Germaine Krull - 100 x Paris (ORIGINAL DUSTJACKET, NICE PROVENIENCE) - 1929





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Germaine Krull – 100 x Paris, Erstausgabe auf Deutsch mit französischen und englischen Texten, 1929 veröffentlicht von Verlag der Reihe, Berlin‑Westend, Softback mit Originalumschlag, Maße 248 × 172 mm, 528 Seiten.
Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung
Dies ist DIE NEUE AUSGABE des SEHR ERFOLGREICHEN SINGLE-SELLER-AUKTIONSBANDS von 5Uhr30.com
(Ecki Heuser, Köln, Deutschland).
GROSSE CHANCE, dieses BERÜHMTE FOTO-BUCH von Germaine Krull aus dem Jahr 1929 (!) über Paris, die Hauptstadt Frankreichs, zu erwerben.
Germaine Krull (1897-1985), eine deutsch-niederländische Fotografin, berühmt für "Metal" (1928), lebt seit 1926 in Paris.
Mit dem SEHR SELTENEN, SEHR SCHÖNEN (nicht restaurierten) ORIGINAL-STANDFUß-ETUI –
in EINEM WUNDERBAR FRISCHEM ZUSTAND.
- Hans-Michael Koetzle, "Eyes on Paris. Paris im Fotobuch. 1890 bis heute" ("Paris in
Photobooks. 1890 until today"), Seiten 84-85
- Christian Bouqueret, "Paris. Les Livres de Photographie. Des Années 1920 Aux Années
1950", Seiten 35-37
NETTE PROVENIENZ:
Das Buch stammt aus dem Nachlass des Kunsthistorikers, Universitätsprofessors Dr. Anton Macku. 1901–1985, Wien (siehe Bild).
SEPIA-FOTOS IN Atemberaubender Fotogravur-Drucktechnik.
5Uhr30.com garantiert detaillierte und präzise Beschreibungen, 100% Schutz,
100% Versicherung und weltweiten Kombiversand.
Verlag der Reihe, Berlin-Westend. 1929. Erstausgabe, Erstdruck.
Taschenbuch mit Schutzumschlag. 172 x 248 mm. 132 Seiten. 100 Fotos. in Schwarz-Weiß. Fotos: Germaine Krull. Vorwort: Florent Fels. Text in Französisch, Englisch, Deutsch.
Zustand:
Innenraum sehr frisch und absolut makellos sowie besser als üblich, keine Vergilbungen und keine Vorbesitzer-Vermerke, abgesehen von zwei Markierungen auf der ersten Seite, dem erwähnten Nachlassstempel und einer weiteren Markierung, die durch weißen Farbauftrag gelöscht wurde. Schutzumschlag sehr frisch und deutlich besser als üblich, mit zwei sehr kleinen fehlenden Teilen nur oben am Frontrand; leichte Braunfärbung am Rücken und teilweise am hinteren Teil. Insgesamt feiner, deutlich besserer und frischer Zustand als gewöhnlich.
Germaine Krulls seltenes Fotobuch "100 x Paris" aus dem Jahr 1929 – mit dem sehr seltenen (nicht restaurierten) Original-Schutzumschlag (in diesem wunderbaren frischen Zustand extrem schwer zu finden).
"Der schlanke Band wurde im Mai 1929 veröffentlicht, nur zwei Jahre nach ‚Métal‘ des Berliner Verlags der Reihe. Initiator dieses kurzlebigen Unternehmens war der in Wien geborene Oscar Camillo Recht (1894-1959), Kunsthändler, Verleger, Publicist und unter dem Namen Camille Recht Autor des Vorworts zur deutschen Ausgabe der Monografie ‚Atget‘ von Berenice Abbott.
„100 x Paris“ war der erste von drei vergleichbaren Titeln, vor „100 x Berlin“ (Mai 1929 mit Fotografien von László Willinger) und „100 x Munich“ (ebenfalls 1929 mit Fotografien von Ludwig Preiss).
Das Buch war sowohl in einer Hardcover-Version (blauer Leinen, silbergeprägter Titel, fotografisch illustrierter Schutzumschlag) als auch als Broschüre mit einer deutlich moderneren, art-déco-inspirierten Cover-Lösung erhältlich, die ebenfalls – unverkennbar – den Autorennamen trägt.
Das Buch beginnt mit einem Vorwort von Florent Fels, Chefredakteur von L'Art vivant zu der Zeit, gefolgt von detaillierten Bildunterschriften, diese und die Einführung in Deutsch, Französisch und Englisch jeweils, und schließlich einer programmatischen Zahl von 100 Ganzseiten-Drucken.
