Skulptur, Madonna mit Kind - Geschnitztes polychrom gefasstes Holz - 74 cm - Vergoldetes Holz





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Besitzt Bachelor-Abschlüsse in Jura und Kunstgeschichte sowie ein Auktionator-Diplom der Ecole du Louvre.
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Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung
1. Kurzbefund
Objekt kunsthandwerklich überzeugende Madonna mit Kind / Marienfigur mit Jesuskind
Material Holz, mehrteilig verleimt, geschnitzt, polychrom gefasst, mit Vergoldung/Goldauflage
Höhe ca. 74 cm
Ikonographie Maria als stehende Madonna mit Kind; gotisierende Haltung und Gewandführung
Stil Neugotik / historistische Nachbildung spätgotischer Marienfiguren
Wahrscheinliche Datierung ca. Ende 20. Jahrhundert
Wahrscheinliche Herkunft Tirol/Südtirol, Bayern oder süddeutsch-alpenländische Werkstatttradition
2. Beschreibung des Objekts
Die vorliegende Skulptur zeigt Maria stehend mit dem Jesuskind auf dem Arm. Die Figur ist vollplastisch gearbeitet und besitzt eine ausgeprägte Schauseite, bleibt jedoch auch seitlich und rückseitig sorgfältig gefasst. Sanft modellierte Gesichtszüge, fein gefasste Augen und harmonische Körperhaltung. Maria trägt ein rotes Untergewand und einen reich bewegten Mantel mit vergoldeten Partien und blau akzentuierten Säumen. Das Kind ist nackt dargestellt, wendet sich Maria zu und berührt den Mantel- beziehungsweise Brustbereich. Diese innige Mutter-Kind-Beziehung ist ein wesentliches Qualitätsmerkmal der Komposition.
Die Figur steht auf einem ovalen Sockel. Die Unterseite zeigt eine mehrteilige Holzkonstruktion, ein zentrales Bohrloch sowie ein Händleretikett der „Elke Kunsthandlung“ in Bottrop. Dieses Etikett ist als Handels- oder Galerieetikett zu verstehen und belegt nicht zwingend die Herkunft der Schnitzwerkstatt.
3. Stilistische Einordnung
Die Formensprache orientiert sich deutlich an spätgotischen Marienfiguren, insbesondere am Typus der sogenannten „Schönen Madonna“ um 1400. Charakteristisch sind die hohe Stirn, der milde Gesichtsausdruck, die leicht mandelförmigen Augen, der schmale Nasenrücken, der kleine rosierte Mund und die elegant geschwungene Körperhaltung. Auch die Drapierung mit tiefen, weich fallenden Falten und die Kombination aus Rot, Blau und Gold folgen spätmittelalterlichen Vorbildern.
Gleichzeitig sprechen mehrere Merkmale gegen eine tatsächlich mittelalterliche Entstehung: die gleichmäßige Fassung, die Art der Augenmalerei, die Konstruktion der Unterseite und die insgesamt dekorativ-historistische Wirkung. Die Skulptur ist daher am besten als qualitätvolle neugotische oder historistische Werkstattarbeit zu beschreiben, nicht als spätgotisches Original.
4. Datierung und Herkunft
Eine Datierung in die Zeit von etwa 1975-1990 erscheint am plausibelsten. Die Gestaltung ist zu qualitätvoll und traditionell für einfache Nachkriegsserienware; zugleich fehlen die Merkmale einer älteren Originalfassung aus Gotik oder Barock. Besonders die Gesichtsbildung, die Polychromie und die religiös-dekorative Gesamtwirkung passen gut in den Bereich der alpenländischen Schnitzkunst.
Als mögliche Herkunft kommen Tirol, Südtirol, Bayern oder eine süddeutsch-alpenländische Werkstatt in Betracht. Eine direkte Werkstattzuschreibung ist ohne Signatur, Rechnung, Provenienz oder Vergleichsstücke nicht möglich. Der Aufkleber „Elke Kunsthandlung, Bottrop“ weist lediglich auf einen späteren Handelsweg hin.
