Ihnen gegenüber stehen die Engel, die aus dem Bereich des Himmels heraus den Schutz, die Führung und Rettung der Menschen symbolisieren. Im Schnittfeld der Kreise – der irdischen Sphäre – treffen die Einflusssphären sichtbar aufeinander: Engel und Dämonen stehen sich gegenüber, während der Teufel als personaler Widersacher Gottes die Zerstörung der Seelen sucht. So macht der Frontispiz deutlich, dass die Lektüre der Biblia pentapla als Mitten-in-der-Welt-Stehen verstanden wird: Der Leser befindet sich im Brennpunkt der Dämonomachie und ist eingeladen, sich bewusst auf die Seite des Himmels zu stellen.
21,5x18,5cm. Gut erhaltener Pergamenteinband der Zeit. Fester Block. Innen gut erhalten. 1650 Seiten.
[ERSTAUSGABE, illustriert]
BIBLIA PENTAPLA
„Biblia Pentapla, Das ist: Die Bücher der Heiligen Schrift des Alten und Neuen Testaments, nach fünffacher deutscher Verdolmetschung.“
1711, Holle
Die Biblia pentapla ist eine monumentale Bibelausgabe, die 1710–1712 bei Hermann Heinrich Holle in Wandsbek und Schiffbek erschien und 1711 unter anderem Bandteile des Alten Testaments veröffentlichte. Sie stellt die Bücher von Altem und Neuem Testament in fünf nebeneinander gedruckten Spalten dar, als „fünffache deutsche Verdolmetschung“. Enthalten sind maßgebliche Übersetzungen der großen Konfessionen – etwa die Lutherbibel, die katholische Mainzer Bibel und die reformierte Piscator-Bibel – sowie weitere Varianten, darunter niederländische und jüdisch deutsche Traditionen. Ziel war ein synoptischer Vergleich der Bibeltexte, der konfessionelle Grenzen sichtbar macht und zugleich relativiert. Herausgeber Johann Otto Glüsing, ein theosophisch geprägter, kirchenkritischer Theologe, blieb aus Rücksicht auf die kirchlichen Konflikte anonym. In der streng lutherischen Orthodoxie wurde das Werk als gefährlicher Angriff auf das bestehende Lehrgebäude und als „Greuel“ verurteilt. Heute gilt die Biblia pentapla als seltenes Zeugnis früher, vergleichender Bibelhermeneutik.
Im Frontispiz wird die geistliche Auseinandersetzung als Dämonomachie ins Bild gesetzt, also als Kampf zwischen den Mächten des Himmels und der Hölle um die Menschenwelt. In den überlappenden Kreisen markiert die Hölle den Bereich der Verdammnis, aus dem der Teufel und seine Dämonen nach den Seelen greifen. Ihnen gegenüber stehen die Engel, die aus dem Bereich des Himmels heraus den Schutz, die Führung und Rettung der Menschen symbolisieren. Im Schnittfeld der Kreise – der irdischen Sphäre – treffen die Einflusssphären sichtbar aufeinander: Engel und Dämonen stehen sich gegenüber, während der Teufel als personaler Widersacher Gottes die Zerstörung der Seelen sucht. So macht der Frontispiz deutlich, dass die Lektüre der Biblia pentapla als Mitten-in-der-Welt-Stehen verstanden wird: Der Leser befindet sich im Brennpunkt der Dämonomachie und ist eingeladen, sich bewusst auf die Seite des Himmels zu stellen.
21,5x18,5cm. Gut erhaltener Pergamenteinband der Zeit. Fester Block. Innen gut erhalten. 1650 Seiten.
