Eine Skulptur aus Holz - Lobi - Burkina Faso (Ohne mindestpreis)






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Eine hölzerne Skulptur aus Burkina Faso vom Volk der Lobi, original/offiziell, in fairer Zustand, mit Stand verkauft, Höhe 50 cm, Gewicht 6,8 kg.
Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung
Ein Pärchen Lobi-Kopfschmuckstücke, Burkina Faso, Region Zentral-Gaoua, wobei die Frau mit Lippenstift auf dunkleren Sockeln sitzt, wurde gezeigt.
Unter den Lobi in dem heutige Burkina Faso, Ghana und Côte d'Ivoire gehören geschnitzte Holz-Kopfschmuckstücke zu einem Ort, der zugleich utilitaristisch, skulptural und kosmologisch ist. Allein mit ihnen als domestische Gebrauchsgegenstände umzugehen, würde die Dichte der Bedeutung übersehen, die in ihren kompakten Formen kondensiert ist. Sie entstehen aus einem kulturellen Feld, in dem Architektur, rituelle Praxis und figürliche Schnitzkunst eng verflochten sind und in dem der menschliche Kopf als Ort von Identität, Absicht und spiritueller Verwundbarkeit verstanden wird.
Formal werden Lobi-Kopfschmuckstücke oft aus einem einzigen Holzblock geschnitzt, ihre Silhouetten spiegeln die abstrakten anthropomorphen und zoomorphischen Idiome wider, die die Lobi-Schreinfiguren kennzeichnen. Der vertikale Ständer erinnert an die Haltung eines schützenden Geisterbildes, während die horizontale Plattform darüber einen gemessenen Abstand zwischen dem Individuum und dem Erdreich schafft. Diese Erhöhung ist kein triviales Zeichen. In einer Region, in der der compounds sowohl Familien- als auch ritueller Raum ist, ist der Boden von Erinnerung, Opfergaben und der latenten Gegenwart unsichtbarer Kräfte durchdrungen. Der Kopfschmuck etabliert damit eine subtile Architektur von Abgrenzung und Schutz, die eine Grenze artikuliert, ohne die Verbindung zu kappen.
Das religiöse Universum der Lobi ist um Beziehungen zu thila, Geistwesen, herum strukturiert, die Anerkennung durch Orakelbefragung und die Beauftragung von skulpturalen Formen fordern. Obwohl Kopfschmuckstücke nicht im strengsten Sinn Schreinf iguren sind, teilen sie doch dieselbe visuelle Sprache und ontologische Annahmen. Die geschnitzte Stütze wird zu einem Objekt, durch das die Integrität der Person still bewahrt wird. Ihre Form, manchmal streng und geometrisch, manchmal suggestiv figural, beteiligt sich an einer weiter gefassten Ästhetik von Wachsamkeit und Eindämmung. Es ist ein Objekt, das Wache steht, ohne Spektakel.
In kunsthistorischen Diskussionen, auch von Gelehrten wie Roy Sieber geprägt, wurde die Unzulänglichkeit westlicher Kategorien betont, die Kunst scharf von Nutzgegenständen im afrikanischen Kontext trennen. Der Lobi-Kopfschmuck ist ein Beispiel für diese Kritik. Er wird durch die Hand eines Bildhauers geformt, aufmerksam auf Proportion und Abstraktion, doch bleibt er in den Alltag eingebettet. Die Oberfläche trägt den Glanz langer Benutzung, eine Patina, die Nähe und Dauer bezeugt. Auf diese Weise akkumuliert das Objekt Biographie; es wird untrennbar von der Person, deren Gegenwart es trägt.
Das Funktionieren des Lobi-Kopfschmucks zu betrachten, bedeutet daher eine gestufte Operation zu erkennen. Er trägt und stabilisiert, kennt aber auch Fürsorge für den Kopf als Sitz der Personenzugehörigkeit. Er vermittelt zwischen Körper und Umwelt, zwischen domestichem Innenraum und spirituell aufgeladener Erde. In seiner kompakten Form begegnet man einer Philosophie der Eindämmung und des Schutzes, die in Holz dargestellt ist. Weit davon entfernt, ein randständiges Artefakt zu sein, steht der Kopfschmuck als konzentrierter Ausdruck des Lobi-Verständnisses von Selbst, Raum und den unsichtbaren Kräften, die sowohl den Raum als auch die uns umgebenden unsichtbaren Mächte bewohnen.
Piet Meyer, Kunst und Religion der Lobi, München, Prestel, 1981.
Eine grundlegende Monografie zur religiösen Vorstellungswelt und zur Skulptur der Lobi mit ausführlicher ikonographischer Analyse.
Roy Sieber, „African Furniture and Household Objects“, in: African Art in the Cycle of Life, Washington, Smithsonian Institution Press, 1987.
Behandelt funktionale Objekte im Kontext afrikanischer Kunst und problematisiert die Trennung von „Gebrauchsgegenstand“ und „Kunstwerk“.
Till Förster, Die Macht der Masken: Gesellschaft und Ritual bei den Lobi in Burkina Faso, Berlin, Reimer, 1997.
Ethnographische Studie zur sozialen und rituellen Organisation der Lobi, mit wichtigen Kontextualisierungen materieller Kultur.
C*A*B*3*1*6*3*
The seller guarantees and can prove that the object was obtained legally. The seller was informed by Catawiki that they had to provide the documentation required by the laws and regulations in their country of residence. The seller guarantees and is entitled to sell/export this object. The seller will provide all provenance information known about the object to the buyer. The seller ensures that any necessary permits are/will be arranged. The seller will inform the buyer immediately about any delays in obtaining such permits.
