Justinus - Historiae Philippicae - 1760





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Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung
IMPERI VERLORENES THEILEN SICH OSTEN UND WESTEN: DIE KUNST, DIE GESCHICHTE ZU RETTEN
Diese siebzehnhundert-Ausgabe der Historiae Philippicae von Justinus stellt einen der höchsten Momente der modernen Überlieferung der antiken universalen Historiografie dar, in dem der Nachhall des verlorenen Werkes von Pompeo Trogo durch einen Text widerhallt, der zugleich Summe, Neudeutung und Neukonstruktion der Vergangenheit ist. Darin entfaltet sich eine Weltanschauung der antiken Welt, die die Zentralität Roms infrage stellt, wobei der Osten, die hellenistischen Reiche und interkulturelle Dynamiken eine primäre Rolle übernehmen und dem europäischen Leser einen breiteren und komplexeren historischen Horizont eröffnen. Die Leida-Ausgabe der Luchtmans, produziert im Herzen der Republik der Gerechten niederländischen Gelehrsamkeit, ist nicht nur eine erudite Neuauflage, sondern ein raffinierter intellektueller Apparat: Durch den systematischen Vergleich der Quellen, das kritische Apparats und die geordnete Textstruktur übersetzt sie die humanistische Tradition in eine immanuelistische Schlüsselinterpretation. Das Werk erweist sich damit als Instrument der Ausbildung für eine akademische Elite, in dem Geschichte zur rationalen Disziplin wird und als interpretatives Modell der Gegenwart dient, wodurch der Übergang von der antiken Erinnerung zur modernen historischen Bewusstheit markiert wird.
MARKET VALUE
Der Marktwert dieser siebzehntеndeutige Ausgabe, insbesondere wenn sie in zeitgenössischer Lederbindung mit institutionellem Wappen und nachvollziehbarer akademischer Provenienz erhalten ist, erwies sich als stabil aber selektiv: Frische, vollständige Exemplare mit wertvollen Elementen wie wappenverzierten Vergoldungen oder dokumentierten universitären Kontexten können 550–700 Euro erreichen oder gelegentlich übersteigen, was das fortwährende Interesse an niederländischer klassischer Philologie und an den grundlegenden Texten der westlichen historischen Tradition widerspiegelt.
PHYSICAL DESCRIPTION AND CONDITION - COLLECTOR'S COPY
Zeitgenössische Pergamentbindung in voller Pergamentabdeckung, mit elegantem goldenen Wappen der Stadt Amsterdam auf den Deckeln, ein Hinweis auf eine institutionelle oder akademische Bestimmung des Bandes; Rücken mit vergoldetem Titel, sichtbare Spuren der ursprünglichen Verschlussbänder. Vorwort graviert von guter Qualität, begleitet von einem xilographischen Typografiemarken am Titel; der Text ist ergänzt durch Initialen und xilografische Friese, die die editoriale Sorgfalt niederländischer Offizinen des 18. Jahrhunderts bezeugen. Das Papier insgesamt gut erhalten, mit physiologischen Vergilbungen und Färbungen, in einigen Abschnitten stärker sichtbar, jedoch ohne Beeinträchtigung der Lesbarkeit. Kollation: pp. (4); 50 nn.; 42; 1034; 172; (4). Bei alten Büchern mit mehrhundertjähriger Geschichte können einige Ungereimtheiten vorhanden sein, die nicht immer in der Beschreibung erscheinen.
FULL TITLE AND AUTHOR
Historiae Philippicae.
Lugduni Batavorum, Samuelem et Joannem Luchtmans, 1760.
Justinus, Marcus Junianus.
CONTEXT AND SIGNIFICANCE
Die Historiae Philippicae nimmt einen einzigartigen Platz in der antiken historiografischen Tradition ein: Sie ist kein eigenständiges Werk, sondern der Epitom der imposanten universalen Geschichte, die von Pompeo Trogo verfasst wurde und heute nahezu vollständig verloren ist. Durch Justinus überlebt jedoch eine Erzählung, die die Vorherrschaft der römischen Perspektive bricht und die Ereignisse der mazedonischen, seleukidischen, ptolemäischen Reiche und allgemein des antiken Orients bevorzugt. Diese Ausrichtung verleiht dem Werk einen fast „alternativen“ Charakter gegenüber den kanonischen lateinischen Historikern und macht es grundlegend für den Wiederaufbau historischer Traditionen, die andernfalls verloren gegangen wären. Die Leiden-Ausgabe von Leiden aus dem Jahr 1760 reiht sich in die goldene Periode niederländischer Philologie ein, in der Verleger und Gelehrte zusammenarbeiteten, um kritisch verlässliche Texte mit Apparaten, Varianten und interpretativen Anmerkungen zu produzieren. In diesem Kontext wird Giustino nicht nur zur historischen Quelle, sondern auch zum Gegenstand methodischer Untersuchung: ein Labor, in dem Manuskripte verglichen, editorielle Kriterien verfeinert und der Kanon der modernen klassischen Kultur konstruiert wird.
