Astronomia - Tycho Brahes Sonnensystem; J. Doppelmayr - Systema Mundi Tychonicum - 1742

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Systema Mundi Tychonicum, eine einzelne Kupferstichplatte von J. Doppelmayr aus dem Jahr 1742, veröffentlicht in Nürnberg für Atlas Coelestis, zeigt Tycho Brahe und Ricciolis kosmologisches System mit handfarbiger Färbung und Abmessungen 63,5 × 53,5 cm.

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Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung

Technische Beschreibung

Titel: Systema Mundi Tychonicum. Secundum celeberrimorum Astronomorum Tychonis de Brahe et Io. Baptistae Riccioli S.I. Hypotheses
Typ: Astronomische und kosmologische Tafel
Autor: Johann Gabriel Doppelmayr (1677–1750)
Zeichner: Johann Gabriel Doppelmayr
Verleger: Erben Johann Baptist Homanns (Homannschen Erben / Heredes Homanniani)
Ort: Nürnberg
Epoche: 1742; Platte in Atlas Coelestis eingeschlossen
Technik: Kaligraphische Kupferstiche auf Kupfer, ausgeführt in Aquaforte und Spitzhacke, mit manuellem Nachfärben
Unterlage: Pergamentpapier
Abmessungen:
Blatt: 63,5 × 53,5 cm
Prägung der Platte: 58 × 48 cm
Beschriftungen: Titel und erläuternder Text in lateinischer Sprache im oberen Bereich; Plattennummer “3” in der oberen rechten Ecke
Zusammensetzung: Einzelbildtafel, doppelseitig, aus Atlas Coelestis in quo Mundus Spectabilis, Nürnberg, 1742

Beschreibung

Wichtige und scenografische astronomische Tafel, der kosmologischen Struktur gewidmet, die von Tycho Brahe entwickelt wurde und den späteren Formulierungen des jesuitischen Astronomen Giovanni Battista Riccioli folgt.

Im Zentrum wird die Struktur des tyconischen Kosmos dargestellt, verstanden als Zwischenlösung zwischen dem traditionellen geozentrischen Modell und dem kopernikanischen heliozentrischen System: Die Erde bleibt unbeweglich im Zentrum des Universums, während die Sonne um sie kreist und wiederum das Zentrum der Umlaufbahnen der anderen Planeten bildet.

Der große zentrale Diagramm wird von dem Band des Zodiaks umgeben, lebendig gemacht durch figürliche Darstellungen der zwölf Tierkreiszeichen und durch die Monate des Jahres. Im oberen Bereich ziehen Personifikationen der Sonne, des Mondes und der Planeten durch einen Himmel, bevölkert von Wolken und Lichtstrahlen, wodurch die wissenschaftliche Darstellung eine deutlich teatrale und barocke Qualität erhält.

An den oberen Seiten erscheinen zwei vergleichende Diagramme, die die Anordnung und Größe der Planeten gemäß Tycho Brahe und Riccioli darstellen. In den beiden unteren Ecken befinden sich das Systema Ricciolinum und das Systema Aegyptiacum. Der untere Teil des großen zentralen Kreises beherbergt numerische Tafeln, Proportionen und astronomische Berechnungen zu Entfernungen und Grössen der Planeten.

Der wissenschaftliche Apparat wird durch ausführliche erläuternde lateinische Texte ergänzt, die in seitliche Kästen gefügt sind. Die manuelle Kolorierung, die später zur Drucklegung hinzugefügt wurde, hebt die Umlaufbahnen, die Himmelskörper, die Tierkreiszeichen und die allegorischen Figuren hervor und verstärkt so den dekorativen Charakter der Komposition.

Die Tafel ist eine interessante Zeugenschaft der Koexistenz verschiedener kosmologischer Modelle bereits im frühen 18. Jahrhundert und des Bestrebens, diese durch ein vergleichendes, wissenschaftlich gegliedertes und visuell zugängliches Bild darzustellen.