Unterseite mit mehrteiliger Holzkonstruktion, Bohrung und Händleretikett.
5. Material, Technik und Fassung
Wahrscheinlich handelt es sich um Lindenholz oder ein vergleichbares, für die Bildschnitzerei gut geeignetes Weichholz. Der Sockel zeigt eine mehrteilige, verleimte Konstruktion. Solche zusammengesetzten Blöcke sind bei größeren Skulpturen nicht ungewöhnlich.
Die Oberfläche ist gefasst: über einem Grundierungsaufbau liegen Inkarnat, rote und blaue Farbfassung sowie vergoldete Mantelpartien. Die Vergoldung zeigt gewollte und altersbedingte Abriebe, wodurch eine historisierende Patina entsteht.
Die Gesichter sind sorgfältig bemalt. Die Augen mit blauer Iris, die zarten Brauen und die modellierten Lippen zeigen eine überdurchschnittliche handwerkliche Qualität. Gerade diese Details heben die Skulptur über einfache Devotionalienware hinaus.
6. Zustand
Der Erhaltungszustand insgesamt gut bis sehr gut. Gesichter, Hände und Arme zeigen keine gravierenden Fehlstellen. Die Farbfassung ist deutlich gealtert, aber dekorativ und sammlerisch ansprechend erhalten. Sichtbar sind Abrieb an vergoldeten Bereichen, kleinere Farbverluste, altersübliche Verschmutzungen und mögliche frühere Retuschen.
7. Qualitätsbewertung
Schnitzqualität gut bis sehr gut; besonders überzeugend bei Gesichtern und Faltenwurf
Fassung dekorativ, wirkungsvoll, mit schöner Alterspatina
Seltenheit nicht singulär, aber in dieser Größe und Qualität gesucht
Sammlerattraktivität: hoch für sakrale Kunst, Historismus, neugotische Wohn- und Kapellenausstattung
Gesamteinstufung: gehobene Werkstattarbeit, keine einfache Serienfigur
1. Kurzbefund
Objekt kunsthandwerklich überzeugende Madonna mit Kind / Marienfigur mit Jesuskind
Material Holz, mehrteilig verleimt, geschnitzt, polychrom gefasst, mit Vergoldung/Goldauflage
Höhe ca. 74 cm
Ikonographie Maria als stehende Madonna mit Kind; gotisierende Haltung und Gewandführung
Stil Neugotik / historistische Nachbildung spätgotischer Marienfiguren
Wahrscheinliche Datierung ca. Ende 20. Jahrhundert
Wahrscheinliche Herkunft Tirol/Südtirol, Bayern oder süddeutsch-alpenländische Werkstatttradition
2. Beschreibung des Objekts
Die vorliegende Skulptur zeigt Maria stehend mit dem Jesuskind auf dem Arm. Die Figur ist vollplastisch gearbeitet und besitzt eine ausgeprägte Schauseite, bleibt jedoch auch seitlich und rückseitig sorgfältig gefasst. Sanft modellierte Gesichtszüge, fein gefasste Augen und harmonische Körperhaltung. Maria trägt ein rotes Untergewand und einen reich bewegten Mantel mit vergoldeten Partien und blau akzentuierten Säumen. Das Kind ist nackt dargestellt, wendet sich Maria zu und berührt den Mantel- beziehungsweise Brustbereich. Diese innige Mutter-Kind-Beziehung ist ein wesentliches Qualitätsmerkmal der Komposition.
Die Figur steht auf einem ovalen Sockel. Die Unterseite zeigt eine mehrteilige Holzkonstruktion, ein zentrales Bohrloch sowie ein Händleretikett der „Elke Kunsthandlung“ in Bottrop. Dieses Etikett ist als Handels- oder Galerieetikett zu verstehen und belegt nicht zwingend die Herkunft der Schnitzwerkstatt.
