Arnold Hoogvliet - Abraham, de Aartsvader - 1762-1762





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Arnold Hoogvliet: Abraham, der Aartsvader, in XII Büchern, Zehnte Druck 1762, niederländische illustrierte Ausgabe, ledergebundene Ausgabe, zwölf Kupferstiche von Jan Punt und ein Porträt von Houbraken nach Dionys van Nijmegen.
Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung
ARNOLD HOOGVLIET – ABRAHAM, DER AARTSVATER, IN XII BÜCHERN – SIEBTE AUFLAGE, 1762
Reich illustrierte niederländische Ausgabe des achtzehnten Jahrhunderts – 12 Tafeln von Jan Punt – Portätgravur von Hoogvliet durch J. Houbraken nach Dionys van Nijmegen – originales Ledereinband
Hoogvliet, Arnold (1687–1763).
Abraham, der Aartsvater, in XII Büchern, von Arnold Hoogvliet. Die siebte Druckausgabe. Mit Privilegie der Ed: Gr: Mog: Heeren Staaten van Hollant en Westvrieslant.
In Rotterdam, Bei Jan Daniel Beman en Zoon, MDCCLXII [1762].
4to, [54] Vorläufigkeitseiten, 288 S., mit geätztem Frontispiz, geätztem Titelvignett, Wappengravur, Porträt des Autors und 12 großformatigen Kupferstichplatten, vor den zwölf Büchern.
Besonders schöner und reich illustrierter Exemplarb
Eine sehr ansprechende achzehnteljahrhundertliche Ausgabe von Arnold Hoogvliets berühmtem biblischem Heldenepos Abraham, der Aartsvater, erstmals 1728 erschienen und im achtzehnten Jahrhundert vielfach nachgedruckt.
Hoogvliets Werk gehört zu den wichtigsten niederländischen epischen Gedichten des achtzehnten Jahrhunderts. Das umfangreiche Gedicht behandelt das Leben des Aartsvaters Abraham anhand des Alten Testaments, ausgearbeitet in zwölf Büchern und verfasst in feierlicher, klassizistischer Versform. Die erste Druckausgabe erschien bei Jan Daniel Beman in Rotterdam; ab der vierten Auflage wurde das Werk deutlich luxuriöser gestaltet und mit einer Reihe von zwölf speziell gefertigten Illustrationen durch den berühmten niederländischen Künstler und Graveur Jan Punt versehen.
Die hier angebotene siebte Druckausgabe von 1762 folgt vollständig der Tradition dieser schön illustrierten Ausgaben. Die bibliographische Literatur vermerkt, dass die siebte Druckauflage, abgesehen von der geänderten Verlagsadresse zu „By Jan Daniel Beman en Zoon“, eng an die vorangegangenen illustrierten Ausgaben anschließt.
Besonders attraktiv an diesem Exemplar ist außerdem, dass die Portaitgravur von Arnold Hoogvliet als ausklappbare Platte vorhanden ist. Dadurch erhält das Buch eine zusätzliche museale und grafische Ausstrahlung. Die Falzpunkte dieser Platte wurden in der Vergangenheit örtlich mit altem Papier angeheftet; dies ist als Restaurationsspur deutlich sichtbar, doch die Abbildung selbst ist erhalten.
Die Illustrationen – eine komplette Serie von zwölf Kupferstichen
Die zwölf großen Illustrationen wurden entworfen und geäzt von Jan Punt (1711–1779). Es handelt sich um eine Kombination aus Kupferstich und Kupferstichplatte (etwas ungenau), eine Verbindung, die Punt nutzte, um sowohl malerische Passagen und Landschaften als auch die feinen Konturen und Details der Figuren überzeugend wiederzugeben. Das Rijksmuseum katalogisiert die Platten ebenfalls als „etching und gravure“. Die Entwürfe stammen aus den Jahren 1743–1745, also lange vor der hier angebotenen siebten Druckausgabe von 1762; die ursprünglichen Platten wurden in späteren Beman-Editionen erneut verwendet.
1. Erstes Buch – Sara durch die ägyptischen Herrscher verführt – 1743
Die erste Platte zeigt den Moment, in dem Sara von den Beamten des Pharaos mitgenommen wird, nachdem Abraham und Sara in Ägypten angekommen sind. Die Schönheit Saras zieht die Ägypter in ihren Bann, und der Pharao lässt sie in seinen Palast bringen.
