Eine Skulptur aus Holz - MOBA - Togo (Ohne mindestpreis)






Verfügt über einen Postgraduiertenabschluss in Afrikastudien und 15 Jahre Erfahrung in afrikanischer Kunst.
Käuferschutz auf Catawiki
Ihre Zahlung wird von uns sicher verwahrt, bis Sie Ihr Objekt erhalten.Details ansehen
Trustpilot 4.4 | 140076 Bewertungen
Auf Trustpilot als hervorragend bewertet.
Eine hölzerne Skulptur der Moba aus Nord-Togo; originale Ahnenfigur, 40 cm hoch, 1,3 kg, mit verwitterter Patina, Provenienz MAZ25359.
Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung
Eine Moba- Ahnenfigur
Moba, Nord- Togo
Holz mit verwitterter ritueller Patina
Diese stehende Moba-Figur zeichnet sich durch eine ungewöhnlich direkte und kraftvolle skulpturale Sprache aus. Der menschliche Körper ist auf eine Abfolge breiter Volumen reduziert: ein überdimensionierter Kopf, cylindrischer Rumpf, hervortretende Arme, deutlich artikuliertes Becken und zwei massige Beine. Anatomische Präzision wird bewusst unterwürfig gegenüber Monumentalität und Präsenz gesetzt.
Der Kopf ist besonders auffallend. Seine asymmetrische, fast dreiecksovale Form erhebt sich direkt aus dem kurzen Hals. Die Gesichtszüge sind mit außergewöhnlicher Ökonomie angedeutet. Kleine gebohrte Löcher definieren die Augen, während eine weitere Öffnung das Ohr markiert. Die Nase ragt als kurzer Keil vor und der Mund wird durch eine einfache horizontale Einsenkung darunter geformt. Trotz dieser minimalistischen Behandlung verleiht die leicht nach oben gerichtete Haltung des Gesichts der Figur einen bemerkenswert wachsamen Ausdruck.
Die Arme ragen direkt aus den Schultern hervor und hängen frei neben dem Rumpf. Sie sind breit, abgeflacht und nach unten hin spitz zulaufend, ohne artikulierte Hände. Diese Vereinfachung steht im Kontrast zu der ausgeprägten horizontalen Ausdehnung des Beckengebietes. Darunter senken sich zwei kraftvolle Beine unabhängig und weiten sich zum Boden hin, was eine stabile architektonische Basis schafft.
Die Oberfläche ist dem Charakter des Objekts wichtig. Großteil des ursprünglichen Holzes ist von einer trockenen, blassbraunen bis grauen Patina bedeckt, mit rötlichen Bereichen und unregelmäßigen Ablagerungen. Abrieb, kleine Verluste, Risse und Erosion sind überall sichtbar. Diese Merkmale deuten auf eine lange Geschichte von Handhabung, Aussetzung oder ritueller Nutzung hin, obwohl der genaue Ursprung der Oberflächenablagerungen aus dem alleinigen Foto nicht festzustellen ist.
Die Moba leben überwiegend im Norden Togos, besonders rund um die Dapaong-Region, mit verwandten Gemeinschaften, die über die Grenzen hinweg nach Burkina Faso und Ghana reichen. Ihre anthropomorphen Holzkörper werden in der Fachliteratur allgemein als tchitcheri oder chicheri bezeichnet.
Die Moba-Schnitzkunst ist bemerkenswert für einen der radikalsten Abstraktionsprozesse, die in westafrikanischen figürlichen Traditionen zu finden sind. Viele Figuren reduzieren den Körper auf kaum mehr als Kopf, Rumpf und unterteilter Unterteil. Die individuelle Identität ist normalerweise weniger wichtig als die Fähigkeit der Figur, eine Ahnen- oder schützende Gegenwart zu verkörpern oder zu vermitteln.
Dieses Exemplar repräsentiert eine besonders robuste regionale Variation. Im Vergleich zu den schlanken, fast pfannenkuchenartigen Moba-Figuren, die häufig in Publikationen dargestellt werden, besitzt die vorliegende Skulptur ungewöhnlich breite Schultern, hervortretende Arme und eine stark betonte Beckenstruktur. Die Beine sind ebenfalls bemerkenswert stattlich. Zusammen erzeugen diese Merkmale den Eindruck physischer Stärke statt eleganter Vertikalität.
