Sylvain Barberot - Vierge luminescente





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Studierte Kunstgeschichte an der Ecole du Louvre und spezialisierte sich über 25 Jahre auf zeitgenössische Kunst.
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Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung
Werkanalyse – *Lumineszierende Jungfrau*
Die *Lumineszierende Jungfrau* erscheint zunächst als eine vertraute, fast beruhigende Gestalt: ein Brustbild der Jungfrau, inspiriert von der traditionellen religiösen Ikonografie, erkennbar an ihrem Schleier, der sanften Neigung des Kopfs und dem gefassten Ausdruck des Gesichts.
Doch diese scheinbare Kontinuität mit klassischen Darstellungen wird rasch durch mehrere signifikante Veränderungen gestört, die das Werk in einen zeitgenössischen, ja kritischen Bereich verschieben.
Das erste markante Element ist die Natur des Objekts selbst: Es handelt sich nicht um eine volle Skulptur, sondern um eine Form, hohl, deren Hinterseite offen und sichtbar bleibt. Diese unfertige Materialität widerspricht der Idee einer heiligen, verkörperten und stabilen Erscheinung. Der Körper der Jungfrau wird Hülle, Oberfläche, Spur einer Abwesenheit statt einer vollständigen Gegenwart. Diese Wahl regt eine Reflexion über Reproduktion, Serienproduktion und den Verlust der Einzigartigkeit religiöser Bilder in der modernen Welt an.
Hinzu kommt die Dimension der physischen Verfälschung: Die Jungfrau ist einäugig. Dieses Detail, unauffällig aber beunruhigend, führt eine Spannung zwischen Heiligkeit und Fragilität ein. Das idealisierte Bild von Reinheit und Perfektion ist hier zerrissen. Der Blick, traditionell Träger von Spiritualität und göttlicher Vermittlung, ist teilweise abwesend, als ob die Figur einen Teil ihrer Fähigkeit zu sehen oder zu lenken verloren hätte. Diese Teilblindheit kann als Metapher verstanden werden: für einen veränderten Glauben, eine Tradition, die nicht mehr vollständig sieht, oder für einen menschlichen Blick, der nicht vollständig Zugang zum Göttlichen hat.
Schließlich verleiht die fast geisterhafte Leuchtkraft dem Werk eine ambivalente Präsenz, zwischen Erscheinung und Verschwinden. Die Jungfrau scheint den Raum zu heimsuchen, schwankend zwischen Schutz und Beunruhigung. Sie ist nicht länger nur Gegenstand der Verehrung, sondern auch ein geisterhaftes Bild, ein leuchtender Rest eines vergangenen Glaubens.
So artikuliert *Lumineszierende Jungfrau* mit feiner Subtilität mehrere Spannungen: zwischen Fülle und Hohlheit, Heiligem und Profanem, Sichtbarkeit und Dunkelheit, Gegenwart und Abwesenheit. Indem sie eine ikonische Figur in ein verändertes und leuchtendes Objekt verwandelt, hinterfragt das Werk die Beständigkeit religiöser Symbole in einer zeitgenössischen Welt, in der Licht selbst künstlich und instabil wird.
Werkanalyse – *Lumineszierende Jungfrau*
Die *Lumineszierende Jungfrau* erscheint zunächst als eine vertraute, fast beruhigende Gestalt: ein Brustbild der Jungfrau, inspiriert von der traditionellen religiösen Ikonografie, erkennbar an ihrem Schleier, der sanften Neigung des Kopfs und dem gefassten Ausdruck des Gesichts.
Doch diese scheinbare Kontinuität mit klassischen Darstellungen wird rasch durch mehrere signifikante Veränderungen gestört, die das Werk in einen zeitgenössischen, ja kritischen Bereich verschieben.
Das erste markante Element ist die Natur des Objekts selbst: Es handelt sich nicht um eine volle Skulptur, sondern um eine Form, hohl, deren Hinterseite offen und sichtbar bleibt. Diese unfertige Materialität widerspricht der Idee einer heiligen, verkörperten und stabilen Erscheinung. Der Körper der Jungfrau wird Hülle, Oberfläche, Spur einer Abwesenheit statt einer vollständigen Gegenwart. Diese Wahl regt eine Reflexion über Reproduktion, Serienproduktion und den Verlust der Einzigartigkeit religiöser Bilder in der modernen Welt an.
Hinzu kommt die Dimension der physischen Verfälschung: Die Jungfrau ist einäugig. Dieses Detail, unauffällig aber beunruhigend, führt eine Spannung zwischen Heiligkeit und Fragilität ein. Das idealisierte Bild von Reinheit und Perfektion ist hier zerrissen. Der Blick, traditionell Träger von Spiritualität und göttlicher Vermittlung, ist teilweise abwesend, als ob die Figur einen Teil ihrer Fähigkeit zu sehen oder zu lenken verloren hätte. Diese Teilblindheit kann als Metapher verstanden werden: für einen veränderten Glauben, eine Tradition, die nicht mehr vollständig sieht, oder für einen menschlichen Blick, der nicht vollständig Zugang zum Göttlichen hat.
Schließlich verleiht die fast geisterhafte Leuchtkraft dem Werk eine ambivalente Präsenz, zwischen Erscheinung und Verschwinden. Die Jungfrau scheint den Raum zu heimsuchen, schwankend zwischen Schutz und Beunruhigung. Sie ist nicht länger nur Gegenstand der Verehrung, sondern auch ein geisterhaftes Bild, ein leuchtender Rest eines vergangenen Glaubens.
So artikuliert *Lumineszierende Jungfrau* mit feiner Subtilität mehrere Spannungen: zwischen Fülle und Hohlheit, Heiligem und Profanem, Sichtbarkeit und Dunkelheit, Gegenwart und Abwesenheit. Indem sie eine ikonische Figur in ein verändertes und leuchtendes Objekt verwandelt, hinterfragt das Werk die Beständigkeit religiöser Symbole in einer zeitgenössischen Welt, in der Licht selbst künstlich und instabil wird.
