Mittelalter, Epoche der Kreuzritter Silber, Knochen Memento Mori - Vanitas Amulett spätes 16. Jhd






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Memento Mori Vanitas-Anhänger aus dem späten 16. Jahrhundert, aus Silber mit Horn/Knochen, gestaltet als gotische achteckige Säule mit Geheimfach und kleinem Löffel, Gesamtlänge 7,9 cm (mit Öse 8,9 cm), mit den lateinischen Inschriften EX VIRO MULIER, EX MULI PECCAT, EX PECCATO MORS und einem Kelchsymbol; zum Tragen an Gürtel oder Hals vorgesehen; Herkunft Privatsammlung aus Deutschland.
Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung
Memento Mori , Vanitas Anhänger spätes 16.Jhd.
Sehr beeindruckender Anhänger in Form einer gotischen Kirchensäule mit Oktogon Querschnitt. Auf einem dieser Flächen befindet sich ein Geheimfach, das sich durch betätigen des Schiebemechanismus öffnet. Im Inneren des Geheimfachs sind 2 Fächer unterteilt. Die Aufhängung dieses bedeutenden Anhängers, bildet eine Silberfassung mit Trageöse, die an einen gotischen Dom erinnert , der umlaufend mit Vierpass Fenstern und Strichverzierungen versehen ist. Mithilfe der Trageöse konnte der Anhänger am Gehänge des Gürtels oder um den Hals getragen werden.
Die Länge beträgt inklusive Trageöse 7,9cm und mit dem Ring an der Trageöse 8,9cm.
Die Breite des Horn, achteckig variiert unten von 1,4 bis 1,5cm.
Die Breite der Silberfassung variiert oben von 1,0 bis 1,2cm.
Der Löffel hat eine Länge von 0,8cm und eine Breite von 0,3cm.
Die Schrift des Anhängers ist lateinisch, sie bildet 3 Zeilen, die jeweils eine Seite des Oktogons füllen.
Text: EX VIRO MULI.
Bedeutung: EX VIRO MULIER
Übersetzung: Von dem Mann (kam) die Frau
Text: EX MULI. PECC.
Bedeutung: EX MULIERE PECCATUM
Übersetzung: Von der Frau (kam) die Sünde
Text: EX PECC. MORS.
Bedeutung: EX PECCATO MORS
Übersetzung: Von der Sünde (kam) der Tod
Solche theologischen Merksprüche wurden vor allem im Hoch- und Spätmittelalter (ca. 11. bis 16. Jahrhundert) verwendet. Sie dienten als einprägsame Zusammenfassungen der christlichen Heilsgeschichte. Der Satz fasst in einer strengen Kausalitätskette eine traditionelle christliche Deutung der Sündenfallgeschichte (Genesis) zusammen:
* Ex viro mulier: Bezieht sich auf die Erschaffung Evas aus der Rippe Adams (Gen 2,21-23).
* Ex muliere peccatum: Weist Eva die Schuld am Sündenfall zu, da sie zuerst von der verbotenen Frucht aß (Gen 3,6).
* Ex peccato mors: Beschreibt die theologische Konsequenz des Sündenfalls – die Sterblichkeit des Menschen als Strafe für den Ungehorsam gegenüber Gott.
Der Spruch und die damit verbundenen Motive (Adam, Eva, die Schlange) lässt sich als eine Kette des Ungehorsams beschreiben:
1. Verführung: Die Schlange verführt Eva durch List.
2. Sünde: Eva übertritt das Gebot und zieht Adam mit hinein (ex muliere peccatum).
3. Konsequenz: Die Gemeinschaft mit Gott zerbricht, Scham entsteht, und die Sterblichkeit wird zur Strafe für alle Beteiligten (ex peccato mors).
An einer weiteren Fläche des Oktogon befindet sich außerdem ein Kelchsymbol.
Das Geheimfach ist in 2 Kammern unterteilt und mit einem Schiebedeckel verschlossen. Frontseitig befindet sich im Schiebedeckel ein integrierter Löffel, welcher zum entnehmen der in den Kammern befindlichen Substanzen verwendet wurde. Sehr filigran gearbeitet, konnten hier exakte kleine Mengen von dessen Substanzen (vermutlich Gifte) entnommen werden.
