Eine Skulptur aus Holz - Baule - Elfenbeinküste (Ohne mindestpreis)






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Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung
Die Figur gehört eindeutig zum klassischen Baoulé-Korpus der Komien/„asie usu“-Weisheitsstatuen aus Zentral-Kammer-Ivoire, mit einer präziseren stilistischen Zuordnung zu Werkstätten in Béomi und der nördlichen Baoulé-Region, grob zwischen Sakassou, Béoumi und Bouaké. Diese Gebiete sind bekannt für Werke, die stark idealisierte Menschenfiguren mit Akan-typischen Stuhlformen kombinieren, wobei der Stuhl nicht nur Möbel, sondern ein kondensiertes Zeichen von Autorität, spiritueller Stabilität und sozialer Ordnung ist. Die formale Bezugnahme auf Ashanti (Akan) Stühle aus Ghana ist absichtlich und kulturell bedeutsam: Sie widerspiegelt einen gemeinsamen Akan- visuellen Wortschatz, in dem der Stuhl den Sitz der Macht repräsentiert – politisch wie metaphysisch – aber im Baoulé-Kontext primär in die Wahrsagungssysteme und spirituelle Praktiken aufgenommen wird, statt bloß legitimiertem Fürstentum zu dienen.
Stilistisch passt die Skulptur gut in das, was allgemein als die „klassische“ Baoulé-Phase angesehen wird (spätes 19. Jh. bis frühes 20. Jh., wobei solcher Datierung eher stilistisch als strikt chronologisch ist). Die Figur ist als hoch kontrolliertes, eigenständiges Volumen komponiert. Der Körper ist kompakt, symmetrisch und im Torso leicht verlängert, mit Betonung auf innere Balance statt anatomischer Realismus oder ausdrucksstarke Dynamik. Die Hände ruhen ruhig auf den Knien und verstärken das Leitmotiv von Zurückhaltung und Selbstbeherrschung. Das Gesicht folgt der kanonischen Baoulé-Ästhetik: mandelölförmige, halbliegende Augen, eine gerade, schmale Nase und ein geschlossener Mund, der Distanz und Kontemplation vermittelt. Anstatt Individualität darzustellen, drückt die Physiognomie einen idealen Zustand von Weisheit, Gelassenheit und spiritueller Aufnahmefähigkeit aus.
Im Vergleich zu anderen regionalen Baoulé-Stilen, besonders jenen aus Sakassou oder südlichen Werkstätten, wirkt dieses Exemplar formell stärker zurückgenommen und narrativ weniger detailliert. Sakassou‑Typen weisen oft ausgeprägtere Frisuren, markantere Narbenmuster und eine etwas expressivere Modellierung von Gliedmaßen und Gelenken auf. Dem gegenüber neigen Béomi-assoziierte Werke dazu, fließendere Übergänge, vereinfachte Anatomie und ein stärkeres Gefühl von skulpturaler Einheit zu betonen. Die Oberflächenbehandlung in Ihrem Beispiel mit ihrer tiefen, gleichmäßigen Patina bestärkt diese kontrollierte visuelle Logik weiter, bei der Materialalterung Teil einer stillen, durchgehenden Oberfläche wird statt einer stark texturierten rituellen Akkumulation.
Im Vergleich zu großen Museumsbeispielen von Komien-Figuren, wie sie etwa im Metropolitan Museum of Art oder anderen größeren westlichen Sammlungen zu finden sind, stimmt Ihr Stück eng mit den kanonischen Wahrsageskulpturen des Asye usu-Geists überein. Diese Figuren sind keine Porträts, sondern Gefäße oder Vermittler spiritueller Entitäten, die in der Wahrsagungspraxis konsultiert werden. In vielen dokumentierten Beispielen wird die Gegenwart des Geistes materiell durch Stille, Symmetrie und formale Perfektion statt erzählerischer Attribute angezeigt. Ihre Figur arbeitet vollständig in dieser Logik mit, wird aber durch die vergleichsweise starke Betonung des Akan‑Stuhls bestimmt, der semantisch fast so wichtig wird wie die Figur selbst.
Dieser Schwerpunkt verschiebt das Objekt leicht hin zu einem hybriden visuellen Fokus: Während klassische Komien-Figuren oft die Stützkonstruktion minimieren, ist hier der Stuhl gut ablesbar und formal integriert. Dies deutet entweder auf eine Werkstatt hin, in der das Akan-Formenvokabular besonders betont wurde, oder auf einen späteren Herstellungszusammenhang, in dem die Baoulé-Skulptur vermehrt externen ästhetischen Erwartungen entsprach, einschließlich denen von Sammlern und Zwischenhändlern in kolonialen und postkolonialen Perioden. Eine solche Hybridity reduziert nicht die rituelle Bedeutung, könnte aber auf einen breiteren Verbreitungszusammenhang jenseits streng lokaler Wahrsagepraxis hindeuten.
