Eine Holzskulptur - Arbeit - Nigeria (Ohne mindestpreis)






Mit fast einem Jahrzehnt Erfahrung in der Verbindung von Wissenschaft, Museumskuratierung und traditioneller Schmiedekunst hat Julien eine einzigartige Expertise in historischen Waffen, Rüstungen und afrikanischer Kunst entwickelt.
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Eine hölzerne Skulptur aus Nigeria, der Chamba zugeschrieben, in befriedigendem Zustand, 58 cm hoch und 2 kg schwer.
Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung
Eine Chamba-Skulptur aus dem Nordosten Nigerias, die sich durch zoomorphe Formgebung und die Anwendung roter Pigmente auszeichnet, veranschaulicht eine komplexe Verknüpfung von ritueller Praxis, Materialtransformation und symbolischer Repräsentation innerhalb der breiteren skulpturalen Traditionen der Chamba-sprachigen Völker. Solche Werke, oft aus Holz geschnitzt und anschließend mit Farbschichten, Öl oder opfernden Substanzen behandelt, widerstehen enger stilistischer Kategorisierung und verkörpern stattdessen eine dynamische Wechselwirkung zwischen menschlichen, tierischen und spirituellen Sphären. Der zoomorphe Charakter – häufig an Antilope, Büffel oder Hybridwesen erinnernd – signalisiert nicht nur eine ästhetische Wahl, sondern ein kosmologisches Gerüst, in dem tierische Eigenschaften herangezogen werden, um Macht, Schutz und Ahnenpräsenz zu vermitteln.
Die Chamba, eine kulturell vielfältige Gruppierung, die sich in Regionen entlang der Nigeria‑Kamerun-Grenze ansiedelt, haben historisch Skulpturenformen produziert, die mit Initiationsgesellschaften, vor allem Autorität und schützenden Kulte verbunden sind. In diesem Kontext fungieren zoomorphe Skulpturen als aufgeladene Objekte, die durch rituelle Prozesse aktiviert werden, statt als statische Repräsentationen zu existieren. Die oft auf ihren Oberflächen vorhandene rotere Pigmentierung ist besonders bedeutsam. Aus Mineralquellen wie Ocker oder aus organischen Mischungen, die Blut oder Palmöl enthalten, stammend, codiert diese Farbgebung Vitalität, Gefahr und Transformation. Sie kann sich im Laufe der Zeit durch wiederholte Aufträge ansammeln und eine dichte Patina bilden, die die rituelle Geschichte der Skulptur materiell dokumentiert. Anstatt das darunterliegende Holz zu verbergen, fungiert die Pigmentschicht als eine aktive Haut, die zwischen sichtbarer Form und unsichtbarer Potenz vermittelt.
Formal zeichnen sich Chamba‑zoomorphe Skulpturen durch eine Ökonomie der Mittel in Verbindung mit auffälliger Ausdrucksstärke aus. Gliedmaßen können gekürzt oder übertrieben, Rumpfpartien kompakt und Köpfe deutlich mit eingeschnittenen oder reliefartigen Merkmalen ausgearbeitet sein. Die Abstraktion anatomischer Details mindert nicht die Bezugnahme der Tierform, sondern verstärkt vielmehr deren symbolische Ladung. In einigen Fällen kommt es zu Hybridisierungen, wobei anthropomorphe Elemente – wie aufrechte Haltung oder stilisierte Gesichtszüge – mit tierischen Merkmalen verwoben sind. Diese Mehrdeutigkeit spiegelt ein konzeptionelles Kontinuum und kein binäres Unterscheidungsmerkmal zwischen Mensch und Tier wider und betont die Durchlässigkeit der Kategorien in den chamba‑ontologischen Denken.
Die taktile Oberfläche solcher Skulpturen trägt weiter zu ihrer ästhetischen und rituellen Wirksamkeit bei. Die Ansammlung von Pigment, Verkrustungen und Abnutzungsmerkmalen erzeugt eine reich strukturierte äußere Erscheinung, die sowohl visuelles als auch haptisches Erleben einlädt. Diese Oberflächen sind nicht zufällig, sondern integraler Bestandteil der Bedeutung des Objekts und belegen Nutzungskreisläufe, Offerierungen und Erneuerung. Folglich stellt jede Skulptur ein temporäres Archiv dar, dessen materieller Zustand Zeuge aufeinanderfolgender Aktivierungsmomente im gemeinschaftlichen Leben ist.