Einerseits folgt das Buch einem vergleichsweise konventionellen Weg mit seinem braun-grünen Kupfer-Tiefdruck, den Illustrationen im Zentrum und einer bildlichen Ästhetik, die auf den ersten Blick weniger innovativ wirkt. Andererseits ist es beispielhaft für den modernen ‚Typus des metropolitanen Fotobuchs‘, der in den 1920er Jahren entstanden ist und sich gegen die „prächtigen Fotoalben und Postkartensammlungen“ in der Tradition von Veduta-Beiträgen wandte.
Was dem Buch definitiv fehlt, ist die formale Stringenz und ästhetische Kohärenz, die ‚Métal‘ kennzeichnen. Andererseits erweist sich Krull selbst als eine herausragende Vertreterin des künstlerischen Modernismus – sowohl inhaltlich als auch in der Umsetzung. Nicht weniger als 44 Tafeln zeigen Automobile. Der Verkehr, teils dicht, wird genauso zum Gegenstand des Bildes wie elektrisches Licht, das neue Unterhaltungsmedium Kino erscheint (in Form großer Plakate) ebenso wie neue Bauwerke im Geiste eines funktionalen ‚International Style‘. Krull richtet ihren journalistisch geschulten Blick sowohl auf Clochards als auch auf traditionelle Kleinbetriebe, sie belauscht modern gekleidete Spaziergänger im Bois de Boulogne oder Gäste auf der Terrasse des Dôme am Montparnasse.
Die Mehrzahl der Bilder ist ‚frontal und statisch, aber einige überraschen‘.
Zum Beispiel in Form einer kühnen Kamera, die von oben nach unten zeigt, kühne Bilddetails oder surreale bildliche Erfindungen (wie die Juli-Säule am Place de la Bastille, die nur als Schatten erkennbar ist). Tatsächlich erkannte Paul Fierens in Krulls Buch surrealistische Momente in seiner Rezension, wobei er sich auf André Breton, Atget oder Kubismus bezog und schlussfolgert, dass Krulls Linse ‚eine Affinität zur Poesie‘ habe. Alles in allem kann Kim Sichel zugestimmt werden, wenn sie sagt, dass in ‚100 x Paris‘ die Struktur des Buches konventionell bleibe, ‚aber moderne Interpunktion zu den Fotografien hinzufüge.‘
(Hans-Michael Koetzle)
„In den 1920er-Jahren setzte Germaine Krull mit ihren Foto-Reportagen Maßstäbe in der Geschichte der Fotografie. Durch schiefe Perspektiven und Zuschneiden entwickelte sie ihre ganz eigene Bildsprache. Ihre Reportagen stehen symbolisch für sozio-politische Empathie.
Geboren am 20. November 1897, absolvierte sie bis 1918 die Münchner Fotoschule und dokumentierte das Stadtleben mit ihrer Kamera, entwickelte aber auch ein Gespür für die künstlerischen Experimente der Avantgarde. Freundinnen mit Schriftstellern, Theaterleuten und Filmemachern, lebte und arbeitete die Fotografin zunächst in Berlin, dann in Amsterdam und ab 1926 in der französischen Metropole. 1967 wurde das einzige überlebende Tonarchiv in der Cinémathèque française anlässlich einer Ausstellung aufgenommen, die von André Malraux, dem Kulturminister, persönlich organisiert wurde. Doch Germaine Krull interessiert sich nicht für Glamour und hohe Ehren, sondern betont: „Fotografie ist ein Beruf. Ein Handwerk.
Nach dem Abschluss ihrer Ausbildung 1918 legte die Fotografin ihren Beruf zunächst auf Eis und engagierte sich politisch. Doch die Münchner Räterepublik wurde blutig niedergeschlagen und Germaine Krull floh nach Moskau. Zurück in Deutschland eröffnete sie 1923 ihr eigenes Studio in Berlin. Erst nachdem sie mit dem Dokumentarfilmer Joris Ivens nach Amsterdam zog, wo sie ihre Vorliebe für technische Installationen, Kaiwände, Kräne und Lagerhallen entdeckte, machte sie Durchbruch.