Die Druckplatte wurde von Jan Punt entworfen und 1743 geätzt. Es handelt sich um eine Kupferstichplatte kombiniert mit einer Kaltechnik (etwas), das Rijksmuseum datiert die Platte auf 1743 und bezeichnet sie als Illustration zum ersten Buch.
2. Zweites Buch – Das Krankenbett des Pharaos – 1743
Hier sehen wir den Pharao von Ägypten, von einer schweren Plage getroffen. Er liegt krank in seinem Bett, während Sara neben ihm sitzt. Die Plagen sind die Folge davon, dass der Pharao Sara von Abraham hat entfernen lassen.
Auch diese Platte wurde von Jan Punt entworfen und geätzt und trägt die Datierung 1743.
3. Drittes Buch – Sara Abraham wiedergegeben – 1744
Der Pharao erkennt seinen Irrtum und gibt Sara an Abraham zurück. Abraham erhält daraufhin den Auftrag, Ägypten mit seiner Frau und allem Besitz zu verlassen.
Diese besonders elegante Kunstdruckplatte wurde von Jan Punt 1744 geschaffen. Das Rijksmuseum identifiziert die Platte als eine Kombination aus Kaltnadel und Gravur.
4. Viertes Buch – Lot trennt sich von Abraham – 1744
Abraham und Lot haben inzwischen so große Herden, dass ihre Hirten miteinander in Konflikt geraten. Die beiden Verwandten beschließen, sich zu trennen. Im Vordergrund stehen Abraham und Lot einander gegenüber; im Hintergrund ist Landschaft mit Hirten, Vieh und der weiten Umgebung zu sehen.
Die Druckplatte wurde von Jan Punt entworfen und 1744 geätzt; sie ist ein besonders schönes Beispiel der Kombination aus Kaltnadel und Kupfergravur. Das Rijksmuseum ordnet diese Platte unter anderem dem Titel Lot scheidt sich von Abraham zu und vermerkt, dass sie als Illustration zum vierten Buch verwendet wurde.
5. Fünftes Buch – Melchisedek begrüßt Abraham mit Geschenken – 1744
Abraham begegnet Melchisedek, dem König und Hohepriester von Salem, der ihm Brot und Wein zugegenreicht und ihn segnet.
Diese Darstellung bildet einen wichtigen religiösen Moment innerhalb des Epos. Die Platte wurde von Jan Punt entworfen und 1744 geätzt. Sie gehört zu den zwölf ursprünglichen Illustrationen, die Punt für die zwölf Bücher anfertigte.
6. Sechstes Buch – Hagar erniedrigt sich vor Sara – 1744
Eine dramatische Familienszene: Sara erniedrigt Hagar, die schwanger von Abraham ist. Hagar steht vor Abraham und Sara, während im Hintergrund das Hirtenleben und die Landschaft ausgerollt sind.
Die Platte stammt von Jan Punt, eigenständiges Design, datiert 1744. Auch hier kombinierte Punt Kaltnadel und Gravur.
7. Siebtes Buch – Abraham vergeist drei Engel – 1744
Eine der bekanntesten Szenen aus der Erzählung: Drei Engel besuchen Abraham. Abraham empfängt sie gastlich und bereitet ihnen Speise. Sie kündigen die Geburt eines Sohnes an. Abraham hört kniend zu; Sara hört hinter einer Mauer zu.
Die Platte wurde von Jan Punt entworfen und geätzt in 1744.
8. Achter Buch – Die Stillzeit Izaaks – 1745
Abraham gibt ein Fest zur Feier des Heranwachsens seines Sohnes Isaak. Während des Festes sieht Sara, dass Ismael, der Sohn Abrahams und Hagar, spöttisch lacht. Dies führt zum bekannten Konflikt um Hagar und Ismael.
Die Platte wurde von Jan Punt 1745 geschaffen, erneut als Kaltnadel und Gravur.
9. Neuntes Buch – Isaak von Abraham unterrichtet – 1745
Ein ruhigeres, intimeres Bild: Abraham unterweist seinen Sohn Isaak bei einem Spaziergang durch die Landschaft. Abraham hat seinen Arm um Isaak gelegt; ein Hund läuft mit ihnen mit.
Diese Platte wurde von Jan Punt entworfen und geätzt in 1745.
10. Zehntes Buch – Abrahams schwerste Glaubensprobe – 1745
Einer der dramatischen Höhepunkte des Werks: Abraham steht kurz davor, seinen Sohn Isaak zu opfern. Isaak ist am Altar gefesselt, während Abraham das Schwert erhebt. Im entscheidenden Moment hält ihn ein Engel zurück und weist ihn auf den Widder hin, der hinter dem Baum erscheint.
