William-Adolphe Bouguereau (1825-1905), After - Madonna mit Kind

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Giulia Santoro
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Madonna mit Kind, Ölgemälde nach William-Adolphe Bouguereau, 1910–1920, Niederlande, gerahmt, 47 × 40 cm.

KI-gestützte Zusammenfassung

Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung

Vermutlich Öl auf Holz oder andere Technik (ich bin kein Experte)

Italienische oder Französische Schule.

Wohl Relikt aus der Kaiserzeit Österreich Ungarn Monarchie

Bildgrösse mit ca Rahmen: 47 cm x 40 cm

Maße können abweichen da sie mit der IPhone App abgemessen wurden.

Jan Fransz – Madonna mit dem Christuskind nach William-Adolphe Bouguereau „Virgin and Child“ von 1888 – Historisierendes religiöses Ölgemälde mit repräsentativem Schwarz-Gold-Rahmen

Bei dem vorliegenden Objekt handelt es sich um ein gerahmtes religiöses Ölgemälde mit der Darstellung der thronenden Madonna und des Christuskindes, das unten rechts mit „Jan Fransz“ signiert ist beziehungsweise nach Angabe des Besitzers entsprechend zu lesen ist.

Von besonderer kunsthistorischer Bedeutung ist die eindeutige beziehungsweise sehr weitgehende Beziehung der Komposition zu William-Adolphe Bouguereaus Gemälde „Virgin and Child“ von 1888. Das heute in der Art Gallery of South Australia befindliche Original zeigt Maria in nahezu identischer Haltung auf einem reich ornamentierten Thron, in dunklem Gewand, mit dem nackten Jesuskind auf dem Schoß. Auch die ausgestreckten Arme des Kindes, die Haltung der Hände Mariens, die beiden Nimben und die vertikale Gesamtkomposition stimmen mit der Vorlage auffallend überein. Das Original Bouguereaus wurde 1888 in Paris als Öl auf Leinwand geschaffen.

Das vorliegende Werk ist deshalb kunsthistorisch am sinnvollsten als „nach William-Adolphe Bouguereau“ beziehungsweise als Bouguereau-Rezeption / Bouguereau-Kopie zu bezeichnen.

Eine eigenhändige Ausführung durch Bouguereau ist selbstverständlich nicht anzunehmen. Ebenso sollte die Signatur „Jan Fransz“ nicht ohne weitere Nachweise mit dem niederländischen Barockmaler Jan Franse Verzijl gleichgesetzt werden. Die stilistische und ikonografische Abhängigkeit von dem 1888 entstandenen Bouguereau-Gemälde ist hierfür der wesentlich wichtigere Befund.

Künstler- und Motivhistorie: William-Adolphe Bouguereaus „Virgin and Child“

William-Adolphe Bouguereau (1825–1905) gehört zu den bedeutendsten Vertretern der französischen akademischen Malerei des 19. Jahrhunderts.

Seine religiösen Darstellungen verbinden eine hochgradig kontrollierte akademische Maltechnik mit idealisierten menschlichen Figuren, einer weich modellierten Hautbehandlung und einer bewusst veredelten, beinahe überirdischen Auffassung christlicher Themen.

Das hier relevante Gemälde „Virgin and Child“ entstand 1888. Es befindet sich heute in der Art Gallery of South Australia in Adelaide. Das Museum gibt als Technik Öl auf Leinwand an und nennt eine Bildgröße von 176 × 102,8 cm. Das Original ist oben links mit „W BOUGUEREAU, 1888“ signiert und datiert.

Die Vorlage ist damit für die Datierung des vorliegenden Werkes von zentraler Bedeutung.

Das vorliegende Bild kann nicht vor 1888 entstanden sein, wenn es tatsächlich diese konkrete Komposition nachahmt.

Damit ist eine Datierung in die Zeit des niederländischen Barockmalers Jan Franse Verzijl um 1630 bis 1640 ausgeschlossen, unabhängig davon, wie die Signatur „Jan Fransz“ gelesen wird.

Katalogische Identifikation der Vorlage

Die Übereinstimmung mit Bouguereaus „Virgin and Child“ von 1888 ist besonders deutlich.

Die wesentlichen kompositorischen Merkmale sind:

Maria sitzt zentral auf einem reich gestalteten Thron.

Ihr Körper wird durch ein langes dunkles Gewand nahezu vollständig umhüllt.

Das Gesicht ist leicht gesenkt und besitzt den für Bouguereau typischen idealisierten, sanften Ausdruck.

Das nackte Jesuskind sitzt auf ihrem Schoß.

Die Arme des Kindes sind seitlich ausgestreckt.

Die rechte und linke Hand Mariens greifen unterstützend um den Körper des Kindes.

Hinter den Köpfen befinden sich goldfarbene Nimben.

Der Thron besitzt seitliche, ornamentierte Architekturteile.

Die gesamte Komposition ist streng vertikal und symmetrisch aufgebaut.

Diese Übereinstimmungen sind so spezifisch, dass von einer bloßen allgemeinen Ähnlichkeit des Themas „Madonna mit Kind“ nicht gesprochen werden sollte.

Es handelt sich vielmehr um eine direkte motivische Übernahme beziehungsweise Nachschöpfung nach Bouguereaus Komposition.

Physikalische Beschaffenheit

Das Objekt besteht aus einer rechteckigen Bildfläche mit einem aufwendig ausgeführten historischen beziehungsweise historisierenden Rahmen.

Die sichtbare Bildfläche besitzt ein Hochformat.

Das Gemälde ist von einem breiten, mehrstufig profilierten Rahmen eingefasst. Außen dominiert ein tiefes Schwarz, während die inneren Profile in Gold beziehungsweise goldbraunen Holztönen ausgeführt sind.

Die Kombination aus Schwarz und Gold verstärkt den sakralen und repräsentativen Charakter der Darstellung.

Die Bildoberfläche erscheint auf der vorliegenden Fotografie matt bis leicht glänzend und zeigt deutliche altersbedingte beziehungsweise oberflächenbedingte Unregelmäßigkeiten.

Eine sichere Aussage über den ursprünglichen Bildträger ist anhand der Frontaufnahme allein nicht möglich.

Es könnte sich um Leinwand auf Keilrahmen handeln; eine abschließende Bestimmung wäre anhand der Rückseite vorzunehmen.

