Franciscus de Smidt - Het leven van P. Petrus Canisius - 1652






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Das Leben des R.P. Petrus Canisius, 1652 bei Cornelis Woons in Antwerpen erschienen, ist eine niederländische, 436 Seiten umfassende Biografie des Franciscus de Smidt, in Pergament gebunden, im kleinen Oktavformat (15,5 × 9,5 cm).
Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung
Das Buch
Das Leben von R.P. Petrvs Canisivs Soc. Iesv, das 1652 in Antwerpen bei Cornelis Woons erschien, ist die allererste niederländischsprachige Biografie von Petrus Canisius (1521–1597). Die Ausgabe erschien fünfundfünfzig Jahre nach dem Tod Canisius’ und ist seiner Familie und Blutsverwandten gewidmet. Das Werk umfasst 436 Seiten im kleinen Oktavformat (15,5 × 9,5 cm) und enthält eine gravierte Titelvignette sowie eine kupferne ganzseitige Gravur — typisch für die holländisch-antwerpener hagiographische Buchproduktion des siebzehnten Jahrhunderts, in der Text und Bild zusammen die devotive Erfahrung unterstützen sollten. Der zeitgenössische Pergamentband mit spanischer Schnitte unterstreicht, dass es zu jener Zeit als eine wertvolle Ausgabe galt, bestimmt für langanhaltende Nutzung in geistlichen und gelehrten Kreisen.
Der Verfasser: Franciscus de Smidt (1576–1659)
Franciscus de Smidt war ein flämischer Jesuit, der in einer Epoche lebte, in der der Jesuitenorden in den Niederlanden im Südlichen Einflusszentrum seiner Macht stand. Antwerpen fungierte als ein wichtiges Zentrum der Gegenreformation und als Verlagszentrum für katholische Literatur, die ganz Nordwest-Europa bediente. De Smidt schrieb innerhalb der hagiographischen Tradition seines Ordens: Biografien bedeutender Jesuiten dienten nicht nur der Erinnerung, sondern fungierten auch als geistiges Vorbild für Leser und als Instrument im Kampf gegen den Protestantismus. Dass er Canisius — zu jener Zeit noch nicht selig gesprochen — als Thema wählte, zeugt sowohl von Ordensstolz als auch von einem bewussten Schritt in Richtung beginnender Verehrung. De Smidt starb 1659, sieben Jahre nach dem Erscheinen seines Buches.
Das Thema: Petrus Canisius (1521–1597)
Petrus Canisius, in Nijmegen geboren, war der erste Niederländer, der der jungen Gesellschaft Jesu beitrat, und wird als bedeutendster katholischer Theologe der deutschsprachigen Gegenreformation angesehen. Er galt als ‚Apostel Deutschlands‘ und als Verteidiger des katholischen Glaubens gegen die aufkommende Reformation. Sein Einfluss reichte vom Konzil von Trient bis zur Gründung zahlreicher Jesuitenkollegien in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Seine berühmte Katechese (1555) wurde in Dutzende von Sprachen übersetzt und blieb jahrhundertelang das Standardwerk für katholischen Religionsunterricht. Auffällig ist, dass er nach seinen Studienjahren nur dreimal in sein Heimatland zurückkehrte: bei dem Tod seines Vaters (1543), als Verhandlungsführer bei Kaiser Karl V. (1546) und als Visitator (1565). Erst 1864 wurde er selig gesprochen und 1925 von Papst Pius XI. heiliggesprochen und zugleich zum Kirchenlehrer erhoben — eine Ehre, die ihm zu Smidts Lebzeiten noch nicht zuteilwurde.
Die Bedeutung des Werks
Der Wert dieser Ausgabe geht über die bloße Seltenheit hinaus. Auf drei Ebenen ist das Werk bedeutsam:
1. Religionshistorische Bedeutung. Das Buch dokumentiert, wie die Verehrung für Canisius sich in einer Epoche formte, in der er offiziell noch kein Heiliger war. De Smidt bewegt sich damit an der Grenze dessen, was Papst Urban VIII. mit seinen Verordnungen zur Heiligenverehrung (1625–1634) erlaubt hatte. Die Anekdote über die wundersam wiederkehrende Kleine Statue — die über Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg und Beichtvater Dirk Rosmer S.J. schließlich bei der Familie Canisius landete — zeigt, wie eine illegale Verehrung innerhalb der strengen Regeln von Rom funktionierte.
