Austrian School (XIX), signed "Hauser" - La Tempesta e il Tempo Firmato

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Marie Gebhardt
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Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung

Rara pittorische Zeugenschaft der technologischen Wende der Marine von 1875: Das dargestellte Schiff ist ein Propeller-Pirolschiff mit ergänzender Segelapparatur, Symbol der industriellen Revolution auf offener See. Das Rahmenband bewahrt die handgeprägten römischen Zahlen der Zimmerleute jener Epoche für die Montage im Werk, was die absolute Integrität des ursprünglichen Trägers bescheinigt. Als Akademie-geschulter Maler noch nicht wiederentdeckt von kommerziellen Kreisen; authentische Erwerbsgelegenheit für den anspruchsvollen Sammler.

Marina · Maritime Malerei · Pirotseafahrt gemischt (Dampf und Segel) bei sturmvoller See · Dramatischer Sonnenuntergang · Österr.-Ungarische oder dänische Flagge · Zweites Schiff am Horizont


Die Sturmlage und die Zeit
Öl auf Leinwand Original · Signiert „Hauser 1875“ · Mittlereuropäische Romantikschule

Es gibt Gemälde, die man ansieht.
Und es gibt Gemälde, die man liest.
Diese See- Schilderung signiert „Hauser 1875“ gehört zur zweiten Kategorie — und wer die Geschichte der maritimen Malerei des 19. Jahrhunderts kennt, versteht es im Moment des Betrachtens. Nicht weil es lautstark ist. Weil es präzise ist. Und in der maritimen Malerei ist Präzision kein technisches Detail: Es ist die unsichtbare Signatur dessen, der weiß, wovon er spricht.

DAS MOTIV · Nicht nur ein Segelschiff. Eine historische Zeugenaussage
Der erste Fehler wäre, es einfach als „Segelschiff im Sturm“ zu bezeichnen.
Bei genauerem Hinsehen im Zentrum des Rumpfes unter dem Großmast zeigt sich eine dunkle Silhouette – ein schwarzer Schlot, aus dem eine Rauchfahne steigt. Wir stehen nicht vor einem reinen Segler. Wir stehen vor einem Mischschiff mit Dampf- und Segelantrieb, vermutlich ein Dreimaster mit Hilfsantrieb durch Propeller.
Dieses Typus hatte im 19. Jahrhundert einen Namen: Übergangsfahrzeug. Und es war, 1875, das modernste Objekt, das es auf den Weltmeeren gab.
Im Jahr 1875 dominierten Schiffe mit gemischtem Treibstoff und Segeln die Meere, in einer Periode, in der die Zahl der Dampfschiffe längst die der reinen Segelsschiffe übertroffen hatte (seit 1870), und die Eröffnung des Sueskanals beschleunigte diese irreversible Transformation.
Hauser malte kein romantisches Vergangenheitstraum, sondern die Gegenwart seiner Zeit – eine Gegenwart, die schon nach Zukunft roch. Ein Schiff, das noch Segel als Erinnerung trug und die Schlot als Prophetie.

DIE FLAGGE · Ein Diplomatiedokument in Miniatur
Die maritimen Maler des 19. Jahrhunderts waren vor allem dokumentarische Zeugen. Flaggen waren nie dekorativ: Sie trugen die Identität des Schiffes, seine Nationalität, oft seine Reederei.
Die Flagge am Großmast mit horizontal rotem/weißem Streifen und einem Symbol in der Ecke entspricht der Handelsflagge der österreichisch-ungarischen Marine, jener Flagge, die auf Frachtern von Triest wehte, dem großen kaiserlichen Hafen am Adriatischen Meer, dem einzigen Meereshafen des Habsburgerreiches.
Im Jahr 1875 war Triest die drittgrößte Stadt des Reiches nach Wien und Budapest. Die kaiserliche Reederei war eine der mächtigsten der Welt. Ihre Schiffe kreuzten Adriatisches Meer, Mittelmeer, Rotes Meer und Indischer Ozean. Aufträge für marine Malerei zu Ehren dieser Routen waren häufig, prestigeträchtig und gut bezahlt.
Der Signatur „Hauser“ – germanisch klingender Nachname – und die österreichisch-ungarische Flagge konvergieren in dieselbe geografische Region: das Reich, sein Hafen, sein marine Stolz.

