Lo Piccolo - Il Canto Fermo - 1739





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DAS GREGORIANISCHE SANGEN IN DER PALERMO DES ACHTZEHNTEREN JAHRHUNDERTS: SELTENES PRAKTISCHES HANDBUCH
Seltenes und faszinierendes sizilianisches Werk über das cantus firmus und das gregorianische Singen, veröffentlicht in Palermo im Jahr 1739 vom Priester Filippo Lo Piccolo, Begünstigter der Ehrwürdigen Basilika der Ersten Wurzel des Königreichs. Das Werk entsteht mit einem eindeutig praktischen Ziel: die Regeln zum Lesen, Stimmen und Leiten des liturgischen Gesangs so kurz wie möglich und auf einfachste Weise darzustellen. Lo Piccolo behandelt systematisch Buchstaben und Noten, musikalische Figuren, Neume, Schattierungen, Schlüssel, Eigenschaften, Eschords (Esacordi?), Modulationen, ecclesiastische Töne, Kadenz und Intonationsmodi und begleitet die Erklärungen mit einer Vielzahl von Musiknotationen, die im Text eingeprägt sind. Besonders wichtig ist die direkte Verbindung zur palermitanischen liturgisch-musikalischen Praxis: Der Autor erklärt, die Regeln des „Canto Gregoriano, Ecclesiastico, ed Angelico“ darzustellen und zu zeigen, wie der Chor „nach dem Gebrauch meiner Kathedrale“ geleitet wird. Eine bedeutsame Quelle für die Geschichte der sakralen Musik, des gregorianischen Gesangs und der Chorpraxis in Sizilien im XVIII. Jahrhundert.
MARKTWERT
Spezialisiertes, ungewöhnliches Werk, interessant für Sammler alter Musik, gregorianischen Gesang, Liturgie, kirchengeschichtliches Sizilien und Palermo-Geschichte. Der Wert wird durch das Datum des 18. Jahrhunderts, den palermitanischen Druck, den reichen Bestand an musikalischen Beispielen und die Erhaltung des Exemplars in insgesamt mehr als guten Zustand erhöht. Der moderne schützende Behälter verbessert zudem die Präsentation, ohne den ursprünglichen Einband zu verändern. Wert des Bandes: 500–600 €.
PHYSISCHE BESCHREIBUNG UND ZUSTAND
Altbindung unversehrt, Rücken verstärkt; aufbewahrt in eleganter, späterer Umverpackung aus halbsamtiger Bordeauxlederimitat mit marmorierten Tafeln, Goldschrift und Goldornamenten am Rücken. Exemplar mit Lesebrillenrändern. Titelblatt mit einer Holzdruckvignette; zahlreiche Vignetten, Kopfzeilen, Initialen und Endvignetten holzschnittartig. Umfangreiche Anordnung von Partituren und musikarischen Beispielen im Text, mit Notation des cantus firmus und vielen Diagrammen zu Tonleitern, Schlüsseln, Tönen, Kadenz- und Melodiekformeln. Einige leichte Wasserflecken, vor allem am Rand, natürliche Wellen und minimale Spuren des Lauf der Zeit. Bei alten Büchern mit mehrjähriger Geschichte können einige Unvollkommenheiten vorhanden sein, nicht immer in der Beschreibung erfasst. Seitenzahlen: (2); 16; 124.
VOLLSTÄNDIGER TITEL UND AUTOR
Il Canto Fermo.
In Palermo, Stamperia di Angelo Felicella, 1739.
Filippo Lo Piccolo.
