Herolt - [Incunable] Sermones Discipuli de Sanctis - 1497

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Inkunabel aus dem Jahr 1497, veröffentlicht von Jean de Vingle, Titel [Incunable] Sermones Discipuli de Sanctis, Johann Herolt als Autor, lateinischer Text, illustrierte Ausgabe im Lederband mit handkolorierten Illustrationen, Maße 202 x 140 mm, 326 Seiten.

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Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung

HEILIGE, VISIONEN UND WUNDER: DER PREDIGER, DER EUROPA LEHRTE, AN WUNDER ZU GLAUBEN
Wenige Bücher haben den europäischen religiösen Imaginationsraum so tief beeinflusst wie die Sammlungen von Johann Herolt, dem berühmten "Discipulus". Mehr als ein bloßes homiletisches Verzeichnis ist dieses Werk eine wahre narrative Maschine, die darauf abzielt, den Glauben der Massen zwischen dem Spätmittelalter und dem Beginn der Moderne zu formen. Durch exempla, Erscheinungen, göttliche Strafen, Marienwunder und erbauende Erzählungen bot Herolt Predigern einen Arsenal mentaler Bilder, die komplexe theologischen Konzepte in erinnerungswürdige und überzeugende Geschichten verwandeln konnten.
PROVENIENZ
Das Buch gehörte Jean-Patrice-Auguste Madden (1808–1889), einem berühmten Bibliomanen, Gelehrten und französischen Sammler. Sein Bestand umfasste etwa 330 sorgfältig ausgewählte Inkunabeln und stellte eine der bedeutendsten privaten französischen Bibliotheken des 19. Jahrhunderts dar, die den ersten Jahrhunderten des Drucks gewidmet war. Die Bibliothek wurde 1890 in Versailles versteigert; der vorliegende Band entspricht dem Los 1116 im Verkaufs katalog. Das Vorhandensein des geprägten Ex Libris ist eine direkte Zeugenschaft dieser renommierten Provenienz und verleiht dem Exemplar einen bedeutenden historischen und sammlerischen Wert.
Die gotische rubrizierte Seite, noch stark mittelalterlich in Erscheinung, zeigt die Kontinuität zwischen handschriftlicher und typografischer Kultur. Die Lesezeichen und Anmerkungen erzählen das konkrete Leben eines stark benutzten Bandes und machen ihn zu einer wertvollen Zeugenschaft der europäischen Kultur am Vorabend der Reformation.
WARUM MAN ES KAUFT
INkunabel aus dem Jahr 1497 – Authentischer Beweis der frühen Jahrzehnte des europäischen Drucks, noch eng verbunden mit der handschriftlichen mittelalterlichen Tradition.
BESTSELLER DES MITTELALTERS – Herolt war einer der am weitesten verbreitetenPrediger des 15. Jahrhunderts; seine Sermones nährten das europäische Imaginarium von Heiligen, Wundern und Wundern.
PRESTIGETRÄGER PROVENIENZ MADDEN – Exemplar aus der berühmten Sammlung von Jean-Patrice-Auguste Madden, 1890 in Versailles versteigert, Los 1116.
GEMÄSSIGT RUBRICIERT – Handschriftliche Rubrizierung, lombardische Initialen und alte Anmerkungen bewahren den Charakter eines Buches, das tatsächlich gelesen und mehr als fünf Jahrhunderte zuvor benutzt wurde.
MARKTWERT
Inkunabeln von Johann Herolt sind heute sowohl bei Spezialisten der Predigationsgeschichte als auch bei Sammlern religiöser Bücher des XV. Jahrhunderts gesucht. Vollständige und gut erhaltene Exemplare der Sermones discipuli können typischerweise Werte zwischen 4.000 und 9.000 Euro erreichen, während besonders frische, rubricierte Exemplare, mit prestigeträchtigen Provenienzen oder in alten Lederbänden über 10.000–12.000 Euro erzielen können. Exemplare mit illustrierten bibliografischen Provenienzen, wie im Fall der Madden-Bibliothek, genießen ein zusätzliches sammlerisches Interesse, das ihre Attraktivität auf dem internationalen Markt stärkt.
