Eine Terrakotta-Skulptur. - Vere - Nigeria (Ohne mindestpreis)

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Dimitri André
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Eine Terrakotta-Skulptur aus Nigeria der Vere (Verre) Volksgruppe, ein originales/ offizielles Werk.

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Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung

Eine Vere-Tontfiguren-Skulptur, Nigeria.

Vere-Tontskulpturen, hergestellt von den Vere (auch Verre genannt) Völkern im Nordosten Nigerias und in Teilen Nordkameruns, repräsentieren eine vergleichsweise wenig erforschte Bildhauerei-Tradition innerhalb westafrikanischer Keramik. Im Gegensatz zu stärker dokumentierten Terrakotta-Traditionen wie Nok oder Djenné sind Vere Werke primär durch ethnografische Sammlungen und begrenzte Felddokumentationen bekannt, was sowohl ihre Interpretation als auch ihre randständige Stellung in der breiteren Historiographie der afrikanischen Kunst geprägt hat.

Technologisch werden Vere-Skulpturen in Ton handmodelliert statt gegossen, und sie werden typischerweise in offenen oder halbkontrollierten Brennprozessen wenig gebrannt. Die Lehmkörper enthalten oft sichtbare Einschlüsse, und die Oberflächen können je nach beabsichtigter Funktion glatt, poliert oder relativ grob belassen werden. Brennbedingungen führen zu einer Bandbreite erdiger Töne von rötlich-braun bis dunkelgrau, manchmal mit ungleichmäßiger Färbung, die unterschiedliche Sauerstoffexposition widerspiegelt. Diese technischen Merkmale verorten Vere-Terra-Cotta innerhalb einer weiteren sahelischen und Savannen-Zonen-Keramiktradition, bewahren jedoch lokale formale Vorlieben.

Formal sind Vere-Terra-Cotta-Skulpturen am häufigsten anthropomorph, doch kommen auch zoomorphe und composite Figuren vor. Menschliche Figuren werden typischerweise stark stilisiert dargestellt, mit vereinfacht dargestellten Rüstungen, verkürzten Gliedmaßen und überproportionalem Fokus auf den Kopf. Gesichtszüge können schematisch durch eingeschnittene oder aufgetragene Elemente angedeutet werden, und in einigen Fällen übernimmt der Kopf eine maskenartige Qualität mit markanten Augen und minimaler Detailierung an anderer Stelle. Die Körper wirken kolonnen- oder zylindrisch, manchmal mit leichten Hinweisen auf Haltung statt voll artikulierter Bewegung. Diese Formökonomie deutet auf eine Betonung der symbolischen Präsenz statt naturgetreuer Repräsentation hin.

Ikonographisch sind die Bedeutungen der Vere-Terrakotta-Figuren in der Fachliteratur nicht vollständig systematisiert, doch legt vorhandene Evidenz eine Verbindung zu Ritual, Schutz und möglicherweise Ahnen-bezogenen Praktiken nahe. Einige Figuren sollen als Schrein-Objekte fungieren und zwischen menschlichen Gemeinschaften und spirituellen Kräften vermitteln. Andere könnten in Heilkontexten verwendet worden sein oder als schützende Vorrichtungen dienen, um Individuen oder Haushalte vor Unglück zu bewahren. Die Mehrdeutigkeit spezifischer Identifikationen spiegelt sowohl das begrenzte ethnografische Material als auch die Wahrscheinlichkeit wider, dass Bedeutungen kontextabhängig variieren, je nach Gemeinschaft und Ritualspezialisten.

Die Oberflächenbearbeitung kann ebenfalls Ausdrucks- und symbolische Gewichtung tragen. Eingeschnittene Muster, Stiche oder aufgetragene Rillen können den Körper kennzeichnen, manchmal als Narbenbildung, Kleidung oder Statusindikatoren interpretiert werden. Bei bestimmten Beispielen deutet die Anhäufung von Rückständen — wie Libationen, Öle oder Opfermaterialien — auf eine verlängerte rituelle Nutzung hin. Wie bei vielen afrikanischen Bildhauerei-Traditionen sind diese Oberflächenakkumulationen integraler Bestandteil der Bedeutung des Objekts, indem sie seine Beteiligung an wiederholten Handlungen des Opfers und der Aktivierung indizieren, statt vom ursprünglichen ästhetischen Zustand abzulenken.

Chronologisch werden Vere-Terra-Tonkulpturen allgemein als relativ jung betrachtet, oft aus dem späten vorkolonialen oder frühen kolonialen Zeitraum stammend, obwohl eine präzise Datierung selten ist aufgrund der Knappheit kontrollierter archäologischer Kontexte. Ihre Herstellung scheint in laufende Gemeinschaftspraktiken eingebettet gewesen zu sein, statt an eine ferne oder „klassische“ Vergangenheit gebunden zu sein, was sie von Traditionen unterscheidet, die primär durch archäologische Ausgrabungen bekannt sind. Diese zeitliche Nähe zu lebenden oder kürzlich transformierten kulturellen Systemen bietet sowohl Chancen als auch Herausforderungen für die Interpretation, da mündliche Überlieferungen fragmentarisch oder durch Prozesse sozialen Wandels verändert sein können.

