Apothekerglas (3) - Holz - galenische Apothekenkartons





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Drei Holzkästchen aus Italien, Antikstil, Galenikapothekenboxen, aus der Zeit 1850–1900, in gebrauchten Zustand mit wahrscheinlichen kleinen Fehlteilen; Maße 38 × 14 × 10 cm, Gewicht ca. 3 kg.
Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung
Die vorgeschlagenen Boxen sind ein typischer Fund aus der Kräuter- oder Galenikapotheke der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (ca. 1850–1890).
Es ist die Periode, in der die pharmazeutische Chemie begann, diese Mineralsalze zu standardisieren, doch der Vertrieb erfolgte noch in handgefertigten Holzkisten, bevor Blech und industrielles Glas aufkamen. Sie alle weisen eine Faltschlussvorrichtung und von Hand gefertigte Nägel auf.
Der auf alten Apotheken- oder Kräuterboxen gefundene „Liquoricesugo“ ist der reine konzentrierte Extrakt der Wurzel der Süßholzwurzel (Glycyrrhiza glabra), der früher oft in Form schwarzer Platten, Stäbchen oder Pastillen verkauft wurde. Es handelt sich nicht um einen essbaren Soße, sondern um ein altes pharmazeutisches Heilmittel, das zur Behandlung von Husten, Bronchitis, Magenschmerzen und Entzündungen der Mundhöhle verwendet wurde.
• Vor der Verbreitung von Blech (Ende des 19. Jahrhunderts) wurde das Süßholzsugo von Fabriken in Holzpaketen aus Pappel- oder Buche verschickt. Der Apotheker verkaufte das Produkt dann nach Gewicht, indem er es aus der Kasse entnahm.
• Optimale Aufbewahrung: Das Holz war das ideale Material, weil es dem „Sugo“ (das in Broten oder harten Platten ankommt) das Atmen ermöglichte und so vermied, dass Feuchtigkeit es klebrig machte oder Schimmel bildete – ein hohes Risiko bei den ersten Metallbehältern, die noch nicht perfekt waren.
Die Aufschrift „Fiori Solfo“ (oder Schwefelblumen) bezieht sich nicht auf botanische Blumen, sondern auf eine besondere physikalische Form des Schwefels.
Es handelt sich um gereinigten Schwefel, der durch Sublimation gewonnen wird (Schwefelrohe wird erhitzt, bis er zu Dampf wird, und wieder verfestigt). Das Ergebnis ist ein feines, hellgelbes Pulver, das unter dem Mikroskop wie kleine Blütenblätter oder Kristalle aussieht, daher der Name „Blumen“.
In jener Epoche galt Schwefel als beinahe universelles Heilmittel:
• Dermatologischer Einsatz: Er wurde zur Herstellung von Salben gegen Krätze, Psoriasis und Akne aufgrund seiner antibakteriellen und fungiziden Eigenschaften verwendet.
• Innerer Gebrauch: In geringen Dosen diente es als milder Abführmittel oder zur „Blutreinigung“.
• Landwirtschaft: Bereits damals wurde es als Fungizid (zur Bekämpfung von Pilzen an Pflanzen wie Mehltau) eingesetzt.
Die Aufschrift „Sulfato Magnesiæ“ (oder Magnesiumsulfat) identifiziert das, was heute gemeinhin als Bittersalz oder englisches Salz bekannt ist.
Auf dieser honigbraunen Holzkiste des 19. Jahrhunderts weist diese Bezeichnung auf eines der am weitesten verbreiteten und in Apotheken der Zeit verkauften Heilmittel hin.
Magnesiumsulfat war das ultimative Abführmittel. Es wurde in kristalliner, grob salzähnlicher Form verkauft, die in Wasser gelöst wurde. Neben der abführenden Wirkung wurde es verwendet für:
• Reinigung: Es galt als „reinigend“ für den Körper und zur Eliminierung von Giftstoffen.
• Auflagen: In warmem Wasser aufgelöst, diente es zum Abschwellen der Füße oder zur Linderung von Muskelschmerzen und Hautentzündungen.
• Veterinärer Einsatz: Es war auch sehr verbreitet zur Behandlung von Verdauungsstörungen bei Vieh.
Wie bei den „Schwefelblumen“ war das Holz entscheidend, weil Magnesiumsulfat hygroskopisch ist: Es saugt Feuchtigkeit aus der Luft sehr leicht auf.
• In einer Metallbox der Epoche hätte das Salz Rost verursacht und sich zu einem festen, unbrauchbaren Block verdichtet.
