Theodor Maassen (1817-1886), Zuschreibung: - Mönch und Pilger






Über 30 Jahre Erfahrung als Kunsthändler, Gutachter und Restaurator.
Käuferschutz auf Catawiki
Ihre Zahlung wird von uns sicher verwahrt, bis Sie Ihr Objekt erhalten.Details ansehen
Trustpilot 4.4 | 138242 Bewertungen
Auf Trustpilot als hervorragend bewertet.
Mönch und Pilger, ein romantisches Ölgemälde aus dem 19. Jahrhundert von Theodor Maassen (1817–1886), 1835 in Deutschland geschaffen, Öl auf Leinwand, 52,0 × 43,5 cm, guter Zustand, originaler Rahmen, verkauft vom Eigentümer oder Wiederverkäufer.
Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung
Bedeutendes Gemälde der Düsseldorfer Malschule aus Adelsbesitz
Johann Theodor Maassen, auch Maaßen (1817 Aachen - 1886 Düsseldorf)
Mönch und Pilger
Öl auf Leinwand/Karton
52,0 x 43,5 cm
Zustand: wenige Retuschen, an den Rändern partiell ergänzt, kleine Fehlstelle oben rechts
Originalrahmen
Geschichte:
Maassen studierte als Schüler Karl Ferdinand Sohns (1805-1867) an der Düsseldorfer Akademie, wo er zeitweise sein Atelier neben Oswald Achenbach hatte. Er war außerdem Mitglied des Düsseldorfer Malkastens. Der Politiker und Dichter Wolfgang Müller von Königswinter (1816-1873) beschreibt den Maler als Nazarener und Nachfolger der Künstler des Apollinarisberges.
Der preußische Diplomat Atanazy Raczyński (1788-1874) lobte 1838 anlässlich eines Besuchs in Düsseldorf Maassens Gemälde, das in der Quelle mit Ein Mönch und ein Pilger in einer Landschaft betitelt wird, als „außerordentlich fleißig ausgeführtes Bild“.
Raczyński, der in Berlin seit 1834 Unter den Linden 21 das gleichnamige Palais Raczyński inklusive Galerie führte (an selbiger Stelle steht heute das Reichstagsgebäude), hatte sich zu seiner Zeit sowohl als Sammler als auch Verfasser kunsthistorischer Schriften einen Namen gemacht. Zweifelsfrei bezieht sich diese Quelle auf das hier vorgestellte Werk.
Auch im Allgemeinen Lexikon von Vollmer wird das Bild mit Titel genannt.
Inschrift und Zuschreibung:
Das Gemälde, das auf Leinwand gemalt wurde, ist später auf festen Karton aufgezogen worden. Vermutlich hat man den Klebezettel, der sich damals noch auf der Rückseite der Leinwand befand, durchtrennt und anschließend zu Dokumentationszwecken auf den äußeren, schützenden Karton montiert.
Die Inschrift auf dem Klebezettel lautet, soweit transkribierbar, wie folg:
[…Eigenthum?] Georg Prinz von Preußen/ Weißgekleideter [?] Mönch und Pilger Düsseldorf/ Gemalt von Maßen“.
Die Inschrift bestätigt nicht nur die Autorschaft Maassens, sondern legt nahe, dass es sich bei dem ehemaligen Besitzer des Bildes um Friedrich Wilhelm Georg Ernst Prinz von Preußen (1826 Schloss Jägerhof bei Düsseldorf - 1902 Berlin) handelt. Der preußische General der Kavallerie und Schriftsteller galt als äußerst kunstaffin und war außerdem Protektor des Historischen Museums der Stadt Düsseldorf. Zieht man Autografen im Handel zum Vergleich heran, könnte es sich durchaus um einen eigenhändigen Besitzvermerk des Prinzen handeln.
Bedeutung und Interpretation:
Das Gemälde verkörpert in seiner Hinwendung zur Malerei der frühen italienischen Renaissance, in der klar gegliederten Komposition, der leuchtenden Farbigkeit und der religiösen Thematik exemplarisch die Ideale der Nazarener. Die Künstlergemeinschaft erstrebte eine Erneuerung des Menschen im Geiste des Christentums und hoffte, diese durch die Rückbesinnung auf die Kunst der Alten Meister zu erreichen.
Sinnbildlich verdichtet sich dieses Programm in der Begegnung von Pilger und Mönch vor einem Grab. Der suchende Wanderer trifft auf den Mann des Glaubens, der seine innere Heimat bereits in Gott gefunden hat. Mit ruhiger Geste lenkt dieser den Blick des Pilgers auf ein verwildertes Grab vor einer Einsiedelei und verweist damit auf den Tod als letzten und entscheidenden Bezugspunkt menschlicher Existenz. An ihm entzündet sich die Frage nach Sinn und Bestimmung des Daseins.
Dabei wahrt das Kunstwerk bewusst seine Offenheit. Es gibt keine eindeutigen Antworten, sondern eröffnet einen stillen Dialog – nicht allein zwischen den beiden Figuren, sondern ebenso zwischen dem Bild und seinem Betrachter.
Literatur:
Johannes Fey: Zur Geschichte Aachener Maler des 19. Jahrhunderts. In: Aus Aachens Vorzeit. Mitteilungen des Aachener Vereins für Kunde der Vorzeit. Nr. 4/8, Kommissions-Verlag der Cremer’schen Buchhandlung, Aachen 1897, S. 73.