Diese eindrucksvolle Platte wurde von Jan Punt entworfen und geätzt in 1745.
11. Elftes Buch – Die Begräbnis Sara's – 1745
Zwei Männer tragen Saras Leichnam in die Höhle der Machpela. Abraham hat den Grabplatz erworben, um seine verstorbene Frau bestatten zu können.
Die Platte wurde von Jan Punt 1745 gefertigt. Es handelt sich erneut um Kaltnadel und Kupferstich, mit besonders feiner Detailzeichnung in Figuren, Architektur und Umgebung.
12. Zwölftes Buch – Das Sterbebett Abrahams – 1745
Die Serie endet mit Abrahams Sterben. Rund um sein Sterbebett versammeln sich Familienmitglieder; über ihm erscheinen Engel in himmlischem Licht. Auch diese abschließende Platte stammt von Jan Punt, datiert 1745, ausgeführt als Kaltnadel/Gravur. Sie illustriert den elften/zwölften Teil von Hoogvliets Lebensgeschichte und bildet einen passenden Abschluss der monumentalen Reihe.
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Geätztes Porträt von Arnold Hoogvliet – besonders ausklappbares Exemplar
Neben den zwölf biblischen Illustrationen enthält das Buch das geätzte Porträt von Arnold Hoogvliet, ein besonders begehrtes Teil dieser illustrierten Ausgaben.
Das Porträt basiert auf einem Gemälde von Dionys van Nijmegen und wurde vom berühmten niederländischen Portraitgraveur Jacob Houbraken geätzt. Das Porträt ist datiert 1745. Bibliografische Beschreibungen dieser Ausgabe erwähnen ausdrücklich: “the portrait of Arnold Hoogvliet, dated 1745, is made after a lost painting of the Dutch artist Dionys van Nijmegen, and is executed by J. Houbraken.”
In dem vorliegenden Exemplar ist dieses Porträt als ausklappbare Gravur vorhanden. Das ist ein besonders attraktives und sammelwürdiges Merkmal. Die Falzpunkte wurden örtlich mit altem Papier angeheftet, eine alte und eigenständige Restaurierung, wodurch die Platte als Ganzes erhalten blieb.
Das Porträt enthält außerdem eine textliche Rahmung und eine dichterische Lobeshymne auf Hoogvliet. Es verleiht dieser Ausgabe eine zusätzliche persönliche Note: der Dichter, der in dem Buch sein großes biblisches Epos erzählt, ist buchstäblich als Autor im Buch präsent.
Frontispice und Titelvignette:
Auch das übrige Prentwerk ist kunsthistorisch interessant.
Die allegorische Titelplatte/Frontispice stammt ursprünglich von Jan Wandelaar. Die Darstellung hat allegorischen Charakter und verbindet Abraham mit christlichen Tugenden und dem Sieg über Laster und Götzenverehrung. Das Rijksmuseum katalogisiert die ursprüngliche Titelplatte als eine Verbindung aus Kaltnadel und Gravur, gefertigt von Jan Wandelaar in 1728.
Die späteren Beman-Editionen behielten diese berühmte Titelplatte. Für das Titelvignett wurde ab der sechsten Druckauflage ein neues Design von Simon Fokke verwendet; die Literatur vermerkt, dass Beman dieses Vignett ab 1754 durch Fokkes modernere Komposition ersetzte.
Weiter befindet sich über dem Auftrag an Johan van der Heim ein geätztes Familienwappen, wie es in den Beman-Editionen üblich ist. Die erste Druckauflage enthielt bereits eine Wappengravur über dem Auftrag.
Technik und künstlerischer Wert:
Die zwölf Hauptplatten sind außerordentlich schön ausgeführte Kupferstiche in Kombination mit Kaltnadel. Die Verbindung macht die Drucke reich an Tonwerten: Die Kaltnadel sorgt für lebendige Linien und landschaftliche Effekte, während die Burin-Gravur eine feinere Modellierung und tiefe Schwarz-Weiß-Kontraste ermöglicht.
Jan Punt war nicht nur Graveur, sondern auch Zeichner und Künstler. Für diese Ausgabe schuf er zwölf eigenständige Entwürfe, sodass die Drucke nicht einfach als dekorative Ergänzungen fungieren, sondern eine visuelle Parallelität zu Hoogvliets Epos bilden. Das Rijksmuseum besitzt gar ein Album mit den zwölf ursprünglichen Entwürfen von Jan Punt aus 1744–1745 für diese Illustrationen.
