Joan Fontcuberta - Untitled, Spanien portfolio, 1976





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Joan Fontcuberta. Untitled, Spanien portfolio, 1976.
Joan Fontcuberta gehört zu den international bekanntesten konzeptionellen Fotografen Spaniens. Sein Werk widmet sich der Infragestellung der supposed Objektivität der Fotografie und der Demonstration, wie Bilder visuelle Fiktionen so überzeugend konstruieren können wie die Realität selbst. 2013 erhielt er den Hasselblad-Preis, der weithin als höchste internationale Auszeichnung in der Fotografie gilt, für eine Karriere, die sich dem Erkunden der Grenzbereiche zwischen Dokumentation, Manipulation und fotografischer Wahrheit widmet.
Gesamtmaße: 26 × 20 cm auf seidenmatt gehaltenem Papier.
Signatur des Künstlers als Faksimilie in der unteren rechten Ecke.
Guter Zustand.
Dieses Bild gehört zu Fontcubertas frühen Untersuchungen zur zweideutigen Natur der Fotografie. Auf den ersten Blick wirkt es wie eine einfache Studie natürlicher Vegetation, aufgenommen mit der Beobachtungsempfänglichkeit, die mit dokumentarischer und humanistischer Fotografie der 1970er Jahre verbunden ist. Doch verborgen im dichten Laub liegt ein unerwartetes Element: menschliche Hände, die aus dem Blattwerk hervortreten.
Der Eingriff ist bewusst subtil. Der Betrachter nimmt zunächst eine naturalistische Komposition wahr und entdeckt erst später die verborgene menschliche Präsenz. Der Moment der Erkenntnis verändert grundlegend die Lektüre des Fotos und verwandelt das, was wie ein geradliniges Dokument wirkte, in eine sorgfältig konstruierte visuelle Fiktion.
Das Bild erkundet die Spannung zwischen Gegenwart und Verhüllung, Realität und Kunstgriff und macht die Natur selbst zur Bühne einer Wahrnehmungsillusion. Dadurch antizipiert das Werk viele Anliegen, die Fontcubertas spätere Karriere prägen würden: die Fragilität fotografischer Beweise, die Manipulation der Wahrnehmung und die Leichtigkeit, mit der Bilder glaubwürdige Realitäten erzeugen können.
Schon lange vor gefeierten Projekten wie Herbarium, Fauna, Sputnik und Orogenesis untersuchte Fontcuberta die Mechanismen, durch die Fotografie Sinn erzeugt, und stellte das Vertrauen in Bilder als objektive Aufzeichnungen der Welt infrage.
Das Werk nimmt einen eigenständigen Platz innerhalb der europäischen konzeptionellen Fotografie des späten zwanzigsten Jahrhunderts ein und kann neben Künstlerinnen und Künstlern wie Cindy Sherman, Duane Michals, Man Ray, Jeff Wall, Sophie Calle, John Baldessari, Christian Boltanski, Thomas Demand, Bernd & Hilla Becher sowie Andreas Gursky gesehen werden, die alle die Beziehungen zwischen Bild, Fiktion, Repräsentation und Wahrheit erforschten.
Joan Fontcuberta. Untitled, Spanien portfolio, 1976.
Joan Fontcuberta gehört zu den international bekanntesten konzeptionellen Fotografen Spaniens. Sein Werk widmet sich der Infragestellung der supposed Objektivität der Fotografie und der Demonstration, wie Bilder visuelle Fiktionen so überzeugend konstruieren können wie die Realität selbst. 2013 erhielt er den Hasselblad-Preis, der weithin als höchste internationale Auszeichnung in der Fotografie gilt, für eine Karriere, die sich dem Erkunden der Grenzbereiche zwischen Dokumentation, Manipulation und fotografischer Wahrheit widmet.
Gesamtmaße: 26 × 20 cm auf seidenmatt gehaltenem Papier.
Signatur des Künstlers als Faksimilie in der unteren rechten Ecke.
Guter Zustand.
Dieses Bild gehört zu Fontcubertas frühen Untersuchungen zur zweideutigen Natur der Fotografie. Auf den ersten Blick wirkt es wie eine einfache Studie natürlicher Vegetation, aufgenommen mit der Beobachtungsempfänglichkeit, die mit dokumentarischer und humanistischer Fotografie der 1970er Jahre verbunden ist. Doch verborgen im dichten Laub liegt ein unerwartetes Element: menschliche Hände, die aus dem Blattwerk hervortreten.
Der Eingriff ist bewusst subtil. Der Betrachter nimmt zunächst eine naturalistische Komposition wahr und entdeckt erst später die verborgene menschliche Präsenz. Der Moment der Erkenntnis verändert grundlegend die Lektüre des Fotos und verwandelt das, was wie ein geradliniges Dokument wirkte, in eine sorgfältig konstruierte visuelle Fiktion.
Das Bild erkundet die Spannung zwischen Gegenwart und Verhüllung, Realität und Kunstgriff und macht die Natur selbst zur Bühne einer Wahrnehmungsillusion. Dadurch antizipiert das Werk viele Anliegen, die Fontcubertas spätere Karriere prägen würden: die Fragilität fotografischer Beweise, die Manipulation der Wahrnehmung und die Leichtigkeit, mit der Bilder glaubwürdige Realitäten erzeugen können.
Schon lange vor gefeierten Projekten wie Herbarium, Fauna, Sputnik und Orogenesis untersuchte Fontcuberta die Mechanismen, durch die Fotografie Sinn erzeugt, und stellte das Vertrauen in Bilder als objektive Aufzeichnungen der Welt infrage.
Das Werk nimmt einen eigenständigen Platz innerhalb der europäischen konzeptionellen Fotografie des späten zwanzigsten Jahrhunderts ein und kann neben Künstlerinnen und Künstlern wie Cindy Sherman, Duane Michals, Man Ray, Jeff Wall, Sophie Calle, John Baldessari, Christian Boltanski, Thomas Demand, Bernd & Hilla Becher sowie Andreas Gursky gesehen werden, die alle die Beziehungen zwischen Bild, Fiktion, Repräsentation und Wahrheit erforschten.

