Eine Holzskulptur - Losso - Togo (Ohne mindestpreis)






Mit fast einem Jahrzehnt Erfahrung in der Verbindung von Wissenschaft, Museumskuratierung und traditioneller Schmiedekunst hat Julien eine einzigartige Expertise in historischen Waffen, Rüstungen und afrikanischer Kunst entwickelt.
8 € |
|---|
Käuferschutz auf Catawiki
Ihre Zahlung wird von uns sicher verwahrt, bis Sie Ihr Objekt erhalten.Details ansehen
Trustpilot 4.4 | 131773 Bewertungen
Auf Trustpilot als hervorragend bewertet.
Eine Holzskulptur aus der Losso-Kultur im Norden Togos, mit dem Titel „A wooden sculpture“, 42 cm hoch, 1,4 kg, in mäßigem Zustand und ohne Ständer.
Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung
Die gegenwärtige hölzerne Figur der Losso‑Volkgruppe aus dem Norden Togos präsentiert sich als radikal reduzierte anthropomorphe Form, deren formale Strenge und materieller Alterungsprozess auf eine vornehmlich rituelle, statt ästhetisch autonome Funktion hinweisen. Die stehende Figur sitzt auf einem Sockel, was sie als eigenständiges, gegenwärtiges Objekt im Raum betont und auf ihre ursprüngliche Integration in einen kultischen Kontext verweist, möglicherweise innerhalb eines domesticen oder gemeinschaftlichen Schreins.
Die Form zeichnet sich durch bemerkenswerte formale Ökonomie aus: ein kompakter, fast zylindrischer Torso trägt einen stark vereinfachten Kopf; die Arme liegen eng am Körper an und enden ohne definierte Hände, während die Beine zerrissen erscheinen, der untere Teil – einschließlich der Füße – fehlen oder durch Abnutzung verloren gegangen sind. Diese Reduktion sollte nicht als Verlust naturalistischer Möglichkeiten interpretiert werden, sondern als bewusste Priorisierung von Präsenz und Wirksamkeit über mimetische Detailtreue. Tatsächlich zeichnet sich die Losso‑Bildhauerei durch eine ausgeprägte Tendenz zur Abstraktion und Verdichtung aus.
Besonders auffällig sind die parallelen Einschnitte im Bauchbereich, die gegen die Mittellinie des Körpers konvergieren. Diese Linieneinschnitte können als stilisierte Narbenschnitzmotive verstanden werden, die in vielen Gesellschaften des gur‑sprechenden kulturellen Raums Westafrikas als Identitätsmarken, Zugehörigkeitszeichen oder Initiationsübergänge fungieren. Ihre rhythmische Wiederholung strukturiert die Oberflächen des Körpers und verleiht der ansonsten glatten Form eine symbolische Tiefendimension.
Das Gesicht ist außerordentlich reduziert: aufgeblähte, plastisch hervortretende Augenbrauen überschattet tiefe, lochartige Augenöffnungen; Ohren fehlen vollständig. Diese ikonografische Reduktion erzeugt eine eigentümliche Spannung zwischen Ausdruckskraft und Anonymität. Die Figur erscheint nicht als individuelles Porträt, sondern als Träger einer supra-individuellen, möglicherweise Ahnen- oder Geistespräsenz. Die Leere der Augenhöhlen kann als Hinweis auf eine „Durchlässigkeit“ zur spirituellen Sphäre interpretiert werden – ein Motiv, das in vielen afrikanischen Skulpturtraditionen der Vorstellung von Besessenheit oder dem Vorhandensein unsichtbarer Kräfte entspricht.
Die klaren Abnutzungsspuren – Erosion, Patinierung, strukturelle Verlusterscheinungen – sind nicht lediglich Konservierungsdefizite, sondern integraler Bestandteil der Geschichte des Objekts. Sie deuten auf eine lang andauernde rituelle Nutzung hin, möglicherweise im Zusammenhang mit Libationen, Opferritualen oder Kontakten durch Berührung. Solche Nutzungsnachweise gelten in vielen Kontexten als Indikatoren erhöhter Wirksamkeit und historischer Tiefe.