PHYSISCHE BESCHREIBUNG UND ZUSTAND
Lederbindung des 19. Jahrhunderts in braungesprenkeltem Vollleder, Rücken mit Nervenfurchen, Titel und Datum in Gold geprägt, Deckel gewebt mit trockenen geometrischen Rahmen. Insgesamt 164 Blätter. Text in gotischer Schrift auf zwei Spalten zu je 53 Zeilen. Zeitgenössische Rubrizierung, handschriftlich in Rot. Lombardische Initialen. Einige Mängel, vor allem in der ersten Hälfte des Buches, Gebrauchsspuren. Fehlstelle am oberen rechten Eck der letzten Seite mit minimalem Textverlust (8 Zeichen). Marginal handschriftliche Notizen alter Hand. Bei alten Büchern mit mehrhundertjähriger Geschichte können einige Unregelmäßigkeiten vorhanden sein, die in der Beschreibung nicht immer erfasst sind. Pp. (2); 322 nn.; (2).
VOLLSTÄNDIGER TITEL UND AUTOR
Sermones discipuli de sanctis cum promptuario exemplorum et miraculis beatae virginis.
Lyon, zugeschrieben Jean de Vingle, 1497.
Johann Herolt, genannt Discipulus.
KONTEXT UND BEDEUTUNG
Um die volksreligiöse Religiosität Europas im Spätmittelalter zu verstehen, fällt es schwer, eine signifikantere Quelle zu finden als die Sammlungen von Johann Herolt. Seine Predigten waren nicht zur Privatlektüre bestimmt, sondern zur öffentlichen Kommunikation, zum mündlich vor einer oft Analphabetenmenge gesprochenen Wort. In diesem Zusammenhang spielten exempla eine grundlegende Rolle: kurze, lebendige und einprägsame Erzählungen, die es ermöglichten, die Lehre in konkrete Bilder zu übersetzen.
Herolts Seiten sind von heilenden Heiligen, Marienerscheinungen, Seelen im Purgatorium, plötzlichen Bekehrungen, göttlichen Strafen und übernatürlichen Eingriffen bevölkert. Diese Erzählungen trugen wesentlich zur Konstruktion des europäischen kollektiven Imaginären bei und beeinflussten nicht nur die Predigt, sondern auch Kunst, Literatur und visuelle Kultur des spätmittelalterlichen Europas.
Das Werk ist außerdem ein außergewöhnlicher Beleg für die religiöse Pädagogik des Mittelalters. Der Prediger wurde durch Muster, biblische Bezüge und bewährte exemplarische Erzählungen bei der Strukturierung seiner Rede geführt. In diesem Sinn kann Herolt als einer der großen invisiblen „Regisseure“ der europäischen Kultur vor der Moderne gelten.
Besonders wichtig ist das Promptuarium exemplorum, Archiv der Beispiele, das bereitwillige Beispiele für jede pastorale Situation bereitstellt. Solche Sammlungen trugen dazu bei, die Predigt über weite Teile des Kontinents zu standardisieren und eine gemeinsame religiöse Sprache zu schaffen, die geografische und sprachliche Grenzen überwund.
BIOGRAPHIE DES AUTORS
Johann Herolt wurde vermutlich um 1390 geboren und starb 1468. Deutscher Dominikaner aus der Provinz Teutonia, war einer der berühmtesten Prediger und Sammlung der XV. Jahrhunderts. Seine Werke, unter dem Namen "Discipulus" signiert, erlangten dank ihrer praktischen und unmittelbar einsetzbaren Struktur große Verbreitung. Seine Predigten wurden in Klöstern, kirchlichen Schulen und Diözesen weiteuropäisch übernommen. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts war der Name Herolt zu einem Synonym für ein predigatorisches Repertoire geworden, und seine Sammlungen wurden noch über ein Jahrhundert nach seinem Tod weiter gedruckt.