Im Vergleich zu frühen, stark ritualisierten Komien-Skulpturen, die oft eine stärkere Oberflächenverkrustung durch Trankopfer und wiederholte Berührung zeigen, wirkt Ihr Exemplar visuell kontrollierter und materiell weniger akkretierend. Das bedeutet nicht zwangsläufig eine reduzierte rituelle Funktion, könnte aber auf unterschiedliche rituelle Handhabungspraktiken oder einen Kontext hindeuten, in dem ästhetischer Erhalt eine größere Rolle spielte. Im Gegensatz dazu zeigen stark genutzte Wahrsagefiguren oft unregelmäßigere Oberflächen und dichte kultische Patinierung, die eine langfristige rituelle Biografie visuell kodieren.
In einem weiteren westafrikanischen Kontext sticht der Baoulé-Ansatz hervor, wenn man ihn mit benachbarten Senufo- oder Guro- Bildhauertraditionen vergleicht. Senufo-Figuren betonen oft Verticalität, verlängerte Proportionen und eine stärker offensichtliche Auseinandersetzung mit Maskerade und institutioneller Autorität, während Guro-Werke tendenziell ausdrucksstärker und teatrisch dynamisch sind. Die Baoulé-Komien-Figuren zeichnen sich hingegen durch Stille, Gehaltensein und Innenwelt aus. Ihre Skulptur ist ein besonders klares Ausdrucksmittel dieser Ästhetik: Sie erzählt keine Handlung, sondern verkörpert einen Seins-Zustand – Weisheit als Stillstand.
Insgesamt lässt sich das Werk als hochwertige klassische Baoulé-Komien-Skulptur verorten, vermutlich aus einer Béomi-bezogenen Werkstatttradition, am Schnittpunkt von Wahrsagepraxis und einer verfeinerten, zunehmend kodifizierten skulpturalen Sprache, in der spirituelle Vermittlung durch formale Gleichgewichtung statt narrativem Gestus ausgedrückt wird.
Referenzliste (Auswahl)
Susan Mullin Vogel, „Baoulé: African Art, Western Eyes“, Yale University Press, 1997.
Philip L. Ravenhill (Hrsg.), „African Masks: The Art of Disguise“, The British Museum Press, 1996.
Metropolitan Museum of Art, Heilbrunn Timeline of Art History: Baoulé Peoples and Komien Figures (Online-Sammlung).
Ezra, Kate, „Art of the Baoulé“, in „The Art of Africa“, Thames & Hudson, verschiedene Ausgaben.
Imperato, Pascal James, „African Art in Western Collections“, African Arts Journal, UCLA.
Lamp, Frederick J., „Art of the Baga and Forest Regions of West Africa“, (komparative stilistische Rahmenwerke für Waldgebiets-Skulptur).
Susan Preston Blier, „The History of African Art“, Prentice Hall / Cambridge University Press-Ausgaben (für Akan-Baoulé‑interkulturellen Kontext).
Diese Beschreibung wurde mit Hilfe unseres lokalen Informanten Bakari Bouaflé und zusätzlich mit Unterstützung von KI erstellt. Trotz sorgfältiger individueller Überprüfung der Angaben unseres Informanten können Fehler oder Ungenauigkeiten in der Beschreibung auftreten, bedingt durch die Nutzung künstlicher Intelligenz.
M*A*Z*1*3*1*7*4*
Der Verkäufer garantiert und kann nachweisen, dass das Objekt rechtmäßig erworben wurde. Dem Verkäufer wurde von Catawiki mitgeteilt, dass er die gesetzlich und rechtsrahmenkonform in seinem Wohnsitzland erforderliche Dokumentation vorlegen muss. Der Verkäufer garantiert und ist berechtigt, dieses Objekt zu verkaufen/exportieren. Der Verkäufer wird dem Käufer alle bekannten Herkunftsinformationen zum Objekt zur Verfügung stellen. Der Verkäufer stellt sicher, dass alle erforderlichen Genehmigungen beantragt bzw. arrangiert werden. Der Verkäufer wird den Käufer umgehend über etwaige Verzögerungen bei der Erlangung solcher Genehmigungen informieren."