Analyse der künstlerischen Besetzung

Maria als zentrale Bildfigur

Maria bildet das absolute Zentrum der Komposition.

Sie sitzt frontal auf dem Thron und nimmt nahezu die gesamte vertikale Bildachse ein.

Das dunkle Gewand ist dabei nicht nur Kleidungsstück, sondern ein bewusst eingesetztes kompositorisches Mittel. Die dunkle Fläche bildet den Hintergrund für das wesentlich hellere Jesuskind und lenkt den Blick des Betrachters unmittelbar auf die Mutter-Kind-Gruppe.

Die Gesichtszüge sind weich, idealisiert und bewusst frei von starkem individuellem Porträtcharakter.

Diese Idealisierung ist charakteristisch für die akademische religiöse Malerei Bouguereaus.

Das Christuskind

Das nackte Jesuskind bildet den hellsten Bereich der Komposition.

Die Arme sind weit ausgebreitet und vermitteln eine Geste zwischen Begrüßung, Präsentation und Segnung.

Besonders auffällig ist die naturalistische Behandlung des kindlichen Körpers.

Das Kind besitzt keine mittelalterlich stilisierte Anatomie. Stattdessen wird der Körper mit weichen Rundungen, plastischer Modellierung und einer nahezu porzellanartigen Hautwirkung dargestellt.

Gerade diese Behandlung ist ein wesentliches Merkmal der Bouguereau-Rezeption.

Die Nimben

Maria und Jesus werden durch goldfarbene Heiligenscheine ausgezeichnet.

Die Nimben sind relativ schlicht gehalten und nicht mit der flächigen Goldgrundtechnik mittelalterlicher Ikonen zu verwechseln.

Sie sind vielmehr in die malerische Gesamtkomposition integriert und unterstützen die akademisch-religiöse Bildsprache.

Der Thron

Der Thron ist eines der wichtigsten kompositorischen Elemente.

Er besitzt zwei hohe seitliche Begrenzungen, die mit kleinen farbigen beziehungsweise juwelenartig wirkenden geometrischen Feldern verziert sind.

Diese Gestaltung ist besonders bemerkenswert, weil auch Bouguereaus Original von 1888 einen reich ornamentierten Thron verwendet.

Die Thronarchitektur verleiht der Madonna eine königliche Würde.

Maria erscheint damit nicht lediglich als Mutter, sondern als Regina Caeli, als himmlische Königin.

Die architektonische Strenge des Thrones kontrastiert mit der weichen Modellierung der menschlichen Figuren.

Ikonografie und kunsthistorische Einordnung

Die Darstellung gehört zum klassischen Themenbereich der Madonna mit dem Christuskind.

Allerdings handelt es sich bei der vorliegenden Komposition nicht um eine beliebige traditionelle Madonnendarstellung.

Die konkrete Bildlösung geht auf Bouguereaus akademische Interpretation des Themas zurück.

Bouguereau verband im 19. Jahrhundert die traditionelle christliche Ikonografie mit der Ästhetik der französischen Salonmalerei.

Dadurch entstand eine Form religiöser Kunst, die zugleich sakral, idealisiert und ausgesprochen repräsentativ wirkt.

Das vorliegende Bild übernimmt diese ästhetischen Prinzipien.

Es ist deshalb nicht als mittelalterliche Ikone oder als barockes Original zu verstehen, sondern als spätere historisierende Rezeption der französischen akademischen Malerei des 19. Jahrhunderts.

Stilistische Einordnung: Bouguereau und die akademische Malerei

Die stilistische Nähe zu Bouguereau ist der entscheidende kunsthistorische Befund.

William-Adolphe Bouguereau gehörte zur französischen akademischen Tradition und wurde für seine technisch äußerst kontrollierte Malweise, idealisierte Figuren und religiösen sowie mythologischen Themen berühmt.

Seine religiösen Werke waren vielfach von einer idealisierten Schönheit geprägt.

Die Art Gallery of South Australia datiert das Original „Virgin and Child“ auf 1888 und führt es ausdrücklich als Öl auf Leinwand.

Das vorliegende Gemälde übernimmt gerade jene Merkmale, die für Bouguereaus religiöse Bildwelt charakteristisch sind:

Die idealisierte Mutter

Das weich modellierte Kind

Die glatte akademische Figurenauffassung

Der dunkle Marienmantel

Die goldenen Nimben

Die symmetrische Thronkomposition

Die Verbindung von christlicher Ikonografie und repräsentativer akademischer Ästhetik

Die Vorlage „Virgin and Child“ von 1888

Die Identifikation der Vorlage ist besonders wichtig für die Beschreibung.

Das Original Bouguereaus befindet sich heute in Adelaide und ist dort mit vollständigen technischen Daten dokumentiert. Es wurde 1888 in Paris geschaffen und misst 176 × 102,8 cm. Der originale Rahmen misst 224,5 × 150 × 18 cm.

Damit lässt sich das vorliegende Bild eindeutig in eine Bouguereau-Rezeption nach 1888 einordnen.

Interessanterweise ist die Nachahmung von Bouguereaus religiösen Bildern kunsthistorisch keineswegs ungewöhnlich. Auch heute werden Werke ausdrücklich als „after William-Adolphe Bouguereau“ gehandelt. Ein 2025 versteigertes Ölbild „Virgin and Child“ wurde beispielsweise ausdrücklich als „After William-Adolphe Bouguereau“ katalogisiert und mit einer Schätzung von 200 bis 300 US-Dollar versehen.

Ein weiteres nach Bouguereau ausgeführtes religiöses Ölgemälde wurde bei DuMouchelles als spätes 20. Jahrhundert katalogisiert und mit 250 bis 450 US-Dollar geschätzt.

Diese Vergleichswerte sind für die Marktanalyse des vorliegenden Objektes sehr relevant.

Signatur „Jan Fransz“

Die Signatur am unteren rechten Rand lautet nach der vorliegenden Angabe „Jan Fransz“.

Hier ist eine wichtige kunsthistorische Differenzierung notwendig.

Es gibt einen historischen niederländischen Maler Jan Franse Verzijl, dessen Namensvarianten unter anderem „Jan Fransz. Verzijl“ umfassen. Dieser Künstler arbeitete im 17. Jahrhundert und ist als niederländischer Maler dokumentiert.