DRUCKGESCHICHTE UND VERBREITUNG
Die Sammlungen von Herolt gehören zu den bedeutendsten religiösen Bestsellern der incunabulären Ära. Von Deutschland über Frankreich, die Niederlande bis nach Italien entstanden Dutzende von Druckereien, die neue Ausgaben seiner Werke produzierten, um einer konstanten Nachfrage aus Klöstern, Ordensgemeinschaften und dem weltlichen Klerus gerecht zu werden.
Die hier beschriebene Ausgabe wird Jean de Vingle zugeschrieben, einem in Lyon in den Neunzigern des 15. Jahrhunderts tätigen Drucker. Lyon war damals eines der bedeutendsten europäischen Druckzentren, eine Handelsbrücke zwischen der Mittelmeerwelt und Nordeuropa. Seine Werkstätten spezialisierten sich besonders auf religiöse, juristische und universitäre Texte.
Die Beibehaltung der Rubrizierung und der gotischen Satzgestaltung zeigt, wie der gedruckte Buchstabe die handschriftlichen Kodizes weiter imitierte, Leserinnen und Leser durch vertraute visuelle Formen beruhigte. Dieses Phänomen macht diese Ausgaben besonders bedeutend für das Studium des kulturellen Übergangs vom Mittelalter zur Moderne.
BIBLIOGRAPHY UND REFERENZEN
ISTC, ih00122400.
GW, Zuschreibung zur spezifischen lionischen Ausgabe von 1497 zu prüfen.
Pellechet, Catalogue général des incunables des bibliothèques publiques de France, voci Herolt.
Polain, Catalogue des livres imprimés au XVe siècle des bibliothèques de Belgique, voci Herolt.
BMC, British Museum Catalogue of Books Printed in the XVth Century, Abschnitte zu französischen und lionischen Ausgaben von Herolt.
IGI, Indice Generale degli Incunaboli delle Biblioteche d'Italia, voci Herolt.
ICCU / OPAC SBN, Zensus der incunabula-Ausgaben der Sermones discipuli.
Goff, Incunabula in American Libraries, H-144.
Scholderer, Fifty Essays in Fifteenth and Sixteenth Century Bibliography, Sektionen zur späten mittelalterlichen religiösen Produktion.
Needham, Twelve Centuries of Bookbindings, zum materiellen Kontext der konservierenden Editionsbände des 19. Jahrhunderts.
Febvre & Martin, L'Apparition du Livre, Kapitel über die Verbreitung religiöser Druckwerke.
Bataillon, Études sur la prédication à la fin du Moyen Âge.
Hamesse (Hrsg.), Les recueils d'exempla et la prédication à la fin du Moyen Âge.

Der Verkäufer stellt sich vor

Luxusbücher: Ihr go-to Leitfaden, um literarische Schätze zu ergattern! Auf der spannenden Reise des Sammelns seltener und zeitloser Druckwerke? Hier ist Ihre knackige Zusammenfassung, „Der Sammler-Spickzettel“, damit Sie nicht nur Seiten umblättern, sondern echten Wert stapeln: 1. Auflage und Seltenheit: Seltenheit ist der Name des Spiels. Erstausgaben, limitierte Auflagen und Bücher mit auffälligen Merkmalen wie eindrucksvollen Illustrationen oder atemberaubenden Einbänden? Betrachten Sie sie als VIPs der Sammlerszene. 2. Zustand & Größe: Stellen Sie sich vor – ein Buch in neuwertigem Zustand, unberührt von den Übeln von Abnutzung. Jetzt drehen Sie den Spielfilm: Abnutzung, Vergilbung, Verfärbungen – das sind hier die Bösewichte. Und vergessen Sie nicht, die Abmessungen zu berücksichtigen, denn die Größe eines Buches zählt im Sammleruniversum. 3. Echtheit: In einer Welt voller Reproduktionen und Fälschungen ist die Echtheitsprüfung Ihre Superhelden-Maßnahme. Fachliche Prüfung und Authentifizierung – Ihre verlässlichen Helfer auf dieser Mission. 4. Provenienz: Wer besaß es vor Ihnen? Wenn das Buch mit berühmten Persönlichkeiten in Verbindung stand oder historische Ereignisse miterlebte, steigt sein Wert sprunghaft an. Jedes Buch hat eine Geschichte, doch manche haben Blockbuster-Erzählungen. 