2. Literarische und sprachliche Bedeutung. Als erste niederländischsprachige Biografie Canisius’ bildet das Werk ein frühes Beispiel süd-niederländischer hagiographischer Prosa-Kunst. Es erscheint zu einer Zeit, in der Latein in gelehrten Kreisen noch dominant war; die bewusste Wahl des Niederländischen weist auf ein Laienpublikum und auf den Wunsch hin, katholische Identität in der Volkssprache zu verankern.
3. Buchhistoriografische Bedeutung. Ausgaben von Cornelis Woons aus der Mitte des siebzehnten Jahrhunderts sind heute ausgesprochen selten, insbesondere in zeitgenössischer Bindung. Die gravierte Titelvignette und die Kupferstichplatte verorten das Werk in die hochwertige Antwerpener Buchproduktion jener Periode. Die handschriftlichen Notizen auf den Schutblättern und der Stempel auf der ersten Seite stellen zudem eine eigene Provenienz-Schicht dar — Spuren früherer Besitzer, die die Rezeptionsgeschichte des Buches greifbar machen.
Schlussfolgerung
Das Leben von Petrus Canisius durch De Smidt ist mehr als ein devotiver Text: Es ist ein Schlüsseldokument zum Verständnis der Art und Weise, wie die Südlichen Niederlande ihre Rolle als Bollwerk der Gegenreformation kulturell formten. Es verbindet einen flämischen Jesuiten (Autor), einen nijmegenschen Kirchenlehrer in Spe (Thema) und einen antwerpener Verleger (Produktion) zu einem Dreierlus, der die katholische Identität des niederländischsprachigen Gebiets im siebzehnten Jahrhundert mitgeprägt hat. Für Sammler, Kirchenhistoriker und Buchhistoriker ist dieses Exemplar daher von außergewöhnlich dokumentarischem Wert.
Das Buch
Das Leben von R.P. Petrvs Canisivs Soc. Iesv, das 1652 in Antwerpen bei Cornelis Woons erschien, ist die allererste niederländischsprachige Biografie von Petrus Canisius (1521–1597). Die Ausgabe erschien fünfundfünfzig Jahre nach dem Tod Canisius’ und ist seiner Familie und Blutsverwandten gewidmet. Das Werk umfasst 436 Seiten im kleinen Oktavformat (15,5 × 9,5 cm) und enthält eine gravierte Titelvignette sowie eine kupferne ganzseitige Gravur — typisch für die holländisch-antwerpener hagiographische Buchproduktion des siebzehnten Jahrhunderts, in der Text und Bild zusammen die devotive Erfahrung unterstützen sollten. Der zeitgenössische Pergamentband mit spanischer Schnitte unterstreicht, dass es zu jener Zeit als eine wertvolle Ausgabe galt, bestimmt für langanhaltende Nutzung in geistlichen und gelehrten Kreisen.
Der Verfasser: Franciscus de Smidt (1576–1659)
Franciscus de Smidt war ein flämischer Jesuit, der in einer Epoche lebte, in der der Jesuitenorden in den Niederlanden im Südlichen Einflusszentrum seiner Macht stand. Antwerpen fungierte als ein wichtiges Zentrum der Gegenreformation und als Verlagszentrum für katholische Literatur, die ganz Nordwest-Europa bediente. De Smidt schrieb innerhalb der hagiographischen Tradition seines Ordens: Biografien bedeutender Jesuiten dienten nicht nur der Erinnerung, sondern fungierten auch als geistiges Vorbild für Leser und als Instrument im Kampf gegen den Protestantismus. Dass er Canisius — zu jener Zeit noch nicht selig gesprochen — als Thema wählte, zeugt sowohl von Ordensstolz als auch von einem bewussten Schritt in Richtung beginnender Verehrung. De Smidt starb 1659, sieben Jahre nach dem Erscheinen seines Buches.
