Eine Holzskulptur - Jukun - Nigeria (Ohne mindestpreis)

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Julien Gauthier
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Mit fast einem Jahrzehnt Erfahrung in der Verbindung von Wissenschaft, Museumskuratierung und traditioneller Schmiedekunst hat Julien eine einzigartige Expertise in historischen Waffen, Rüstungen und afrikanischer Kunst entwickelt.

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Eine Holzskulptur aus Nigeria der Jukun-Kultur mit dem Titel “A wooden sculpture”, 55 cm hoch und 4,3 kg schwer, in mäßigem Zustand.

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Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung

Die vorliegende Skulptur gehört zur jukunischen Bildhauertradition des zentralen Benue-Tals in Nigeria, einer kulturell und historisch bedeutenden Region, die die heutigen Bundesstaaten Taraba und Nasarawa umfasst. Innerhalb dieses geographischen Raums, entlang der Benue-Flusslandschaft, entwickelte sich eine eigenständige Form figürlicher Holzschnitzkunst, eng verbunden mit rituellen, politischen und kosmologischen Überzeugungen.

Die Figur zeigt einen männlichen Körper von kompakter, jedoch monumentaler Präsenz. Merkmalsdominant ist der kopf in einer panzernähnlichen Helmform, dessen segmentierte Gliederung architektonische Strenge sichtbar macht. Der zentrale Abschnitt enthält das Gesicht, auf das Wesentliche reduziert: geöffnete Augenhöhlen, eine gerade, verlängerte Nase und ein linearer Mund. Diese Reduktion ist charakteristisch für die Jukun-Skulptur, in der die physiognomische Individualität zugunsten einer verdichteten, symbolischen Gegenwart zurücktritt.

Der geschnitzte Bart, der das Kinn umschließt, deutet auf Männlichkeit, Alter und möglicherweise Rang oder Autorität hin. Die seitlichen Verbreiterungen des Helms, die wie Ohrenschutz wirken, und der verlängerte Nackenkragen, der bis zu den Schultern reicht, erzeugen den Eindruck eines rituellen Headdress oder eines schützenden Helms. Solche formalen Lösungen lassen sich im weiteren Kontext der Benue-Kunst als Transformation realweltlicher Insignien in skulpturale Symbole verstehen, die sowohl Schutz als auch Macht repräsentieren.

Der verlängerte, muskulös ausgeformte Hals fungiert als vermittelnde Achse zwischen Kopf und Körper und betont die aufrechte, gespannte Haltung der Figur. Die stark definierten Schultern, von denen die gebeugten Arme zu wachsen scheinen, verleihen dem Oberkörper eine klotzartige Solidität. Die Figur hält ein Gefäß, aus dem ein spitzer Horn hervorgeht – ein Motiv, das auf rituelle Praktiken verweist. Hörner und Gefäße sind häufig mit libatorischen Praktiken, Opferzeremonien oder dem Empfang und der Übermittlung spiritueller Kräfte im weiteren regionalen Kontext verbunden.

Im Gegensatz dazu wirken die unteren Extremitäten reduziert und massig. Das Fehlen ausgedehnter Hände und Füße spiegelt nicht mangelnde Handwerkskunst wider, sondern drückt vielmehr eine absichtliche Abstraktion aus: Der Körper wird nicht als anatomische Einheit verstanden, sondern als Träger konzentrierter Bedeutung. Schließlich weist die glänzend braune Patina auf Alter, Benutzung und rituelle Aktivierung hin – sie ist das Resultat wiederholten Berührens, Reibens oder kultischer Behandlung und damit ein integraler Teil der Bedeutung des Objekts.

Die Jukun gehören zu den historisch einflussreichen Gesellschaften der zentralen Benue-Region und gelten als Nachfahren des mächtigen Kwara­rafa-Reichs, das zwischen dem 14. und 18. Jahrhundert eine zentrale Rolle in der Region spielte. Ihre kulturellen Ausdrucksformen sind eng mit einem komplexen System politischer Macht, Ahnenkult und ritueller Praxis verknüpft.

Figurative Skulpturen wie die vorliegende sind nicht autonom im westlichen Sinn, sondern Teil eines performativen und rituellen Kontexts. Sie repräsentieren Ahnen, Würdenträger oder soziale Rollen (wie Frauen oder Gefolgsleute) und werden in spezifischen Kontexten aktiviert – zum Beispiel während Bestattungsriten, landwirtschaftlicher Feste oder in Zeiten kollektiver Bedrohung. In diesen Momenten fungieren sie als Mittler zwischen der sichtbaren Welt und dem Ahnenreich.

Gleichzeitig tragen sie Träger sozialer Ordnung: Die Kombination aus männlicher Ikonografie (Bart, kräftige Schultern), rituellen Attributen (Gefäß, Horn) und einer schützenden Kopfform kann als Visualisierung von Autorität, Schutz und spiritueller Kompetenz gedeutet werden. In der politischen Struktur der Jukun, in der religiöse und weltliche Macht eng miteinander verflochten sind, spiegelt sich diese Ambiguität unmittelbar in der Form der Skulptur wider.

Die Figur ist also nicht bloß eine Repräsentation einer Person, sondern ein verdichteter Ausdruck relationaler Systeme: zwischen Lebenden und Toten, zwischen Gemeinschaft und Führung, zwischen der materiellen und der immateriellen Welt.

Literatur (Auswahl)
Rubin, Arnold: Arts of the Upper Benue River. Los Angeles 1980.
Evers, Catherine: Art of the Upper Benue River Valley. London 1995.
Kerchache, Jacques et al.: L’Art africain. Paris 1988.
Sieber, Roy; Walker, Roslyn Adele: African Art in the Cycle of Life. Washington 1987.
Cole, Herbert M.: Icons: Ideals and Power in the Art of Africa. Washington 1989.