5. Nachfrage und Marktentwicklung: Betrachten Sie Buchwerte wie den Aktienmarkt der literarischen Welt. Bleiben Sie schlau in Bezug auf Sammlertendenzen und Marktschwankungen, um die Wertschwankungen mitzunehmen. 6. Thematik: Manche Themen sind wie guter Wein – sie werden mit der Zeit besser. Tauchen Sie ein in zeitlose Themen oder reiten Sie die Welle kultureller und historischer Relevanz. 7. Bindung und Design: Schönheit geht tiefer als die Haut. Intrikate Bindungen, atemberaubende Cover und Illustrationen – das sind die Accessoires, die ein Buch der Sammlerszene runway-ready machen. 8. Zusammenhangs-Exemplare: Bücher mit persönlicher Note – ob durch eine Verbindung zum Autor oder zu prominenten Persönlichkeiten – erhöhen das historische Flair. Ein Buch mit einer Hintergrundgeschichte? Dann zählen Sie uns dazu. 9. Investitionspotenzial: Leidenschaft ist der Motor, doch manche Sammler suchen nach künftigen Renditen. Denken Sie jedoch daran, dass der Buchmarkt ebenso unberechenbar sein kann wie eine Plot-Twist. 10. Expertenrat: Neu dabei? Spielen Sie nicht allein. Holen Sie sich Weisheit von Buch-Experten, besuchen Sie Buchmessen und schließen Sie sich Sammlergemeinschaften an. Wir bei Luxury Books sind die Yodas der Galaxie seltener Bücher und helfen Ihnen beim Aufbau von Sammlungen, die Raffinesse und kulturelle Ausstrahlung ausstrahlen. Denn das Sammeln seltener Bücher geht über Dollarzeichen hinaus – Es ist eine Reise zur Bewahrung von Erbe und zur Entdeckung literarischer Schätze. Viel Spaß beim Sammeln!
Übersetzt mit Google Übersetzer

HEILIGE, VISIONEN UND WUNDER: DER PREDIGER, DER EUROPA LEHRTE, AN WUNDER ZU GLAUBEN
Wenige Bücher haben den europäischen religiösen Imaginationsraum so tief beeinflusst wie die Sammlungen von Johann Herolt, dem berühmten "Discipulus". Mehr als ein bloßes homiletisches Verzeichnis ist dieses Werk eine wahre narrative Maschine, die darauf abzielt, den Glauben der Massen zwischen dem Spätmittelalter und dem Beginn der Moderne zu formen. Durch exempla, Erscheinungen, göttliche Strafen, Marienwunder und erbauende Erzählungen bot Herolt Predigern einen Arsenal mentaler Bilder, die komplexe theologischen Konzepte in erinnerungswürdige und überzeugende Geschichten verwandeln konnten.
PROVENIENZ
Das Buch gehörte Jean-Patrice-Auguste Madden (1808–1889), einem berühmten Bibliomanen, Gelehrten und französischen Sammler. Sein Bestand umfasste etwa 330 sorgfältig ausgewählte Inkunabeln und stellte eine der bedeutendsten privaten französischen Bibliotheken des 19. Jahrhunderts dar, die den ersten Jahrhunderten des Drucks gewidmet war. Die Bibliothek wurde 1890 in Versailles versteigert; der vorliegende Band entspricht dem Los 1116 im Verkaufs katalog. Das Vorhandensein des geprägten Ex Libris ist eine direkte Zeugenschaft dieser renommierten Provenienz und verleiht dem Exemplar einen bedeutenden historischen und sammlerischen Wert.
Die gotische rubrizierte Seite, noch stark mittelalterlich in Erscheinung, zeigt die Kontinuität zwischen handschriftlicher und typografischer Kultur. Die Lesezeichen und Anmerkungen erzählen das konkrete Leben eines stark benutzten Bandes und machen ihn zu einer wertvollen Zeugenschaft der europäischen Kultur am Vorabend der Reformation.
WARUM MAN ES KAUFT
INkunabel aus dem Jahr 1497 – Authentischer Beweis der frühen Jahrzehnte des europäischen Drucks, noch eng verbunden mit der handschriftlichen mittelalterlichen Tradition.