Dies macht die Illustrationen von Abraham der Aartsvater zu einem schönen Beispiel für die enge Zusammenarbeit zwischen niederländischer Literatur und der Druckkunst des achtzehnten Jahrhunderts.
Band und Zustand:
Das Buch ist in einem originalen Lederband aus der Zeit gebunden, mit Prägungen auf den Brettseiten und dem Rücken.
Der Rücken ist mit Rippen versehen, was dem Buch sein charakteristisches achtzehnteljahrhundertliches Aussehen verleiht. Der Band weist natürlich Alters- und Gebrauchsspuren auf, entsprechend einem Buch von über 260 Jahren Alter.
Der Buchblock ist vollständig mit den reich illustierten Vorwerken, den zwölf Platten und dem Porträt.
Bemerkenswert: Das ausklappbare Porträt Hoogvliets ist an den Falzen örtlich mit altem Papier angeheftet. Diese Restaurierung ist alt und klar darauf ausgelegt, weitere Schäden an den empfindlichen Knickfalten zu verhindern. Die Anwesenheit der vollständigen ausklappbaren Platte ist dadurch umso bemerkenswerter.
Die normalen Alterungsmerkmale von Papier, Band und Plakaten müssen bei einem Exemplar aus 1762 natürlich erwartet werden. Der Inhalt besteht aus: 12 großen biblischen Kupfergravuren, jeweils eine für jedes Buch;
alle zwölf Platten von Jan Punt, eigenem Entwurf;
Platten datiert 1743–1745;
ein geätztes Porträt von Arnold Hoogvliet, von J. Houbraken nach Dionys van Nijmegen, datiert 1745;
das in diesem Exemplar ausklappbar vorhandene Porträt;
die bekannte allegorische Frontispice von Jan Wandelaar;
geätztes Titelvignett;
geätztes Wappen von Johan van der Heim;
originelles, reich gestempeltes Lederband mit Rippen;
Siebte Druck, Rotterdam, Jan Daniel Beman und Zoon, 1762.
Die zwölf Druckplatten wurden ursprünglich zwischen 1743 und 1745 hergestellt und anschließend in verschiedenen Beman-Editionen weiterverwendet. Die siebte Druckauflage von 1762 ist die letzte Ausgabe, die zu Lebzeiten Hoogvliets erschien. Ein äußerst attraktives Objekt für Sammler niederländischer Literatur, achzehnteljahrhundertlicher Buchkunst, biblischer Druckkunst, Kupferstiche und historischer Buchbände.
Bibliografische Daten:
Autor: Arnold Hoogvliet (1687–1763)
Titel: Abraham, der Aartsvater, in XII Büchern
Ausgabe: Die siebte Druckauflage
Ort: Rotterdam
Verleger: Jan Daniel Beman en Zoon
Jahr: 1762
Format: 4to
Umfang: [54], 288 S.
Illustrationen: geätztes Frontispiz, Titelvignett, Wappengravur, Porträt und 12 großformatige Platten
Hauptgraveur der Illustrationen: Jan Punt
Porträt: J. Houbraken, nach Dionys van Nijmegen
Frontispice: Jan Wandelaar
Technik Platten: Kaltnadel und Kupferstich
Band: originales Lederband mit Prägungen auf Brettseiten und Rücken, Rippen
Zustand: guter antiquarischer Zustand mit normalen Alters-Spuren; ausklappbares Porträt mit Alterspapierbefestigung an den Falzen.
Zusammenfassung:
Eine sehr attraktive und reich illustrierte siebte Druckausgabe von Hoogvliets berühmtem Abraham der Aartsvater, mit der kompletten Serie von zwölf von Jan Punt entworfenen und geätzten biblischen Platten sowie dem besonders schönen, in diesem Exemplar ausklappbaren Porträt des Autors durch J. Houbraken nach Dionys van Nijmegen. Die Kombination der originalen achzehnteljahrhundertlichen Lederbindung, der zwölf hochwertigen Kupferstiche und dem ausklappbaren Autorporspective macht dies zu einem äußerst interessanten und sammlerwürdigen Exemplar niederländischer achtzehnter Buchkunst.
Fotos als Bestandteil der Beschreibung. Bitte bieten Sie gerne, auch nicht sonntags. Keine weiteren Mängel außer den normalen Alterungsspuren gesehen. Typ- und Druckfehler gehen zu Lasten des Käufers. Fotos mit teilweise schlechtem Licht aufgenommen. Das hintere Vorsatzblatt ist von einem späteren Datum, zu erkennen an der kleineren Abmessung. Dennoch ein originales altes Vorsatzblatt. Das Buch ist kein Kulturerbe, sondern ein Gebrauchsgegenstand.