Das vorliegende Gemälde sollte dennoch nicht diesem Künstler zugeschrieben werden.

Der Grund ist nicht lediglich stilistischer Natur.

Die konkrete Komposition folgt einem Werk Bouguereaus von 1888. Eine eigenhändige Entstehung durch einen 1647 verstorbenen Maler wäre daher ausgeschlossen.

Die Signatur „Jan Fransz“ ist folglich als Signatur des auf dem vorliegenden Werk genannten Malers beziehungsweise Kopisten zu behandeln, solange nicht durch weitere Dokumente nachgewiesen werden kann, dass es sich um eine andere historische Künstleridentität handelt.

Das ist die wissenschaftlich wesentlich sauberere Lösung.

Datierung und Kontext

Die wichtigste Datierungsgrenze ergibt sich unmittelbar aus der Vorlage.

Da Bouguereaus „Virgin and Child“ erst 1888 entstand, kann das vorliegende Gemälde nicht früher als 1888 entstanden sein, sofern die Identifikation als Nachschöpfung dieses konkreten Werkes zutrifft.

Eine genaue Datierung des vorliegenden Exemplars ist anhand der Frontaufnahme jedoch nicht möglich.

Stilistisch erscheint eine Einordnung in den Bereich spätes 19. Jahrhundert bis frühes 20. Jahrhundert durchaus plausibel, wobei auch eine spätere historisierende Ausführung nicht ausgeschlossen werden kann.

Der Rahmen wirkt seiner Gestaltung nach ebenfalls historisierend und könnte zeitlich für eine ältere Entstehung beziehungsweise eine spätere Rahmung sprechen.

Eine präzisere Datierung wäre erst nach Untersuchung von Bildträger, Keilrahmen, Nägeln, Rückseite, Grundierung, Firnis und gegebenenfalls Pigmenten möglich.

Rückseite als Sekundärquelle

Die Rückseite ist für dieses Objekt von außergewöhnlicher Bedeutung.

Dort könnten sich Hinweise auf den Maler, einen Kunsthändler, eine Galerie, eine Ausstellung, einen Sammler oder eine frühere Restaurierung befinden.

Insbesondere wäre nach niederländischen, belgischen, französischen oder deutschen Händleretiketten Ausschau zu halten.

Auch handschriftliche Bezeichnungen wie „Bouguereau“, „Jan Fransz“, „Madonna“, „Virgin and Child“ oder ein altes Inventarzeichen könnten bei der Rekonstruktion der Provenienz hilfreich sein.

Ohne Rückseitenfoto sollte deshalb keine definitive Datierung auf ein bestimmtes Jahrzehnt vorgenommen werden.

Materialzustand und sammlerische Bewertung

Der sichtbare Zustand ist insgesamt als gut bis altersentsprechend gut einzuschätzen.

Die Oberfläche besitzt eine gewisse Patina und weist kleinere Unregelmäßigkeiten auf.

Im dunklen Hintergrund und insbesondere in den braunen Bereichen sind zahlreiche kleine Punkte und Unebenheiten erkennbar.

Diese können unterschiedliche Ursachen haben, beispielsweise gealterter Firnis, Verschmutzung, Craquelé, Retuschen oder fotografische Artefakte.

Eine genaue restauratorische Zustandsbeschreibung ist anhand der vorliegenden Fotografie nicht möglich.

Größere Fehlstellen der Malschicht sind nicht offensichtlich.

Rahmenzustand

Der Rahmen ist ein wesentlicher Bestandteil der Gesamtwirkung.

Er besteht aus einem breiten schwarzen Außenprofil und mehreren goldfarbenen Innenprofilen.

Diese Kombination entspricht der repräsentativen Rahmung religiöser und akademischer Gemälde und verstärkt den Eindruck eines kleinen Hausaltars beziehungsweise Andachtsbildes.

Der Rahmen weist altersbedingte Gebrauchsspuren auf, erscheint jedoch insgesamt stabil.

Sein dekorativer Wert ist höher einzuschätzen als bei einem einfachen modernen Standardrahmen.

Kulturhistorische Bedeutung

Das vorliegende Werk dokumentiert die enorme Wirkung der französischen akademischen Malerei auf die religiöse Kunstproduktion nach der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Bouguereaus religiöse Gemälde verbanden traditionelle christliche Bildthemen mit einer damals hochmodernen akademischen Perfektion.

Das vorliegende Bild zeigt, wie stark diese Bildsprache über die Grenzen Frankreichs hinaus wirkte.

Besonders interessant ist dabei die Übernahme einer sehr konkreten Komposition und nicht lediglich des allgemeinen Motivs „Madonna mit Kind“.

Das Werk besitzt somit eine doppelte kulturhistorische Bedeutung:

Es ist einerseits ein religiöses Andachtsbild.

Andererseits ist es ein Dokument der Rezeption und Verbreitung der Bouguereau-Ästhetik.

Erhaltungszustand

Gemälde: Gut bis altersentsprechend gut erhalten nach fotografischem Eindruck.

Malschicht: Kleinere Unregelmäßigkeiten beziehungsweise Alterungsspuren sichtbar; keine eindeutigen großflächigen Fehlstellen erkennbar.

Oberfläche: Patiniert beziehungsweise gealtert wirkend.

Signatur: Unten rechts vorhanden, nach Angabe „Jan Fransz“.

Rahmen: Aufwendig gestaltet, altersentsprechende Gebrauchsspuren.

Rückseite: Nicht dokumentiert und daher hinsichtlich Provenienz und Materialaufbau noch offen.

Insgesamt handelt es sich um ein ästhetisch sehr wirkungsvolles, sammelwürdiges religiöses Gemälde, dessen besonderer Reiz aus der direkten Verbindung mit einem bekannten Werk Bouguereaus entsteht.

Marktwert-Analyse und Ausblick 2026

Der Marktwert muss hier sehr differenziert betrachtet werden.

Der entscheidende Punkt ist:

Es handelt sich nach dem derzeitigen Befund nicht um ein Original von William-Adolphe Bouguereau.

Der Markt unterscheidet sehr deutlich zwischen einem eigenhändigen Werk des französischen Meisters und einem Werk „nach Bouguereau“.