BESTSELLER DES MITTELALTERS – Herolt war einer der am weitesten verbreitetenPrediger des 15. Jahrhunderts; seine Sermones nährten das europäische Imaginarium von Heiligen, Wundern und Wundern.
PRESTIGETRÄGER PROVENIENZ MADDEN – Exemplar aus der berühmten Sammlung von Jean-Patrice-Auguste Madden, 1890 in Versailles versteigert, Los 1116.
GEMÄSSIGT RUBRICIERT – Handschriftliche Rubrizierung, lombardische Initialen und alte Anmerkungen bewahren den Charakter eines Buches, das tatsächlich gelesen und mehr als fünf Jahrhunderte zuvor benutzt wurde.
MARKTWERT
Inkunabeln von Johann Herolt sind heute sowohl bei Spezialisten der Predigationsgeschichte als auch bei Sammlern religiöser Bücher des XV. Jahrhunderts gesucht. Vollständige und gut erhaltene Exemplare der Sermones discipuli können typischerweise Werte zwischen 4.000 und 9.000 Euro erreichen, während besonders frische, rubricierte Exemplare, mit prestigeträchtigen Provenienzen oder in alten Lederbänden über 10.000–12.000 Euro erzielen können. Exemplare mit illustrierten bibliografischen Provenienzen, wie im Fall der Madden-Bibliothek, genießen ein zusätzliches sammlerisches Interesse, das ihre Attraktivität auf dem internationalen Markt stärkt.
PHYSISCHE BESCHREIBUNG UND ZUSTAND
Lederbindung des 19. Jahrhunderts in braungesprenkeltem Vollleder, Rücken mit Nervenfurchen, Titel und Datum in Gold geprägt, Deckel gewebt mit trockenen geometrischen Rahmen. Insgesamt 164 Blätter. Text in gotischer Schrift auf zwei Spalten zu je 53 Zeilen. Zeitgenössische Rubrizierung, handschriftlich in Rot. Lombardische Initialen. Einige Mängel, vor allem in der ersten Hälfte des Buches, Gebrauchsspuren. Fehlstelle am oberen rechten Eck der letzten Seite mit minimalem Textverlust (8 Zeichen). Marginal handschriftliche Notizen alter Hand. Bei alten Büchern mit mehrhundertjähriger Geschichte können einige Unregelmäßigkeiten vorhanden sein, die in der Beschreibung nicht immer erfasst sind. Pp. (2); 322 nn.; (2).
VOLLSTÄNDIGER TITEL UND AUTOR
Sermones discipuli de sanctis cum promptuario exemplorum et miraculis beatae virginis.
Lyon, zugeschrieben Jean de Vingle, 1497.
Johann Herolt, genannt Discipulus.
KONTEXT UND BEDEUTUNG
Um die volksreligiöse Religiosität Europas im Spätmittelalter zu verstehen, fällt es schwer, eine signifikantere Quelle zu finden als die Sammlungen von Johann Herolt. Seine Predigten waren nicht zur Privatlektüre bestimmt, sondern zur öffentlichen Kommunikation, zum mündlich vor einer oft Analphabetenmenge gesprochenen Wort. In diesem Zusammenhang spielten exempla eine grundlegende Rolle: kurze, lebendige und einprägsame Erzählungen, die es ermöglichten, die Lehre in konkrete Bilder zu übersetzen.
Herolts Seiten sind von heilenden Heiligen, Marienerscheinungen, Seelen im Purgatorium, plötzlichen Bekehrungen, göttlichen Strafen und übernatürlichen Eingriffen bevölkert. Diese Erzählungen trugen wesentlich zur Konstruktion des europäischen kollektiven Imaginären bei und beeinflussten nicht nur die Predigt, sondern auch Kunst, Literatur und visuelle Kultur des spätmittelalterlichen Europas.