Historisch-künstlerische Anmerkung

Johann Gabriel Doppelmayr (1677–1750) war Mathematiker, Astronom und Kartografdeutscher und gilt als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten der Wissenschaftskultur Nürnbergs im frühen 18. Jahrhundert. Professor der Mathematik am Aegidien-Gymnasium, war er Mitglied der Royal Society in London sowie der wissenschaftlichen Akademien von Berlin und St. Petersburg.

Die Zusammenarbeit mit Johann Baptist Homann und nach dessen Tod mit dessen Erben führte zur Realisierung eines umfangreichen Korpus astronomischer und kosmologischer Tafeln. Diese wurden 1742 im Atlas Coelestis zusammengeführt, einer Arbeit, die nicht nur als Sternenatlas, sondern als illustriertes Kompendium der damals bekanntesten astronomischen und kosmologischen Theorien gedacht war.

Der Atlas umfasst Diagramme zu den Systemen von Kopernikus, Tycho Brahe und Riccioli, zu Theorien der Planetenbahnen, zu lunaren Bewegungen und zu Kometen. Das Systema Mundi Tychonicum, nummeriert als Tafel 3, war bereits im Atlas von hundert Charten veröffentlicht, den Homann 1712 herausgab, und wurde später von den Erben in der Ausgabe des Atlas Coelestis von 1742 erneut gedruckt.

Zustandsbericht

Vertikale zentrale Verlegefaltung, Folge der ursprünglichen Bindung im Atlas. Auf der Rückseite, entlang der Mittelfalz, befindet sich der originale Verlagstempel, ein für die Bindung der Tafel relevantes Element.

Das Papier leicht gewellt, mit verbleibenden Spuren von Oxidation, leichten Verfärbungen und sporadischen Flecken durch Foxing. Nachträgliche farbliche Färbung lebendig und insgesamt gut erhalten. Rückseite ohne gedruckten Text. Gesamter Zustand konservatorisch insgesamt gut, im Einklang mit der Epoche und der Verlagssituation.

Technische Beschreibung

Titel: Systema Mundi Tychonicum. Secundum celeberrimorum Astronomorum Tychonis de Brahe et Io. Baptistae Riccioli S.I. Hypotheses
Typ: Astronomische und kosmologische Tafel
Autor: Johann Gabriel Doppelmayr (1677–1750)
Zeichner: Johann Gabriel Doppelmayr
Verleger: Erben Johann Baptist Homanns (Homannschen Erben / Heredes Homanniani)
Ort: Nürnberg
Epoche: 1742; Platte in Atlas Coelestis eingeschlossen
Technik: Kaligraphische Kupferstiche auf Kupfer, ausgeführt in Aquaforte und Spitzhacke, mit manuellem Nachfärben
Unterlage: Pergamentpapier
Abmessungen:
Blatt: 63,5 × 53,5 cm
Prägung der Platte: 58 × 48 cm
Beschriftungen: Titel und erläuternder Text in lateinischer Sprache im oberen Bereich; Plattennummer “3” in der oberen rechten Ecke
Zusammensetzung: Einzelbildtafel, doppelseitig, aus Atlas Coelestis in quo Mundus Spectabilis, Nürnberg, 1742

Beschreibung

Wichtige und scenografische astronomische Tafel, der kosmologischen Struktur gewidmet, die von Tycho Brahe entwickelt wurde und den späteren Formulierungen des jesuitischen Astronomen Giovanni Battista Riccioli folgt.

Im Zentrum wird die Struktur des tyconischen Kosmos dargestellt, verstanden als Zwischenlösung zwischen dem traditionellen geozentrischen Modell und dem kopernikanischen heliozentrischen System: Die Erde bleibt unbeweglich im Zentrum des Universums, während die Sonne um sie kreist und wiederum das Zentrum der Umlaufbahnen der anderen Planeten bildet.