Ein echtes Bouguereau-Gemälde bewegt sich in einer völlig anderen Preisklasse. Sotheby’s dokumentiert beispielsweise, dass Bouguereaus religiöses Gemälde „Oro Pro Nobis“ 2019 für 680.000 US-Dollar verkauft wurde.

Eine Nachschöpfung dagegen wird wesentlich niedriger bewertet. Ein 2025 angebotenes „After William-Adolphe Bouguereau“ mit dem Titel „Virgin and Child“ wurde beispielsweise mit 200 bis 300 US-Dollar geschätzt.

Damit liegt das vorliegende Objekt wertmäßig klar in der zweiten Kategorie.

Wertbestimmende Faktoren

Vorlage: Sehr hoch einzuschätzen, da es sich um ein klar identifizierbares Werk Bouguereaus handelt.

Künstlerische Ausführung: Auf dem Foto überzeugend und dekorativ, aber ohne wissenschaftlichen Nachweis einer bedeutenden Künstlerpersönlichkeit.

Signatur: „Jan Fransz“, interessant, aber derzeit keiner eindeutig identifizierten Künstlerbiografie zugeordnet.

Motiv: Sehr attraktiv und international bekannt.

Rahmen: Überdurchschnittlich dekorativ und für die Präsentation wertsteigernd.

Zustand: Gut bis altersentsprechend gut nach Foto.

Provenienz: Nicht bekannt.

Datierung: Nach 1888; genauer derzeit nicht sicher.

„Jan Fransz – Madonna mit dem Christuskind, nach William-Adolphe Bouguereaus ‚Virgin and Child‘ von 1888 – historisierendes Ölgemälde mit dekorativem Schwarz-Gold-Rahmen“

Die Bezeichnung „nach Bouguereau“ ist hier besonders wichtig, weil die konkrete Vorlage identifizierbar ist.

Der Hinweis auf das Originalwerk erhöht die kunsthistorische Aussagekraft des Objektes erheblich, ohne eine unzulässige Zuschreibung vorzunehmen.

Zusammenfassung für das Archiv

Dieses Objekt ist ein bemerkenswertes Beispiel für die Rezeption der französischen akademischen Sakralkunst des späten 19. Jahrhunderts.

Die dargestellte Madonna mit dem Christuskind folgt in Komposition und Figurenanordnung sehr eng William-Adolphe Bouguereaus „Virgin and Child“ von 1888, das sich heute in der Art Gallery of South Australia befindet. Das Original ist dort als Öl auf Leinwand dokumentiert und mit „W BOUGUEREAU, 1888“ signiert.

Das vorliegende Gemälde ist daher eindeutig in die Tradition der Bouguereau-Rezeption einzuordnen.

Die Signatur „Jan Fransz“ ist ein eigenständiger Befund und sollte nicht mit dem niederländischen Barockmaler Jan Franse Verzijl gleichgesetzt werden. Der historische Verzijl lebte im 17. Jahrhundert und ist unter verschiedenen Namensformen, darunter Jan Fransz. Verzijl, dokumentiert. Die konkrete Bouguereau-Vorlage von 1888 schließt jedoch eine eigenhändige Entstehung des vorliegenden Motivs durch diesen Barockmaler aus.

Der besondere Wert des Objektes liegt deshalb in der klar erkennbaren kunsthistorischen Vorlage, der dekorativen akademischen Ausführung, der vorhandenen Signatur und dem repräsentativen historischen Rahmen.

Titel: „Madonna mit dem Christuskind“ nach William-Adolphe Bouguereaus „Virgin and Child“ von 1888

Künstler: Jan Fransz, signiert unten rechts; Künstleridentität derzeit nicht abschließend geklärt

Vorlage: William-Adolphe Bouguereau, „Virgin and Child“, 1888, Art Gallery of South Australia

Technik: vermutlich Öl auf Leinwand beziehungsweise textilem Bildträger

Datierung: nach 1888, stilistisch vermutlich spätes 19. bis frühes 20. Jahrhundert beziehungsweise spätere historisierende Ausführung; genaue Datierung offen

Rahmung: repräsentativer Schwarz-Gold-Rahmen

Zustand: gut bis altersentsprechend gut nach fotografischem Eindruck

Besonderheit: nahezu unmittelbare motivische Übernahme von Bouguereaus „Virgin and Child“ von 1888

Fazit

Die wichtigste Erkenntnis bei diesem Objekt ist nicht die Signatur allein, sondern die identifizierbare Vorlage.

Das Bild ist nachweislich nicht 17. Jahrhundert, wenn es sich um die von dir gezeigte Komposition handelt. Die konkrete Bildlösung stammt von Bouguereau aus dem Jahr 1888.

Damit ist die richtige kunsthistorische Kette:

William-Adolphe Bouguereau → „Virgin and Child“, 1888 → spätere Nachschöpfung/Kopie → signiert „Jan Fransz“.

Das ist wesentlich belastbarer als meine beiden vorherigen Einordnungen.

Beachten Sie betreffend der Beurteilung der Maße vor allem die Fotos (habe die Maße oftmals mit Maßband fotografiert). Die Maße sind durch die elektronische Verarbeitung oftmals ungenau und manchmal falsch in der Beschreibung extrahiert - bitte erkundigen Sie sich vor dem Kauf nochmal, wenn Ihnen exakte Maße auf den Milimeter oder Zentimeter genau, sehr wichtig sind.

Beachten Sie, dass alle Angaben zur Zeitlichen Einordnung dieses Werkes nach bestem Wissen gemacht wurden, aber keine Garantie und Anspruch auf Richtigkeit und Exaktheit abgegeben werden kann. Eine 100%ige Sicherheit würde nur eine Materialanalyse erlangen. Bieten Sie nur, wenn Sie ausreichend Expertise besitzen um anhand der bereitgestellten Fotos selbst eine korrekte zeitliche Einordnung treffen Können. Der Verkäufer und auch die Catawiki Experten übernehmen keine Haftung für eine falsche zeitliche Einordnung. Deshalb betrachten Sie ausschließlich die Fotos als maßgeblich relevante Beschreibungsmerkmale.

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Vermutlich Öl auf Holz oder andere Technik (ich bin kein Experte)

Italienische oder Französische Schule.