Die relative Unbekanntheit der Vere-Terra-Tonteile in der akademischen Diskussion lässt sich zum Teil auf unregelmäßige Muster von Sammlung und Dokumentation zurückführen. Viele Exemplare gelangten in Museen- oder Privatkollektionen, oft ohne detaillierte Provenienz, was es erschwert, ursprüngliche Nutzungskontexte rekonstruieren. Dadurch hat sich die Wissenschaft oft auf formale Vergleiche und vorsichtige ethnografische Analogie gestützt statt auf robuste kontextuelle Daten. Jüngste Bemühungen in der regionalen Archäologie und in der kooperativen Forschung mit lokalen Gemeinschaften bergen das Potenzial, das Verständnis dieser Objekte zu erweitern und sie stärker in ihre kulturellen Landschaften zu verankern.

Analytisch tragen die Vere-Terra-Tontöpfer-Skulpturen zu breiteren Diskussionen über regionale Vielfalt in afrikanischen Keramik-Traditionen bei, insbesondere in Bezug darauf, wie kleinmaßstäbliche Gesellschaften spirituelle Konzepte durch bescheidene, lokal produzierte Medien materialisieren. Sie stellen Hierarchien in Frage, die Metall- oder monumentale Formen privilegieren, indem sie den konzeptionellen und rituellen Reichtum von Ton als Medium demonstrieren. Gleichzeitig unterstreichen sie die Bedeutung von Kontext, Nutzung und materieller Transformation bei der Gestaltung der Bedeutungen skulpturaler Objekte und erinnern die Wissenschaftler daran, dass stilistische Analyse allein nicht ausreicht, um deren volle Bedeutung zu erfassen.

Quellen
Barley, Nigel. Smashing Pots: Works of Clay from Africa. London: British Museum Press, 1994.
Gosselain, Olivier P. “Materializing Identities: An African Perspective.” Journal of Archaeological Method and Theory.
Insoll, Timothy. The Archaeology of Islam in Sub-Saharan Africa. Cambridge: Cambridge University Press, 2003.
Vogel, Susan Mullin. Africa Explores: 20th Century African Art. New York: Center for African Art, 1991.

CAB39722

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Eine Vere-Tontfiguren-Skulptur, Nigeria.

Vere-Tontskulpturen, hergestellt von den Vere (auch Verre genannt) Völkern im Nordosten Nigerias und in Teilen Nordkameruns, repräsentieren eine vergleichsweise wenig erforschte Bildhauerei-Tradition innerhalb westafrikanischer Keramik. Im Gegensatz zu stärker dokumentierten Terrakotta-Traditionen wie Nok oder Djenné sind Vere Werke primär durch ethnografische Sammlungen und begrenzte Felddokumentationen bekannt, was sowohl ihre Interpretation als auch ihre randständige Stellung in der breiteren Historiographie der afrikanischen Kunst geprägt hat.

Technologisch werden Vere-Skulpturen in Ton handmodelliert statt gegossen, und sie werden typischerweise in offenen oder halbkontrollierten Brennprozessen wenig gebrannt. Die Lehmkörper enthalten oft sichtbare Einschlüsse, und die Oberflächen können je nach beabsichtigter Funktion glatt, poliert oder relativ grob belassen werden. Brennbedingungen führen zu einer Bandbreite erdiger Töne von rötlich-braun bis dunkelgrau, manchmal mit ungleichmäßiger Färbung, die unterschiedliche Sauerstoffexposition widerspiegelt. Diese technischen Merkmale verorten Vere-Terra-Cotta innerhalb einer weiteren sahelischen und Savannen-Zonen-Keramiktradition, bewahren jedoch lokale formale Vorlieben.

Formal sind Vere-Terra-Cotta-Skulpturen am häufigsten anthropomorph, doch kommen auch zoomorphe und composite Figuren vor. Menschliche Figuren werden typischerweise stark stilisiert dargestellt, mit vereinfacht dargestellten Rüstungen, verkürzten Gliedmaßen und überproportionalem Fokus auf den Kopf. Gesichtszüge können schematisch durch eingeschnittene oder aufgetragene Elemente angedeutet werden, und in einigen Fällen übernimmt der Kopf eine maskenartige Qualität mit markanten Augen und minimaler Detailierung an anderer Stelle. Die Körper wirken kolonnen- oder zylindrisch, manchmal mit leichten Hinweisen auf Haltung statt voll artikulierter Bewegung. Diese Formökonomie deutet auf eine Betonung der symbolischen Präsenz statt naturgetreuer Repräsentation hin.