Height: 47 cm / 50 cm
Weight: 3,3 kg / 3,5 kg (incl. stand)
Der Verkäufer stellt sich vor
Ein Pärchen Lobi-Kopfschmuckstücke, Burkina Faso, Region Zentral-Gaoua, wobei die Frau mit Lippenstift auf dunkleren Sockeln sitzt, wurde gezeigt.
Unter den Lobi in dem heutige Burkina Faso, Ghana und Côte d'Ivoire gehören geschnitzte Holz-Kopfschmuckstücke zu einem Ort, der zugleich utilitaristisch, skulptural und kosmologisch ist. Allein mit ihnen als domestische Gebrauchsgegenstände umzugehen, würde die Dichte der Bedeutung übersehen, die in ihren kompakten Formen kondensiert ist. Sie entstehen aus einem kulturellen Feld, in dem Architektur, rituelle Praxis und figürliche Schnitzkunst eng verflochten sind und in dem der menschliche Kopf als Ort von Identität, Absicht und spiritueller Verwundbarkeit verstanden wird.
Formal werden Lobi-Kopfschmuckstücke oft aus einem einzigen Holzblock geschnitzt, ihre Silhouetten spiegeln die abstrakten anthropomorphen und zoomorphischen Idiome wider, die die Lobi-Schreinfiguren kennzeichnen. Der vertikale Ständer erinnert an die Haltung eines schützenden Geisterbildes, während die horizontale Plattform darüber einen gemessenen Abstand zwischen dem Individuum und dem Erdreich schafft. Diese Erhöhung ist kein triviales Zeichen. In einer Region, in der der compounds sowohl Familien- als auch ritueller Raum ist, ist der Boden von Erinnerung, Opfergaben und der latenten Gegenwart unsichtbarer Kräfte durchdrungen. Der Kopfschmuck etabliert damit eine subtile Architektur von Abgrenzung und Schutz, die eine Grenze artikuliert, ohne die Verbindung zu kappen.
Das religiöse Universum der Lobi ist um Beziehungen zu thila, Geistwesen, herum strukturiert, die Anerkennung durch Orakelbefragung und die Beauftragung von skulpturalen Formen fordern. Obwohl Kopfschmuckstücke nicht im strengsten Sinn Schreinf iguren sind, teilen sie doch dieselbe visuelle Sprache und ontologische Annahmen. Die geschnitzte Stütze wird zu einem Objekt, durch das die Integrität der Person still bewahrt wird. Ihre Form, manchmal streng und geometrisch, manchmal suggestiv figural, beteiligt sich an einer weiter gefassten Ästhetik von Wachsamkeit und Eindämmung. Es ist ein Objekt, das Wache steht, ohne Spektakel.
In kunsthistorischen Diskussionen, auch von Gelehrten wie Roy Sieber geprägt, wurde die Unzulänglichkeit westlicher Kategorien betont, die Kunst scharf von Nutzgegenständen im afrikanischen Kontext trennen. Der Lobi-Kopfschmuck ist ein Beispiel für diese Kritik. Er wird durch die Hand eines Bildhauers geformt, aufmerksam auf Proportion und Abstraktion, doch bleibt er in den Alltag eingebettet. Die Oberfläche trägt den Glanz langer Benutzung, eine Patina, die Nähe und Dauer bezeugt. Auf diese Weise akkumuliert das Objekt Biographie; es wird untrennbar von der Person, deren Gegenwart es trägt.
Das Funktionieren des Lobi-Kopfschmucks zu betrachten, bedeutet daher eine gestufte Operation zu erkennen. Er trägt und stabilisiert, kennt aber auch Fürsorge für den Kopf als Sitz der Personenzugehörigkeit. Er vermittelt zwischen Körper und Umwelt, zwischen domestichem Innenraum und spirituell aufgeladener Erde. In seiner kompakten Form begegnet man einer Philosophie der Eindämmung und des Schutzes, die in Holz dargestellt ist. Weit davon entfernt, ein randständiges Artefakt zu sein, steht der Kopfschmuck als konzentrierter Ausdruck des Lobi-Verständnisses von Selbst, Raum und den unsichtbaren Kräften, die sowohl den Raum als auch die uns umgebenden unsichtbaren Mächte bewohnen.
Piet Meyer, Kunst und Religion der Lobi, München, Prestel, 1981.
Eine grundlegende Monografie zur religiösen Vorstellungswelt und zur Skulptur der Lobi mit ausführlicher ikonographischer Analyse.
Roy Sieber, „African Furniture and Household Objects“, in: African Art in the Cycle of Life, Washington, Smithsonian Institution Press, 1987.
Behandelt funktionale Objekte im Kontext afrikanischer Kunst und problematisiert die Trennung von „Gebrauchsgegenstand“ und „Kunstwerk“.
Till Förster, Die Macht der Masken: Gesellschaft und Ritual bei den Lobi in Burkina Faso, Berlin, Reimer, 1997.
Ethnographische Studie zur sozialen und rituellen Organisation der Lobi, mit wichtigen Kontextualisierungen materieller Kultur.
C*A*B*3*1*6*3*
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Height: 47 cm / 50 cm
Weight: 3,3 kg / 3,5 kg (incl. stand)
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- Unternehmen:
- Jaenicke Njoya GmbH
- Repräsentant:
- Wolfgang Jaenicke
- Adresse:
- Jaenicke Njoya GmbH
Klausenerplatz 7
14059 Berlin
GERMANY - Telefonnummer:
- +493033951033
- Email:
- w.jaenicke@jaenicke-njoya.com
- USt-IdNr.:
- DE241193499
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