DAS LICHT · Die Turner-Lektion, gefiltert durch die Akademie
Wer die europäische marinemalerei des späten 19. Jahrhunderts studiert, erkennt sofort die helligkeitsförmige Struktur dieses Leinwandbildes: ein intensiver Sonnenuntergang, der den Himmel von rechts zerreißt und die Wolken von graubleich zu leuchtenden Massen aus Orangerot transformiert.
Dies ist das große Vermächtnis von J.M.W. Turner, dem englischen Maler, der das Konzept von Marine grundlegend verändert hatte, indem er den Himmel vom Hintergrund zum absoluten Protagonisten machte. Turner war 1851 gestorben, doch sein Einfluss hatte den Kanal und die Alpen überquert, in die Akademien von Wien, München und Prag mit zunehmender Stärke in den 60er und 70er-Jahren eindringend.
Aber Hauser ist nicht Turner. Er ist etwas anderes und Ergänzendes: Seine Palette ist erdiger, materia­lischer, dunkler. Das Grau-Braun der Wolken oben besitzt eine fast physische Konsistenz. Die Wellen im Vordergrund sind mit kurzen, übereinanderliegenden Pinselstrichen aufgebaut — keine Illusion, sondern Architektur der Farbe. Das verrät eine rigorose akademische Ausbildung, vermutlich an Kunstschulen Europas im Zentrum, wo die niederländisch-flämische Tradition des XVII. Jahrhunderts noch lebendig war und als Grunda­modell lehrte.
Das Ergebnis ist eine seltene Synthese: Turners dramatische Lichtführung mit der technischen Solidität der Kontinentalenschule.

DAS ZWEITE SCHIFF · Die Detail, das Meister vom Maler trennt
Fast unsichtbar, vom grellen Licht der untergehenden Sonne verschluckt, am Horizont schimmert ein zweites Schiff.
Das ist in der qualitätsvollen marinen Malerei kein Zufall.
In der visuellen Grammatik des Genres hat das zweite Schiff stets eine klare narrative Funktion: Es ist der Zeuge, die Distanz, die Skala. Es schafft eine atmosphärische Tiefe, die kein geometrisches Perspektivsystem mit derselben Natürlichkeit erreichen könnte, weil sie nicht nach Regeln, sondern nach Ton geformt ist. Das ferne Schiff wird fast mit denselben Farben wie der umgebende Himmel gemalt: Die Unterscheidung erfolgt nur durch eine minimale Veränderung des Farbwertes.
Das ist eine Technik, die mittelmäßige Maler nicht anwenden, weil sie zu Lasten der Klarheit zugunsten atmosphärischer Wahrheit geht. Hauser wendet sie mit Mühelin an.

DER RAHMEN · Eine Biografie im Gold
Der Vorderrahmen – vergoldete Stuckornamente mit Efeublättern, Eichelknopf- und Zahndekor am abgestuften Profil – stammt aus der Hochindustrie des späten 19. Jahrhunderts, entweder zeitgleich mit dem Werk oder wenig später.
Das eindeutigste Detail ist die natürliche Rissbildung (Craquelure) des Goldes am Rücken: Die Mikrorisse des Goldes an den Holzverbindungen zeigen, dass Leinwand und Rahmen dieselben jahreszeitlichen Expansions- und Kontraktionszyklen durchlitten haben. Sie wurden nie getrennt, nie ersetzt, nie mit modernen Ergänzungen „restauriert“. Sie haben dieselbe Luft geatmet seit anderthalb Jahrhunderten.

MISSE OHNE RAHMEN: HÖHE: 30x38 cm
MISSE MIT RAHMEN: HÖHE 38x46 cm

WARUM DIESE MALEREI NOCH SPRICHT
1875, als Hauser dieses Bild signierte, hielt er etwas fest, das bald für immer zu verschwinden drohte: der exakte Moment, in dem Wind und Dampf auf demselben Rumpf koexistierten. Wenige Jahre später würde die Schornstein den Mast endgültig ersetzen. Das Meer, das er malte, existiert nicht mehr – nicht in dieser Form, nicht mit jener Spannung zwischen Alt und Neu.
Kunstexperten suchen genau das: nicht die generische Schönheit eines Sturmmarines, sondern die historische Spezifität eines bestimmten Moments, eingefangen von jemandem, der ihn aus erster Hand erlebte.
Hauser wusste nicht, dass er eine epochale Transition dokumentierte. Er malte einfach die Welt, die sich ihm vor Augen zeigte.
Und deshalb spricht dieses Leinwandbild, 150 Jahre später, noch zu uns.

Einige Marinen schmücken eine Wand.
Diese hier bewahrt ein zweites Exemplar aus dem Jahr 1875, das nie zurückkehren wird.