3. Stilistische Einordnung
Die Formensprache orientiert sich deutlich an spätgotischen Marienfiguren, insbesondere am Typus der sogenannten „Schönen Madonna“ um 1400. Charakteristisch sind die hohe Stirn, der milde Gesichtsausdruck, die leicht mandelförmigen Augen, der schmale Nasenrücken, der kleine rosierte Mund und die elegant geschwungene Körperhaltung. Auch die Drapierung mit tiefen, weich fallenden Falten und die Kombination aus Rot, Blau und Gold folgen spätmittelalterlichen Vorbildern.
Gleichzeitig sprechen mehrere Merkmale gegen eine tatsächlich mittelalterliche Entstehung: die gleichmäßige Fassung, die Art der Augenmalerei, die Konstruktion der Unterseite und die insgesamt dekorativ-historistische Wirkung. Die Skulptur ist daher am besten als qualitätvolle neugotische oder historistische Werkstattarbeit zu beschreiben, nicht als spätgotisches Original.
4. Datierung und Herkunft
Eine Datierung in die Zeit von etwa 1975-1990 erscheint am plausibelsten. Die Gestaltung ist zu qualitätvoll und traditionell für einfache Nachkriegsserienware; zugleich fehlen die Merkmale einer älteren Originalfassung aus Gotik oder Barock. Besonders die Gesichtsbildung, die Polychromie und die religiös-dekorative Gesamtwirkung passen gut in den Bereich der alpenländischen Schnitzkunst.
Als mögliche Herkunft kommen Tirol, Südtirol, Bayern oder eine süddeutsch-alpenländische Werkstatt in Betracht. Eine direkte Werkstattzuschreibung ist ohne Signatur, Rechnung, Provenienz oder Vergleichsstücke nicht möglich. Der Aufkleber „Elke Kunsthandlung, Bottrop“ weist lediglich auf einen späteren Handelsweg hin.
Unterseite mit mehrteiliger Holzkonstruktion, Bohrung und Händleretikett.
5. Material, Technik und Fassung
Wahrscheinlich handelt es sich um Lindenholz oder ein vergleichbares, für die Bildschnitzerei gut geeignetes Weichholz. Der Sockel zeigt eine mehrteilige, verleimte Konstruktion. Solche zusammengesetzten Blöcke sind bei größeren Skulpturen nicht ungewöhnlich.
Die Oberfläche ist gefasst: über einem Grundierungsaufbau liegen Inkarnat, rote und blaue Farbfassung sowie vergoldete Mantelpartien. Die Vergoldung zeigt gewollte und altersbedingte Abriebe, wodurch eine historisierende Patina entsteht.
Die Gesichter sind sorgfältig bemalt. Die Augen mit blauer Iris, die zarten Brauen und die modellierten Lippen zeigen eine überdurchschnittliche handwerkliche Qualität. Gerade diese Details heben die Skulptur über einfache Devotionalienware hinaus.
6. Zustand
Der Erhaltungszustand insgesamt gut bis sehr gut. Gesichter, Hände und Arme zeigen keine gravierenden Fehlstellen. Die Farbfassung ist deutlich gealtert, aber dekorativ und sammlerisch ansprechend erhalten. Sichtbar sind Abrieb an vergoldeten Bereichen, kleinere Farbverluste, altersübliche Verschmutzungen und mögliche frühere Retuschen.
7. Qualitätsbewertung
Schnitzqualität gut bis sehr gut; besonders überzeugend bei Gesichtern und Faltenwurf
Fassung dekorativ, wirkungsvoll, mit schöner Alterspatina
Seltenheit nicht singulär, aber in dieser Größe und Qualität gesucht
Sammlerattraktivität: hoch für sakrale Kunst, Historismus, neugotische Wohn- und Kapellenausstattung
Gesamteinstufung: gehobene Werkstattarbeit, keine einfache Serienfigur