Der große zentrale Diagramm wird von dem Band des Zodiaks umgeben, lebendig gemacht durch figürliche Darstellungen der zwölf Tierkreiszeichen und durch die Monate des Jahres. Im oberen Bereich ziehen Personifikationen der Sonne, des Mondes und der Planeten durch einen Himmel, bevölkert von Wolken und Lichtstrahlen, wodurch die wissenschaftliche Darstellung eine deutlich teatrale und barocke Qualität erhält.

An den oberen Seiten erscheinen zwei vergleichende Diagramme, die die Anordnung und Größe der Planeten gemäß Tycho Brahe und Riccioli darstellen. In den beiden unteren Ecken befinden sich das Systema Ricciolinum und das Systema Aegyptiacum. Der untere Teil des großen zentralen Kreises beherbergt numerische Tafeln, Proportionen und astronomische Berechnungen zu Entfernungen und Grössen der Planeten.

Der wissenschaftliche Apparat wird durch ausführliche erläuternde lateinische Texte ergänzt, die in seitliche Kästen gefügt sind. Die manuelle Kolorierung, die später zur Drucklegung hinzugefügt wurde, hebt die Umlaufbahnen, die Himmelskörper, die Tierkreiszeichen und die allegorischen Figuren hervor und verstärkt so den dekorativen Charakter der Komposition.

Die Tafel ist eine interessante Zeugenschaft der Koexistenz verschiedener kosmologischer Modelle bereits im frühen 18. Jahrhundert und des Bestrebens, diese durch ein vergleichendes, wissenschaftlich gegliedertes und visuell zugängliches Bild darzustellen.

Historisch-künstlerische Anmerkung

Johann Gabriel Doppelmayr (1677–1750) war Mathematiker, Astronom und Kartografdeutscher und gilt als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten der Wissenschaftskultur Nürnbergs im frühen 18. Jahrhundert. Professor der Mathematik am Aegidien-Gymnasium, war er Mitglied der Royal Society in London sowie der wissenschaftlichen Akademien von Berlin und St. Petersburg.

Die Zusammenarbeit mit Johann Baptist Homann und nach dessen Tod mit dessen Erben führte zur Realisierung eines umfangreichen Korpus astronomischer und kosmologischer Tafeln. Diese wurden 1742 im Atlas Coelestis zusammengeführt, einer Arbeit, die nicht nur als Sternenatlas, sondern als illustriertes Kompendium der damals bekanntesten astronomischen und kosmologischen Theorien gedacht war.

Der Atlas umfasst Diagramme zu den Systemen von Kopernikus, Tycho Brahe und Riccioli, zu Theorien der Planetenbahnen, zu lunaren Bewegungen und zu Kometen. Das Systema Mundi Tychonicum, nummeriert als Tafel 3, war bereits im Atlas von hundert Charten veröffentlicht, den Homann 1712 herausgab, und wurde später von den Erben in der Ausgabe des Atlas Coelestis von 1742 erneut gedruckt.

Zustandsbericht

Vertikale zentrale Verlegefaltung, Folge der ursprünglichen Bindung im Atlas. Auf der Rückseite, entlang der Mittelfalz, befindet sich der originale Verlagstempel, ein für die Bindung der Tafel relevantes Element.

Das Papier leicht gewellt, mit verbleibenden Spuren von Oxidation, leichten Verfärbungen und sporadischen Flecken durch Foxing. Nachträgliche farbliche Färbung lebendig und insgesamt gut erhalten. Rückseite ohne gedruckten Text. Gesamter Zustand konservatorisch insgesamt gut, im Einklang mit der Epoche und der Verlagssituation.

Details

Epoche
1400-1900
Over 200 years old
Ja
Stückzahl
1
Geografische Herkunft
Astronomia
Geografische Angabe
Tycho Brahe's Solar System
Kartograf/ Verlag
J. Doppelmayr
Titel der Karte/ des Buchs
Systema Mundi Tychonicum
Periode
1742
Zustand
Hervorragend
Technik
Kupferstich
Zusätzliche Info
Original Antique Copper Engraving
Kartenfarbe
Zeitgenössische Handfarbe
Höhe
53,5 cm
Breite
63,5 cm
Verkauft von
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