Die gebohrten Gesichtsöffnungen sind ein weiteres auffälliges Merkmal. Anstatt die Augen konventionell zu modellieren, hat der Bildhauer dunkle Vertiefungen geschaffen, die innerhalb des ansonsten fast ausdruckslosen Gesichts visuell starke Punkte werden. Der resultierende Ausdruck verändert sich deutlich je nach Beleuchtung und Blickwinkel.
In der moba- religiösen Praxis konnten skulpturale Figuren mit Ahnen, Haus- oder Familienschutz und Beziehungen zwischen Individuen, Familien und der unsichtbaren Welt assoziiert werden. Verschiedene Typen und Größen von Figuren hatten unterschiedliche Kontexte und Funktionen. Ohne Abmessungen und zuverlässige Felddokumentation wäre es jedoch spekulativ, diese Skulptur einer bestimmten tchitcheri-Kategorie zuzuordnen.
Die stärkste Qualität der Skulptur liegt in ihrer kompromisslosen Bauweise. Die hervortretenden Arme, das enorme Becken und die auseinandergehenden Beine verwandeln den Körper in ein kompaktes System geometrischer Massen. Gleichzeitig verhindern Unregelmäßigkeiten in der Schnitzerei, dass sie völlig symmetrisch wird. Der geneigte Kopf, ungleiche Konturen und die verwitterte Oberfläche bewahren eine extrem individuelle physische Präsenz.
Diese Kombination aus radikaler Abstraktion, massiven Proportionen und einer stark gealterten Oberfläche macht die Figur zu einem besonders ausdrucksstarken Beispiel der Bildhauerkunst der nördlichen Togos.
Ausgewählte Literatur
Kreamer, Christine M. Moba Shrine Figures. African Arts.
Roy, Christopher D. Art of the Upper Volta Rivers. Meudon, 1987.
Kerchache, Jacques, Jean-Louis Paudrat und Lucien Stéphan. Art of Africa. New York, 1993.
LaGamma, Alisa. Sahel: Art and Empires on the Shores of the Sahara. New York, The Metropolitan Museum of Art, 2020.
Einige Informationen stammen aus künstlicher Intelligenz und basieren auf veröffentlichten Quellen aus den Bereichen Ethnographie, Archäologie und Kunstgeschichte.
Inv. No. MAZ25359
Der Verkäufer stellt sich vor
Eine Moba- Ahnenfigur
Moba, Nord- Togo
Holz mit verwitterter ritueller Patina
Diese stehende Moba-Figur zeichnet sich durch eine ungewöhnlich direkte und kraftvolle skulpturale Sprache aus. Der menschliche Körper ist auf eine Abfolge breiter Volumen reduziert: ein überdimensionierter Kopf, cylindrischer Rumpf, hervortretende Arme, deutlich artikuliertes Becken und zwei massige Beine. Anatomische Präzision wird bewusst unterwürfig gegenüber Monumentalität und Präsenz gesetzt.
Der Kopf ist besonders auffallend. Seine asymmetrische, fast dreiecksovale Form erhebt sich direkt aus dem kurzen Hals. Die Gesichtszüge sind mit außergewöhnlicher Ökonomie angedeutet. Kleine gebohrte Löcher definieren die Augen, während eine weitere Öffnung das Ohr markiert. Die Nase ragt als kurzer Keil vor und der Mund wird durch eine einfache horizontale Einsenkung darunter geformt. Trotz dieser minimalistischen Behandlung verleiht die leicht nach oben gerichtete Haltung des Gesichts der Figur einen bemerkenswert wachsamen Ausdruck.
Die Arme ragen direkt aus den Schultern hervor und hängen frei neben dem Rumpf. Sie sind breit, abgeflacht und nach unten hin spitz zulaufend, ohne artikulierte Hände. Diese Vereinfachung steht im Kontrast zu der ausgeprägten horizontalen Ausdehnung des Beckengebietes. Darunter senken sich zwei kraftvolle Beine unabhängig und weiten sich zum Boden hin, was eine stabile architektonische Basis schafft.
Die Oberfläche ist dem Charakter des Objekts wichtig. Großteil des ursprünglichen Holzes ist von einer trockenen, blassbraunen bis grauen Patina bedeckt, mit rötlichen Bereichen und unregelmäßigen Ablagerungen. Abrieb, kleine Verluste, Risse und Erosion sind überall sichtbar. Diese Merkmale deuten auf eine lange Geschichte von Handhabung, Aussetzung oder ritueller Nutzung hin, obwohl der genaue Ursprung der Oberflächenablagerungen aus dem alleinigen Foto nicht festzustellen ist.