Wohl Relikt aus der Kaiserzeit Österreich Ungarn Monarchie

Bildgrösse mit ca Rahmen: 47 cm x 40 cm

Maße können abweichen da sie mit der IPhone App abgemessen wurden.

Jan Fransz – Madonna mit dem Christuskind nach William-Adolphe Bouguereau „Virgin and Child“ von 1888 – Historisierendes religiöses Ölgemälde mit repräsentativem Schwarz-Gold-Rahmen

Bei dem vorliegenden Objekt handelt es sich um ein gerahmtes religiöses Ölgemälde mit der Darstellung der thronenden Madonna und des Christuskindes, das unten rechts mit „Jan Fransz“ signiert ist beziehungsweise nach Angabe des Besitzers entsprechend zu lesen ist.

Von besonderer kunsthistorischer Bedeutung ist die eindeutige beziehungsweise sehr weitgehende Beziehung der Komposition zu William-Adolphe Bouguereaus Gemälde „Virgin and Child“ von 1888. Das heute in der Art Gallery of South Australia befindliche Original zeigt Maria in nahezu identischer Haltung auf einem reich ornamentierten Thron, in dunklem Gewand, mit dem nackten Jesuskind auf dem Schoß. Auch die ausgestreckten Arme des Kindes, die Haltung der Hände Mariens, die beiden Nimben und die vertikale Gesamtkomposition stimmen mit der Vorlage auffallend überein. Das Original Bouguereaus wurde 1888 in Paris als Öl auf Leinwand geschaffen.

Das vorliegende Werk ist deshalb kunsthistorisch am sinnvollsten als „nach William-Adolphe Bouguereau“ beziehungsweise als Bouguereau-Rezeption / Bouguereau-Kopie zu bezeichnen.

Eine eigenhändige Ausführung durch Bouguereau ist selbstverständlich nicht anzunehmen. Ebenso sollte die Signatur „Jan Fransz“ nicht ohne weitere Nachweise mit dem niederländischen Barockmaler Jan Franse Verzijl gleichgesetzt werden. Die stilistische und ikonografische Abhängigkeit von dem 1888 entstandenen Bouguereau-Gemälde ist hierfür der wesentlich wichtigere Befund.

Künstler- und Motivhistorie: William-Adolphe Bouguereaus „Virgin and Child“

William-Adolphe Bouguereau (1825–1905) gehört zu den bedeutendsten Vertretern der französischen akademischen Malerei des 19. Jahrhunderts.

Seine religiösen Darstellungen verbinden eine hochgradig kontrollierte akademische Maltechnik mit idealisierten menschlichen Figuren, einer weich modellierten Hautbehandlung und einer bewusst veredelten, beinahe überirdischen Auffassung christlicher Themen.

Das hier relevante Gemälde „Virgin and Child“ entstand 1888. Es befindet sich heute in der Art Gallery of South Australia in Adelaide. Das Museum gibt als Technik Öl auf Leinwand an und nennt eine Bildgröße von 176 × 102,8 cm. Das Original ist oben links mit „W BOUGUEREAU, 1888“ signiert und datiert.

Die Vorlage ist damit für die Datierung des vorliegenden Werkes von zentraler Bedeutung.

Das vorliegende Bild kann nicht vor 1888 entstanden sein, wenn es tatsächlich diese konkrete Komposition nachahmt.

Damit ist eine Datierung in die Zeit des niederländischen Barockmalers Jan Franse Verzijl um 1630 bis 1640 ausgeschlossen, unabhängig davon, wie die Signatur „Jan Fransz“ gelesen wird.

Katalogische Identifikation der Vorlage

Die Übereinstimmung mit Bouguereaus „Virgin and Child“ von 1888 ist besonders deutlich.

Die wesentlichen kompositorischen Merkmale sind:

Maria sitzt zentral auf einem reich gestalteten Thron.

Ihr Körper wird durch ein langes dunkles Gewand nahezu vollständig umhüllt.

Das Gesicht ist leicht gesenkt und besitzt den für Bouguereau typischen idealisierten, sanften Ausdruck.

Das nackte Jesuskind sitzt auf ihrem Schoß.

Die Arme des Kindes sind seitlich ausgestreckt.

Die rechte und linke Hand Mariens greifen unterstützend um den Körper des Kindes.

Hinter den Köpfen befinden sich goldfarbene Nimben.

Der Thron besitzt seitliche, ornamentierte Architekturteile.

Die gesamte Komposition ist streng vertikal und symmetrisch aufgebaut.

Diese Übereinstimmungen sind so spezifisch, dass von einer bloßen allgemeinen Ähnlichkeit des Themas „Madonna mit Kind“ nicht gesprochen werden sollte.

Es handelt sich vielmehr um eine direkte motivische Übernahme beziehungsweise Nachschöpfung nach Bouguereaus Komposition.

Physikalische Beschaffenheit

Das Objekt besteht aus einer rechteckigen Bildfläche mit einem aufwendig ausgeführten historischen beziehungsweise historisierenden Rahmen.

Die sichtbare Bildfläche besitzt ein Hochformat.

Das Gemälde ist von einem breiten, mehrstufig profilierten Rahmen eingefasst. Außen dominiert ein tiefes Schwarz, während die inneren Profile in Gold beziehungsweise goldbraunen Holztönen ausgeführt sind.

Die Kombination aus Schwarz und Gold verstärkt den sakralen und repräsentativen Charakter der Darstellung.

Die Bildoberfläche erscheint auf der vorliegenden Fotografie matt bis leicht glänzend und zeigt deutliche altersbedingte beziehungsweise oberflächenbedingte Unregelmäßigkeiten.

Eine sichere Aussage über den ursprünglichen Bildträger ist anhand der Frontaufnahme allein nicht möglich.

Es könnte sich um Leinwand auf Keilrahmen handeln; eine abschließende Bestimmung wäre anhand der Rückseite vorzunehmen.

Analyse der künstlerischen Besetzung

Maria als zentrale Bildfigur

Maria bildet das absolute Zentrum der Komposition.

Sie sitzt frontal auf dem Thron und nimmt nahezu die gesamte vertikale Bildachse ein.

Das dunkle Gewand ist dabei nicht nur Kleidungsstück, sondern ein bewusst eingesetztes kompositorisches Mittel. Die dunkle Fläche bildet den Hintergrund für das wesentlich hellere Jesuskind und lenkt den Blick des Betrachters unmittelbar auf die Mutter-Kind-Gruppe.