Das Thema: Petrus Canisius (1521–1597)
Petrus Canisius, in Nijmegen geboren, war der erste Niederländer, der der jungen Gesellschaft Jesu beitrat, und wird als bedeutendster katholischer Theologe der deutschsprachigen Gegenreformation angesehen. Er galt als ‚Apostel Deutschlands‘ und als Verteidiger des katholischen Glaubens gegen die aufkommende Reformation. Sein Einfluss reichte vom Konzil von Trient bis zur Gründung zahlreicher Jesuitenkollegien in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Seine berühmte Katechese (1555) wurde in Dutzende von Sprachen übersetzt und blieb jahrhundertelang das Standardwerk für katholischen Religionsunterricht. Auffällig ist, dass er nach seinen Studienjahren nur dreimal in sein Heimatland zurückkehrte: bei dem Tod seines Vaters (1543), als Verhandlungsführer bei Kaiser Karl V. (1546) und als Visitator (1565). Erst 1864 wurde er selig gesprochen und 1925 von Papst Pius XI. heiliggesprochen und zugleich zum Kirchenlehrer erhoben — eine Ehre, die ihm zu Smidts Lebzeiten noch nicht zuteilwurde.
Die Bedeutung des Werks
Der Wert dieser Ausgabe geht über die bloße Seltenheit hinaus. Auf drei Ebenen ist das Werk bedeutsam:
1. Religionshistorische Bedeutung. Das Buch dokumentiert, wie die Verehrung für Canisius sich in einer Epoche formte, in der er offiziell noch kein Heiliger war. De Smidt bewegt sich damit an der Grenze dessen, was Papst Urban VIII. mit seinen Verordnungen zur Heiligenverehrung (1625–1634) erlaubt hatte. Die Anekdote über die wundersam wiederkehrende Kleine Statue — die über Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg und Beichtvater Dirk Rosmer S.J. schließlich bei der Familie Canisius landete — zeigt, wie eine illegale Verehrung innerhalb der strengen Regeln von Rom funktionierte.
2. Literarische und sprachliche Bedeutung. Als erste niederländischsprachige Biografie Canisius’ bildet das Werk ein frühes Beispiel süd-niederländischer hagiographischer Prosa-Kunst. Es erscheint zu einer Zeit, in der Latein in gelehrten Kreisen noch dominant war; die bewusste Wahl des Niederländischen weist auf ein Laienpublikum und auf den Wunsch hin, katholische Identität in der Volkssprache zu verankern.
3. Buchhistoriografische Bedeutung. Ausgaben von Cornelis Woons aus der Mitte des siebzehnten Jahrhunderts sind heute ausgesprochen selten, insbesondere in zeitgenössischer Bindung. Die gravierte Titelvignette und die Kupferstichplatte verorten das Werk in die hochwertige Antwerpener Buchproduktion jener Periode. Die handschriftlichen Notizen auf den Schutblättern und der Stempel auf der ersten Seite stellen zudem eine eigene Provenienz-Schicht dar — Spuren früherer Besitzer, die die Rezeptionsgeschichte des Buches greifbar machen.
Schlussfolgerung
Das Leben von Petrus Canisius durch De Smidt ist mehr als ein devotiver Text: Es ist ein Schlüsseldokument zum Verständnis der Art und Weise, wie die Südlichen Niederlande ihre Rolle als Bollwerk der Gegenreformation kulturell formten. Es verbindet einen flämischen Jesuiten (Autor), einen nijmegenschen Kirchenlehrer in Spe (Thema) und einen antwerpener Verleger (Produktion) zu einem Dreierlus, der die katholische Identität des niederländischsprachigen Gebiets im siebzehnten Jahrhundert mitgeprägt hat. Für Sammler, Kirchenhistoriker und Buchhistoriker ist dieses Exemplar daher von außergewöhnlich dokumentarischem Wert.