Karl Woermann: In der Ecke, welcher dieser Flügel (Anmerkung: längs des Rheines) mit dem Flügel des Ständehauses bildet, waren oben die Ateliers von Massen (hier handelt es sich um: Theodor Maassen) und Prof. Oswald Achenbach (zum Glücke eben leer stehend) …. In: Zur Geschichte der Düsseldorfer Kunstakademie: Abriß ihres letzten Jahrzehnts und Denkschrift zur Einweihungsfeier des Neubaus. Voss, Düsseldorf, 1880, S. 10.
Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 23: Leitenstorfer–Mander. E. A. Seemann, Leipzig 1929, S. 502.
Bedeutendes Gemälde der Düsseldorfer Malschule aus Adelsbesitz
Johann Theodor Maassen, auch Maaßen (1817 Aachen - 1886 Düsseldorf)
Mönch und Pilger
Öl auf Leinwand/Karton
52,0 x 43,5 cm
Zustand: wenige Retuschen, an den Rändern partiell ergänzt, kleine Fehlstelle oben rechts
Originalrahmen
Geschichte:
Maassen studierte als Schüler Karl Ferdinand Sohns (1805-1867) an der Düsseldorfer Akademie, wo er zeitweise sein Atelier neben Oswald Achenbach hatte. Er war außerdem Mitglied des Düsseldorfer Malkastens. Der Politiker und Dichter Wolfgang Müller von Königswinter (1816-1873) beschreibt den Maler als Nazarener und Nachfolger der Künstler des Apollinarisberges.
Der preußische Diplomat Atanazy Raczyński (1788-1874) lobte 1838 anlässlich eines Besuchs in Düsseldorf Maassens Gemälde, das in der Quelle mit Ein Mönch und ein Pilger in einer Landschaft betitelt wird, als „außerordentlich fleißig ausgeführtes Bild“.
Raczyński, der in Berlin seit 1834 Unter den Linden 21 das gleichnamige Palais Raczyński inklusive Galerie führte (an selbiger Stelle steht heute das Reichstagsgebäude), hatte sich zu seiner Zeit sowohl als Sammler als auch Verfasser kunsthistorischer Schriften einen Namen gemacht. Zweifelsfrei bezieht sich diese Quelle auf das hier vorgestellte Werk.
Auch im Allgemeinen Lexikon von Vollmer wird das Bild mit Titel genannt.
Inschrift und Zuschreibung:
Das Gemälde, das auf Leinwand gemalt wurde, ist später auf festen Karton aufgezogen worden. Vermutlich hat man den Klebezettel, der sich damals noch auf der Rückseite der Leinwand befand, durchtrennt und anschließend zu Dokumentationszwecken auf den äußeren, schützenden Karton montiert.
Die Inschrift auf dem Klebezettel lautet, soweit transkribierbar, wie folg:
[…Eigenthum?] Georg Prinz von Preußen/ Weißgekleideter [?] Mönch und Pilger Düsseldorf/ Gemalt von Maßen“.
Die Inschrift bestätigt nicht nur die Autorschaft Maassens, sondern legt nahe, dass es sich bei dem ehemaligen Besitzer des Bildes um Friedrich Wilhelm Georg Ernst Prinz von Preußen (1826 Schloss Jägerhof bei Düsseldorf - 1902 Berlin) handelt. Der preußische General der Kavallerie und Schriftsteller galt als äußerst kunstaffin und war außerdem Protektor des Historischen Museums der Stadt Düsseldorf. Zieht man Autografen im Handel zum Vergleich heran, könnte es sich durchaus um einen eigenhändigen Besitzvermerk des Prinzen handeln.
Bedeutung und Interpretation:
Das Gemälde verkörpert in seiner Hinwendung zur Malerei der frühen italienischen Renaissance, in der klar gegliederten Komposition, der leuchtenden Farbigkeit und der religiösen Thematik exemplarisch die Ideale der Nazarener. Die Künstlergemeinschaft erstrebte eine Erneuerung des Menschen im Geiste des Christentums und hoffte, diese durch die Rückbesinnung auf die Kunst der Alten Meister zu erreichen.
Sinnbildlich verdichtet sich dieses Programm in der Begegnung von Pilger und Mönch vor einem Grab. Der suchende Wanderer trifft auf den Mann des Glaubens, der seine innere Heimat bereits in Gott gefunden hat. Mit ruhiger Geste lenkt dieser den Blick des Pilgers auf ein verwildertes Grab vor einer Einsiedelei und verweist damit auf den Tod als letzten und entscheidenden Bezugspunkt menschlicher Existenz. An ihm entzündet sich die Frage nach Sinn und Bestimmung des Daseins.
Dabei wahrt das Kunstwerk bewusst seine Offenheit. Es gibt keine eindeutigen Antworten, sondern eröffnet einen stillen Dialog – nicht allein zwischen den beiden Figuren, sondern ebenso zwischen dem Bild und seinem Betrachter.
Literatur:
Johannes Fey: Zur Geschichte Aachener Maler des 19. Jahrhunderts. In: Aus Aachens Vorzeit. Mitteilungen des Aachener Vereins für Kunde der Vorzeit. Nr. 4/8, Kommissions-Verlag der Cremer’schen Buchhandlung, Aachen 1897, S. 73.
Karl Woermann: In der Ecke, welcher dieser Flügel (Anmerkung: längs des Rheines) mit dem Flügel des Ständehauses bildet, waren oben die Ateliers von Massen (hier handelt es sich um: Theodor Maassen) und Prof. Oswald Achenbach (zum Glücke eben leer stehend) …. In: Zur Geschichte der Düsseldorfer Kunstakademie: Abriß ihres letzten Jahrzehnts und Denkschrift zur Einweihungsfeier des Neubaus. Voss, Düsseldorf, 1880, S. 10.
Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 23: Leitenstorfer–Mander. E. A. Seemann, Leipzig 1929, S. 502.