• Das Holz (häufig Pappel oder Fichte) hielt die Kristalle trocken und bereit, vom Apotheker auf der Waage abgewogen zu werden.
Die vorgeschlagenen Boxen sind ein typischer Fund aus der Kräuter- oder Galenikapotheke der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (ca. 1850–1890).
Es ist die Periode, in der die pharmazeutische Chemie begann, diese Mineralsalze zu standardisieren, doch der Vertrieb erfolgte noch in handgefertigten Holzkisten, bevor Blech und industrielles Glas aufkamen. Sie alle weisen eine Faltschlussvorrichtung und von Hand gefertigte Nägel auf.
Der auf alten Apotheken- oder Kräuterboxen gefundene „Liquoricesugo“ ist der reine konzentrierte Extrakt der Wurzel der Süßholzwurzel (Glycyrrhiza glabra), der früher oft in Form schwarzer Platten, Stäbchen oder Pastillen verkauft wurde. Es handelt sich nicht um einen essbaren Soße, sondern um ein altes pharmazeutisches Heilmittel, das zur Behandlung von Husten, Bronchitis, Magenschmerzen und Entzündungen der Mundhöhle verwendet wurde.
• Vor der Verbreitung von Blech (Ende des 19. Jahrhunderts) wurde das Süßholzsugo von Fabriken in Holzpaketen aus Pappel- oder Buche verschickt. Der Apotheker verkaufte das Produkt dann nach Gewicht, indem er es aus der Kasse entnahm.
• Optimale Aufbewahrung: Das Holz war das ideale Material, weil es dem „Sugo“ (das in Broten oder harten Platten ankommt) das Atmen ermöglichte und so vermied, dass Feuchtigkeit es klebrig machte oder Schimmel bildete – ein hohes Risiko bei den ersten Metallbehältern, die noch nicht perfekt waren.
Die Aufschrift „Fiori Solfo“ (oder Schwefelblumen) bezieht sich nicht auf botanische Blumen, sondern auf eine besondere physikalische Form des Schwefels.
Es handelt sich um gereinigten Schwefel, der durch Sublimation gewonnen wird (Schwefelrohe wird erhitzt, bis er zu Dampf wird, und wieder verfestigt). Das Ergebnis ist ein feines, hellgelbes Pulver, das unter dem Mikroskop wie kleine Blütenblätter oder Kristalle aussieht, daher der Name „Blumen“.
In jener Epoche galt Schwefel als beinahe universelles Heilmittel:
• Dermatologischer Einsatz: Er wurde zur Herstellung von Salben gegen Krätze, Psoriasis und Akne aufgrund seiner antibakteriellen und fungiziden Eigenschaften verwendet.
• Innerer Gebrauch: In geringen Dosen diente es als milder Abführmittel oder zur „Blutreinigung“.
• Landwirtschaft: Bereits damals wurde es als Fungizid (zur Bekämpfung von Pilzen an Pflanzen wie Mehltau) eingesetzt.
Die Aufschrift „Sulfato Magnesiæ“ (oder Magnesiumsulfat) identifiziert das, was heute gemeinhin als Bittersalz oder englisches Salz bekannt ist.
Auf dieser honigbraunen Holzkiste des 19. Jahrhunderts weist diese Bezeichnung auf eines der am weitesten verbreiteten und in Apotheken der Zeit verkauften Heilmittel hin.
Magnesiumsulfat war das ultimative Abführmittel. Es wurde in kristalliner, grob salzähnlicher Form verkauft, die in Wasser gelöst wurde. Neben der abführenden Wirkung wurde es verwendet für:
• Reinigung: Es galt als „reinigend“ für den Körper und zur Eliminierung von Giftstoffen.
• Auflagen: In warmem Wasser aufgelöst, diente es zum Abschwellen der Füße oder zur Linderung von Muskelschmerzen und Hautentzündungen.
• Veterinärer Einsatz: Es war auch sehr verbreitet zur Behandlung von Verdauungsstörungen bei Vieh.
Wie bei den „Schwefelblumen“ war das Holz entscheidend, weil Magnesiumsulfat hygroskopisch ist: Es saugt Feuchtigkeit aus der Luft sehr leicht auf.
• In einer Metallbox der Epoche hätte das Salz Rost verursacht und sich zu einem festen, unbrauchbaren Block verdichtet.
• Das Holz (häufig Pappel oder Fichte) hielt die Kristalle trocken und bereit, vom Apotheker auf der Waage abgewogen zu werden.