Rara pittorische Zeugenschaft der technologischen Wende der Marine von 1875: Das dargestellte Schiff ist ein Propeller-Pirolschiff mit ergänzender Segelapparatur, Symbol der industriellen Revolution auf offener See. Das Rahmenband bewahrt die handgeprägten römischen Zahlen der Zimmerleute jener Epoche für die Montage im Werk, was die absolute Integrität des ursprünglichen Trägers bescheinigt. Als Akademie-geschulter Maler noch nicht wiederentdeckt von kommerziellen Kreisen; authentische Erwerbsgelegenheit für den anspruchsvollen Sammler.

Marina · Maritime Malerei · Pirotseafahrt gemischt (Dampf und Segel) bei sturmvoller See · Dramatischer Sonnenuntergang · Österr.-Ungarische oder dänische Flagge · Zweites Schiff am Horizont


Die Sturmlage und die Zeit
Öl auf Leinwand Original · Signiert „Hauser 1875“ · Mittlereuropäische Romantikschule

Es gibt Gemälde, die man ansieht.
Und es gibt Gemälde, die man liest.
Diese See- Schilderung signiert „Hauser 1875“ gehört zur zweiten Kategorie — und wer die Geschichte der maritimen Malerei des 19. Jahrhunderts kennt, versteht es im Moment des Betrachtens. Nicht weil es lautstark ist. Weil es präzise ist. Und in der maritimen Malerei ist Präzision kein technisches Detail: Es ist die unsichtbare Signatur dessen, der weiß, wovon er spricht.

DAS MOTIV · Nicht nur ein Segelschiff. Eine historische Zeugenaussage
Der erste Fehler wäre, es einfach als „Segelschiff im Sturm“ zu bezeichnen.
Bei genauerem Hinsehen im Zentrum des Rumpfes unter dem Großmast zeigt sich eine dunkle Silhouette – ein schwarzer Schlot, aus dem eine Rauchfahne steigt. Wir stehen nicht vor einem reinen Segler. Wir stehen vor einem Mischschiff mit Dampf- und Segelantrieb, vermutlich ein Dreimaster mit Hilfsantrieb durch Propeller.
Dieses Typus hatte im 19. Jahrhundert einen Namen: Übergangsfahrzeug. Und es war, 1875, das modernste Objekt, das es auf den Weltmeeren gab.
Im Jahr 1875 dominierten Schiffe mit gemischtem Treibstoff und Segeln die Meere, in einer Periode, in der die Zahl der Dampfschiffe längst die der reinen Segelsschiffe übertroffen hatte (seit 1870), und die Eröffnung des Sueskanals beschleunigte diese irreversible Transformation.
Hauser malte kein romantisches Vergangenheitstraum, sondern die Gegenwart seiner Zeit – eine Gegenwart, die schon nach Zukunft roch. Ein Schiff, das noch Segel als Erinnerung trug und die Schlot als Prophetie.

DIE FLAGGE · Ein Diplomatiedokument in Miniatur
Die maritimen Maler des 19. Jahrhunderts waren vor allem dokumentarische Zeugen. Flaggen waren nie dekorativ: Sie trugen die Identität des Schiffes, seine Nationalität, oft seine Reederei.
Die Flagge am Großmast mit horizontal rotem/weißem Streifen und einem Symbol in der Ecke entspricht der Handelsflagge der österreichisch-ungarischen Marine, jener Flagge, die auf Frachtern von Triest wehte, dem großen kaiserlichen Hafen am Adriatischen Meer, dem einzigen Meereshafen des Habsburgerreiches.
Im Jahr 1875 war Triest die drittgrößte Stadt des Reiches nach Wien und Budapest. Die kaiserliche Reederei war eine der mächtigsten der Welt. Ihre Schiffe kreuzten Adriatisches Meer, Mittelmeer, Rotes Meer und Indischer Ozean. Aufträge für marine Malerei zu Ehren dieser Routen waren häufig, prestigeträchtig und gut bezahlt.
Der Signatur „Hauser“ – germanisch klingender Nachname – und die österreichisch-ungarische Flagge konvergieren in dieselbe geografische Region: das Reich, sein Hafen, sein marine Stolz.