Das Werk ist außerdem ein außergewöhnlicher Beleg für die religiöse Pädagogik des Mittelalters. Der Prediger wurde durch Muster, biblische Bezüge und bewährte exemplarische Erzählungen bei der Strukturierung seiner Rede geführt. In diesem Sinn kann Herolt als einer der großen invisiblen „Regisseure“ der europäischen Kultur vor der Moderne gelten.
Besonders wichtig ist das Promptuarium exemplorum, Archiv der Beispiele, das bereitwillige Beispiele für jede pastorale Situation bereitstellt. Solche Sammlungen trugen dazu bei, die Predigt über weite Teile des Kontinents zu standardisieren und eine gemeinsame religiöse Sprache zu schaffen, die geografische und sprachliche Grenzen überwund.
BIOGRAPHIE DES AUTORS
Johann Herolt wurde vermutlich um 1390 geboren und starb 1468. Deutscher Dominikaner aus der Provinz Teutonia, war einer der berühmtesten Prediger und Sammlung der XV. Jahrhunderts. Seine Werke, unter dem Namen "Discipulus" signiert, erlangten dank ihrer praktischen und unmittelbar einsetzbaren Struktur große Verbreitung. Seine Predigten wurden in Klöstern, kirchlichen Schulen und Diözesen weiteuropäisch übernommen. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts war der Name Herolt zu einem Synonym für ein predigatorisches Repertoire geworden, und seine Sammlungen wurden noch über ein Jahrhundert nach seinem Tod weiter gedruckt.
DRUCKGESCHICHTE UND VERBREITUNG
Die Sammlungen von Herolt gehören zu den bedeutendsten religiösen Bestsellern der incunabulären Ära. Von Deutschland über Frankreich, die Niederlande bis nach Italien entstanden Dutzende von Druckereien, die neue Ausgaben seiner Werke produzierten, um einer konstanten Nachfrage aus Klöstern, Ordensgemeinschaften und dem weltlichen Klerus gerecht zu werden.
Die hier beschriebene Ausgabe wird Jean de Vingle zugeschrieben, einem in Lyon in den Neunzigern des 15. Jahrhunderts tätigen Drucker. Lyon war damals eines der bedeutendsten europäischen Druckzentren, eine Handelsbrücke zwischen der Mittelmeerwelt und Nordeuropa. Seine Werkstätten spezialisierten sich besonders auf religiöse, juristische und universitäre Texte.
Die Beibehaltung der Rubrizierung und der gotischen Satzgestaltung zeigt, wie der gedruckte Buchstabe die handschriftlichen Kodizes weiter imitierte, Leserinnen und Leser durch vertraute visuelle Formen beruhigte. Dieses Phänomen macht diese Ausgaben besonders bedeutend für das Studium des kulturellen Übergangs vom Mittelalter zur Moderne.
BIBLIOGRAPHY UND REFERENZEN
ISTC, ih00122400.
GW, Zuschreibung zur spezifischen lionischen Ausgabe von 1497 zu prüfen.
Pellechet, Catalogue général des incunables des bibliothèques publiques de France, voci Herolt.
Polain, Catalogue des livres imprimés au XVe siècle des bibliothèques de Belgique, voci Herolt.
BMC, British Museum Catalogue of Books Printed in the XVth Century, Abschnitte zu französischen und lionischen Ausgaben von Herolt.
IGI, Indice Generale degli Incunaboli delle Biblioteche d'Italia, voci Herolt.
ICCU / OPAC SBN, Zensus der incunabula-Ausgaben der Sermones discipuli.
Goff, Incunabula in American Libraries, H-144.
Scholderer, Fifty Essays in Fifteenth and Sixteenth Century Bibliography, Sektionen zur späten mittelalterlichen religiösen Produktion.
Needham, Twelve Centuries of Bookbindings, zum materiellen Kontext der konservierenden Editionsbände des 19. Jahrhunderts.
Febvre & Martin, L'Apparition du Livre, Kapitel über die Verbreitung religiöser Druckwerke.
Bataillon, Études sur la prédication à la fin du Moyen Âge.
Hamesse (Hrsg.), Les recueils d'exempla et la prédication à la fin du Moyen Âge.