KONTEXT UND BEDEUTUNG
Das Canto Fermo von Filippo Lo Piccolo ist eine besonders interessante Zeugniss der praktischen Überlieferung liturgischer Gesänge im Süden Italiens des Siebzehnt- und Achtzehntzehnten Jahrhunderts. Das „canto fermo“ bezeichnete die monodie christliche Tradition, die auf dem gregorianischen Repertoire und dessen täglicher Nutzung in der Liturgie beruhte. Es handelte sich also nicht nur um Theorie der Musik: Für Priester, Chorsänger und kirchliche Chöre war das korrekte Lesen und Intonieren dieses Repertoires eine notwendige Kompetenz für die Ausführung der religiösen Funktionen. Lo Piccolo strukturiert das Werk wie ein echtes, fortschreitendes Handbuch. Nach den „Regeln äußerst kurzer Cantofirmo-Benützlichen, um den Chor ordnungsgemäß zu leiten“ werden die Herkunft des cantus firmus, Buchstaben und Noten, Abstände zwischen Noten, musikalische Figuren, Neume, Schlüssel, Eigenschaften, Esacordi, Mutationen und modales System behandelt. Zahlreiche Seiten zeigen grafisch aufsteigende und absteigende Skalen, verschiedene Schlüssel und melodische Formeln. Besonders ausführlich wird der ecclesiasten Ton behandelt, illustriert durch Beispiele von Prinzipien, Finalen und Kadenzen. Der letzte Teil bietet zahlreiche musikalische Formeln aus praktischer liturgischer Praxis. Der dokumentarische Wert des Werks wird durch die explizite Bezugnahme des Autors auf die Verwendung der eigenen Kathedrale erhöht, was es ermöglicht, den Band auch als Zeugnis der musikalischen Praxis der palermitanischen Kirche im XVIII. Jahrhundert zu lesen.
BIOGRAPHIE DES AUTORS
Filippo Lo Piccolo war ein sizilianischer Priester und Musikschriftsteller, der in der ersten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts aktiv war. Aus dem Kolophon des Werks geht hervor, dass er einer der Begünstigten der Ehrwürdigen Basilika der Ersten Sede des Königreichs Palermo war, eine Tatsache, die ihn direkt in das kirchliche und liturgische Umfeld der Stadt stellt. Seine musikalische Ausbildung scheint eng mit der Praxis des liturgischen Gesangs verbunden zu sein und mit der Notwendigkeit, die Regeln an Priester und Chorsänger weiterzugeben. Im Canto Fermo demonstriert Lo Piccolo Kenntnisse der vorhergehenden theoretischen Tradition, verfolgt aber vor allem ein didaktisches Ziel: eine komplexe Materie zu vereinfachen und unmittelbar anwendbare Regeln für die Chorg praxis bereitzustellen. In der Schlussbemerkung erklärt er ausdrücklich, dass er die Normen des „Canto Gregoriano, Ecclesiastico, ed Angelico“ veranschaulicht und den Chor nach dem Gebrauch seiner eigenen Kathedrale durch diese geleitet hat.
DRUCKGESCHICHTE UND VERBREITUNG
Das Werk wurde 1739 in Palermo in der Stamperia di Angelo Felicella gedruckt, mit Genehmigung der Oberen. Die Vor- und Ledereien umfassen die kirchliche Genehmigung, datiert 1738, die dem üblichen censorio-Verfahren entspricht, das für ein Handbuch vorgesehen ist, das in einem religiösen Umfeld verwendet wird. Die Ausgabe gehört zur Produktion der sizilianischen Musik des 18. Jahrhunderts, einem bibliografisch recht begrenzten Bereich im Vergleich zur großen venezianischen, römischen oder bolognischen Musikverlagswelt. Die Präsenz zahlreicher musikalischer Beispiele, die typografisch in den Text integriert sind, machte die Herstellung des Bandes außerdem komplexer als die eines gewöhnlichen kirchlichen Traktats. Die enge Verbindung zwischen theoretischem Inhalt und spezifischer Praxis der Kathedrale von Palermo verleiht der Ausgabe einen stark lokalen und dokumentarischen Charakter: Nicht nur ein allgemeines Handbuch des cantus firmus, sondern ein Zeugnis der konkreten Überlieferung des gregorianischen Repertoires in Sizilien in der ersten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts.
BIBLIOGRAPHY UND VERWEISE
Filippo Lo Piccolo, Il Canto Fermo exposato colla maggior brevità, e col modo più facile, Palermo, Stamperia di Angelo Felicella, 1739.
Trattatistica italiana sei-settecentesca sul canto fermo, canto gregoriano, modalità ecclesiastica e pratica corale.
Repertori bibliografici relativi alla stampa musicale e liturgica siciliana del XVIII secolo.
Studi sulla tradizione del canto gregoriano e sull’insegnamento del canto fermo nell’Italia moderna.
Studi sulla storia musicale, liturgica ed ecclesiastica di Palermo e della sua Cattedrale nel XVIII secolo.