Nun in Paris angekommen, präsentiert die Fotografin das Portfolio „Métal“. Der Schriftsteller Pierre MacOrlan ist begeistert: „Ob Germaine Krull eine Maschinenlandschaft in eine Symphonie verwandelt oder mit den Lichtern von Paris spielt, sie zeigt geheime Details.“
Die Fotografin betont die Schönheit von Kugellagern oder Transformatoren mit Mehrfachbelichtungen oder Schwarz-Weiß-Kompositionen, die so objektiv wie surrealistisch entfremdet wirken. André Kertész, Man Ray und Berenice Abbott, die 1928 mit dem ‚First Independent Salon of Photography‘ die fotografische Bildsprache als neue, unabhängige Kunstform etablierten, arbeiteten auf ähnliche Weise.
Germaine Krull war eine der Teilnehmenden, fand aber ihren eigenen Weg für ihren Beruf: „Es ist weder Malerei noch Fantasie. Die Fotografin ist eine Zeugin. Die Zeugin ihrer Epoche. Die echte Fotografin ist die Zeugin aller Tage, der Reporter.“
Die Virtuosin der Reportage, Germaine Krull, wird zur Stütze des Magazins „VU“. Mit ihrem subjektiven fotografischen Blick und einer präzise gesteuerten Kamera, Temperament und Technik verschmelzen Kunst und Handwerk. Highlights dieser Verbindung aus formaler, ästhetischer Kreativität mit sozio-politischer Empathie sind Reportagen wie „Die Arbeiterinnen von Paris“. Für den Philosophen Walter Benjamin steht Germaine Krull auf Augenhöhe mit Fotografen wie August Sander oder Wilhelm Bloßfeldt auf ganz eigene Weise: „Die Fotografen, die nicht zufällig zur Fotografie gekommen sind, nicht aus Bequemlichkeit der Schönen Künste, bilden heute die Avantgarde unter ihren Gleichgesinnten.“
Als hätte sie ihr Ziel erreicht, verabschiedete sich Germaine Krull von der Fotografie. Nach Tätigkeiten als Kriegsberichterstatterin während der Befreiung Frankreichs bereiste sie 1946 Südostasien und eröffnete ein Hotel in Bangkok. Erst 1960 nahm die mittlerweile erfolgreiche Geschäftsfrau ihre Kamera wieder auf, um Relikte und Monumente asiatischer Kulturen zu dokumentieren.
Germaine Krull, die 1985 in Wetzlar starb, hinterlässt zukünftigen Generationen von Fotografen einen Rat: „Fotografie ist keine Maschine. Leider ist man an die Maschine, die Kamera, den Film, die Entwicklung gebunden. Aber jeder muss sein Bild spüren. Und dann ein oder maximal zwei Fotos machen. Bloß klicken, klicken, klicken – das führt dich nirgendwohin.“
(Deutschlandfunk)
Der Verkäufer stellt sich vor
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(Ecki Heuser, Köln, Deutschland).
GROSSE CHANCE, dieses BERÜHMTE FOTO-BUCH von Germaine Krull aus dem Jahr 1929 (!) über Paris, die Hauptstadt Frankreichs, zu erwerben.
Germaine Krull (1897-1985), eine deutsch-niederländische Fotografin, berühmt für "Metal" (1928), lebt seit 1926 in Paris.
Mit dem SEHR SELTENEN, SEHR SCHÖNEN (nicht restaurierten) ORIGINAL-STANDFUß-ETUI –
in EINEM WUNDERBAR FRISCHEM ZUSTAND.
- Hans-Michael Koetzle, "Eyes on Paris. Paris im Fotobuch. 1890 bis heute" ("Paris in
Photobooks. 1890 until today"), Seiten 84-85
- Christian Bouqueret, "Paris. Les Livres de Photographie. Des Années 1920 Aux Années
1950", Seiten 35-37
NETTE PROVENIENZ:
Das Buch stammt aus dem Nachlass des Kunsthistorikers, Universitätsprofessors Dr. Anton Macku. 1901–1985, Wien (siehe Bild).
SEPIA-FOTOS IN Atemberaubender Fotogravur-Drucktechnik.
5Uhr30.com garantiert detaillierte und präzise Beschreibungen, 100% Schutz,
100% Versicherung und weltweiten Kombiversand.
Verlag der Reihe, Berlin-Westend. 1929. Erstausgabe, Erstdruck.
Taschenbuch mit Schutzumschlag. 172 x 248 mm. 132 Seiten. 100 Fotos. in Schwarz-Weiß. Fotos: Germaine Krull. Vorwort: Florent Fels. Text in Französisch, Englisch, Deutsch.
