Hans Schmitz (1896-1977) - Industrie





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Description from the seller
Hans Schmitz: Industrie — aus dem Portfolio La Lune en Rodage III
Holzschnitt auf Vergé-Papier, unnummeriertes Exemplar aus der Auflage von 230 (zusätzlich 65 unnummerierte Hors-commerce-Exemplare). Aufgezogen auf Karton, 32 × 32 cm; Blattgröße 28 × 28 cm. Im Bild rechts unten integriertes Monogramm "S"; unterhalb der Darstellung eigenhändig in Bleistift signiert.
Hans Schmitz (Köln 1896 – 1977) war Bildhauer und Grafiker und gehörte zum engeren Kreis der Gruppe progressiver Künstler (Kölner Progressive), die sich Anfang der 1920er Jahre um die Maler Franz Wilhelm Seiwert und Heinrich Hoerle sowie den Fotografen August Sander bildete. Zum Kernkreis zählten weiter Gottfried Brockmann, der Grafiker Gerd Arntz — später Mitentwickler des Wiener Isotype-Systems mit Otto Neurath — sowie der Bildhauer Otto Freundlich. Die Gruppe verstand sich nicht als geschlossene Schule, sondern als informeller Zusammenschluss avantgardistischer Maler, Bildhauer, Architekten und Schriftsteller, dessen Wirkung weit über das rheinische Territorium hinausreichte.
Programmatisch verband die Kölner Progressiven ein doppelter Anspruch: die konstruktivistische Formsprache — flächige Reduktion, geometrische Klarheit, Verzicht auf illusionistische Tiefe — mit einer entschieden sozialkritischen, an den Bewegungen der Weimarer Arbeiterkultur orientierten Ikonografie. Menschen erscheinen in dieser Bildwelt als typisierte Repräsentanten sozialer Verhältnisse, Fabriken und Wohnblöcke als Zeichen einer neu zu ordnenden Gesellschaft. Die Nähe zu den kommunistischen Organisationen der 1920er und frühen 1930er Jahre war explizit; mit der nationalsozialistischen Machtübernahme wurden die Positionen der Gruppe systematisch verfolgt, verboten oder ins Exil gedrängt. Schmitz gehört mit Augustin Tschinkel und Gerd Arntz zu den überlebenden Zeugen dieser Formation.
La Lune en Rodage ist das dreibändige Sammelportfolio des Basler Verlegers, Psychoanalytikers und Sammlers Carl Laszlo (Pécs 1923 – Basel 2013), erschienen bei Edition Panderma in Basel in den Jahren 1960, 1965 und 1977. Die drei Bände versammeln insgesamt rund 180 Originalarbeiten und geben eine bemerkenswert dichte Bestandsaufnahme der europäischen Avantgarde zwischen den 1950er und 1970er Jahren — mit Beiträgen unter anderem von Lucio Fontana, Piero Manzoni, Enrico Castellani, Heinz Mack, Otto Piene, Meret Oppenheim, Bruno Munari, Hans Arp, Victor Vasarely, Friedensreich Hundertwasser und Raymond Hains. Mehrere dieser Beiträge markieren biografische Zäsuren: Castellanis Blatt gilt als seine erste dokumentierte grafische Arbeit, Manzonis Achrome als das einzige von ihm realisierte Multiple. Die Aufnahme von Schmitz in den dritten Band verortet sein Werk explizit in dieser internationalen Nachkriegs-Avantgarde und schreibt zugleich die Kontinuität der konstruktivistischen Traditionslinie in die zweite Jahrhunderthälfte fort.
In guter Erhaltung. Sauberes Blatt, kräftiger Druck, keine sichtbaren Stockflecken, Risse oder Handhabungsspuren im Bildbereich. Nie gerahmt.
Provenienz: Edition Panderma, Carl Laszlo, Basel — Galerie von Bartha, Basel — Privatsammlung, Basel.
Seller's Story
Hans Schmitz: Industrie — aus dem Portfolio La Lune en Rodage III
Holzschnitt auf Vergé-Papier, unnummeriertes Exemplar aus der Auflage von 230 (zusätzlich 65 unnummerierte Hors-commerce-Exemplare). Aufgezogen auf Karton, 32 × 32 cm; Blattgröße 28 × 28 cm. Im Bild rechts unten integriertes Monogramm "S"; unterhalb der Darstellung eigenhändig in Bleistift signiert.
Hans Schmitz (Köln 1896 – 1977) war Bildhauer und Grafiker und gehörte zum engeren Kreis der Gruppe progressiver Künstler (Kölner Progressive), die sich Anfang der 1920er Jahre um die Maler Franz Wilhelm Seiwert und Heinrich Hoerle sowie den Fotografen August Sander bildete. Zum Kernkreis zählten weiter Gottfried Brockmann, der Grafiker Gerd Arntz — später Mitentwickler des Wiener Isotype-Systems mit Otto Neurath — sowie der Bildhauer Otto Freundlich. Die Gruppe verstand sich nicht als geschlossene Schule, sondern als informeller Zusammenschluss avantgardistischer Maler, Bildhauer, Architekten und Schriftsteller, dessen Wirkung weit über das rheinische Territorium hinausreichte.
Programmatisch verband die Kölner Progressiven ein doppelter Anspruch: die konstruktivistische Formsprache — flächige Reduktion, geometrische Klarheit, Verzicht auf illusionistische Tiefe — mit einer entschieden sozialkritischen, an den Bewegungen der Weimarer Arbeiterkultur orientierten Ikonografie. Menschen erscheinen in dieser Bildwelt als typisierte Repräsentanten sozialer Verhältnisse, Fabriken und Wohnblöcke als Zeichen einer neu zu ordnenden Gesellschaft. Die Nähe zu den kommunistischen Organisationen der 1920er und frühen 1930er Jahre war explizit; mit der nationalsozialistischen Machtübernahme wurden die Positionen der Gruppe systematisch verfolgt, verboten oder ins Exil gedrängt. Schmitz gehört mit Augustin Tschinkel und Gerd Arntz zu den überlebenden Zeugen dieser Formation.
La Lune en Rodage ist das dreibändige Sammelportfolio des Basler Verlegers, Psychoanalytikers und Sammlers Carl Laszlo (Pécs 1923 – Basel 2013), erschienen bei Edition Panderma in Basel in den Jahren 1960, 1965 und 1977. Die drei Bände versammeln insgesamt rund 180 Originalarbeiten und geben eine bemerkenswert dichte Bestandsaufnahme der europäischen Avantgarde zwischen den 1950er und 1970er Jahren — mit Beiträgen unter anderem von Lucio Fontana, Piero Manzoni, Enrico Castellani, Heinz Mack, Otto Piene, Meret Oppenheim, Bruno Munari, Hans Arp, Victor Vasarely, Friedensreich Hundertwasser und Raymond Hains. Mehrere dieser Beiträge markieren biografische Zäsuren: Castellanis Blatt gilt als seine erste dokumentierte grafische Arbeit, Manzonis Achrome als das einzige von ihm realisierte Multiple. Die Aufnahme von Schmitz in den dritten Band verortet sein Werk explizit in dieser internationalen Nachkriegs-Avantgarde und schreibt zugleich die Kontinuität der konstruktivistischen Traditionslinie in die zweite Jahrhunderthälfte fort.
In guter Erhaltung. Sauberes Blatt, kräftiger Druck, keine sichtbaren Stockflecken, Risse oder Handhabungsspuren im Bildbereich. Nie gerahmt.
Provenienz: Edition Panderma, Carl Laszlo, Basel — Galerie von Bartha, Basel — Privatsammlung, Basel.

