VIEUX PARIS - Vase (2) - Vasen mit doppelten Henkeln in Zecchino-Gold, originale Vergoldung - Hartporzellan - Paar Vasen in Amphorenform





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Historisch-künstlerische Beschreibung
Elegantes und seltenes Paar Porzanimpawn-vasen (Porzellan), bemalt und vergoldet, das Typologie und dekoratives Vokabular der franco-neapolitanischen Produktion der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entspricht. Die neoklassizistische Form, ovale Körperform, weiter Öffnung des Halses, plastische Henkel und quadratische Basis, erinnert direkt an Paris- Porzellan, das in das Königreich beider Sizilien importiert und anschließend in den feinen neapolitanischen Ateliers dekoriert wurde.
Die Handwerksqualität des Paars ist besonders hoch. Die harmonischen Proportionen, die Komplexität der Henkel, der umfangreiche Gebrauch der Vergoldung und vor allem die sorgfältig gemalten figürlichen Szenen deuten auf eine Produktion für eine Klientel von hohem Rang hin, deutlich anders als gewöhnliche serielle Dekorporzellanware. In dieser Art von Kunstwerken war die Vase nicht nur ein Einrichtungsgegenstand, sondern ein echtes Element der Repräsentation für aristokratische und bürgerliche Innenräume des 19. Jahrhunderts.
Raffaele Giovine und das neapolitanische Umfeld
In Stil, Motiven und dekorativem Konzept weist das Paar interessante Ähnlichkeiten mit der Produktion der Werkstatt von Raffaele Giovine auf, einem berühmten Miniaturisten und Porzellandekorateur, der in Neapel in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts tätig war. Nach der Krise der Real Fabbrica Ferdinandea wurden weiße Porzellane, vor allem aus Paris, nach Neapel importiert und lokalen Spezialisten zur Bemalung und Vergoldung überlassen. Giovine war eine der bedeutendsten Persönlichkeiten dieses Phänomens und erhielt auch die Schirmherrschaft von Franz I. von Bourbon, König der zwei Sizilien.
Der Vergleich ist besonders interessant, weil viele Auktionen Vasen aus Paris, etwa um 1825, dekoriert vermutlich in Neapel von Raffaele Giovine, mit goldenem Boden und Figuren oder Groups von Personen in italienischen ländlichen Landschaften dokumentiert haben. Auch das Generalkatalog der Kulturgüter bewahrt Werke, denen Giovine zugeschrieben werden, in denen das französische Porzellan durch figürliche Malerei und Gold veredelt ist.
Völlig handbemalte Malerei
Die zentralen Szenen werden vollständig von Hand mit einer äußerst präzisen Maltechnik ausgeführt. Gesichter, Hände, Falten der Kleidung, Farbabstufungen der Stoffe und die atmosphärische Gestaltung der Landschaft zeigen den miniaturistischen Geschmack der besten Porzellan-Dekoration jener Epoche. Besonders raffiniert ist der Kontrast zwischen den intensiven Tönen von Lila, Blau und Rosa der Kleider und der dunkleren, sanfteren Landschaft, die die Figuren umgibt.
Raffaele Giovine und seine Werkstatt nutzten genau solche figürlichen Repertoires. Das Ministerium für Kultur dokumentiert beispielsweise ein Werk, das Giovine zugeschrieben wird, mit jungen Frauen und einem Kind in neapolitanischer Tracht, verbunden mit den Stichen von Raffaele Aloja nach Zeichnungen von Giacomo Milani. Dies zeigt, wie zentral die Bilder der Bevölkerung und Trachten des Königreichs Neapel im Repertoire des Dekorateurs standen.
Die außergewöhnliche Vergoldung
Einer der beeindruckendsten Aspekte des Paares ist die äußerst reiche Vergoldung, die Hals, Öffnung, Henkel, unteren Teil des Körpers, Fuß und Basis betrifft. Die Oberfläche bewahrt noch eine bemerkenswerte Helligkeit und zeigt an zahlreichen Stellen einen fast spiegelglänzenden Effekt, der charakteristisch für qualitativ gute Vergoldungen ist, die ordnungsgemäß gebrannt und anschließend nachgebessert wurden.
Der Umfang der vergoldeten Bereiche erforderte eine teure und technisch empfindliche Bearbeitung. In der Luxusporzellanware des 19. Jahrhunderts wurde Gold auf der glasierten Oberfläche angebracht, durch Brennen fixiert und konnte anschließend zum Erreichen größerer Leuchtkraft nachgebessert werden. Die Erhaltung einer so ausgedehnten Vergoldung gehört daher zu den besonders geschätzten dekorativen Elementen des Paares. Die genaue Zusammensetzung und Reinheit des Goldes kann natürlich nur durch instrumentelle Analysen bestimmt werden und nicht allein durch fotografische Beobachtungen.