Im 16. Jahrhundert, war das Wissen über Gifte sowohl in der Medizin als auch für kriminelle Zwecke weit verbreitet. Man unterschied vor allem zwischen mineralischen und pflanzlichen Stoffen.
Mineralische Gifte
Diese waren besonders gefürchtet, da sie oft geschmacksneutral waren und sich leicht in Speisen oder Wein mischen ließen.
* Arsenik (Weißer Arsenik): Bekannt als der „König der Gifte“. Es war die erste Wahl für politische Morde oder um unliebsame Erben zu beseitigen, da die Symptome einer chronischen Vergiftung oft mit einer natürlichen Krankheit verwechselt wurden.
* Antimon: Wurde oft als Brechmittel in der Medizin genutzt, konnte aber in hohen Dosen tödlich wirken.
* Quecksilber: Kam in verschiedenen Verbindungen vor und wurde sowohl für Heilungsversuche (z. B. gegen Syphilis) als auch als schleichendes Gift verwendet.
Pflanzliche Gifte
Pflanzenauszüge waren leicht zugänglich und stammten meist aus heimischen Gärten oder Wäldern.
* Blauer Eisenhut (Aconit): Gilt als eine der giftigsten Pflanzen Europas. Im 16. Jahrhundert wurde er unter anderem für tödliche Menschenversuche durch Mediziner wie Pierandrea Mattioli genutzt, um Antidote zu testen.
* Schierling: Berüchtigt seit der Antike, verursachte er Lähmungserscheinungen und Atemstillstand.
* Nachtschattengewächse: Hierzu gehörten das Schwarze Bilsenkraut, die Tollkirsche und die Alraune. Sie wurden wegen ihrer halluzinogenen Wirkung („Hexensalben“) geschätzt, konnten aber bei Überdosierung schnell zum Tod führen.
Material: Horn/Knochen (kein Elfenbein), Silber (geprüft)
Folgende Provenienzen sind bekannt / mündlich überliefert.
-aus Privatsammlung erworben
-Vorbesitzer erworben im Kunsthandel in den 80er Jahren, verkauft 1998
-in Familienbesitz seit 1998 bis heute
Memento Mori , Vanitas Anhänger spätes 16.Jhd.
Sehr beeindruckender Anhänger in Form einer gotischen Kirchensäule mit Oktogon Querschnitt. Auf einem dieser Flächen befindet sich ein Geheimfach, das sich durch betätigen des Schiebemechanismus öffnet. Im Inneren des Geheimfachs sind 2 Fächer unterteilt. Die Aufhängung dieses bedeutenden Anhängers, bildet eine Silberfassung mit Trageöse, die an einen gotischen Dom erinnert , der umlaufend mit Vierpass Fenstern und Strichverzierungen versehen ist. Mithilfe der Trageöse konnte der Anhänger am Gehänge des Gürtels oder um den Hals getragen werden.
Die Länge beträgt inklusive Trageöse 7,9cm und mit dem Ring an der Trageöse 8,9cm.
Die Breite des Horn, achteckig variiert unten von 1,4 bis 1,5cm.
Die Breite der Silberfassung variiert oben von 1,0 bis 1,2cm.
Der Löffel hat eine Länge von 0,8cm und eine Breite von 0,3cm.
Die Schrift des Anhängers ist lateinisch, sie bildet 3 Zeilen, die jeweils eine Seite des Oktogons füllen.
Text: EX VIRO MULI.
Bedeutung: EX VIRO MULIER
Übersetzung: Von dem Mann (kam) die Frau
Text: EX MULI. PECC.
Bedeutung: EX MULIERE PECCATUM
Übersetzung: Von der Frau (kam) die Sünde
Text: EX PECC. MORS.
Bedeutung: EX PECCATO MORS
Übersetzung: Von der Sünde (kam) der Tod
Solche theologischen Merksprüche wurden vor allem im Hoch- und Spätmittelalter (ca. 11. bis 16. Jahrhundert) verwendet. Sie dienten als einprägsame Zusammenfassungen der christlichen Heilsgeschichte. Der Satz fasst in einer strengen Kausalitätskette eine traditionelle christliche Deutung der Sündenfallgeschichte (Genesis) zusammen:
* Ex viro mulier: Bezieht sich auf die Erschaffung Evas aus der Rippe Adams (Gen 2,21-23).