Ikonographisch sind die Bedeutungen der Vere-Terrakotta-Figuren in der Fachliteratur nicht vollständig systematisiert, doch legt vorhandene Evidenz eine Verbindung zu Ritual, Schutz und möglicherweise Ahnen-bezogenen Praktiken nahe. Einige Figuren sollen als Schrein-Objekte fungieren und zwischen menschlichen Gemeinschaften und spirituellen Kräften vermitteln. Andere könnten in Heilkontexten verwendet worden sein oder als schützende Vorrichtungen dienen, um Individuen oder Haushalte vor Unglück zu bewahren. Die Mehrdeutigkeit spezifischer Identifikationen spiegelt sowohl das begrenzte ethnografische Material als auch die Wahrscheinlichkeit wider, dass Bedeutungen kontextabhängig variieren, je nach Gemeinschaft und Ritualspezialisten.

Die Oberflächenbearbeitung kann ebenfalls Ausdrucks- und symbolische Gewichtung tragen. Eingeschnittene Muster, Stiche oder aufgetragene Rillen können den Körper kennzeichnen, manchmal als Narbenbildung, Kleidung oder Statusindikatoren interpretiert werden. Bei bestimmten Beispielen deutet die Anhäufung von Rückständen — wie Libationen, Öle oder Opfermaterialien — auf eine verlängerte rituelle Nutzung hin. Wie bei vielen afrikanischen Bildhauerei-Traditionen sind diese Oberflächenakkumulationen integraler Bestandteil der Bedeutung des Objekts, indem sie seine Beteiligung an wiederholten Handlungen des Opfers und der Aktivierung indizieren, statt vom ursprünglichen ästhetischen Zustand abzulenken.

Chronologisch werden Vere-Terra-Tonkulpturen allgemein als relativ jung betrachtet, oft aus dem späten vorkolonialen oder frühen kolonialen Zeitraum stammend, obwohl eine präzise Datierung selten ist aufgrund der Knappheit kontrollierter archäologischer Kontexte. Ihre Herstellung scheint in laufende Gemeinschaftspraktiken eingebettet gewesen zu sein, statt an eine ferne oder „klassische“ Vergangenheit gebunden zu sein, was sie von Traditionen unterscheidet, die primär durch archäologische Ausgrabungen bekannt sind. Diese zeitliche Nähe zu lebenden oder kürzlich transformierten kulturellen Systemen bietet sowohl Chancen als auch Herausforderungen für die Interpretation, da mündliche Überlieferungen fragmentarisch oder durch Prozesse sozialen Wandels verändert sein können.

Die relative Unbekanntheit der Vere-Terra-Tonteile in der akademischen Diskussion lässt sich zum Teil auf unregelmäßige Muster von Sammlung und Dokumentation zurückführen. Viele Exemplare gelangten in Museen- oder Privatkollektionen, oft ohne detaillierte Provenienz, was es erschwert, ursprüngliche Nutzungskontexte rekonstruieren. Dadurch hat sich die Wissenschaft oft auf formale Vergleiche und vorsichtige ethnografische Analogie gestützt statt auf robuste kontextuelle Daten. Jüngste Bemühungen in der regionalen Archäologie und in der kooperativen Forschung mit lokalen Gemeinschaften bergen das Potenzial, das Verständnis dieser Objekte zu erweitern und sie stärker in ihre kulturellen Landschaften zu verankern.

Analytisch tragen die Vere-Terra-Tontöpfer-Skulpturen zu breiteren Diskussionen über regionale Vielfalt in afrikanischen Keramik-Traditionen bei, insbesondere in Bezug darauf, wie kleinmaßstäbliche Gesellschaften spirituelle Konzepte durch bescheidene, lokal produzierte Medien materialisieren. Sie stellen Hierarchien in Frage, die Metall- oder monumentale Formen privilegieren, indem sie den konzeptionellen und rituellen Reichtum von Ton als Medium demonstrieren. Gleichzeitig unterstreichen sie die Bedeutung von Kontext, Nutzung und materieller Transformation bei der Gestaltung der Bedeutungen skulpturaler Objekte und erinnern die Wissenschaftler daran, dass stilistische Analyse allein nicht ausreicht, um deren volle Bedeutung zu erfassen.

Quellen
Barley, Nigel. Smashing Pots: Works of Clay from Africa. London: British Museum Press, 1994.
Gosselain, Olivier P. “Materializing Identities: An African Perspective.” Journal of Archaeological Method and Theory.
Insoll, Timothy. The Archaeology of Islam in Sub-Saharan Africa. Cambridge: Cambridge University Press, 2003.
Vogel, Susan Mullin. Africa Explores: 20th Century African Art. New York: Center for African Art, 1991.

CAB39722

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Details

Ethnie/ Kultur
Vere
Herkunftsland
Nigeria
Material
Terracotta
Sold with stand
Nein
Zustand
Angemessener Zustand
Titel des Kunstwerks
A terracotta sculpture
Höhe
24,5 cm
Gewicht
740 g
Authentizität
Original/offiziell
Verkauft von
DeutschlandVerifiziert
6023
Verkaufte Objekte
99,69 %
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Rechtliche Informationen des Verkäufers

Unternehmen:
Jaenicke Njoya GmbH
Repräsentant:
Wolfgang Jaenicke
Adresse:
Jaenicke Njoya GmbH
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