ARNOLD HOOGVLIET – ABRAHAM, DER AARTSVATER, IN XII BÜCHERN – SIEBTE AUFLAGE, 1762
Reich illustrierte niederländische Ausgabe des achtzehnten Jahrhunderts – 12 Tafeln von Jan Punt – Portätgravur von Hoogvliet durch J. Houbraken nach Dionys van Nijmegen – originales Ledereinband
Hoogvliet, Arnold (1687–1763).
Abraham, der Aartsvater, in XII Büchern, von Arnold Hoogvliet. Die siebte Druckausgabe. Mit Privilegie der Ed: Gr: Mog: Heeren Staaten van Hollant en Westvrieslant.
In Rotterdam, Bei Jan Daniel Beman en Zoon, MDCCLXII [1762].
4to, [54] Vorläufigkeitseiten, 288 S., mit geätztem Frontispiz, geätztem Titelvignett, Wappengravur, Porträt des Autors und 12 großformatigen Kupferstichplatten, vor den zwölf Büchern.
Besonders schöner und reich illustrierter Exemplarb
Eine sehr ansprechende achzehnteljahrhundertliche Ausgabe von Arnold Hoogvliets berühmtem biblischem Heldenepos Abraham, der Aartsvater, erstmals 1728 erschienen und im achtzehnten Jahrhundert vielfach nachgedruckt.
Hoogvliets Werk gehört zu den wichtigsten niederländischen epischen Gedichten des achtzehnten Jahrhunderts. Das umfangreiche Gedicht behandelt das Leben des Aartsvaters Abraham anhand des Alten Testaments, ausgearbeitet in zwölf Büchern und verfasst in feierlicher, klassizistischer Versform. Die erste Druckausgabe erschien bei Jan Daniel Beman in Rotterdam; ab der vierten Auflage wurde das Werk deutlich luxuriöser gestaltet und mit einer Reihe von zwölf speziell gefertigten Illustrationen durch den berühmten niederländischen Künstler und Graveur Jan Punt versehen.
Die hier angebotene siebte Druckausgabe von 1762 folgt vollständig der Tradition dieser schön illustrierten Ausgaben. Die bibliographische Literatur vermerkt, dass die siebte Druckauflage, abgesehen von der geänderten Verlagsadresse zu „By Jan Daniel Beman en Zoon“, eng an die vorangegangenen illustrierten Ausgaben anschließt.
Besonders attraktiv an diesem Exemplar ist außerdem, dass die Portaitgravur von Arnold Hoogvliet als ausklappbare Platte vorhanden ist. Dadurch erhält das Buch eine zusätzliche museale und grafische Ausstrahlung. Die Falzpunkte dieser Platte wurden in der Vergangenheit örtlich mit altem Papier angeheftet; dies ist als Restaurationsspur deutlich sichtbar, doch die Abbildung selbst ist erhalten.
Die Illustrationen – eine komplette Serie von zwölf Kupferstichen
Die zwölf großen Illustrationen wurden entworfen und geäzt von Jan Punt (1711–1779). Es handelt sich um eine Kombination aus Kupferstich und Kupferstichplatte (etwas ungenau), eine Verbindung, die Punt nutzte, um sowohl malerische Passagen und Landschaften als auch die feinen Konturen und Details der Figuren überzeugend wiederzugeben. Das Rijksmuseum katalogisiert die Platten ebenfalls als „etching und gravure“. Die Entwürfe stammen aus den Jahren 1743–1745, also lange vor der hier angebotenen siebten Druckausgabe von 1762; die ursprünglichen Platten wurden in späteren Beman-Editionen erneut verwendet.
1. Erstes Buch – Sara durch die ägyptischen Herrscher verführt – 1743
Die erste Platte zeigt den Moment, in dem Sara von den Beamten des Pharaos mitgenommen wird, nachdem Abraham und Sara in Ägypten angekommen sind. Die Schönheit Saras zieht die Ägypter in ihren Bann, und der Pharao lässt sie in seinen Palast bringen.
Die Druckplatte wurde von Jan Punt entworfen und 1743 geätzt. Es handelt sich um eine Kupferstichplatte kombiniert mit einer Kaltechnik (etwas), das Rijksmuseum datiert die Platte auf 1743 und bezeichnet sie als Illustration zum ersten Buch.
