Augustin Tschinkel (1905-1983) - Personnage





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Augustin Tschinkel, 1932, Holzschnittdruck mit dem Titel Personnage, handsigniert, limitierte Auflage (unnummerierte Kopie aus einer Auflage von 230) in gutem Zustand.
Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung
Augustin Tschinkel: Personnage — aus dem Portfolio La Lune en Rodage III
Original-Linolschnitt auf Wove-Papier, eine unnummerierte Kopie aus der Auflage von 230. Ober links im Bild monogrammiert mit „t32“ und unten rechts handsigniert „aug. tschinkel“ in Bleistift.
Vollständig in krachendem Schwarz-Weiß ausgeführt, fügt sich die Komposition zu einer Gruppe stilisierter menschlicher Figuren zusammen — reduziert auf ovale Köpfe, geometrische Rüstungen und eine erhobene, geballte Faust — vor einer Maschinerie aus großen Rädern, Speichen und ineinandergreifenden Zahnrädern. Figur und Maschine werden als gleichwertige konstruktive Elemente behandelt: Körper, Zahnräder und Kreisse von einem einzigen, flachen, emblematischen Zeichen verschmolzen. Diese Verschmelzung des menschlichen Typs mit der industriellen Form und das militante Motiv der erhobenen Faust stehen im Zentrum der visuellen Sprache des Figurativen Konstruktivismus, wie sie von den Kölner Progressiven entwickelt wurde, und verbinden eine streng geometrische, illisionsfreie Oberfläche mit einer deutlich sozialen Ikonografie, verwurzelt in der Arbeiterkultur der Weimarer Jahre.
Augustin Tschinkel (1905–1983) studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Prag und wurde in den 1920er Jahren Mitglied der Gruppe progressiver Künstler (Kölner Progressiven), gegründet von Franz Wilhelm Seiwert und Heinrich Hoerle, deren Kreis Otto Freundlich, Gerd Arntz und der Fotograf August Sander einschloss. Er arbeitete mit dem Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum unter der Leitung von Gerd Arntz zusammen und trug zur Entwicklung der pictographischen Statistiken bei, die zum Isotype-System werden sollten. Seine Einzelausstellung Augustin Tschinkel. Grafiek, Illustraties, Typografie wurde im Haags Gemeentemuseum, Den Haag, gezeigt. Tschinkel war außerdem Autor zahlreicher Bücher und Aufsätze über Kunst und Gestaltung.
La Lune en Rodage ist das dreibändige Gemeinschaftsportfolio des in Basel ansässigen Verlegers, Psychoanalytikers und Sammlers Carl Laszlo (Pécs 1923 – Basel 2013), herausgegeben von Edition Panderma, Basel, in den Jahren 1960, 1965 und 1977. Die drei Bände versammeln insgesamt etwa 180 Originalwerke und bilden einen dichten Überblick über die europäische Avantgarde der 1950er bis 1970er Jahre — mit Beiträgen von unter anderem Lucio Fontana, Piero Manzoni, Enrico Castellani, Heinz Mack, Otto Piene, Bridget Riley, Günter Fruhtrunk, Meret Oppenheim, Bruno Munari, Hans Arp und Victor Vasarely. Mehrere dieser Beiträge markieren Wendepunkte im Werk der beteiligten Künstler: Castellanis Blatt gilt als sein erstes dokumentiertes grafisches Werk, und Manzonis Achrome als einziges Multiple, das der Künstler jemals realisierte. Seine Aufnahme im dritten Band verortet Tschnikels Beitrag fest in diesem internationalen avantgardistischen Kanon, während die konstruktivistische Tradition der Kölner Progressiven in die zweite Hälfte des Jahrhunderts fortgeführt wird.
Zustand: sehr guter archivalischer Zustand, mit einer leichten Biegung an der linken Seite und einem sehr kleinen Fleck auf dem Papier (siehe Fotos).