Die Gesichtszüge sind weich, idealisiert und bewusst frei von starkem individuellem Porträtcharakter.

Diese Idealisierung ist charakteristisch für die akademische religiöse Malerei Bouguereaus.

Das Christuskind

Das nackte Jesuskind bildet den hellsten Bereich der Komposition.

Die Arme sind weit ausgebreitet und vermitteln eine Geste zwischen Begrüßung, Präsentation und Segnung.

Besonders auffällig ist die naturalistische Behandlung des kindlichen Körpers.

Das Kind besitzt keine mittelalterlich stilisierte Anatomie. Stattdessen wird der Körper mit weichen Rundungen, plastischer Modellierung und einer nahezu porzellanartigen Hautwirkung dargestellt.

Gerade diese Behandlung ist ein wesentliches Merkmal der Bouguereau-Rezeption.

Die Nimben

Maria und Jesus werden durch goldfarbene Heiligenscheine ausgezeichnet.

Die Nimben sind relativ schlicht gehalten und nicht mit der flächigen Goldgrundtechnik mittelalterlicher Ikonen zu verwechseln.

Sie sind vielmehr in die malerische Gesamtkomposition integriert und unterstützen die akademisch-religiöse Bildsprache.

Der Thron

Der Thron ist eines der wichtigsten kompositorischen Elemente.

Er besitzt zwei hohe seitliche Begrenzungen, die mit kleinen farbigen beziehungsweise juwelenartig wirkenden geometrischen Feldern verziert sind.

Diese Gestaltung ist besonders bemerkenswert, weil auch Bouguereaus Original von 1888 einen reich ornamentierten Thron verwendet.

Die Thronarchitektur verleiht der Madonna eine königliche Würde.

Maria erscheint damit nicht lediglich als Mutter, sondern als Regina Caeli, als himmlische Königin.

Die architektonische Strenge des Thrones kontrastiert mit der weichen Modellierung der menschlichen Figuren.

Ikonografie und kunsthistorische Einordnung

Die Darstellung gehört zum klassischen Themenbereich der Madonna mit dem Christuskind.

Allerdings handelt es sich bei der vorliegenden Komposition nicht um eine beliebige traditionelle Madonnendarstellung.

Die konkrete Bildlösung geht auf Bouguereaus akademische Interpretation des Themas zurück.

Bouguereau verband im 19. Jahrhundert die traditionelle christliche Ikonografie mit der Ästhetik der französischen Salonmalerei.

Dadurch entstand eine Form religiöser Kunst, die zugleich sakral, idealisiert und ausgesprochen repräsentativ wirkt.

Das vorliegende Bild übernimmt diese ästhetischen Prinzipien.

Es ist deshalb nicht als mittelalterliche Ikone oder als barockes Original zu verstehen, sondern als spätere historisierende Rezeption der französischen akademischen Malerei des 19. Jahrhunderts.

Stilistische Einordnung: Bouguereau und die akademische Malerei

Die stilistische Nähe zu Bouguereau ist der entscheidende kunsthistorische Befund.

William-Adolphe Bouguereau gehörte zur französischen akademischen Tradition und wurde für seine technisch äußerst kontrollierte Malweise, idealisierte Figuren und religiösen sowie mythologischen Themen berühmt.

Seine religiösen Werke waren vielfach von einer idealisierten Schönheit geprägt.

Die Art Gallery of South Australia datiert das Original „Virgin and Child“ auf 1888 und führt es ausdrücklich als Öl auf Leinwand.

Das vorliegende Gemälde übernimmt gerade jene Merkmale, die für Bouguereaus religiöse Bildwelt charakteristisch sind:

Die idealisierte Mutter

Das weich modellierte Kind

Die glatte akademische Figurenauffassung

Der dunkle Marienmantel

Die goldenen Nimben

Die symmetrische Thronkomposition

Die Verbindung von christlicher Ikonografie und repräsentativer akademischer Ästhetik

Die Vorlage „Virgin and Child“ von 1888

Die Identifikation der Vorlage ist besonders wichtig für die Beschreibung.

Das Original Bouguereaus befindet sich heute in Adelaide und ist dort mit vollständigen technischen Daten dokumentiert. Es wurde 1888 in Paris geschaffen und misst 176 × 102,8 cm. Der originale Rahmen misst 224,5 × 150 × 18 cm.

Damit lässt sich das vorliegende Bild eindeutig in eine Bouguereau-Rezeption nach 1888 einordnen.

Interessanterweise ist die Nachahmung von Bouguereaus religiösen Bildern kunsthistorisch keineswegs ungewöhnlich. Auch heute werden Werke ausdrücklich als „after William-Adolphe Bouguereau“ gehandelt. Ein 2025 versteigertes Ölbild „Virgin and Child“ wurde beispielsweise ausdrücklich als „After William-Adolphe Bouguereau“ katalogisiert und mit einer Schätzung von 200 bis 300 US-Dollar versehen.

Ein weiteres nach Bouguereau ausgeführtes religiöses Ölgemälde wurde bei DuMouchelles als spätes 20. Jahrhundert katalogisiert und mit 250 bis 450 US-Dollar geschätzt.

Diese Vergleichswerte sind für die Marktanalyse des vorliegenden Objektes sehr relevant.

Signatur „Jan Fransz“

Die Signatur am unteren rechten Rand lautet nach der vorliegenden Angabe „Jan Fransz“.

Hier ist eine wichtige kunsthistorische Differenzierung notwendig.

Es gibt einen historischen niederländischen Maler Jan Franse Verzijl, dessen Namensvarianten unter anderem „Jan Fransz. Verzijl“ umfassen. Dieser Künstler arbeitete im 17. Jahrhundert und ist als niederländischer Maler dokumentiert.

Das vorliegende Gemälde sollte dennoch nicht diesem Künstler zugeschrieben werden.

Der Grund ist nicht lediglich stilistischer Natur.

Die konkrete Komposition folgt einem Werk Bouguereaus von 1888. Eine eigenhändige Entstehung durch einen 1647 verstorbenen Maler wäre daher ausgeschlossen.