Der Verkäufer stellt sich vor
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DAS GREGORIANISCHE SANGEN IN DER PALERMO DES ACHTZEHNTEREN JAHRHUNDERTS: SELTENES PRAKTISCHES HANDBUCH
Seltenes und faszinierendes sizilianisches Werk über das cantus firmus und das gregorianische Singen, veröffentlicht in Palermo im Jahr 1739 vom Priester Filippo Lo Piccolo, Begünstigter der Ehrwürdigen Basilika der Ersten Wurzel des Königreichs. Das Werk entsteht mit einem eindeutig praktischen Ziel: die Regeln zum Lesen, Stimmen und Leiten des liturgischen Gesangs so kurz wie möglich und auf einfachste Weise darzustellen. Lo Piccolo behandelt systematisch Buchstaben und Noten, musikalische Figuren, Neume, Schattierungen, Schlüssel, Eigenschaften, Eschords (Esacordi?), Modulationen, ecclesiastische Töne, Kadenz und Intonationsmodi und begleitet die Erklärungen mit einer Vielzahl von Musiknotationen, die im Text eingeprägt sind. Besonders wichtig ist die direkte Verbindung zur palermitanischen liturgisch-musikalischen Praxis: Der Autor erklärt, die Regeln des „Canto Gregoriano, Ecclesiastico, ed Angelico“ darzustellen und zu zeigen, wie der Chor „nach dem Gebrauch meiner Kathedrale“ geleitet wird. Eine bedeutsame Quelle für die Geschichte der sakralen Musik, des gregorianischen Gesangs und der Chorpraxis in Sizilien im XVIII. Jahrhundert.
MARKTWERT
Spezialisiertes, ungewöhnliches Werk, interessant für Sammler alter Musik, gregorianischen Gesang, Liturgie, kirchengeschichtliches Sizilien und Palermo-Geschichte. Der Wert wird durch das Datum des 18. Jahrhunderts, den palermitanischen Druck, den reichen Bestand an musikalischen Beispielen und die Erhaltung des Exemplars in insgesamt mehr als guten Zustand erhöht. Der moderne schützende Behälter verbessert zudem die Präsentation, ohne den ursprünglichen Einband zu verändern. Wert des Bandes: 500–600 €.
PHYSISCHE BESCHREIBUNG UND ZUSTAND
Altbindung unversehrt, Rücken verstärkt; aufbewahrt in eleganter, späterer Umverpackung aus halbsamtiger Bordeauxlederimitat mit marmorierten Tafeln, Goldschrift und Goldornamenten am Rücken. Exemplar mit Lesebrillenrändern. Titelblatt mit einer Holzdruckvignette; zahlreiche Vignetten, Kopfzeilen, Initialen und Endvignetten holzschnittartig. Umfangreiche Anordnung von Partituren und musikarischen Beispielen im Text, mit Notation des cantus firmus und vielen Diagrammen zu Tonleitern, Schlüsseln, Tönen, Kadenz- und Melodiekformeln. Einige leichte Wasserflecken, vor allem am Rand, natürliche Wellen und minimale Spuren des Lauf der Zeit. Bei alten Büchern mit mehrjähriger Geschichte können einige Unvollkommenheiten vorhanden sein, nicht immer in der Beschreibung erfasst. Seitenzahlen: (2); 16; 124.
VOLLSTÄNDIGER TITEL UND AUTOR
Il Canto Fermo.
In Palermo, Stamperia di Angelo Felicella, 1739.
Filippo Lo Piccolo.
