Tisch - Holz, Buche, Eiche - Tisch im Thonet-Stil der 1910er Jahre

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Michel Karis
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Antiser Tisch aus Österreich aus dem Zeitraum 1910–1920, Holzmaterialien Buche und Eiche, rechteckige Tischplatte mit schlanken, gebogenen Beinen im Thonet-Stil, ca. 5 kg.

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Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung

Ein Quadrat stiller Autorität, das auf vier schlanken Gliedern ruhend, steht dieser Tisch im Thonet-Stil der 1910er Jahre als ein klares Zeugnis der ausgereiften Phase der Mitteleuropäischen Leimholz-Handwerkskunst. Gleichzeitig zurückhaltend und ausdrucksstark verkörpert er die technische Feinheit und formale Disziplin, die Thonets Produktion im frühen zwanzigsten Jahrhundert bestimmten – als Industrialität und handwerkliche Sensibilität keine Gegensätze, sondern Kooperationspartner waren.

Die Silhouette des Tisches wirkt täuschend einfach: Eine geradlinige Platte mit sanft abgestuften Kanten ruht auf schlanken, sanft zulaufenden Beinen. Doch unter dieser scheinbaren Bescheidenheit liegt eine strukturelle Intelligenz, wie sie für die Thonet-Manufaktur kennzeichnend ist. Die Beine, vermutlich aus sägerauen Buchenholz gedämpft, verlaufen in einer leichten nach außen gerichteten Neigung, bevor sie sich in elegante, leicht ausgestellt stehende Füße auflösen. Dieser Kurvenverlauf ist weder ornamentalem Übermaß noch bloßer Ausschmückung zuzuschreiben; er ist das visuelle Residuum eines Prozesse, der im späten neunzehnten Jahrhundert perfektioniert wurde – kontrolliertes Dampfbiegen, das Massivholz befähigte, belastbare, Zugbögen zu bilden, ohne an Festigkeit zu verlieren.

Die Unterstruktur enthüllt die wahre Poesie des Stücks. Ein geschwungenes Streckersystem, bestehend aus gebogenen Holzelementen, die sich rhythmisierend winden und mit Klarheit zusammenlaufen, stützt die Beine, ohne optische Durchsichtigkeit zu berauben. Der negative Raum zwischen diesen Bauteilen ist ebenso absichtlich wie der Holz selbst. Eine solche Reduktion der Linienführung ist ein Kennzeichen des Thonetschen Ethos: Material wird auf seine wesentliche Bahn reduziert, Struktur lesbar gemacht, Gewicht in Kontur aufgelöst.

Die Tischplatte – vermutlich aus massivem Buchenholz oder Buchefurnier über einem stabilen Träger – zeigt eine warme, dunkler gewordene Patina, die mit dem Alter konsistent bleibt. Ihre Oberfläche trägt das ruhige Zeugnis der Benutzung: feine Tonvariationen, winzige Abrasionen, das Nachdunkeln der Oberflächenbehandlung. Das sind keine Defekte, sondern historische Inschriften. Über mehr als ein Jahrhundert haben Oxidation und Handhabung das chromatische Register des Holzes vertieft und jene charakteristische rötlich-braune Tiefe erzeugt, die oft mit frühen Thonet-Café- und Haushalts-Tischen assoziiert wird.

Stilistisch nimmt der Tisch einen Übergangszeitraum ein. Er bewahrt die organische Linearität des späten Historicismus und den secessionistischen Impuls zu verfeinerter Krümmung, doch er antizipiert die rationalen Vereinfachungen, die im Zwischenkriegs-Modernismus ihren Höhepunkt finden würden. Es gibt keine aufgesetzte Schnitzerei, keine überflüssige Verzierung. Seine Schönheit ergibt sich aus Proportion, Verbindungen und der disziplinierten Wiederholung von gebogenen Holzkurven. In diesem Sinn nimmt er am breiteren Narrativ der Entwicklung des Industriedesigns teil: Von dekorativer Verzierung hin zu strukturellem Ehrlichkeit.

Funktional wurden solche Tische auf Vielseitigkeit hin konzipiert. Kompakt im Grundriss, aber standfest im Stand, dienten sie gleichermaßen in Wiener Cafés, bürgerlichen Parlors und bescheidenen städtischen Wohnungen. Ihre vergleichsweise leichte Masse ermöglichte eine einfache Neuordnung, während ihre robuste Verbindung Dauerhaftigkeit bei konstantem Gebrauch gewährleistete. Diese Dualität – Mobilität gepaart mit Ausdauer – war zentral für den globalen Erfolg Thonets.

Heute liest der Tisch nicht als Relikt, sondern als eine still autoritäre Präsenz. In einem zeitgenössischen Interieur kommt er mühelos sowohl mit historischem Mobiliar als auch mit minimalistischen Umgebungen ins Gespräch. Seine graphische Lesbarkeit – das Zusammenspiel von gerader Fläche und gebogener Stütze – bietet einen kompositorischen Anker, ohne visuell schwer zu wirken. Er ist im Kern eine Studie im Gleichgewicht: zwischen Handwerk und Industrie, Kurve und Linie, Feinheit und Stärke.

Ein 1910er-Thonet-Tisch zu begegnen, heißt, ein Kapitel in der Demokratisierung des Designs zu erleben. Hier werden die Innovationen der Leimholz-Technologie auf eine Form verdichtet, die unprätentiös, aber anspruchsvoll ist. Mehr als ein Beistelltisch ist er ein Artefakt der formenden Jahrzehnte der Moderne – wo Technik, Wirtschaftlichkeit und Eleganz in eine bleibende Form zusammenflossen.