Die Signatur „Jan Fransz“ ist folglich als Signatur des auf dem vorliegenden Werk genannten Malers beziehungsweise Kopisten zu behandeln, solange nicht durch weitere Dokumente nachgewiesen werden kann, dass es sich um eine andere historische Künstleridentität handelt.

Das ist die wissenschaftlich wesentlich sauberere Lösung.

Datierung und Kontext

Die wichtigste Datierungsgrenze ergibt sich unmittelbar aus der Vorlage.

Da Bouguereaus „Virgin and Child“ erst 1888 entstand, kann das vorliegende Gemälde nicht früher als 1888 entstanden sein, sofern die Identifikation als Nachschöpfung dieses konkreten Werkes zutrifft.

Eine genaue Datierung des vorliegenden Exemplars ist anhand der Frontaufnahme jedoch nicht möglich.

Stilistisch erscheint eine Einordnung in den Bereich spätes 19. Jahrhundert bis frühes 20. Jahrhundert durchaus plausibel, wobei auch eine spätere historisierende Ausführung nicht ausgeschlossen werden kann.

Der Rahmen wirkt seiner Gestaltung nach ebenfalls historisierend und könnte zeitlich für eine ältere Entstehung beziehungsweise eine spätere Rahmung sprechen.

Eine präzisere Datierung wäre erst nach Untersuchung von Bildträger, Keilrahmen, Nägeln, Rückseite, Grundierung, Firnis und gegebenenfalls Pigmenten möglich.

Rückseite als Sekundärquelle

Die Rückseite ist für dieses Objekt von außergewöhnlicher Bedeutung.

Dort könnten sich Hinweise auf den Maler, einen Kunsthändler, eine Galerie, eine Ausstellung, einen Sammler oder eine frühere Restaurierung befinden.

Insbesondere wäre nach niederländischen, belgischen, französischen oder deutschen Händleretiketten Ausschau zu halten.

Auch handschriftliche Bezeichnungen wie „Bouguereau“, „Jan Fransz“, „Madonna“, „Virgin and Child“ oder ein altes Inventarzeichen könnten bei der Rekonstruktion der Provenienz hilfreich sein.

Ohne Rückseitenfoto sollte deshalb keine definitive Datierung auf ein bestimmtes Jahrzehnt vorgenommen werden.

Materialzustand und sammlerische Bewertung

Der sichtbare Zustand ist insgesamt als gut bis altersentsprechend gut einzuschätzen.

Die Oberfläche besitzt eine gewisse Patina und weist kleinere Unregelmäßigkeiten auf.

Im dunklen Hintergrund und insbesondere in den braunen Bereichen sind zahlreiche kleine Punkte und Unebenheiten erkennbar.

Diese können unterschiedliche Ursachen haben, beispielsweise gealterter Firnis, Verschmutzung, Craquelé, Retuschen oder fotografische Artefakte.

Eine genaue restauratorische Zustandsbeschreibung ist anhand der vorliegenden Fotografie nicht möglich.

Größere Fehlstellen der Malschicht sind nicht offensichtlich.

Rahmenzustand

Der Rahmen ist ein wesentlicher Bestandteil der Gesamtwirkung.

Er besteht aus einem breiten schwarzen Außenprofil und mehreren goldfarbenen Innenprofilen.

Diese Kombination entspricht der repräsentativen Rahmung religiöser und akademischer Gemälde und verstärkt den Eindruck eines kleinen Hausaltars beziehungsweise Andachtsbildes.

Der Rahmen weist altersbedingte Gebrauchsspuren auf, erscheint jedoch insgesamt stabil.

Sein dekorativer Wert ist höher einzuschätzen als bei einem einfachen modernen Standardrahmen.

Kulturhistorische Bedeutung

Das vorliegende Werk dokumentiert die enorme Wirkung der französischen akademischen Malerei auf die religiöse Kunstproduktion nach der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Bouguereaus religiöse Gemälde verbanden traditionelle christliche Bildthemen mit einer damals hochmodernen akademischen Perfektion.

Das vorliegende Bild zeigt, wie stark diese Bildsprache über die Grenzen Frankreichs hinaus wirkte.

Besonders interessant ist dabei die Übernahme einer sehr konkreten Komposition und nicht lediglich des allgemeinen Motivs „Madonna mit Kind“.

Das Werk besitzt somit eine doppelte kulturhistorische Bedeutung:

Es ist einerseits ein religiöses Andachtsbild.

Andererseits ist es ein Dokument der Rezeption und Verbreitung der Bouguereau-Ästhetik.

Erhaltungszustand

Gemälde: Gut bis altersentsprechend gut erhalten nach fotografischem Eindruck.

Malschicht: Kleinere Unregelmäßigkeiten beziehungsweise Alterungsspuren sichtbar; keine eindeutigen großflächigen Fehlstellen erkennbar.

Oberfläche: Patiniert beziehungsweise gealtert wirkend.

Signatur: Unten rechts vorhanden, nach Angabe „Jan Fransz“.

Rahmen: Aufwendig gestaltet, altersentsprechende Gebrauchsspuren.

Rückseite: Nicht dokumentiert und daher hinsichtlich Provenienz und Materialaufbau noch offen.

Insgesamt handelt es sich um ein ästhetisch sehr wirkungsvolles, sammelwürdiges religiöses Gemälde, dessen besonderer Reiz aus der direkten Verbindung mit einem bekannten Werk Bouguereaus entsteht.

Marktwert-Analyse und Ausblick 2026

Der Marktwert muss hier sehr differenziert betrachtet werden.

Der entscheidende Punkt ist:

Es handelt sich nach dem derzeitigen Befund nicht um ein Original von William-Adolphe Bouguereau.

Der Markt unterscheidet sehr deutlich zwischen einem eigenhändigen Werk des französischen Meisters und einem Werk „nach Bouguereau“.

Ein echtes Bouguereau-Gemälde bewegt sich in einer völlig anderen Preisklasse. Sotheby’s dokumentiert beispielsweise, dass Bouguereaus religiöses Gemälde „Oro Pro Nobis“ 2019 für 680.000 US-Dollar verkauft wurde.

Eine Nachschöpfung dagegen wird wesentlich niedriger bewertet. Ein 2025 angebotenes „After William-Adolphe Bouguereau“ mit dem Titel „Virgin and Child“ wurde beispielsweise mit 200 bis 300 US-Dollar geschätzt.