DAS LICHT · Die Turner-Lektion, gefiltert durch die Akademie
Wer die europäische marinemalerei des späten 19. Jahrhunderts studiert, erkennt sofort die helligkeitsförmige Struktur dieses Leinwandbildes: ein intensiver Sonnenuntergang, der den Himmel von rechts zerreißt und die Wolken von graubleich zu leuchtenden Massen aus Orangerot transformiert.
Dies ist das große Vermächtnis von J.M.W. Turner, dem englischen Maler, der das Konzept von Marine grundlegend verändert hatte, indem er den Himmel vom Hintergrund zum absoluten Protagonisten machte. Turner war 1851 gestorben, doch sein Einfluss hatte den Kanal und die Alpen überquert, in die Akademien von Wien, München und Prag mit zunehmender Stärke in den 60er und 70er-Jahren eindringend.
Aber Hauser ist nicht Turner. Er ist etwas anderes und Ergänzendes: Seine Palette ist erdiger, materia­lischer, dunkler. Das Grau-Braun der Wolken oben besitzt eine fast physische Konsistenz. Die Wellen im Vordergrund sind mit kurzen, übereinanderliegenden Pinselstrichen aufgebaut — keine Illusion, sondern Architektur der Farbe. Das verrät eine rigorose akademische Ausbildung, vermutlich an Kunstschulen Europas im Zentrum, wo die niederländisch-flämische Tradition des XVII. Jahrhunderts noch lebendig war und als Grunda­modell lehrte.
Das Ergebnis ist eine seltene Synthese: Turners dramatische Lichtführung mit der technischen Solidität der Kontinentalenschule.

DAS ZWEITE SCHIFF · Die Detail, das Meister vom Maler trennt
Fast unsichtbar, vom grellen Licht der untergehenden Sonne verschluckt, am Horizont schimmert ein zweites Schiff.
Das ist in der qualitätsvollen marinen Malerei kein Zufall.
In der visuellen Grammatik des Genres hat das zweite Schiff stets eine klare narrative Funktion: Es ist der Zeuge, die Distanz, die Skala. Es schafft eine atmosphärische Tiefe, die kein geometrisches Perspektivsystem mit derselben Natürlichkeit erreichen könnte, weil sie nicht nach Regeln, sondern nach Ton geformt ist. Das ferne Schiff wird fast mit denselben Farben wie der umgebende Himmel gemalt: Die Unterscheidung erfolgt nur durch eine minimale Veränderung des Farbwertes.
Das ist eine Technik, die mittelmäßige Maler nicht anwenden, weil sie zu Lasten der Klarheit zugunsten atmosphärischer Wahrheit geht. Hauser wendet sie mit Mühelin an.

DER RAHMEN · Eine Biografie im Gold
Der Vorderrahmen – vergoldete Stuckornamente mit Efeublättern, Eichelknopf- und Zahndekor am abgestuften Profil – stammt aus der Hochindustrie des späten 19. Jahrhunderts, entweder zeitgleich mit dem Werk oder wenig später.
Das eindeutigste Detail ist die natürliche Rissbildung (Craquelure) des Goldes am Rücken: Die Mikrorisse des Goldes an den Holzverbindungen zeigen, dass Leinwand und Rahmen dieselben jahreszeitlichen Expansions- und Kontraktionszyklen durchlitten haben. Sie wurden nie getrennt, nie ersetzt, nie mit modernen Ergänzungen „restauriert“. Sie haben dieselbe Luft geatmet seit anderthalb Jahrhunderten.

MISSE OHNE RAHMEN: HÖHE: 30x38 cm
MISSE MIT RAHMEN: HÖHE 38x46 cm

WARUM DIESE MALEREI NOCH SPRICHT
1875, als Hauser dieses Bild signierte, hielt er etwas fest, das bald für immer zu verschwinden drohte: der exakte Moment, in dem Wind und Dampf auf demselben Rumpf koexistierten. Wenige Jahre später würde die Schornstein den Mast endgültig ersetzen. Das Meer, das er malte, existiert nicht mehr – nicht in dieser Form, nicht mit jener Spannung zwischen Alt und Neu.
Kunstexperten suchen genau das: nicht die generische Schönheit eines Sturmmarines, sondern die historische Spezifität eines bestimmten Moments, eingefangen von jemandem, der ihn aus erster Hand erlebte.
Hauser wusste nicht, dass er eine epochale Transition dokumentierte. Er malte einfach die Welt, die sich ihm vor Augen zeigte.
Und deshalb spricht dieses Leinwandbild, 150 Jahre später, noch zu uns.

Einige Marinen schmücken eine Wand.
Diese hier bewahrt ein zweites Exemplar aus dem Jahr 1875, das nie zurückkehren wird.

Details

Künstler
Austrian School (XIX), signed "Hauser"
Angeboten mit Rahmen
Ja
Verkauft von
Eigentümer oder Wiederverkäufer
Titel des Kunstwerks
La Tempesta e il Tempo Firmato
Technik
Ölgemälde
Signatur
Handsigniert
Herkunftsland
Österreich
Jahr
1875
Zustand
Angemessener Zustand
Höhe
38 cm
Breite
46 cm
Darstellung/Thema
Meereslandschaft
Stil
Romantik
Periode
19. Jahrhundert
ItalienVerifiziert
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