Camillo Gannelli - Profilo di donna





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Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung
Das Werk ist ein Manifest ont erotischer Essenzialität.
Das Bild besitzt eine farbige Kraftfeld-Dominanz in tiefroter, erdiger, fast materischer Weise. Es ist kein flaches Rot, es ist ein gelebtes Rot: geritzt, geschichtet, mit Teigen, die Licht festhalten. Ein Rot-Körper.
Im Zentrum dieses kontrollierten Feuers erscheint eine Figur. Nein, eher die Idee einer Figur. Zwei weiße Linien, kontinuierlich, nervös und zugleich von kalligrafischer Anmut, ziehen in Negativform eine Silhouette einer Frau gesehen von der Seite. Brust, Bauch, Hüfte, Oberschenkel: alles wird mit drei Gesten gesagt. Es ist eine Zeichnung, die an Matisse in seiner Synthesephase erinnert, aber auch das einzige und ununterbrochene Zeichen von Picasso und Cocteau. Ich male den Körper nicht, ich beschwöre dessen Abwesenheit herauf, wie ein Gipsphantom an einer abgeplatzten Wand.
Die taktile Konstruktion verdient Beachtung. Die Oberfläche ist dick, rau, fast wandmalerisch. Die vertikalen Ränder der Leinwand sind wie archaische Rahmen behandelt: links ein bituminöses Schwarz, von Gold und Silber durchzogen, rechts ein tiefes Ultramarinblau und ein ausgebranntes Braun mit Ocker- und Kobaltblau-Tropfen. Es sind Bühnenränder, Säulen eines modernen Tempels, die die zentrale Figur zugleich gefangen nehmen und sheilig sprechen lassen. Das Licht schneidet im Ausstellungsraum die Leinwand quer durch, und betont genau diese Bildtextur.
Es gibt eine wunderschöne Spannung in diesem Werk: zwischen der drückenden, fleischlichen, fast gewaltsamen Wärme des Hintergrunds und der ätherischen Kälte, fast spirituellen, des weißen Drawings. Es ist Eros und Thanatos. Es ist die Leidenschaft als Raum, in dem sich der Körper auflöst und nur die Spur bleibt.
Die Künstlerin/der Künstler wählt den schwierigsten Weg: Alles sagen, ohne hinzuzufügen, indem man wegnimmt. In einer Zeit der überfüllten und patzigen Bilder flüstert dieses Bild. Und gerade deshalb bleibt es einprägsam. Es ist kein Nacktbild zum Anschauen, es ist ein Nacktbild zum Erinnern.
Ein Reife-Synthesewerk, in dem das Abstrakte und das Figurative aufhören zu streiten und eine sinnliche Einigung finden.
Die Unterschrift unten, weiß, dezent – Gannelli 2014 – stört nicht. Sie fügt sich wie ein letzter Scribble ein.
Das Werk ist ein Manifest ont erotischer Essenzialität.
Das Bild besitzt eine farbige Kraftfeld-Dominanz in tiefroter, erdiger, fast materischer Weise. Es ist kein flaches Rot, es ist ein gelebtes Rot: geritzt, geschichtet, mit Teigen, die Licht festhalten. Ein Rot-Körper.
Im Zentrum dieses kontrollierten Feuers erscheint eine Figur. Nein, eher die Idee einer Figur. Zwei weiße Linien, kontinuierlich, nervös und zugleich von kalligrafischer Anmut, ziehen in Negativform eine Silhouette einer Frau gesehen von der Seite. Brust, Bauch, Hüfte, Oberschenkel: alles wird mit drei Gesten gesagt. Es ist eine Zeichnung, die an Matisse in seiner Synthesephase erinnert, aber auch das einzige und ununterbrochene Zeichen von Picasso und Cocteau. Ich male den Körper nicht, ich beschwöre dessen Abwesenheit herauf, wie ein Gipsphantom an einer abgeplatzten Wand.
Die taktile Konstruktion verdient Beachtung. Die Oberfläche ist dick, rau, fast wandmalerisch. Die vertikalen Ränder der Leinwand sind wie archaische Rahmen behandelt: links ein bituminöses Schwarz, von Gold und Silber durchzogen, rechts ein tiefes Ultramarinblau und ein ausgebranntes Braun mit Ocker- und Kobaltblau-Tropfen. Es sind Bühnenränder, Säulen eines modernen Tempels, die die zentrale Figur zugleich gefangen nehmen und sheilig sprechen lassen. Das Licht schneidet im Ausstellungsraum die Leinwand quer durch, und betont genau diese Bildtextur.
Es gibt eine wunderschöne Spannung in diesem Werk: zwischen der drückenden, fleischlichen, fast gewaltsamen Wärme des Hintergrunds und der ätherischen Kälte, fast spirituellen, des weißen Drawings. Es ist Eros und Thanatos. Es ist die Leidenschaft als Raum, in dem sich der Körper auflöst und nur die Spur bleibt.
Die Künstlerin/der Künstler wählt den schwierigsten Weg: Alles sagen, ohne hinzuzufügen, indem man wegnimmt. In einer Zeit der überfüllten und patzigen Bilder flüstert dieses Bild. Und gerade deshalb bleibt es einprägsam. Es ist kein Nacktbild zum Anschauen, es ist ein Nacktbild zum Erinnern.
Ein Reife-Synthesewerk, in dem das Abstrakte und das Figurative aufhören zu streiten und eine sinnliche Einigung finden.
Die Unterschrift unten, weiß, dezent – Gannelli 2014 – stört nicht. Sie fügt sich wie ein letzter Scribble ein.

