Ein Terrakotta-Kopf - Akan - Ghana (Ohne mindestpreis)






Verfügt über einen Postgraduiertenabschluss in Afrikastudien und 15 Jahre Erfahrung in afrikanischer Kunst.
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Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung
Memorial Head (nsodie / ntiri)
Ghana, Kumasi Region,
Terracotta
Höhe: ca. 11 cm (ohne Ständer)
Diese kleine Kopfform, künstlerisch modelliert in grobem, rötlich-braunem Terracotta, gehört zur Akan-Tradition der funeralen Gedenkplastik in Ghana. Trotz ihrer Höhe von etwa zwölf Zentimetern besitzt die Skulptur eine bemerkenswert monumentale Präsenz. Ihre expressives Potenzial speist sich weniger aus einer naturalistischen Wiedergabe des menschlichen Gesichts als aus einer radikalen Verdichtung seiner wesentlichen Formen.
Rund aus einem starken, annähernd zylindrischen Hals erhebt sich der verlängerte, abgerundete Kopf, der deutlich nach hinten geneigt ist. Von vorne gesehen wirkt das Gesicht breit und fast rund, während die Profilansicht die ungewöhnliche Verlängerung und die nach hinten geneigte Schädelbasis offenbart. Diese Spannung zwischen kompakter Frontale und einer erweiterten Silhouette ist fundamental für den skulpturalen Charakter des Werks.
Die Physiognomie ist auf wenige prägnante und eindrucksvolle Merkmale reduziert. Unterhalb des nur schwach angedeuteten Augen- und Brauenbereichs ragt die kurze, stark modellierte Nase markant hervor. Zwei tief durchbohrte Nasenlöcher setzen die markantesten Akzente des Gesichts. Der Mund ist als schmale horizontale Einschnittstelle wiedergegeben. Die abgerundeten Ohren, auf beiden Seiten des Kopfes aufgelegt, sind ebenfalls durch tiefe Öffnungen definiert. Augen, Nase, Mund und Ohren sind also nicht anatomisch ausgearbeitet, sondern primär durch erhabene Volumen und Einschnitte im Ton geartet.
Besonders bemerkenswert ist die Behandlung des Schädels. Auf der linken Seite und im hinteren Bereich des Kopfes befinden sich mehrere kleine, ring- und knotenartige Auf- und Absetzungen. Ihre genaue Bedeutung lässt sich ohne weitere Informationen über die Provenienz des Objekts nicht festlegen. Sie könnten jedoch mit einer stilisierten Frisur, Narbenbearbeitung oder anderen Formen individueller Identifikation zusammenhängen. In der Akan-Gedenkskulptur können Frisuren, Narbennarben und andere markante Details dazu dienen, ansonsten idealisierte Darstellungen zu differenzieren und Aspekte der Identität oder des sozialen Status der geehrten Person anzugeben.
Die Oberfläche besitzt eine besondere ästhetische Bedeutung. Die poröse, stark geziegelte Tonmasse enthält zahlreiche helle Mineraleinschlüsse und weist Unregelmäßigkeiten, Abrieb und kleinere Verluste auf. Die Modellierung bewahrt ein spürbares Gefühl direkter Berührung mit dem Material. Im Gegensatz zu der glatten und höfisch-edlen Bearbeitung vieler Akan-Gedenkköpfe besitzt das vorliegende Werk daher eine elementare, fast archaische Präsenz. Die leichte Asymmetrie der Gesichtszüge verstärkt diesen Eindruck zusätzlich.
Die deutliche Rückwärtsneigung des Kopfes erzeugt zudem eine ungewöhnliche Spannung. Das Gesicht scheint nach oben zu wenden, und sein Ausdruck verändert sich stark je nach Blickwinkel. Von frontal betrachtet wirkt es ruhig und in sich selbst gefasst; im Profil nimmt es eine fast entfernte oder transzendente Qualität an. Genau diese Kombination aus extremer formeller Reduktion, kraftvollem Volumen und nach oben gerichteter Haltung verleiht der kleinen Skulptur ihre bemerkenswerte Präsenz.
Funktion und kultureller Kontext
Terrakotta-Köpfe und Figuren spielten eine wichtige Rolle in den Akan-Praxen zur Gedenkgedenken der Verstorbenen. Memorial Heads, bekannt als nsodie oder ntiri, konnten nach dem Tod für herausragende Persönlichkeiten, insbesondere Mitglieder führender, königlicher oder anderer hochrangiger Familien, geschaffen werden. Sie waren keine Porträts im modernen europäischen Sinn. Vielmehr wurden individuelle Charakteristika mit einer idealisierten Auffassung der Persönlichkeit und sozialen Position der Verstorbenen kombiniert.
Nach den Trauerritualen konnten solche Porträts an einem heiligen Gedenkort in Verbindung mit dem Friedhof aufgestellt werden, der als asensie bezeichnet wird, wörtlich ein „Ort der Töpfe“. Zusammen mit anderen Köpfen, Figuren und keramischen Gefäßen bildeten sie Ensembles, die die Erinnerung an Verstorbene und ihre Linien bewahrten. Diese Orte konnten später zu bestimmten Anlässen für Gebete, Trankopfer und Opfergänge besucht werden, wodurch eine Beziehung zwischen den Lebenden und den Ahnen aufrechterhalten wird.