In musealen Kontexten verändert die Abnahme dieser Skulpturen aus ihren ursprünglichen Umgebungen zwangsläufig ihre Rezeption. Von ihrer performativen und rituellen Rahmen abgekoppelt, werden sie oft durch formale oder ethnographische Perspektiven erschlossen. Eine nuanciertere Lesart anerkennt jedoch die Grenzen solcher Perspektiven und bemüht sich, soweit möglich, die Bedingungen zu rekonstruieren, unter denen diese Objekte wirkten. Die Aufmerksamkeit für Pigment, Form und Abnutzung dient als Mittel, um otherwise unfassbar bleibende Dimensionen ihrer Bedeutung zugänglich zu machen.
Letztlich muss eine Chamba‑zoomorphe Skulptur, die mit rotem Pigment bedeckt ist, nicht als Abbildung eines Tieres an sich verstanden werden, sondern als materieller Ort von Macht und Transformation. Ihre Form verdichtet ein Netzwerk von Assoziationen – zwischen Arten, Substanzen und spirituellen Kräften – während ihre Oberfläche die kumulative Prägung ritueller Einbindung trägt. Als solche steht sie sowohl als Kunstwerk denn auch als aktiver Teilnehmer am sozialen und kosmologischen Leben der Gemeinschaft, die sie hervorgebracht und getragen hat.
Verweise
Fardon, Richard. Between God, the Dead and the Wild: Chamba Interpretations of Religion and Ritual. Edinburgh: Edinburgh University Press, 1990.
Sieber, Roy, und Arnold Rubin. Sculpture of Black Africa: The Paul Tishman Collection. New York: The Metropolitan Museum of Art, 1968.
Blier, Suzanne Preston. African Vodun: Art, Psychology, and Power. Chicago: University of Chicago Press, 1995.
Cole, Herbert M., und Chike C. Aniakor. Igbo Arts: Community and Cosmos. Los Angeles: Museum of Cultural History, UCLA, 1984.
Harris, Michael. “Animal Symbolism and Ritual Practice in Central Nigerian Sculpture.” African Arts 32, no. 2 (1999): 44–59.
CAB44556
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Übersetzt mit Google ÜbersetzerEine Chamba-Skulptur aus dem Nordosten Nigerias, die sich durch zoomorphe Formgebung und die Anwendung roter Pigmente auszeichnet, veranschaulicht eine komplexe Verknüpfung von ritueller Praxis, Materialtransformation und symbolischer Repräsentation innerhalb der breiteren skulpturalen Traditionen der Chamba-sprachigen Völker. Solche Werke, oft aus Holz geschnitzt und anschließend mit Farbschichten, Öl oder opfernden Substanzen behandelt, widerstehen enger stilistischer Kategorisierung und verkörpern stattdessen eine dynamische Wechselwirkung zwischen menschlichen, tierischen und spirituellen Sphären. Der zoomorphe Charakter – häufig an Antilope, Büffel oder Hybridwesen erinnernd – signalisiert nicht nur eine ästhetische Wahl, sondern ein kosmologisches Gerüst, in dem tierische Eigenschaften herangezogen werden, um Macht, Schutz und Ahnenpräsenz zu vermitteln.
Die Chamba, eine kulturell vielfältige Gruppierung, die sich in Regionen entlang der Nigeria‑Kamerun-Grenze ansiedelt, haben historisch Skulpturenformen produziert, die mit Initiationsgesellschaften, vor allem Autorität und schützenden Kulte verbunden sind. In diesem Kontext fungieren zoomorphe Skulpturen als aufgeladene Objekte, die durch rituelle Prozesse aktiviert werden, statt als statische Repräsentationen zu existieren. Die oft auf ihren Oberflächen vorhandene rotere Pigmentierung ist besonders bedeutsam. Aus Mineralquellen wie Ocker oder aus organischen Mischungen, die Blut oder Palmöl enthalten, stammend, codiert diese Farbgebung Vitalität, Gefahr und Transformation. Sie kann sich im Laufe der Zeit durch wiederholte Aufträge ansammeln und eine dichte Patina bilden, die die rituelle Geschichte der Skulptur materiell dokumentiert. Anstatt das darunterliegende Holz zu verbergen, fungiert die Pigmentschicht als eine aktive Haut, die zwischen sichtbarer Form und unsichtbarer Potenz vermittelt.