Die Figur gehört zur Losso‑Kultur im nördlichen Togo, speziell in die Kara‑Region. Diese Region ist Teil des größeren gur‑sprechenden Kulturraums, der sich über Teile von Ghana, Burkina Faso und Togo erstreckt. Die dortigen Gesellschaften sind traditionell dezentralisiert und durch komplexe Ahnenverehrungs‑ sowie lokale Schutz- und Heilungsrituale gekennzeichnet.
In diesem Zusammenhang fungieren hölzerne Figuren wie die vorliegende als Vermittlerinnen zwischen der Welt der Lebenden und jener der Ahnen oder spirituellen Entitäten. Sie sind weniger „Darstellungen“ als operative Objekte: Träger von Macht, Empfänger von Opfergaben und Garanten sozialer und kosmischer Ordnung. Ihre formale Strenge und expressive Dichte reflektieren eine ästhetische Logik, in der Wirksamkeit Vorrang vor naturalistischer Ausarbeitung hat.
Die Losso‑Bildhauerei ist im Vergleich zu benachbarten Traditionen (wie den Lobi oder Mossi) weniger umfangreich dokumentiert, zeichnet sich aber durch einen besonderen Fokus auf elementare Formen und eine oft archaische Direktheit aus. Gerade diese Reduktion verleiht den Figuren eine mitreißende Präsenz: Sie erscheinen als „verdichtete Körper“ von Erinnerung, Schutz und normativer Ordnung innerhalb ihrer jeweiligen Gemeinschaften.
Literatur (Auswahl):
Louis Perrois: Art Ancestral du Togo. Les figures des cultes vodou et des ancêtres. Paris 2008.
F. Gruner: Togo: Art and Religion in the Land of the Ewe, Kabre, and Losso. Berlin 1991.
L. Meyer: Art of the Northern Peoples of Togo. Milan 2001.
Suzanne Preston Blier: African Vodun: Art, Psychology, and Power. Chicago 1998.
Der Verkäufer stellt sich vor
Übersetzt mit Google ÜbersetzerDie gegenwärtige hölzerne Figur der Losso‑Volkgruppe aus dem Norden Togos präsentiert sich als radikal reduzierte anthropomorphe Form, deren formale Strenge und materieller Alterungsprozess auf eine vornehmlich rituelle, statt ästhetisch autonome Funktion hinweisen. Die stehende Figur sitzt auf einem Sockel, was sie als eigenständiges, gegenwärtiges Objekt im Raum betont und auf ihre ursprüngliche Integration in einen kultischen Kontext verweist, möglicherweise innerhalb eines domesticen oder gemeinschaftlichen Schreins.
Die Form zeichnet sich durch bemerkenswerte formale Ökonomie aus: ein kompakter, fast zylindrischer Torso trägt einen stark vereinfachten Kopf; die Arme liegen eng am Körper an und enden ohne definierte Hände, während die Beine zerrissen erscheinen, der untere Teil – einschließlich der Füße – fehlen oder durch Abnutzung verloren gegangen sind. Diese Reduktion sollte nicht als Verlust naturalistischer Möglichkeiten interpretiert werden, sondern als bewusste Priorisierung von Präsenz und Wirksamkeit über mimetische Detailtreue. Tatsächlich zeichnet sich die Losso‑Bildhauerei durch eine ausgeprägte Tendenz zur Abstraktion und Verdichtung aus.
Besonders auffällig sind die parallelen Einschnitte im Bauchbereich, die gegen die Mittellinie des Körpers konvergieren. Diese Linieneinschnitte können als stilisierte Narbenschnitzmotive verstanden werden, die in vielen Gesellschaften des gur‑sprechenden kulturellen Raums Westafrikas als Identitätsmarken, Zugehörigkeitszeichen oder Initiationsübergänge fungieren. Ihre rhythmische Wiederholung strukturiert die Oberflächen des Körpers und verleiht der ansonsten glatten Form eine symbolische Tiefendimension.