Der Verkäufer stellt sich vor
Die Figur gehört eindeutig zum klassischen Baoulé-Korpus der Komien/„asie usu“-Weisheitsstatuen aus Zentral-Kammer-Ivoire, mit einer präziseren stilistischen Zuordnung zu Werkstätten in Béomi und der nördlichen Baoulé-Region, grob zwischen Sakassou, Béoumi und Bouaké. Diese Gebiete sind bekannt für Werke, die stark idealisierte Menschenfiguren mit Akan-typischen Stuhlformen kombinieren, wobei der Stuhl nicht nur Möbel, sondern ein kondensiertes Zeichen von Autorität, spiritueller Stabilität und sozialer Ordnung ist. Die formale Bezugnahme auf Ashanti (Akan) Stühle aus Ghana ist absichtlich und kulturell bedeutsam: Sie widerspiegelt einen gemeinsamen Akan- visuellen Wortschatz, in dem der Stuhl den Sitz der Macht repräsentiert – politisch wie metaphysisch – aber im Baoulé-Kontext primär in die Wahrsagungssysteme und spirituelle Praktiken aufgenommen wird, statt bloß legitimiertem Fürstentum zu dienen.
Stilistisch passt die Skulptur gut in das, was allgemein als die „klassische“ Baoulé-Phase angesehen wird (spätes 19. Jh. bis frühes 20. Jh., wobei solcher Datierung eher stilistisch als strikt chronologisch ist). Die Figur ist als hoch kontrolliertes, eigenständiges Volumen komponiert. Der Körper ist kompakt, symmetrisch und im Torso leicht verlängert, mit Betonung auf innere Balance statt anatomischer Realismus oder ausdrucksstarke Dynamik. Die Hände ruhen ruhig auf den Knien und verstärken das Leitmotiv von Zurückhaltung und Selbstbeherrschung. Das Gesicht folgt der kanonischen Baoulé-Ästhetik: mandelölförmige, halbliegende Augen, eine gerade, schmale Nase und ein geschlossener Mund, der Distanz und Kontemplation vermittelt. Anstatt Individualität darzustellen, drückt die Physiognomie einen idealen Zustand von Weisheit, Gelassenheit und spiritueller Aufnahmefähigkeit aus.
Im Vergleich zu anderen regionalen Baoulé-Stilen, besonders jenen aus Sakassou oder südlichen Werkstätten, wirkt dieses Exemplar formell stärker zurückgenommen und narrativ weniger detailliert. Sakassou‑Typen weisen oft ausgeprägtere Frisuren, markantere Narbenmuster und eine etwas expressivere Modellierung von Gliedmaßen und Gelenken auf. Dem gegenüber neigen Béomi-assoziierte Werke dazu, fließendere Übergänge, vereinfachte Anatomie und ein stärkeres Gefühl von skulpturaler Einheit zu betonen. Die Oberflächenbehandlung in Ihrem Beispiel mit ihrer tiefen, gleichmäßigen Patina bestärkt diese kontrollierte visuelle Logik weiter, bei der Materialalterung Teil einer stillen, durchgehenden Oberfläche wird statt einer stark texturierten rituellen Akkumulation.
Im Vergleich zu großen Museumsbeispielen von Komien-Figuren, wie sie etwa im Metropolitan Museum of Art oder anderen größeren westlichen Sammlungen zu finden sind, stimmt Ihr Stück eng mit den kanonischen Wahrsageskulpturen des Asye usu-Geists überein. Diese Figuren sind keine Porträts, sondern Gefäße oder Vermittler spiritueller Entitäten, die in der Wahrsagungspraxis konsultiert werden. In vielen dokumentierten Beispielen wird die Gegenwart des Geistes materiell durch Stille, Symmetrie und formale Perfektion statt erzählerischer Attribute angezeigt. Ihre Figur arbeitet vollständig in dieser Logik mit, wird aber durch die vergleichsweise starke Betonung des Akan‑Stuhls bestimmt, der semantisch fast so wichtig wird wie die Figur selbst.
Dieser Schwerpunkt verschiebt das Objekt leicht hin zu einem hybriden visuellen Fokus: Während klassische Komien-Figuren oft die Stützkonstruktion minimieren, ist hier der Stuhl gut ablesbar und formal integriert. Dies deutet entweder auf eine Werkstatt hin, in der das Akan-Formenvokabular besonders betont wurde, oder auf einen späteren Herstellungszusammenhang, in dem die Baoulé-Skulptur vermehrt externen ästhetischen Erwartungen entsprach, einschließlich denen von Sammlern und Zwischenhändlern in kolonialen und postkolonialen Perioden. Eine solche Hybridity reduziert nicht die rituelle Bedeutung, könnte aber auf einen breiteren Verbreitungszusammenhang jenseits streng lokaler Wahrsagepraxis hindeuten.