Formal zeichnen sich Chamba‑zoomorphe Skulpturen durch eine Ökonomie der Mittel in Verbindung mit auffälliger Ausdrucksstärke aus. Gliedmaßen können gekürzt oder übertrieben, Rumpfpartien kompakt und Köpfe deutlich mit eingeschnittenen oder reliefartigen Merkmalen ausgearbeitet sein. Die Abstraktion anatomischer Details mindert nicht die Bezugnahme der Tierform, sondern verstärkt vielmehr deren symbolische Ladung. In einigen Fällen kommt es zu Hybridisierungen, wobei anthropomorphe Elemente – wie aufrechte Haltung oder stilisierte Gesichtszüge – mit tierischen Merkmalen verwoben sind. Diese Mehrdeutigkeit spiegelt ein konzeptionelles Kontinuum und kein binäres Unterscheidungsmerkmal zwischen Mensch und Tier wider und betont die Durchlässigkeit der Kategorien in den chamba‑ontologischen Denken.
Die taktile Oberfläche solcher Skulpturen trägt weiter zu ihrer ästhetischen und rituellen Wirksamkeit bei. Die Ansammlung von Pigment, Verkrustungen und Abnutzungsmerkmalen erzeugt eine reich strukturierte äußere Erscheinung, die sowohl visuelles als auch haptisches Erleben einlädt. Diese Oberflächen sind nicht zufällig, sondern integraler Bestandteil der Bedeutung des Objekts und belegen Nutzungskreisläufe, Offerierungen und Erneuerung. Folglich stellt jede Skulptur ein temporäres Archiv dar, dessen materieller Zustand Zeuge aufeinanderfolgender Aktivierungsmomente im gemeinschaftlichen Leben ist.
In musealen Kontexten verändert die Abnahme dieser Skulpturen aus ihren ursprünglichen Umgebungen zwangsläufig ihre Rezeption. Von ihrer performativen und rituellen Rahmen abgekoppelt, werden sie oft durch formale oder ethnographische Perspektiven erschlossen. Eine nuanciertere Lesart anerkennt jedoch die Grenzen solcher Perspektiven und bemüht sich, soweit möglich, die Bedingungen zu rekonstruieren, unter denen diese Objekte wirkten. Die Aufmerksamkeit für Pigment, Form und Abnutzung dient als Mittel, um otherwise unfassbar bleibende Dimensionen ihrer Bedeutung zugänglich zu machen.
Letztlich muss eine Chamba‑zoomorphe Skulptur, die mit rotem Pigment bedeckt ist, nicht als Abbildung eines Tieres an sich verstanden werden, sondern als materieller Ort von Macht und Transformation. Ihre Form verdichtet ein Netzwerk von Assoziationen – zwischen Arten, Substanzen und spirituellen Kräften – während ihre Oberfläche die kumulative Prägung ritueller Einbindung trägt. Als solche steht sie sowohl als Kunstwerk denn auch als aktiver Teilnehmer am sozialen und kosmologischen Leben der Gemeinschaft, die sie hervorgebracht und getragen hat.
Verweise
Fardon, Richard. Between God, the Dead and the Wild: Chamba Interpretations of Religion and Ritual. Edinburgh: Edinburgh University Press, 1990.
Sieber, Roy, und Arnold Rubin. Sculpture of Black Africa: The Paul Tishman Collection. New York: The Metropolitan Museum of Art, 1968.
Blier, Suzanne Preston. African Vodun: Art, Psychology, and Power. Chicago: University of Chicago Press, 1995.
Cole, Herbert M., und Chike C. Aniakor. Igbo Arts: Community and Cosmos. Los Angeles: Museum of Cultural History, UCLA, 1984.
Harris, Michael. “Animal Symbolism and Ritual Practice in Central Nigerian Sculpture.” African Arts 32, no. 2 (1999): 44–59.
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