Das Gesicht ist außerordentlich reduziert: aufgeblähte, plastisch hervortretende Augenbrauen überschattet tiefe, lochartige Augenöffnungen; Ohren fehlen vollständig. Diese ikonografische Reduktion erzeugt eine eigentümliche Spannung zwischen Ausdruckskraft und Anonymität. Die Figur erscheint nicht als individuelles Porträt, sondern als Träger einer supra-individuellen, möglicherweise Ahnen- oder Geistespräsenz. Die Leere der Augenhöhlen kann als Hinweis auf eine „Durchlässigkeit“ zur spirituellen Sphäre interpretiert werden – ein Motiv, das in vielen afrikanischen Skulpturtraditionen der Vorstellung von Besessenheit oder dem Vorhandensein unsichtbarer Kräfte entspricht.
Die klaren Abnutzungsspuren – Erosion, Patinierung, strukturelle Verlusterscheinungen – sind nicht lediglich Konservierungsdefizite, sondern integraler Bestandteil der Geschichte des Objekts. Sie deuten auf eine lang andauernde rituelle Nutzung hin, möglicherweise im Zusammenhang mit Libationen, Opferritualen oder Kontakten durch Berührung. Solche Nutzungsnachweise gelten in vielen Kontexten als Indikatoren erhöhter Wirksamkeit und historischer Tiefe.
Die Figur gehört zur Losso‑Kultur im nördlichen Togo, speziell in die Kara‑Region. Diese Region ist Teil des größeren gur‑sprechenden Kulturraums, der sich über Teile von Ghana, Burkina Faso und Togo erstreckt. Die dortigen Gesellschaften sind traditionell dezentralisiert und durch komplexe Ahnenverehrungs‑ sowie lokale Schutz- und Heilungsrituale gekennzeichnet.
In diesem Zusammenhang fungieren hölzerne Figuren wie die vorliegende als Vermittlerinnen zwischen der Welt der Lebenden und jener der Ahnen oder spirituellen Entitäten. Sie sind weniger „Darstellungen“ als operative Objekte: Träger von Macht, Empfänger von Opfergaben und Garanten sozialer und kosmischer Ordnung. Ihre formale Strenge und expressive Dichte reflektieren eine ästhetische Logik, in der Wirksamkeit Vorrang vor naturalistischer Ausarbeitung hat.
Die Losso‑Bildhauerei ist im Vergleich zu benachbarten Traditionen (wie den Lobi oder Mossi) weniger umfangreich dokumentiert, zeichnet sich aber durch einen besonderen Fokus auf elementare Formen und eine oft archaische Direktheit aus. Gerade diese Reduktion verleiht den Figuren eine mitreißende Präsenz: Sie erscheinen als „verdichtete Körper“ von Erinnerung, Schutz und normativer Ordnung innerhalb ihrer jeweiligen Gemeinschaften.
Literatur (Auswahl):
Louis Perrois: Art Ancestral du Togo. Les figures des cultes vodou et des ancêtres. Paris 2008.
F. Gruner: Togo: Art and Religion in the Land of the Ewe, Kabre, and Losso. Berlin 1991.
L. Meyer: Art of the Northern Peoples of Togo. Milan 2001.
Suzanne Preston Blier: African Vodun: Art, Psychology, and Power. Chicago 1998.
Der Verkäufer stellt sich vor
Übersetzt mit Google ÜbersetzerDetails
Rechtliche Informationen des Verkäufers
- Unternehmen:
- Jaenicke Njoya GmbH
- Repräsentant:
- Wolfgang Jaenicke
- Adresse:
- Jaenicke Njoya GmbH
Klausenerplatz 7
14059 Berlin
GERMANY - Telefonnummer:
- +493033951033
- Email:
- w.jaenicke@jaenicke-njoya.com
- USt-IdNr.:
- DE241193499
AGB
AGB des Verkäufers. Mit einem Gebot auf dieses Los akzeptieren Sie ebenfalls die AGB des Verkäufers.
Widerrufsbelehrung
- Frist: 14 Tage sowie gemäß den hier angegebenen Bedingungen
- Rücksendkosten: Käufer trägt die unmittelbaren Kosten der Rücksendung der Ware
- Vollständige Widerrufsbelehrung