2. Zweites Buch – Das Krankenbett des Pharaos – 1743
Hier sehen wir den Pharao von Ägypten, von einer schweren Plage getroffen. Er liegt krank in seinem Bett, während Sara neben ihm sitzt. Die Plagen sind die Folge davon, dass der Pharao Sara von Abraham hat entfernen lassen.
Auch diese Platte wurde von Jan Punt entworfen und geätzt und trägt die Datierung 1743.
3. Drittes Buch – Sara Abraham wiedergegeben – 1744
Der Pharao erkennt seinen Irrtum und gibt Sara an Abraham zurück. Abraham erhält daraufhin den Auftrag, Ägypten mit seiner Frau und allem Besitz zu verlassen.
Diese besonders elegante Kunstdruckplatte wurde von Jan Punt 1744 geschaffen. Das Rijksmuseum identifiziert die Platte als eine Kombination aus Kaltnadel und Gravur.
4. Viertes Buch – Lot trennt sich von Abraham – 1744
Abraham und Lot haben inzwischen so große Herden, dass ihre Hirten miteinander in Konflikt geraten. Die beiden Verwandten beschließen, sich zu trennen. Im Vordergrund stehen Abraham und Lot einander gegenüber; im Hintergrund ist Landschaft mit Hirten, Vieh und der weiten Umgebung zu sehen.
Die Druckplatte wurde von Jan Punt entworfen und 1744 geätzt; sie ist ein besonders schönes Beispiel der Kombination aus Kaltnadel und Kupfergravur. Das Rijksmuseum ordnet diese Platte unter anderem dem Titel Lot scheidt sich von Abraham zu und vermerkt, dass sie als Illustration zum vierten Buch verwendet wurde.
5. Fünftes Buch – Melchisedek begrüßt Abraham mit Geschenken – 1744
Abraham begegnet Melchisedek, dem König und Hohepriester von Salem, der ihm Brot und Wein zugegenreicht und ihn segnet.
Diese Darstellung bildet einen wichtigen religiösen Moment innerhalb des Epos. Die Platte wurde von Jan Punt entworfen und 1744 geätzt. Sie gehört zu den zwölf ursprünglichen Illustrationen, die Punt für die zwölf Bücher anfertigte.
6. Sechstes Buch – Hagar erniedrigt sich vor Sara – 1744
Eine dramatische Familienszene: Sara erniedrigt Hagar, die schwanger von Abraham ist. Hagar steht vor Abraham und Sara, während im Hintergrund das Hirtenleben und die Landschaft ausgerollt sind.
Die Platte stammt von Jan Punt, eigenständiges Design, datiert 1744. Auch hier kombinierte Punt Kaltnadel und Gravur.
7. Siebtes Buch – Abraham vergeist drei Engel – 1744
Eine der bekanntesten Szenen aus der Erzählung: Drei Engel besuchen Abraham. Abraham empfängt sie gastlich und bereitet ihnen Speise. Sie kündigen die Geburt eines Sohnes an. Abraham hört kniend zu; Sara hört hinter einer Mauer zu.
Die Platte wurde von Jan Punt entworfen und geätzt in 1744.
8. Achter Buch – Die Stillzeit Izaaks – 1745
Abraham gibt ein Fest zur Feier des Heranwachsens seines Sohnes Isaak. Während des Festes sieht Sara, dass Ismael, der Sohn Abrahams und Hagar, spöttisch lacht. Dies führt zum bekannten Konflikt um Hagar und Ismael.
Die Platte wurde von Jan Punt 1745 geschaffen, erneut als Kaltnadel und Gravur.
9. Neuntes Buch – Isaak von Abraham unterrichtet – 1745
Ein ruhigeres, intimeres Bild: Abraham unterweist seinen Sohn Isaak bei einem Spaziergang durch die Landschaft. Abraham hat seinen Arm um Isaak gelegt; ein Hund läuft mit ihnen mit.
Diese Platte wurde von Jan Punt entworfen und geätzt in 1745.
10. Zehntes Buch – Abrahams schwerste Glaubensprobe – 1745
Einer der dramatischen Höhepunkte des Werks: Abraham steht kurz davor, seinen Sohn Isaak zu opfern. Isaak ist am Altar gefesselt, während Abraham das Schwert erhebt. Im entscheidenden Moment hält ihn ein Engel zurück und weist ihn auf den Widder hin, der hinter dem Baum erscheint.
Diese eindrucksvolle Platte wurde von Jan Punt entworfen und geätzt in 1745.