Im Vergleich zu frühen, stark ritualisierten Komien-Skulpturen, die oft eine stärkere Oberflächenverkrustung durch Trankopfer und wiederholte Berührung zeigen, wirkt Ihr Exemplar visuell kontrollierter und materiell weniger akkretierend. Das bedeutet nicht zwangsläufig eine reduzierte rituelle Funktion, könnte aber auf unterschiedliche rituelle Handhabungspraktiken oder einen Kontext hindeuten, in dem ästhetischer Erhalt eine größere Rolle spielte. Im Gegensatz dazu zeigen stark genutzte Wahrsagefiguren oft unregelmäßigere Oberflächen und dichte kultische Patinierung, die eine langfristige rituelle Biografie visuell kodieren.
In einem weiteren westafrikanischen Kontext sticht der Baoulé-Ansatz hervor, wenn man ihn mit benachbarten Senufo- oder Guro- Bildhauertraditionen vergleicht. Senufo-Figuren betonen oft Verticalität, verlängerte Proportionen und eine stärker offensichtliche Auseinandersetzung mit Maskerade und institutioneller Autorität, während Guro-Werke tendenziell ausdrucksstärker und teatrisch dynamisch sind. Die Baoulé-Komien-Figuren zeichnen sich hingegen durch Stille, Gehaltensein und Innenwelt aus. Ihre Skulptur ist ein besonders klares Ausdrucksmittel dieser Ästhetik: Sie erzählt keine Handlung, sondern verkörpert einen Seins-Zustand – Weisheit als Stillstand.
Insgesamt lässt sich das Werk als hochwertige klassische Baoulé-Komien-Skulptur verorten, vermutlich aus einer Béomi-bezogenen Werkstatttradition, am Schnittpunkt von Wahrsagepraxis und einer verfeinerten, zunehmend kodifizierten skulpturalen Sprache, in der spirituelle Vermittlung durch formale Gleichgewichtung statt narrativem Gestus ausgedrückt wird.
Referenzliste (Auswahl)
Susan Mullin Vogel, „Baoulé: African Art, Western Eyes“, Yale University Press, 1997.
Philip L. Ravenhill (Hrsg.), „African Masks: The Art of Disguise“, The British Museum Press, 1996.
Metropolitan Museum of Art, Heilbrunn Timeline of Art History: Baoulé Peoples and Komien Figures (Online-Sammlung).
Ezra, Kate, „Art of the Baoulé“, in „The Art of Africa“, Thames & Hudson, verschiedene Ausgaben.
Imperato, Pascal James, „African Art in Western Collections“, African Arts Journal, UCLA.
Lamp, Frederick J., „Art of the Baga and Forest Regions of West Africa“, (komparative stilistische Rahmenwerke für Waldgebiets-Skulptur).
Susan Preston Blier, „The History of African Art“, Prentice Hall / Cambridge University Press-Ausgaben (für Akan-Baoulé‑interkulturellen Kontext).
Diese Beschreibung wurde mit Hilfe unseres lokalen Informanten Bakari Bouaflé und zusätzlich mit Unterstützung von KI erstellt. Trotz sorgfältiger individueller Überprüfung der Angaben unseres Informanten können Fehler oder Ungenauigkeiten in der Beschreibung auftreten, bedingt durch die Nutzung künstlicher Intelligenz.
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Der Verkäufer garantiert und kann nachweisen, dass das Objekt rechtmäßig erworben wurde. Dem Verkäufer wurde von Catawiki mitgeteilt, dass er die gesetzlich und rechtsrahmenkonform in seinem Wohnsitzland erforderliche Dokumentation vorlegen muss. Der Verkäufer garantiert und ist berechtigt, dieses Objekt zu verkaufen/exportieren. Der Verkäufer wird dem Käufer alle bekannten Herkunftsinformationen zum Objekt zur Verfügung stellen. Der Verkäufer stellt sicher, dass alle erforderlichen Genehmigungen beantragt bzw. arrangiert werden. Der Verkäufer wird den Käufer umgehend über etwaige Verzögerungen bei der Erlangung solcher Genehmigungen informieren."
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- Jaenicke Njoya GmbH
- Repräsentant:
- Wolfgang Jaenicke
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