Zustand:
Innenraum sehr frisch und absolut makellos sowie besser als üblich, keine Vergilbungen und keine Vorbesitzer-Vermerke, abgesehen von zwei Markierungen auf der ersten Seite, dem erwähnten Nachlassstempel und einer weiteren Markierung, die durch weißen Farbauftrag gelöscht wurde. Schutzumschlag sehr frisch und deutlich besser als üblich, mit zwei sehr kleinen fehlenden Teilen nur oben am Frontrand; leichte Braunfärbung am Rücken und teilweise am hinteren Teil. Insgesamt feiner, deutlich besserer und frischer Zustand als gewöhnlich.
Germaine Krulls seltenes Fotobuch "100 x Paris" aus dem Jahr 1929 – mit dem sehr seltenen (nicht restaurierten) Original-Schutzumschlag (in diesem wunderbaren frischen Zustand extrem schwer zu finden).
"Der schlanke Band wurde im Mai 1929 veröffentlicht, nur zwei Jahre nach ‚Métal‘ des Berliner Verlags der Reihe. Initiator dieses kurzlebigen Unternehmens war der in Wien geborene Oscar Camillo Recht (1894-1959), Kunsthändler, Verleger, Publicist und unter dem Namen Camille Recht Autor des Vorworts zur deutschen Ausgabe der Monografie ‚Atget‘ von Berenice Abbott.
„100 x Paris“ war der erste von drei vergleichbaren Titeln, vor „100 x Berlin“ (Mai 1929 mit Fotografien von László Willinger) und „100 x Munich“ (ebenfalls 1929 mit Fotografien von Ludwig Preiss).
Das Buch war sowohl in einer Hardcover-Version (blauer Leinen, silbergeprägter Titel, fotografisch illustrierter Schutzumschlag) als auch als Broschüre mit einer deutlich moderneren, art-déco-inspirierten Cover-Lösung erhältlich, die ebenfalls – unverkennbar – den Autorennamen trägt.
Das Buch beginnt mit einem Vorwort von Florent Fels, Chefredakteur von L'Art vivant zu der Zeit, gefolgt von detaillierten Bildunterschriften, diese und die Einführung in Deutsch, Französisch und Englisch jeweils, und schließlich einer programmatischen Zahl von 100 Ganzseiten-Drucken.
Einerseits folgt das Buch einem vergleichsweise konventionellen Weg mit seinem braun-grünen Kupfer-Tiefdruck, den Illustrationen im Zentrum und einer bildlichen Ästhetik, die auf den ersten Blick weniger innovativ wirkt. Andererseits ist es beispielhaft für den modernen ‚Typus des metropolitanen Fotobuchs‘, der in den 1920er Jahren entstanden ist und sich gegen die „prächtigen Fotoalben und Postkartensammlungen“ in der Tradition von Veduta-Beiträgen wandte.
Was dem Buch definitiv fehlt, ist die formale Stringenz und ästhetische Kohärenz, die ‚Métal‘ kennzeichnen. Andererseits erweist sich Krull selbst als eine herausragende Vertreterin des künstlerischen Modernismus – sowohl inhaltlich als auch in der Umsetzung. Nicht weniger als 44 Tafeln zeigen Automobile. Der Verkehr, teils dicht, wird genauso zum Gegenstand des Bildes wie elektrisches Licht, das neue Unterhaltungsmedium Kino erscheint (in Form großer Plakate) ebenso wie neue Bauwerke im Geiste eines funktionalen ‚International Style‘. Krull richtet ihren journalistisch geschulten Blick sowohl auf Clochards als auch auf traditionelle Kleinbetriebe, sie belauscht modern gekleidete Spaziergänger im Bois de Boulogne oder Gäste auf der Terrasse des Dôme am Montparnasse.
Die Mehrzahl der Bilder ist ‚frontal und statisch, aber einige überraschen‘.
Zum Beispiel in Form einer kühnen Kamera, die von oben nach unten zeigt, kühne Bilddetails oder surreale bildliche Erfindungen (wie die Juli-Säule am Place de la Bastille, die nur als Schatten erkennbar ist). Tatsächlich erkannte Paul Fierens in Krulls Buch surrealistische Momente in seiner Rezension, wobei er sich auf André Breton, Atget oder Kubismus bezog und schlussfolgert, dass Krulls Linse ‚eine Affinität zur Poesie‘ habe. Alles in allem kann Kim Sichel zugestimmt werden, wenn sie sagt, dass in ‚100 x Paris‘ die Struktur des Buches konventionell bleibe, ‚aber moderne Interpunktion zu den Fotografien hinzufüge.‘
(Hans-Michael Koetzle)
„In den 1920er-Jahren setzte Germaine Krull mit ihren Foto-Reportagen Maßstäbe in der Geschichte der Fotografie. Durch schiefe Perspektiven und Zuschneiden entwickelte sie ihre ganz eigene Bildsprache. Ihre Reportagen stehen symbolisch für sozio-politische Empathie.