Die Moba leben überwiegend im Norden Togos, besonders rund um die Dapaong-Region, mit verwandten Gemeinschaften, die über die Grenzen hinweg nach Burkina Faso und Ghana reichen. Ihre anthropomorphen Holzkörper werden in der Fachliteratur allgemein als tchitcheri oder chicheri bezeichnet.
Die Moba-Schnitzkunst ist bemerkenswert für einen der radikalsten Abstraktionsprozesse, die in westafrikanischen figürlichen Traditionen zu finden sind. Viele Figuren reduzieren den Körper auf kaum mehr als Kopf, Rumpf und unterteilter Unterteil. Die individuelle Identität ist normalerweise weniger wichtig als die Fähigkeit der Figur, eine Ahnen- oder schützende Gegenwart zu verkörpern oder zu vermitteln.
Dieses Exemplar repräsentiert eine besonders robuste regionale Variation. Im Vergleich zu den schlanken, fast pfannenkuchenartigen Moba-Figuren, die häufig in Publikationen dargestellt werden, besitzt die vorliegende Skulptur ungewöhnlich breite Schultern, hervortretende Arme und eine stark betonte Beckenstruktur. Die Beine sind ebenfalls bemerkenswert stattlich. Zusammen erzeugen diese Merkmale den Eindruck physischer Stärke statt eleganter Vertikalität.
Die gebohrten Gesichtsöffnungen sind ein weiteres auffälliges Merkmal. Anstatt die Augen konventionell zu modellieren, hat der Bildhauer dunkle Vertiefungen geschaffen, die innerhalb des ansonsten fast ausdruckslosen Gesichts visuell starke Punkte werden. Der resultierende Ausdruck verändert sich deutlich je nach Beleuchtung und Blickwinkel.
In der moba- religiösen Praxis konnten skulpturale Figuren mit Ahnen, Haus- oder Familienschutz und Beziehungen zwischen Individuen, Familien und der unsichtbaren Welt assoziiert werden. Verschiedene Typen und Größen von Figuren hatten unterschiedliche Kontexte und Funktionen. Ohne Abmessungen und zuverlässige Felddokumentation wäre es jedoch spekulativ, diese Skulptur einer bestimmten tchitcheri-Kategorie zuzuordnen.
Die stärkste Qualität der Skulptur liegt in ihrer kompromisslosen Bauweise. Die hervortretenden Arme, das enorme Becken und die auseinandergehenden Beine verwandeln den Körper in ein kompaktes System geometrischer Massen. Gleichzeitig verhindern Unregelmäßigkeiten in der Schnitzerei, dass sie völlig symmetrisch wird. Der geneigte Kopf, ungleiche Konturen und die verwitterte Oberfläche bewahren eine extrem individuelle physische Präsenz.
Diese Kombination aus radikaler Abstraktion, massiven Proportionen und einer stark gealterten Oberfläche macht die Figur zu einem besonders ausdrucksstarken Beispiel der Bildhauerkunst der nördlichen Togos.
Ausgewählte Literatur
Kreamer, Christine M. Moba Shrine Figures. African Arts.
Roy, Christopher D. Art of the Upper Volta Rivers. Meudon, 1987.
Kerchache, Jacques, Jean-Louis Paudrat und Lucien Stéphan. Art of Africa. New York, 1993.
LaGamma, Alisa. Sahel: Art and Empires on the Shores of the Sahara. New York, The Metropolitan Museum of Art, 2020.
Einige Informationen stammen aus künstlicher Intelligenz und basieren auf veröffentlichten Quellen aus den Bereichen Ethnographie, Archäologie und Kunstgeschichte.
Inv. No. MAZ25359
Der Verkäufer stellt sich vor
Details
Rechtliche Informationen des Verkäufers
- Unternehmen:
- Jaenicke Njoya GmbH
- Repräsentant:
- Wolfgang Jaenicke
- Adresse:
- Jaenicke Njoya GmbH
Klausenerplatz 7
14059 Berlin
GERMANY - Telefonnummer:
- +493033951033
- Email:
- w.jaenicke@jaenicke-njoya.com
- USt-IdNr.:
- DE241193499
AGB
AGB des Verkäufers. Mit einem Gebot auf dieses Los akzeptieren Sie ebenfalls die AGB des Verkäufers.
Widerrufsbelehrung
- Frist: 14 Tage sowie gemäß den hier angegebenen Bedingungen
- Rücksendkosten: Käufer trägt die unmittelbaren Kosten der Rücksendung der Ware
- Vollständige Widerrufsbelehrung