Damit liegt das vorliegende Objekt wertmäßig klar in der zweiten Kategorie.

Wertbestimmende Faktoren

Vorlage: Sehr hoch einzuschätzen, da es sich um ein klar identifizierbares Werk Bouguereaus handelt.

Künstlerische Ausführung: Auf dem Foto überzeugend und dekorativ, aber ohne wissenschaftlichen Nachweis einer bedeutenden Künstlerpersönlichkeit.

Signatur: „Jan Fransz“, interessant, aber derzeit keiner eindeutig identifizierten Künstlerbiografie zugeordnet.

Motiv: Sehr attraktiv und international bekannt.

Rahmen: Überdurchschnittlich dekorativ und für die Präsentation wertsteigernd.

Zustand: Gut bis altersentsprechend gut nach Foto.

Provenienz: Nicht bekannt.

Datierung: Nach 1888; genauer derzeit nicht sicher.

„Jan Fransz – Madonna mit dem Christuskind, nach William-Adolphe Bouguereaus ‚Virgin and Child‘ von 1888 – historisierendes Ölgemälde mit dekorativem Schwarz-Gold-Rahmen“

Die Bezeichnung „nach Bouguereau“ ist hier besonders wichtig, weil die konkrete Vorlage identifizierbar ist.

Der Hinweis auf das Originalwerk erhöht die kunsthistorische Aussagekraft des Objektes erheblich, ohne eine unzulässige Zuschreibung vorzunehmen.

Zusammenfassung für das Archiv

Dieses Objekt ist ein bemerkenswertes Beispiel für die Rezeption der französischen akademischen Sakralkunst des späten 19. Jahrhunderts.

Die dargestellte Madonna mit dem Christuskind folgt in Komposition und Figurenanordnung sehr eng William-Adolphe Bouguereaus „Virgin and Child“ von 1888, das sich heute in der Art Gallery of South Australia befindet. Das Original ist dort als Öl auf Leinwand dokumentiert und mit „W BOUGUEREAU, 1888“ signiert.

Das vorliegende Gemälde ist daher eindeutig in die Tradition der Bouguereau-Rezeption einzuordnen.

Die Signatur „Jan Fransz“ ist ein eigenständiger Befund und sollte nicht mit dem niederländischen Barockmaler Jan Franse Verzijl gleichgesetzt werden. Der historische Verzijl lebte im 17. Jahrhundert und ist unter verschiedenen Namensformen, darunter Jan Fransz. Verzijl, dokumentiert. Die konkrete Bouguereau-Vorlage von 1888 schließt jedoch eine eigenhändige Entstehung des vorliegenden Motivs durch diesen Barockmaler aus.

Der besondere Wert des Objektes liegt deshalb in der klar erkennbaren kunsthistorischen Vorlage, der dekorativen akademischen Ausführung, der vorhandenen Signatur und dem repräsentativen historischen Rahmen.

Titel: „Madonna mit dem Christuskind“ nach William-Adolphe Bouguereaus „Virgin and Child“ von 1888

Künstler: Jan Fransz, signiert unten rechts; Künstleridentität derzeit nicht abschließend geklärt

Vorlage: William-Adolphe Bouguereau, „Virgin and Child“, 1888, Art Gallery of South Australia

Technik: vermutlich Öl auf Leinwand beziehungsweise textilem Bildträger

Datierung: nach 1888, stilistisch vermutlich spätes 19. bis frühes 20. Jahrhundert beziehungsweise spätere historisierende Ausführung; genaue Datierung offen

Rahmung: repräsentativer Schwarz-Gold-Rahmen

Zustand: gut bis altersentsprechend gut nach fotografischem Eindruck

Besonderheit: nahezu unmittelbare motivische Übernahme von Bouguereaus „Virgin and Child“ von 1888

Fazit

Die wichtigste Erkenntnis bei diesem Objekt ist nicht die Signatur allein, sondern die identifizierbare Vorlage.

Das Bild ist nachweislich nicht 17. Jahrhundert, wenn es sich um die von dir gezeigte Komposition handelt. Die konkrete Bildlösung stammt von Bouguereau aus dem Jahr 1888.

Damit ist die richtige kunsthistorische Kette:

William-Adolphe Bouguereau → „Virgin and Child“, 1888 → spätere Nachschöpfung/Kopie → signiert „Jan Fransz“.

Das ist wesentlich belastbarer als meine beiden vorherigen Einordnungen.

Beachten Sie betreffend der Beurteilung der Maße vor allem die Fotos (habe die Maße oftmals mit Maßband fotografiert). Die Maße sind durch die elektronische Verarbeitung oftmals ungenau und manchmal falsch in der Beschreibung extrahiert - bitte erkundigen Sie sich vor dem Kauf nochmal, wenn Ihnen exakte Maße auf den Milimeter oder Zentimeter genau, sehr wichtig sind.

Beachten Sie, dass alle Angaben zur Zeitlichen Einordnung dieses Werkes nach bestem Wissen gemacht wurden, aber keine Garantie und Anspruch auf Richtigkeit und Exaktheit abgegeben werden kann. Eine 100%ige Sicherheit würde nur eine Materialanalyse erlangen. Bieten Sie nur, wenn Sie ausreichend Expertise besitzen um anhand der bereitgestellten Fotos selbst eine korrekte zeitliche Einordnung treffen Können. Der Verkäufer und auch die Catawiki Experten übernehmen keine Haftung für eine falsche zeitliche Einordnung. Deshalb betrachten Sie ausschließlich die Fotos als maßgeblich relevante Beschreibungsmerkmale.

Weltweiter Versand

Details

Künstler
William-Adolphe Bouguereau (1825-1905), After
Angeboten mit Rahmen
Ja
Verkauft von
Eigentümer oder Wiederverkäufer
Auflage
Original
Titel des Kunstwerks
Madonna mit Kind
Technik
Ölgemälde
Signatur
Signiert
Herkunftsland
Niederlande
Zustand
Angemessener Zustand
Höhe
47 cm
Breite
40 cm
Darstellung/Thema
Religion
Stil
Realismus
Periode
1910-1920
Verkauft von
ÖsterreichVerifiziert
232
Verkaufte Objekte
86,84 %
Privat

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