Erste Vase – weibliche Figur in der Landschaft
Die erste Vase zeigt eine junge Frau in Volkskleidung, mit blauer Rock, violett gefärbtem Oberteil, hellem Apron und Kopfbedeckung. Die Figur ist in eine felsige und natürliche Landschaft eingebettet, aufgebaut durch tiefe Töne und atmosphärische Übergänge.
Das Motiv gehört zum 19. Jahrhundert Stil der pittoresken Darstellungen lokaler Bevölkerung und ihrer Trachten. Diese Bilder waren besonders bei Reisenden der Grand Tour und der europäischen aristokratischen Kundschaft, fasziniert von den Alltagsszenen Süditaliens, sehr gefragt. Die Figur wird nicht als bloßes Ornament, sondern als wirkliche kleine Malerei interpretiert, die auf die Porzellanoberfläche übertragen wurde.
Zweite Vase – Familiengruppe in Tracht
Die zweite Vase zeigt eine noch komplexere Komposition mit drei weiblichen Figuren unterschiedlichen Alters, darunter ein Kind, im Vordergrund in einer Landschaft positioniert. Die Kleidung in Blau, Lila, Weiß und Rosa erzeugt einen starken Brennpunkt gegenüber dem dunkleren Hintergrund.
Die Szene kann als Darstellung des Familien- oder Volklebens in Süditalien interpretiert werden. Die Anwesenheit der erwachsenen Frau neben den jüngeren Figuren verleiht der Komposition eine intime und erzählerische Note. Das Motiv findet signifikante Parallelen im neapolitanischen Repertoire der Epoche, insbesondere in Darstellungen von Frauen und Kindern in Tracht, verbunden mit dem Umfeld von Raffaele Giovine.
Historischer Kontext
Im Zeitraum ca. 1820 bis 1840 war Neapel eines der führenden europäischen Zentren für Porzellan-Dekoration. Unbemalte Porzellanware konnte von französischen Manufakturen bezogen und anschließend von neapolitanischen Künstlern zu Luxusprodukten verarbeitet werden. Die Museumsdokumentation bestätigt zudem, dass Giovines Werkstatt auch auf Porzellan von bedeutenden fremden Manufakturen arbeitete.
Gleich Giovine hatte Beziehungen zum Bourbonenkourt und seine Werkstatt fertigte auch Objekte für königliche Geschenke und diplomatische Zwecke. Es sind Werke von besonderem Prestige bekannt, die Giovine zugeschrieben werden, darunter große Vasen mit Porträts der bourbonischen Königsfamilie.
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Historisch-künstlerische Beschreibung
Elegantes und seltenes Paar Porzanimpawn-vasen (Porzellan), bemalt und vergoldet, das Typologie und dekoratives Vokabular der franco-neapolitanischen Produktion der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entspricht. Die neoklassizistische Form, ovale Körperform, weiter Öffnung des Halses, plastische Henkel und quadratische Basis, erinnert direkt an Paris- Porzellan, das in das Königreich beider Sizilien importiert und anschließend in den feinen neapolitanischen Ateliers dekoriert wurde.
Die Handwerksqualität des Paars ist besonders hoch. Die harmonischen Proportionen, die Komplexität der Henkel, der umfangreiche Gebrauch der Vergoldung und vor allem die sorgfältig gemalten figürlichen Szenen deuten auf eine Produktion für eine Klientel von hohem Rang hin, deutlich anders als gewöhnliche serielle Dekorporzellanware. In dieser Art von Kunstwerken war die Vase nicht nur ein Einrichtungsgegenstand, sondern ein echtes Element der Repräsentation für aristokratische und bürgerliche Innenräume des 19. Jahrhunderts.
Raffaele Giovine und das neapolitanische Umfeld
In Stil, Motiven und dekorativem Konzept weist das Paar interessante Ähnlichkeiten mit der Produktion der Werkstatt von Raffaele Giovine auf, einem berühmten Miniaturisten und Porzellandekorateur, der in Neapel in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts tätig war. Nach der Krise der Real Fabbrica Ferdinandea wurden weiße Porzellane, vor allem aus Paris, nach Neapel importiert und lokalen Spezialisten zur Bemalung und Vergoldung überlassen. Giovine war eine der bedeutendsten Persönlichkeiten dieses Phänomens und erhielt auch die Schirmherrschaft von Franz I. von Bourbon, König der zwei Sizilien.
Der Vergleich ist besonders interessant, weil viele Auktionen Vasen aus Paris, etwa um 1825, dekoriert vermutlich in Neapel von Raffaele Giovine, mit goldenem Boden und Figuren oder Groups von Personen in italienischen ländlichen Landschaften dokumentiert haben. Auch das Generalkatalog der Kulturgüter bewahrt Werke, denen Giovine zugeschrieben werden, in denen das französische Porzellan durch figürliche Malerei und Gold veredelt ist.