Der Verkäufer stellt sich vor

Luxusbücher: Ihr go-to Leitfaden, um literarische Schätze zu ergattern! Auf der spannenden Reise des Sammelns seltener und zeitloser Druckwerke? Hier ist Ihre knackige Zusammenfassung, „Der Sammler-Spickzettel“, damit Sie nicht nur Seiten umblättern, sondern echten Wert stapeln: 1. Auflage und Seltenheit: Seltenheit ist der Name des Spiels. Erstausgaben, limitierte Auflagen und Bücher mit auffälligen Merkmalen wie eindrucksvollen Illustrationen oder atemberaubenden Einbänden? Betrachten Sie sie als VIPs der Sammlerszene. 2. Zustand & Größe: Stellen Sie sich vor – ein Buch in neuwertigem Zustand, unberührt von den Übeln von Abnutzung. Jetzt drehen Sie den Spielfilm: Abnutzung, Vergilbung, Verfärbungen – das sind hier die Bösewichte. Und vergessen Sie nicht, die Abmessungen zu berücksichtigen, denn die Größe eines Buches zählt im Sammleruniversum. 3. Echtheit: In einer Welt voller Reproduktionen und Fälschungen ist die Echtheitsprüfung Ihre Superhelden-Maßnahme. Fachliche Prüfung und Authentifizierung – Ihre verlässlichen Helfer auf dieser Mission. 4. Provenienz: Wer besaß es vor Ihnen? Wenn das Buch mit berühmten Persönlichkeiten in Verbindung stand oder historische Ereignisse miterlebte, steigt sein Wert sprunghaft an. Jedes Buch hat eine Geschichte, doch manche haben Blockbuster-Erzählungen. 5. Nachfrage und Marktentwicklung: Betrachten Sie Buchwerte wie den Aktienmarkt der literarischen Welt. Bleiben Sie schlau in Bezug auf Sammlertendenzen und Marktschwankungen, um die Wertschwankungen mitzunehmen. 6. Thematik: Manche Themen sind wie guter Wein – sie werden mit der Zeit besser. Tauchen Sie ein in zeitlose Themen oder reiten Sie die Welle kultureller und historischer Relevanz. 7. Bindung und Design: Schönheit geht tiefer als die Haut. Intrikate Bindungen, atemberaubende Cover und Illustrationen – das sind die Accessoires, die ein Buch der Sammlerszene runway-ready machen. 8. Zusammenhangs-Exemplare: Bücher mit persönlicher Note – ob durch eine Verbindung zum Autor oder zu prominenten Persönlichkeiten – erhöhen das historische Flair. Ein Buch mit einer Hintergrundgeschichte? Dann zählen Sie uns dazu. 9. Investitionspotenzial: Leidenschaft ist der Motor, doch manche Sammler suchen nach künftigen Renditen. Denken Sie jedoch daran, dass der Buchmarkt ebenso unberechenbar sein kann wie eine Plot-Twist. 10. Expertenrat: Neu dabei? Spielen Sie nicht allein. Holen Sie sich Weisheit von Buch-Experten, besuchen Sie Buchmessen und schließen Sie sich Sammlergemeinschaften an. Wir bei Luxury Books sind die Yodas der Galaxie seltener Bücher und helfen Ihnen beim Aufbau von Sammlungen, die Raffinesse und kulturelle Ausstrahlung ausstrahlen. Denn das Sammeln seltener Bücher geht über Dollarzeichen hinaus – Es ist eine Reise zur Bewahrung von Erbe und zur Entdeckung literarischer Schätze. Viel Spaß beim Sammeln!
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Details

Anzahl der Bücher
1
Thema
Inkunabeln & Frühdrucke
Buchtitel
[Incunable] Sermones Discipuli de Sanctis
Autor/ Illustrator
Herolt
Zustand
Gut
Erscheinungsjahr (ältestes Objekt)
1497
Höhe
202 mm
Auflage
Bebilderte Ausgabe, Erstausgabe in diesem Format
Breite
140 mm
Sprache
Latein
Originalsprache
Ja
Verlag
Jean de Vingle, 1497
Bindung
Leder
Extras
Per Hand eingefärbte Illustrationen
Anzahl der Seiten
326
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