Provenienz: Edition Panderma, Carl Laszlo, Basel — Galerie von Bartha, Basel — Private Sammlung, Basel.
Der Verkäufer stellt sich vor
Augustin Tschinkel: Personnage — aus dem Portfolio La Lune en Rodage III
Original-Linolschnitt auf Wove-Papier, eine unnummerierte Kopie aus der Auflage von 230. Ober links im Bild monogrammiert mit „t32“ und unten rechts handsigniert „aug. tschinkel“ in Bleistift.
Vollständig in krachendem Schwarz-Weiß ausgeführt, fügt sich die Komposition zu einer Gruppe stilisierter menschlicher Figuren zusammen — reduziert auf ovale Köpfe, geometrische Rüstungen und eine erhobene, geballte Faust — vor einer Maschinerie aus großen Rädern, Speichen und ineinandergreifenden Zahnrädern. Figur und Maschine werden als gleichwertige konstruktive Elemente behandelt: Körper, Zahnräder und Kreisse von einem einzigen, flachen, emblematischen Zeichen verschmolzen. Diese Verschmelzung des menschlichen Typs mit der industriellen Form und das militante Motiv der erhobenen Faust stehen im Zentrum der visuellen Sprache des Figurativen Konstruktivismus, wie sie von den Kölner Progressiven entwickelt wurde, und verbinden eine streng geometrische, illisionsfreie Oberfläche mit einer deutlich sozialen Ikonografie, verwurzelt in der Arbeiterkultur der Weimarer Jahre.
Augustin Tschinkel (1905–1983) studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Prag und wurde in den 1920er Jahren Mitglied der Gruppe progressiver Künstler (Kölner Progressiven), gegründet von Franz Wilhelm Seiwert und Heinrich Hoerle, deren Kreis Otto Freundlich, Gerd Arntz und der Fotograf August Sander einschloss. Er arbeitete mit dem Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum unter der Leitung von Gerd Arntz zusammen und trug zur Entwicklung der pictographischen Statistiken bei, die zum Isotype-System werden sollten. Seine Einzelausstellung Augustin Tschinkel. Grafiek, Illustraties, Typografie wurde im Haags Gemeentemuseum, Den Haag, gezeigt. Tschinkel war außerdem Autor zahlreicher Bücher und Aufsätze über Kunst und Gestaltung.
La Lune en Rodage ist das dreibändige Gemeinschaftsportfolio des in Basel ansässigen Verlegers, Psychoanalytikers und Sammlers Carl Laszlo (Pécs 1923 – Basel 2013), herausgegeben von Edition Panderma, Basel, in den Jahren 1960, 1965 und 1977. Die drei Bände versammeln insgesamt etwa 180 Originalwerke und bilden einen dichten Überblick über die europäische Avantgarde der 1950er bis 1970er Jahre — mit Beiträgen von unter anderem Lucio Fontana, Piero Manzoni, Enrico Castellani, Heinz Mack, Otto Piene, Bridget Riley, Günter Fruhtrunk, Meret Oppenheim, Bruno Munari, Hans Arp und Victor Vasarely. Mehrere dieser Beiträge markieren Wendepunkte im Werk der beteiligten Künstler: Castellanis Blatt gilt als sein erstes dokumentiertes grafisches Werk, und Manzonis Achrome als einziges Multiple, das der Künstler jemals realisierte. Seine Aufnahme im dritten Band verortet Tschnikels Beitrag fest in diesem internationalen avantgardistischen Kanon, während die konstruktivistische Tradition der Kölner Progressiven in die zweite Hälfte des Jahrhunderts fortgeführt wird.
Zustand: sehr guter archivalischer Zustand, mit einer leichten Biegung an der linken Seite und einem sehr kleinen Fleck auf dem Papier (siehe Fotos).
Provenienz: Edition Panderma, Carl Laszlo, Basel — Galerie von Bartha, Basel — Private Sammlung, Basel.