Völlig handbemalte Malerei
Die zentralen Szenen werden vollständig von Hand mit einer äußerst präzisen Maltechnik ausgeführt. Gesichter, Hände, Falten der Kleidung, Farbabstufungen der Stoffe und die atmosphärische Gestaltung der Landschaft zeigen den miniaturistischen Geschmack der besten Porzellan-Dekoration jener Epoche. Besonders raffiniert ist der Kontrast zwischen den intensiven Tönen von Lila, Blau und Rosa der Kleider und der dunkleren, sanfteren Landschaft, die die Figuren umgibt.
Raffaele Giovine und seine Werkstatt nutzten genau solche figürlichen Repertoires. Das Ministerium für Kultur dokumentiert beispielsweise ein Werk, das Giovine zugeschrieben wird, mit jungen Frauen und einem Kind in neapolitanischer Tracht, verbunden mit den Stichen von Raffaele Aloja nach Zeichnungen von Giacomo Milani. Dies zeigt, wie zentral die Bilder der Bevölkerung und Trachten des Königreichs Neapel im Repertoire des Dekorateurs standen.
Die außergewöhnliche Vergoldung
Einer der beeindruckendsten Aspekte des Paares ist die äußerst reiche Vergoldung, die Hals, Öffnung, Henkel, unteren Teil des Körpers, Fuß und Basis betrifft. Die Oberfläche bewahrt noch eine bemerkenswerte Helligkeit und zeigt an zahlreichen Stellen einen fast spiegelglänzenden Effekt, der charakteristisch für qualitativ gute Vergoldungen ist, die ordnungsgemäß gebrannt und anschließend nachgebessert wurden.
Der Umfang der vergoldeten Bereiche erforderte eine teure und technisch empfindliche Bearbeitung. In der Luxusporzellanware des 19. Jahrhunderts wurde Gold auf der glasierten Oberfläche angebracht, durch Brennen fixiert und konnte anschließend zum Erreichen größerer Leuchtkraft nachgebessert werden. Die Erhaltung einer so ausgedehnten Vergoldung gehört daher zu den besonders geschätzten dekorativen Elementen des Paares. Die genaue Zusammensetzung und Reinheit des Goldes kann natürlich nur durch instrumentelle Analysen bestimmt werden und nicht allein durch fotografische Beobachtungen.
Erste Vase – weibliche Figur in der Landschaft
Die erste Vase zeigt eine junge Frau in Volkskleidung, mit blauer Rock, violett gefärbtem Oberteil, hellem Apron und Kopfbedeckung. Die Figur ist in eine felsige und natürliche Landschaft eingebettet, aufgebaut durch tiefe Töne und atmosphärische Übergänge.
Das Motiv gehört zum 19. Jahrhundert Stil der pittoresken Darstellungen lokaler Bevölkerung und ihrer Trachten. Diese Bilder waren besonders bei Reisenden der Grand Tour und der europäischen aristokratischen Kundschaft, fasziniert von den Alltagsszenen Süditaliens, sehr gefragt. Die Figur wird nicht als bloßes Ornament, sondern als wirkliche kleine Malerei interpretiert, die auf die Porzellanoberfläche übertragen wurde.
Zweite Vase – Familiengruppe in Tracht
Die zweite Vase zeigt eine noch komplexere Komposition mit drei weiblichen Figuren unterschiedlichen Alters, darunter ein Kind, im Vordergrund in einer Landschaft positioniert. Die Kleidung in Blau, Lila, Weiß und Rosa erzeugt einen starken Brennpunkt gegenüber dem dunkleren Hintergrund.
Die Szene kann als Darstellung des Familien- oder Volklebens in Süditalien interpretiert werden. Die Anwesenheit der erwachsenen Frau neben den jüngeren Figuren verleiht der Komposition eine intime und erzählerische Note. Das Motiv findet signifikante Parallelen im neapolitanischen Repertoire der Epoche, insbesondere in Darstellungen von Frauen und Kindern in Tracht, verbunden mit dem Umfeld von Raffaele Giovine.
Historischer Kontext
Im Zeitraum ca. 1820 bis 1840 war Neapel eines der führenden europäischen Zentren für Porzellan-Dekoration. Unbemalte Porzellanware konnte von französischen Manufakturen bezogen und anschließend von neapolitanischen Künstlern zu Luxusprodukten verarbeitet werden. Die Museumsdokumentation bestätigt zudem, dass Giovines Werkstatt auch auf Porzellan von bedeutenden fremden Manufakturen arbeitete.
Gleich Giovine hatte Beziehungen zum Bourbonenkourt und seine Werkstatt fertigte auch Objekte für königliche Geschenke und diplomatische Zwecke. Es sind Werke von besonderem Prestige bekannt, die Giovine zugeschrieben werden, darunter große Vasen mit Porträts der bourbonischen Königsfamilie.