BIOGRAPHY OF THE AUTHOR
Marcus Junianus Justinus, wahrscheinlich zwischen dem 2. und 3. Jahrhundert n.Chr. tätig, war ein römischer Geschichtsschreiber, der ausschließlich für seine Epithome des Werks von Pompeo Trogo bekannt ist. Obwohl er das ursprüngliche Material stark reduzierte, traf Justin eine bedeutende Auswahl, die exemplarische, moralische und erzählerisch wirksame Episoden bevorzugte und so zum außerordentlichen Fortuna des Werks im Mittelalter und in der frühen Neuzeit beitrug. Seine Fassung wurde zum Hauptmittel der Überlieferung der trogianischen Universalgwchichte und beeinflusste maßgeblich das europäische Verständnis der nicht-römischen Antike.
PRINTING HISTORY AND CIRCULATION
Die Leiden-Ausgaben des 18. Jahrhunderts und insbesondere jene der Luchtmans stellen einen der Höhepunkte des europäischen akademischen Drucks dar. Als Universitätsverleger aktiv, spezialisierte sich das Haus Luchtmans auf die Veröffentlichung klassischer Texte für ein Fachpublikum aus Gelehrten, Studierenden und Bildungseinrichtungen. Ihre Produktion zeichnet sich durch philologische Genauigkeit, hochwertige Typografie und internationale Verbreitung innerhalb der Republik der Gelehrten aus. Die Ausgabe von 1760 der Historiae Philippicae reiht sich in eine lange Tradition von Neudrucken und Revisionen des Textes ein, zeichnet sich jedoch durch ihren kritischen Apparat und ihre didaktische Funktion aus und dokumentiert die Zentralität von Justinus in den europäischen Studienprogrammen.
BIBLIOGRAPHY AND REFERENCES
Brunet, Manuel du libraire et de l’amateur de livres, Paris, 1860–1865, vol. III, pp. 582–583.
Graesse, Trésor de livres rares et précieux, Dresden, 1859–1869, vol. III, p. 482.
STCN (Short Title Catalogue Netherlands), records relativo alle edizioni Luchtmans del XVIII secolo.
ICCU/OPAC SBN, voci catalografiche per edizioni settecentesche di Justinus, Historiae Philippicae.
Der Verkäufer stellt sich vor
IMPERI VERLORENES THEILEN SICH OSTEN UND WESTEN: DIE KUNST, DIE GESCHICHTE ZU RETTEN
Diese siebzehnhundert-Ausgabe der Historiae Philippicae von Justinus stellt einen der höchsten Momente der modernen Überlieferung der antiken universalen Historiografie dar, in dem der Nachhall des verlorenen Werkes von Pompeo Trogo durch einen Text widerhallt, der zugleich Summe, Neudeutung und Neukonstruktion der Vergangenheit ist. Darin entfaltet sich eine Weltanschauung der antiken Welt, die die Zentralität Roms infrage stellt, wobei der Osten, die hellenistischen Reiche und interkulturelle Dynamiken eine primäre Rolle übernehmen und dem europäischen Leser einen breiteren und komplexeren historischen Horizont eröffnen. Die Leida-Ausgabe der Luchtmans, produziert im Herzen der Republik der Gerechten niederländischen Gelehrsamkeit, ist nicht nur eine erudite Neuauflage, sondern ein raffinierter intellektueller Apparat: Durch den systematischen Vergleich der Quellen, das kritische Apparats und die geordnete Textstruktur übersetzt sie die humanistische Tradition in eine immanuelistische Schlüsselinterpretation. Das Werk erweist sich damit als Instrument der Ausbildung für eine akademische Elite, in dem Geschichte zur rationalen Disziplin wird und als interpretatives Modell der Gegenwart dient, wodurch der Übergang von der antiken Erinnerung zur modernen historischen Bewusstheit markiert wird.
MARKET VALUE
Der Marktwert dieser siebzehntеndeutige Ausgabe, insbesondere wenn sie in zeitgenössischer Lederbindung mit institutionellem Wappen und nachvollziehbarer akademischer Provenienz erhalten ist, erwies sich als stabil aber selektiv: Frische, vollständige Exemplare mit wertvollen Elementen wie wappenverzierten Vergoldungen oder dokumentierten universitären Kontexten können 550–700 Euro erreichen oder gelegentlich übersteigen, was das fortwährende Interesse an niederländischer klassischer Philologie und an den grundlegenden Texten der westlichen historischen Tradition widerspiegelt.