Ein Quadrat stiller Autorität, das auf vier schlanken Gliedern ruhend, steht dieser Tisch im Thonet-Stil der 1910er Jahre als ein klares Zeugnis der ausgereiften Phase der Mitteleuropäischen Leimholz-Handwerkskunst. Gleichzeitig zurückhaltend und ausdrucksstark verkörpert er die technische Feinheit und formale Disziplin, die Thonets Produktion im frühen zwanzigsten Jahrhundert bestimmten – als Industrialität und handwerkliche Sensibilität keine Gegensätze, sondern Kooperationspartner waren.

Die Silhouette des Tisches wirkt täuschend einfach: Eine geradlinige Platte mit sanft abgestuften Kanten ruht auf schlanken, sanft zulaufenden Beinen. Doch unter dieser scheinbaren Bescheidenheit liegt eine strukturelle Intelligenz, wie sie für die Thonet-Manufaktur kennzeichnend ist. Die Beine, vermutlich aus sägerauen Buchenholz gedämpft, verlaufen in einer leichten nach außen gerichteten Neigung, bevor sie sich in elegante, leicht ausgestellt stehende Füße auflösen. Dieser Kurvenverlauf ist weder ornamentalem Übermaß noch bloßer Ausschmückung zuzuschreiben; er ist das visuelle Residuum eines Prozesse, der im späten neunzehnten Jahrhundert perfektioniert wurde – kontrolliertes Dampfbiegen, das Massivholz befähigte, belastbare, Zugbögen zu bilden, ohne an Festigkeit zu verlieren.

Die Unterstruktur enthüllt die wahre Poesie des Stücks. Ein geschwungenes Streckersystem, bestehend aus gebogenen Holzelementen, die sich rhythmisierend winden und mit Klarheit zusammenlaufen, stützt die Beine, ohne optische Durchsichtigkeit zu berauben. Der negative Raum zwischen diesen Bauteilen ist ebenso absichtlich wie der Holz selbst. Eine solche Reduktion der Linienführung ist ein Kennzeichen des Thonetschen Ethos: Material wird auf seine wesentliche Bahn reduziert, Struktur lesbar gemacht, Gewicht in Kontur aufgelöst.

Die Tischplatte – vermutlich aus massivem Buchenholz oder Buchefurnier über einem stabilen Träger – zeigt eine warme, dunkler gewordene Patina, die mit dem Alter konsistent bleibt. Ihre Oberfläche trägt das ruhige Zeugnis der Benutzung: feine Tonvariationen, winzige Abrasionen, das Nachdunkeln der Oberflächenbehandlung. Das sind keine Defekte, sondern historische Inschriften. Über mehr als ein Jahrhundert haben Oxidation und Handhabung das chromatische Register des Holzes vertieft und jene charakteristische rötlich-braune Tiefe erzeugt, die oft mit frühen Thonet-Café- und Haushalts-Tischen assoziiert wird.

Stilistisch nimmt der Tisch einen Übergangszeitraum ein. Er bewahrt die organische Linearität des späten Historicismus und den secessionistischen Impuls zu verfeinerter Krümmung, doch er antizipiert die rationalen Vereinfachungen, die im Zwischenkriegs-Modernismus ihren Höhepunkt finden würden. Es gibt keine aufgesetzte Schnitzerei, keine überflüssige Verzierung. Seine Schönheit ergibt sich aus Proportion, Verbindungen und der disziplinierten Wiederholung von gebogenen Holzkurven. In diesem Sinn nimmt er am breiteren Narrativ der Entwicklung des Industriedesigns teil: Von dekorativer Verzierung hin zu strukturellem Ehrlichkeit.

Funktional wurden solche Tische auf Vielseitigkeit hin konzipiert. Kompakt im Grundriss, aber standfest im Stand, dienten sie gleichermaßen in Wiener Cafés, bürgerlichen Parlors und bescheidenen städtischen Wohnungen. Ihre vergleichsweise leichte Masse ermöglichte eine einfache Neuordnung, während ihre robuste Verbindung Dauerhaftigkeit bei konstantem Gebrauch gewährleistete. Diese Dualität – Mobilität gepaart mit Ausdauer – war zentral für den globalen Erfolg Thonets.

Heute liest der Tisch nicht als Relikt, sondern als eine still autoritäre Präsenz. In einem zeitgenössischen Interieur kommt er mühelos sowohl mit historischem Mobiliar als auch mit minimalistischen Umgebungen ins Gespräch. Seine graphische Lesbarkeit – das Zusammenspiel von gerader Fläche und gebogener Stütze – bietet einen kompositorischen Anker, ohne visuell schwer zu wirken. Er ist im Kern eine Studie im Gleichgewicht: zwischen Handwerk und Industrie, Kurve und Linie, Feinheit und Stärke.

Ein 1910er-Thonet-Tisch zu begegnen, heißt, ein Kapitel in der Demokratisierung des Designs zu erleben. Hier werden die Innovationen der Leimholz-Technologie auf eine Form verdichtet, die unprätentiös, aber anspruchsvoll ist. Mehr als ein Beistelltisch ist er ein Artefakt der formenden Jahrzehnte der Moderne – wo Technik, Wirtschaftlichkeit und Eleganz in eine bleibende Form zusammenflossen.

Details

Epoche
1900-2000
Gewicht
5000 g
Zusätzliche Informationen zum Titel
1910s thonet style table
Anzahl der Objekte
1
Herkunftsland
Österreich
Material
Buche, Eiche, Holz
Stil
Antik
Zustand
Guter Zustand - gebraucht, mit geringfügigen Altersspuren & Mängeln
Höhe
70 cm
Breite
55 cm
Tiefe
39 cm
Geschätzter Zeitraum
1910-1920
UngarnVerifiziert
118
Verkaufte Objekte
75 %
Privat

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