11. Elftes Buch – Die Begräbnis Sara's – 1745
Zwei Männer tragen Saras Leichnam in die Höhle der Machpela. Abraham hat den Grabplatz erworben, um seine verstorbene Frau bestatten zu können.
Die Platte wurde von Jan Punt 1745 gefertigt. Es handelt sich erneut um Kaltnadel und Kupferstich, mit besonders feiner Detailzeichnung in Figuren, Architektur und Umgebung.
12. Zwölftes Buch – Das Sterbebett Abrahams – 1745
Die Serie endet mit Abrahams Sterben. Rund um sein Sterbebett versammeln sich Familienmitglieder; über ihm erscheinen Engel in himmlischem Licht. Auch diese abschließende Platte stammt von Jan Punt, datiert 1745, ausgeführt als Kaltnadel/Gravur. Sie illustriert den elften/zwölften Teil von Hoogvliets Lebensgeschichte und bildet einen passenden Abschluss der monumentalen Reihe.
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Geätztes Porträt von Arnold Hoogvliet – besonders ausklappbares Exemplar
Neben den zwölf biblischen Illustrationen enthält das Buch das geätzte Porträt von Arnold Hoogvliet, ein besonders begehrtes Teil dieser illustrierten Ausgaben.
Das Porträt basiert auf einem Gemälde von Dionys van Nijmegen und wurde vom berühmten niederländischen Portraitgraveur Jacob Houbraken geätzt. Das Porträt ist datiert 1745. Bibliografische Beschreibungen dieser Ausgabe erwähnen ausdrücklich: “the portrait of Arnold Hoogvliet, dated 1745, is made after a lost painting of the Dutch artist Dionys van Nijmegen, and is executed by J. Houbraken.”
In dem vorliegenden Exemplar ist dieses Porträt als ausklappbare Gravur vorhanden. Das ist ein besonders attraktives und sammelwürdiges Merkmal. Die Falzpunkte wurden örtlich mit altem Papier angeheftet, eine alte und eigenständige Restaurierung, wodurch die Platte als Ganzes erhalten blieb.
Das Porträt enthält außerdem eine textliche Rahmung und eine dichterische Lobeshymne auf Hoogvliet. Es verleiht dieser Ausgabe eine zusätzliche persönliche Note: der Dichter, der in dem Buch sein großes biblisches Epos erzählt, ist buchstäblich als Autor im Buch präsent.
Frontispice und Titelvignette:
Auch das übrige Prentwerk ist kunsthistorisch interessant.
Die allegorische Titelplatte/Frontispice stammt ursprünglich von Jan Wandelaar. Die Darstellung hat allegorischen Charakter und verbindet Abraham mit christlichen Tugenden und dem Sieg über Laster und Götzenverehrung. Das Rijksmuseum katalogisiert die ursprüngliche Titelplatte als eine Verbindung aus Kaltnadel und Gravur, gefertigt von Jan Wandelaar in 1728.
Die späteren Beman-Editionen behielten diese berühmte Titelplatte. Für das Titelvignett wurde ab der sechsten Druckauflage ein neues Design von Simon Fokke verwendet; die Literatur vermerkt, dass Beman dieses Vignett ab 1754 durch Fokkes modernere Komposition ersetzte.
Weiter befindet sich über dem Auftrag an Johan van der Heim ein geätztes Familienwappen, wie es in den Beman-Editionen üblich ist. Die erste Druckauflage enthielt bereits eine Wappengravur über dem Auftrag.
Technik und künstlerischer Wert:
Die zwölf Hauptplatten sind außerordentlich schön ausgeführte Kupferstiche in Kombination mit Kaltnadel. Die Verbindung macht die Drucke reich an Tonwerten: Die Kaltnadel sorgt für lebendige Linien und landschaftliche Effekte, während die Burin-Gravur eine feinere Modellierung und tiefe Schwarz-Weiß-Kontraste ermöglicht.
Jan Punt war nicht nur Graveur, sondern auch Zeichner und Künstler. Für diese Ausgabe schuf er zwölf eigenständige Entwürfe, sodass die Drucke nicht einfach als dekorative Ergänzungen fungieren, sondern eine visuelle Parallelität zu Hoogvliets Epos bilden. Das Rijksmuseum besitzt gar ein Album mit den zwölf ursprünglichen Entwürfen von Jan Punt aus 1744–1745 für diese Illustrationen.
Dies macht die Illustrationen von Abraham der Aartsvater zu einem schönen Beispiel für die enge Zusammenarbeit zwischen niederländischer Literatur und der Druckkunst des achtzehnten Jahrhunderts.