PHYSICAL DESCRIPTION AND CONDITION - COLLECTOR'S COPY
Zeitgenössische Pergamentbindung in voller Pergamentabdeckung, mit elegantem goldenen Wappen der Stadt Amsterdam auf den Deckeln, ein Hinweis auf eine institutionelle oder akademische Bestimmung des Bandes; Rücken mit vergoldetem Titel, sichtbare Spuren der ursprünglichen Verschlussbänder. Vorwort graviert von guter Qualität, begleitet von einem xilographischen Typografiemarken am Titel; der Text ist ergänzt durch Initialen und xilografische Friese, die die editoriale Sorgfalt niederländischer Offizinen des 18. Jahrhunderts bezeugen. Das Papier insgesamt gut erhalten, mit physiologischen Vergilbungen und Färbungen, in einigen Abschnitten stärker sichtbar, jedoch ohne Beeinträchtigung der Lesbarkeit. Kollation: pp. (4); 50 nn.; 42; 1034; 172; (4). Bei alten Büchern mit mehrhundertjähriger Geschichte können einige Ungereimtheiten vorhanden sein, die nicht immer in der Beschreibung erscheinen.
FULL TITLE AND AUTHOR
Historiae Philippicae.
Lugduni Batavorum, Samuelem et Joannem Luchtmans, 1760.
Justinus, Marcus Junianus.
CONTEXT AND SIGNIFICANCE
Die Historiae Philippicae nimmt einen einzigartigen Platz in der antiken historiografischen Tradition ein: Sie ist kein eigenständiges Werk, sondern der Epitom der imposanten universalen Geschichte, die von Pompeo Trogo verfasst wurde und heute nahezu vollständig verloren ist. Durch Justinus überlebt jedoch eine Erzählung, die die Vorherrschaft der römischen Perspektive bricht und die Ereignisse der mazedonischen, seleukidischen, ptolemäischen Reiche und allgemein des antiken Orients bevorzugt. Diese Ausrichtung verleiht dem Werk einen fast „alternativen“ Charakter gegenüber den kanonischen lateinischen Historikern und macht es grundlegend für den Wiederaufbau historischer Traditionen, die andernfalls verloren gegangen wären. Die Leiden-Ausgabe von Leiden aus dem Jahr 1760 reiht sich in die goldene Periode niederländischer Philologie ein, in der Verleger und Gelehrte zusammenarbeiteten, um kritisch verlässliche Texte mit Apparaten, Varianten und interpretativen Anmerkungen zu produzieren. In diesem Kontext wird Giustino nicht nur zur historischen Quelle, sondern auch zum Gegenstand methodischer Untersuchung: ein Labor, in dem Manuskripte verglichen, editorielle Kriterien verfeinert und der Kanon der modernen klassischen Kultur konstruiert wird.
BIOGRAPHY OF THE AUTHOR
Marcus Junianus Justinus, wahrscheinlich zwischen dem 2. und 3. Jahrhundert n.Chr. tätig, war ein römischer Geschichtsschreiber, der ausschließlich für seine Epithome des Werks von Pompeo Trogo bekannt ist. Obwohl er das ursprüngliche Material stark reduzierte, traf Justin eine bedeutende Auswahl, die exemplarische, moralische und erzählerisch wirksame Episoden bevorzugte und so zum außerordentlichen Fortuna des Werks im Mittelalter und in der frühen Neuzeit beitrug. Seine Fassung wurde zum Hauptmittel der Überlieferung der trogianischen Universalgwchichte und beeinflusste maßgeblich das europäische Verständnis der nicht-römischen Antike.
PRINTING HISTORY AND CIRCULATION
Die Leiden-Ausgaben des 18. Jahrhunderts und insbesondere jene der Luchtmans stellen einen der Höhepunkte des europäischen akademischen Drucks dar. Als Universitätsverleger aktiv, spezialisierte sich das Haus Luchtmans auf die Veröffentlichung klassischer Texte für ein Fachpublikum aus Gelehrten, Studierenden und Bildungseinrichtungen. Ihre Produktion zeichnet sich durch philologische Genauigkeit, hochwertige Typografie und internationale Verbreitung innerhalb der Republik der Gelehrten aus. Die Ausgabe von 1760 der Historiae Philippicae reiht sich in eine lange Tradition von Neudrucken und Revisionen des Textes ein, zeichnet sich jedoch durch ihren kritischen Apparat und ihre didaktische Funktion aus und dokumentiert die Zentralität von Justinus in den europäischen Studienprogrammen.
BIBLIOGRAPHY AND REFERENCES
Brunet, Manuel du libraire et de l’amateur de livres, Paris, 1860–1865, vol. III, pp. 582–583.
Graesse, Trésor de livres rares et précieux, Dresden, 1859–1869, vol. III, p. 482.
STCN (Short Title Catalogue Netherlands), records relativo alle edizioni Luchtmans del XVIII secolo.
ICCU/OPAC SBN, voci catalografiche per edizioni settecentesche di Justinus, Historiae Philippicae.