Geboren am 20. November 1897, absolvierte sie bis 1918 die Münchner Fotoschule und dokumentierte das Stadtleben mit ihrer Kamera, entwickelte aber auch ein Gespür für die künstlerischen Experimente der Avantgarde. Freundinnen mit Schriftstellern, Theaterleuten und Filmemachern, lebte und arbeitete die Fotografin zunächst in Berlin, dann in Amsterdam und ab 1926 in der französischen Metropole. 1967 wurde das einzige überlebende Tonarchiv in der Cinémathèque française anlässlich einer Ausstellung aufgenommen, die von André Malraux, dem Kulturminister, persönlich organisiert wurde. Doch Germaine Krull interessiert sich nicht für Glamour und hohe Ehren, sondern betont: „Fotografie ist ein Beruf. Ein Handwerk.
Nach dem Abschluss ihrer Ausbildung 1918 legte die Fotografin ihren Beruf zunächst auf Eis und engagierte sich politisch. Doch die Münchner Räterepublik wurde blutig niedergeschlagen und Germaine Krull floh nach Moskau. Zurück in Deutschland eröffnete sie 1923 ihr eigenes Studio in Berlin. Erst nachdem sie mit dem Dokumentarfilmer Joris Ivens nach Amsterdam zog, wo sie ihre Vorliebe für technische Installationen, Kaiwände, Kräne und Lagerhallen entdeckte, machte sie Durchbruch.
Nun in Paris angekommen, präsentiert die Fotografin das Portfolio „Métal“. Der Schriftsteller Pierre MacOrlan ist begeistert: „Ob Germaine Krull eine Maschinenlandschaft in eine Symphonie verwandelt oder mit den Lichtern von Paris spielt, sie zeigt geheime Details.“
Die Fotografin betont die Schönheit von Kugellagern oder Transformatoren mit Mehrfachbelichtungen oder Schwarz-Weiß-Kompositionen, die so objektiv wie surrealistisch entfremdet wirken. André Kertész, Man Ray und Berenice Abbott, die 1928 mit dem ‚First Independent Salon of Photography‘ die fotografische Bildsprache als neue, unabhängige Kunstform etablierten, arbeiteten auf ähnliche Weise.
Germaine Krull war eine der Teilnehmenden, fand aber ihren eigenen Weg für ihren Beruf: „Es ist weder Malerei noch Fantasie. Die Fotografin ist eine Zeugin. Die Zeugin ihrer Epoche. Die echte Fotografin ist die Zeugin aller Tage, der Reporter.“
Die Virtuosin der Reportage, Germaine Krull, wird zur Stütze des Magazins „VU“. Mit ihrem subjektiven fotografischen Blick und einer präzise gesteuerten Kamera, Temperament und Technik verschmelzen Kunst und Handwerk. Highlights dieser Verbindung aus formaler, ästhetischer Kreativität mit sozio-politischer Empathie sind Reportagen wie „Die Arbeiterinnen von Paris“. Für den Philosophen Walter Benjamin steht Germaine Krull auf Augenhöhe mit Fotografen wie August Sander oder Wilhelm Bloßfeldt auf ganz eigene Weise: „Die Fotografen, die nicht zufällig zur Fotografie gekommen sind, nicht aus Bequemlichkeit der Schönen Künste, bilden heute die Avantgarde unter ihren Gleichgesinnten.“
Als hätte sie ihr Ziel erreicht, verabschiedete sich Germaine Krull von der Fotografie. Nach Tätigkeiten als Kriegsberichterstatterin während der Befreiung Frankreichs bereiste sie 1946 Südostasien und eröffnete ein Hotel in Bangkok. Erst 1960 nahm die mittlerweile erfolgreiche Geschäftsfrau ihre Kamera wieder auf, um Relikte und Monumente asiatischer Kulturen zu dokumentieren.
Germaine Krull, die 1985 in Wetzlar starb, hinterlässt zukünftigen Generationen von Fotografen einen Rat: „Fotografie ist keine Maschine. Leider ist man an die Maschine, die Kamera, den Film, die Entwicklung gebunden. Aber jeder muss sein Bild spüren. Und dann ein oder maximal zwei Fotos machen. Bloß klicken, klicken, klicken – das führt dich nirgendwohin.“
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