Band und Zustand:
Das Buch ist in einem originalen Lederband aus der Zeit gebunden, mit Prägungen auf den Brettseiten und dem Rücken.
Der Rücken ist mit Rippen versehen, was dem Buch sein charakteristisches achtzehnteljahrhundertliches Aussehen verleiht. Der Band weist natürlich Alters- und Gebrauchsspuren auf, entsprechend einem Buch von über 260 Jahren Alter.
Der Buchblock ist vollständig mit den reich illustierten Vorwerken, den zwölf Platten und dem Porträt.
Bemerkenswert: Das ausklappbare Porträt Hoogvliets ist an den Falzen örtlich mit altem Papier angeheftet. Diese Restaurierung ist alt und klar darauf ausgelegt, weitere Schäden an den empfindlichen Knickfalten zu verhindern. Die Anwesenheit der vollständigen ausklappbaren Platte ist dadurch umso bemerkenswerter.
Die normalen Alterungsmerkmale von Papier, Band und Plakaten müssen bei einem Exemplar aus 1762 natürlich erwartet werden. Der Inhalt besteht aus: 12 großen biblischen Kupfergravuren, jeweils eine für jedes Buch;
alle zwölf Platten von Jan Punt, eigenem Entwurf;
Platten datiert 1743–1745;
ein geätztes Porträt von Arnold Hoogvliet, von J. Houbraken nach Dionys van Nijmegen, datiert 1745;
das in diesem Exemplar ausklappbar vorhandene Porträt;
die bekannte allegorische Frontispice von Jan Wandelaar;
geätztes Titelvignett;
geätztes Wappen von Johan van der Heim;
originelles, reich gestempeltes Lederband mit Rippen;
Siebte Druck, Rotterdam, Jan Daniel Beman und Zoon, 1762.
Die zwölf Druckplatten wurden ursprünglich zwischen 1743 und 1745 hergestellt und anschließend in verschiedenen Beman-Editionen weiterverwendet. Die siebte Druckauflage von 1762 ist die letzte Ausgabe, die zu Lebzeiten Hoogvliets erschien. Ein äußerst attraktives Objekt für Sammler niederländischer Literatur, achzehnteljahrhundertlicher Buchkunst, biblischer Druckkunst, Kupferstiche und historischer Buchbände.
Bibliografische Daten:
Autor: Arnold Hoogvliet (1687–1763)
Titel: Abraham, der Aartsvater, in XII Büchern
Ausgabe: Die siebte Druckauflage
Ort: Rotterdam
Verleger: Jan Daniel Beman en Zoon
Jahr: 1762
Format: 4to
Umfang: [54], 288 S.
Illustrationen: geätztes Frontispiz, Titelvignett, Wappengravur, Porträt und 12 großformatige Platten
Hauptgraveur der Illustrationen: Jan Punt
Porträt: J. Houbraken, nach Dionys van Nijmegen
Frontispice: Jan Wandelaar
Technik Platten: Kaltnadel und Kupferstich
Band: originales Lederband mit Prägungen auf Brettseiten und Rücken, Rippen
Zustand: guter antiquarischer Zustand mit normalen Alters-Spuren; ausklappbares Porträt mit Alterspapierbefestigung an den Falzen.
Zusammenfassung:
Eine sehr attraktive und reich illustrierte siebte Druckausgabe von Hoogvliets berühmtem Abraham der Aartsvater, mit der kompletten Serie von zwölf von Jan Punt entworfenen und geätzten biblischen Platten sowie dem besonders schönen, in diesem Exemplar ausklappbaren Porträt des Autors durch J. Houbraken nach Dionys van Nijmegen. Die Kombination der originalen achzehnteljahrhundertlichen Lederbindung, der zwölf hochwertigen Kupferstiche und dem ausklappbaren Autorporspective macht dies zu einem äußerst interessanten und sammlerwürdigen Exemplar niederländischer achtzehnter Buchkunst.
Fotos als Bestandteil der Beschreibung. Bitte bieten Sie gerne, auch nicht sonntags. Keine weiteren Mängel außer den normalen Alterungsspuren gesehen. Typ- und Druckfehler gehen zu Lasten des Käufers. Fotos mit teilweise schlechtem Licht aufgenommen. Das hintere Vorsatzblatt ist von einem späteren Datum, zu erkennen an der kleineren Abmessung. Dennoch ein originales altes Vorsatzblatt. Das Buch ist kein Kulturerbe, sondern ein Gebrauchsgegenstand.