KONTEXT UND BEDEUTUNG
Das Canto Fermo von Filippo Lo Piccolo ist eine besonders interessante Zeugniss der praktischen Überlieferung liturgischer Gesänge im Süden Italiens des Siebzehnt- und Achtzehntzehnten Jahrhunderts. Das „canto fermo“ bezeichnete die monodie christliche Tradition, die auf dem gregorianischen Repertoire und dessen täglicher Nutzung in der Liturgie beruhte. Es handelte sich also nicht nur um Theorie der Musik: Für Priester, Chorsänger und kirchliche Chöre war das korrekte Lesen und Intonieren dieses Repertoires eine notwendige Kompetenz für die Ausführung der religiösen Funktionen. Lo Piccolo strukturiert das Werk wie ein echtes, fortschreitendes Handbuch. Nach den „Regeln äußerst kurzer Cantofirmo-Benützlichen, um den Chor ordnungsgemäß zu leiten“ werden die Herkunft des cantus firmus, Buchstaben und Noten, Abstände zwischen Noten, musikalische Figuren, Neume, Schlüssel, Eigenschaften, Esacordi, Mutationen und modales System behandelt. Zahlreiche Seiten zeigen grafisch aufsteigende und absteigende Skalen, verschiedene Schlüssel und melodische Formeln. Besonders ausführlich wird der ecclesiasten Ton behandelt, illustriert durch Beispiele von Prinzipien, Finalen und Kadenzen. Der letzte Teil bietet zahlreiche musikalische Formeln aus praktischer liturgischer Praxis. Der dokumentarische Wert des Werks wird durch die explizite Bezugnahme des Autors auf die Verwendung der eigenen Kathedrale erhöht, was es ermöglicht, den Band auch als Zeugnis der musikalischen Praxis der palermitanischen Kirche im XVIII. Jahrhundert zu lesen.
BIOGRAPHIE DES AUTORS
Filippo Lo Piccolo war ein sizilianischer Priester und Musikschriftsteller, der in der ersten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts aktiv war. Aus dem Kolophon des Werks geht hervor, dass er einer der Begünstigten der Ehrwürdigen Basilika der Ersten Sede des Königreichs Palermo war, eine Tatsache, die ihn direkt in das kirchliche und liturgische Umfeld der Stadt stellt. Seine musikalische Ausbildung scheint eng mit der Praxis des liturgischen Gesangs verbunden zu sein und mit der Notwendigkeit, die Regeln an Priester und Chorsänger weiterzugeben. Im Canto Fermo demonstriert Lo Piccolo Kenntnisse der vorhergehenden theoretischen Tradition, verfolgt aber vor allem ein didaktisches Ziel: eine komplexe Materie zu vereinfachen und unmittelbar anwendbare Regeln für die Chorg praxis bereitzustellen. In der Schlussbemerkung erklärt er ausdrücklich, dass er die Normen des „Canto Gregoriano, Ecclesiastico, ed Angelico“ veranschaulicht und den Chor nach dem Gebrauch seiner eigenen Kathedrale durch diese geleitet hat.
DRUCKGESCHICHTE UND VERBREITUNG
Das Werk wurde 1739 in Palermo in der Stamperia di Angelo Felicella gedruckt, mit Genehmigung der Oberen. Die Vor- und Ledereien umfassen die kirchliche Genehmigung, datiert 1738, die dem üblichen censorio-Verfahren entspricht, das für ein Handbuch vorgesehen ist, das in einem religiösen Umfeld verwendet wird. Die Ausgabe gehört zur Produktion der sizilianischen Musik des 18. Jahrhunderts, einem bibliografisch recht begrenzten Bereich im Vergleich zur großen venezianischen, römischen oder bolognischen Musikverlagswelt. Die Präsenz zahlreicher musikalischer Beispiele, die typografisch in den Text integriert sind, machte die Herstellung des Bandes außerdem komplexer als die eines gewöhnlichen kirchlichen Traktats. Die enge Verbindung zwischen theoretischem Inhalt und spezifischer Praxis der Kathedrale von Palermo verleiht der Ausgabe einen stark lokalen und dokumentarischen Charakter: Nicht nur ein allgemeines Handbuch des cantus firmus, sondern ein Zeugnis der konkreten Überlieferung des gregorianischen Repertoires in Sizilien in der ersten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts.
BIBLIOGRAPHY UND VERWEISE
Filippo Lo Piccolo, Il Canto Fermo exposato colla maggior brevità, e col modo più facile, Palermo, Stamperia di Angelo Felicella, 1739.
Trattatistica italiana sei-settecentesca sul canto fermo, canto gregoriano, modalità ecclesiastica e pratica corale.
Repertori bibliografici relativi alla stampa musicale e liturgica siciliana del XVIII secolo.
Studi sulla tradizione del canto gregoriano e sull’insegnamento del canto fermo nell’Italia moderna.
Studi sulla storia musicale, liturgica ed ecclesiastica di Palermo e della sua Cattedrale nel XVIII secolo.