* Ex muliere peccatum: Weist Eva die Schuld am Sündenfall zu, da sie zuerst von der verbotenen Frucht aß (Gen 3,6).
* Ex peccato mors: Beschreibt die theologische Konsequenz des Sündenfalls – die Sterblichkeit des Menschen als Strafe für den Ungehorsam gegenüber Gott.
Der Spruch und die damit verbundenen Motive (Adam, Eva, die Schlange) lässt sich als eine Kette des Ungehorsams beschreiben:
1. Verführung: Die Schlange verführt Eva durch List.
2. Sünde: Eva übertritt das Gebot und zieht Adam mit hinein (ex muliere peccatum).
3. Konsequenz: Die Gemeinschaft mit Gott zerbricht, Scham entsteht, und die Sterblichkeit wird zur Strafe für alle Beteiligten (ex peccato mors).
An einer weiteren Fläche des Oktogon befindet sich außerdem ein Kelchsymbol.
Das Geheimfach ist in 2 Kammern unterteilt und mit einem Schiebedeckel verschlossen. Frontseitig befindet sich im Schiebedeckel ein integrierter Löffel, welcher zum entnehmen der in den Kammern befindlichen Substanzen verwendet wurde. Sehr filigran gearbeitet, konnten hier exakte kleine Mengen von dessen Substanzen (vermutlich Gifte) entnommen werden.
Im 16. Jahrhundert, war das Wissen über Gifte sowohl in der Medizin als auch für kriminelle Zwecke weit verbreitet. Man unterschied vor allem zwischen mineralischen und pflanzlichen Stoffen.
Mineralische Gifte
Diese waren besonders gefürchtet, da sie oft geschmacksneutral waren und sich leicht in Speisen oder Wein mischen ließen.
* Arsenik (Weißer Arsenik): Bekannt als der „König der Gifte“. Es war die erste Wahl für politische Morde oder um unliebsame Erben zu beseitigen, da die Symptome einer chronischen Vergiftung oft mit einer natürlichen Krankheit verwechselt wurden.
* Antimon: Wurde oft als Brechmittel in der Medizin genutzt, konnte aber in hohen Dosen tödlich wirken.
* Quecksilber: Kam in verschiedenen Verbindungen vor und wurde sowohl für Heilungsversuche (z. B. gegen Syphilis) als auch als schleichendes Gift verwendet.
Pflanzliche Gifte
Pflanzenauszüge waren leicht zugänglich und stammten meist aus heimischen Gärten oder Wäldern.
* Blauer Eisenhut (Aconit): Gilt als eine der giftigsten Pflanzen Europas. Im 16. Jahrhundert wurde er unter anderem für tödliche Menschenversuche durch Mediziner wie Pierandrea Mattioli genutzt, um Antidote zu testen.
* Schierling: Berüchtigt seit der Antike, verursachte er Lähmungserscheinungen und Atemstillstand.
* Nachtschattengewächse: Hierzu gehörten das Schwarze Bilsenkraut, die Tollkirsche und die Alraune. Sie wurden wegen ihrer halluzinogenen Wirkung („Hexensalben“) geschätzt, konnten aber bei Überdosierung schnell zum Tod führen.
Material: Horn/Knochen (kein Elfenbein), Silber (geprüft)
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Disclaimer
Der Verkäufer wurde von Catawiki über die Anforderungen an die Dokumentation informiert und garantiert Folgendes: - Das Objekt wurde rechtmäßig erworben. - Der Verkäufer hat das Recht, das Objekt zu verkaufen und/oder zu exportieren (sofern zutreffend). - Der Verkäufer wird die erforderlichen Herkunftsinformationen bereitstellen und die notwendigen Dokumente sowie Genehmigungen bzw. Lizenzen besorgen (soweit zutreffend und gemäß den örtlichen Gesetzen geboten). - Der Verkäufer wird den Käufer über etwaige Verzögerungen bei der Erlangung von Genehmigungen bzw. Lizenzen informieren. Mit der Abgabe eines Gebots erkennen Sie an, dass je nach Ihrem Wohnsitzland Importdokumente erforderlich sein können und die Beschaffung von Genehmigungen bzw. Lizenzen zu Verzögerungen bei der Lieferung Ihres Objekts führen kann.
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