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Die vorliegende Skulptur gehört zur jukunischen Bildhauertradition des zentralen Benue-Tals in Nigeria, einer kulturell und historisch bedeutenden Region, die die heutigen Bundesstaaten Taraba und Nasarawa umfasst. Innerhalb dieses geographischen Raums, entlang der Benue-Flusslandschaft, entwickelte sich eine eigenständige Form figürlicher Holzschnitzkunst, eng verbunden mit rituellen, politischen und kosmologischen Überzeugungen.

Die Figur zeigt einen männlichen Körper von kompakter, jedoch monumentaler Präsenz. Merkmalsdominant ist der kopf in einer panzernähnlichen Helmform, dessen segmentierte Gliederung architektonische Strenge sichtbar macht. Der zentrale Abschnitt enthält das Gesicht, auf das Wesentliche reduziert: geöffnete Augenhöhlen, eine gerade, verlängerte Nase und ein linearer Mund. Diese Reduktion ist charakteristisch für die Jukun-Skulptur, in der die physiognomische Individualität zugunsten einer verdichteten, symbolischen Gegenwart zurücktritt.

Der geschnitzte Bart, der das Kinn umschließt, deutet auf Männlichkeit, Alter und möglicherweise Rang oder Autorität hin. Die seitlichen Verbreiterungen des Helms, die wie Ohrenschutz wirken, und der verlängerte Nackenkragen, der bis zu den Schultern reicht, erzeugen den Eindruck eines rituellen Headdress oder eines schützenden Helms. Solche formalen Lösungen lassen sich im weiteren Kontext der Benue-Kunst als Transformation realweltlicher Insignien in skulpturale Symbole verstehen, die sowohl Schutz als auch Macht repräsentieren.

Der verlängerte, muskulös ausgeformte Hals fungiert als vermittelnde Achse zwischen Kopf und Körper und betont die aufrechte, gespannte Haltung der Figur. Die stark definierten Schultern, von denen die gebeugten Arme zu wachsen scheinen, verleihen dem Oberkörper eine klotzartige Solidität. Die Figur hält ein Gefäß, aus dem ein spitzer Horn hervorgeht – ein Motiv, das auf rituelle Praktiken verweist. Hörner und Gefäße sind häufig mit libatorischen Praktiken, Opferzeremonien oder dem Empfang und der Übermittlung spiritueller Kräfte im weiteren regionalen Kontext verbunden.

Im Gegensatz dazu wirken die unteren Extremitäten reduziert und massig. Das Fehlen ausgedehnter Hände und Füße spiegelt nicht mangelnde Handwerkskunst wider, sondern drückt vielmehr eine absichtliche Abstraktion aus: Der Körper wird nicht als anatomische Einheit verstanden, sondern als Träger konzentrierter Bedeutung. Schließlich weist die glänzend braune Patina auf Alter, Benutzung und rituelle Aktivierung hin – sie ist das Resultat wiederholten Berührens, Reibens oder kultischer Behandlung und damit ein integraler Teil der Bedeutung des Objekts.

Die Jukun gehören zu den historisch einflussreichen Gesellschaften der zentralen Benue-Region und gelten als Nachfahren des mächtigen Kwara­rafa-Reichs, das zwischen dem 14. und 18. Jahrhundert eine zentrale Rolle in der Region spielte. Ihre kulturellen Ausdrucksformen sind eng mit einem komplexen System politischer Macht, Ahnenkult und ritueller Praxis verknüpft.

Figurative Skulpturen wie die vorliegende sind nicht autonom im westlichen Sinn, sondern Teil eines performativen und rituellen Kontexts. Sie repräsentieren Ahnen, Würdenträger oder soziale Rollen (wie Frauen oder Gefolgsleute) und werden in spezifischen Kontexten aktiviert – zum Beispiel während Bestattungsriten, landwirtschaftlicher Feste oder in Zeiten kollektiver Bedrohung. In diesen Momenten fungieren sie als Mittler zwischen der sichtbaren Welt und dem Ahnenreich.

Gleichzeitig tragen sie Träger sozialer Ordnung: Die Kombination aus männlicher Ikonografie (Bart, kräftige Schultern), rituellen Attributen (Gefäß, Horn) und einer schützenden Kopfform kann als Visualisierung von Autorität, Schutz und spiritueller Kompetenz gedeutet werden. In der politischen Struktur der Jukun, in der religiöse und weltliche Macht eng miteinander verflochten sind, spiegelt sich diese Ambiguität unmittelbar in der Form der Skulptur wider.

Die Figur ist also nicht bloß eine Repräsentation einer Person, sondern ein verdichteter Ausdruck relationaler Systeme: zwischen Lebenden und Toten, zwischen Gemeinschaft und Führung, zwischen der materiellen und der immateriellen Welt.

Literatur (Auswahl)
Rubin, Arnold: Arts of the Upper Benue River. Los Angeles 1980.
Evers, Catherine: Art of the Upper Benue River Valley. London 1995.
Kerchache, Jacques et al.: L’Art africain. Paris 1988.
Sieber, Roy; Walker, Roslyn Adele: African Art in the Cycle of Life. Washington 1987.
Cole, Herbert M.: Icons: Ideals and Power in the Art of Africa. Washington 1989.

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Details

Ethnie/ Kultur
Jukun
Herkunftsland
Nigeria
Material
Holz
Sold with stand
Nein
Zustand
Angemessener Zustand
Titel des Kunstwerks
A wooden sculpture
Höhe
55 cm
Gewicht
4,3 kg
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