Die Akan-Tradition der Terrakotta-Gedenkskulptur lässt sich bis mindestens ins siebzehnte Jahrhundert nachweisen. Eines der markantesten Merkmale ist ihre wesentliche stilistische Vielfalt. Sorgfältig idealisierte und symmetrische Köpfe koexistieren mit flachgedrückten, verlängerten und stark abstrakten Formen. Historische Quellen und kunsthistorische Forschungen haben zudem eine Verbindung der Produktion Akan-Terrakotta-Gedenkplastik insbesondere mit weiblichen Künstlerinnen und Töpferinnen hergestellt.
Für eine mögliche Zuordnung zur Ashanti-Region liefern memorial heads im Zusammenhang mit Fomena und Kumawu wichtige Vergleichspunkte. Das Saint Louis Art Museum bewahrt einen Kopffund aus dem 18. Jahrhundert, der Fomena zugeordnet wird, sowie einen Kopf, der Kumawu zugeordnet ist und auf 1740–1820 datiert ist. Diese Werke demonstrieren auch den beträchtlichen Grad regionaler und individueller Variationen in der Akan-Terrakotta-Skulptur.
Ausgewählte Literatur und vergleichende Werke
The Metropolitan Museum of Art, New York, Nsodie (Memorial Head), Akan, Twifo-Heman Traditiongebiet, Ghana, 17. bis Mitte 18. Jahrhundert, Terracotta, Inventarnr. 1978.412.563.
The Metropolitan Museum of Art, New York, Male ntiri (Memorial Head), Akan, vermutlich Fomena, Adanse Traditiongebiet, Ghana, vermutlich 17. Jahrhundert, Terracotta, Inventarnr. 1978.412.352.
The Metropolitan Museum of Art, New York, Memorial Head, Akan, Aowin Traditiongebiet, Ghana, 18. Jahrhundert, Terracotta, Inventarnr. 2018.925.1.
Saint Louis Art Museum, Memorial Head, Akan, im Zusammenhang mit Fomena, Ashanti-Region, Ghana, 18. Jahrhundert, Terracotta, Inventarnr. 283:1982.
Saint Louis Art Museum, Memorial Head, Akan, im Zusammenhang mit Kumawu, Ashanti-Region, Ghana, 1740–1820, Terracotta, Inventarnr. 285:1982.
Informant Doku
Einige Informationen wurden durch künstliche Intelligenz generiert und beruhen auf veröffentlichten Quellen aus Ethnologie, Archäologie und Kunstgeschichte.
Inv. Nr. MAZ22639
Rechtlicher Rahmen
Nach der UNESCO-Konvention von 1970 in Verbindung mit dem Kulturgutschutz-Gesetz (KGSG) wird jeder Anspruch auf Rückgabe von Kulturgut drei Jahre nach Kenntnisnahme des Ortes des Objekts und der Identität des Besitzers durch die zuständigen Behörden des Herkunftsstaates verstrichen. Alle angebotenen Bronze- und Terrakotta-Objekte sind seit 2001 öffentlich in der Wolfgang Jaenicke Gallery ausgestellt. Organisationen wie DIGITAL BENIN und akademische Einrichtungen wie die Technische Universität Berlin, die sich in den letzten sieben Jahren stark an Rückgabe-Forschung (Translocation-Projekt) beteiligt haben, sind sich unserer Arbeit bewusst, haben große Teile unserer Sammlung geprüft und uns unter anderem in unserer Niederlassung in Lomé, Togo, besucht, um sich über den internationalen Kunsthandel vor Ort zu informieren. Darüber hinaus wurde die National Commission for Museums and Monuments (NCMM) in Abuja, Nigeria, über unsere Sammlung informiert. In der Vergangenheit gab es keine Rückgabeforderungen gegen private Einrichtungen wie die Wolfgang Jaenicke Gallery.
Unsere Galerie adressiert diese strukturellen Herausforderungen durch eine Politik maximaler Transparenz und Dokumentation. Sollten Fragen oder Unklarheiten auftreten, bitten wir Sie, uns zu kontaktieren. Jeder Fall wird sorgfältig unter Einsatz aller verfügbaren Ressourcen geprüft.
Der Verkäufer stellt sich vor
Memorial Head (nsodie / ntiri)
Ghana, Kumasi Region,
Terracotta
Höhe: ca. 11 cm (ohne Ständer)
Diese kleine Kopfform, künstlerisch modelliert in grobem, rötlich-braunem Terracotta, gehört zur Akan-Tradition der funeralen Gedenkplastik in Ghana. Trotz ihrer Höhe von etwa zwölf Zentimetern besitzt die Skulptur eine bemerkenswert monumentale Präsenz. Ihre expressives Potenzial speist sich weniger aus einer naturalistischen Wiedergabe des menschlichen Gesichts als aus einer radikalen Verdichtung seiner wesentlichen Formen.
Rund aus einem starken, annähernd zylindrischen Hals erhebt sich der verlängerte, abgerundete Kopf, der deutlich nach hinten geneigt ist. Von vorne gesehen wirkt das Gesicht breit und fast rund, während die Profilansicht die ungewöhnliche Verlängerung und die nach hinten geneigte Schädelbasis offenbart. Diese Spannung zwischen kompakter Frontale und einer erweiterten Silhouette ist fundamental für den skulpturalen Charakter des Werks.
Die Physiognomie ist auf wenige prägnante und eindrucksvolle Merkmale reduziert. Unterhalb des nur schwach angedeuteten Augen- und Brauenbereichs ragt die kurze, stark modellierte Nase markant hervor. Zwei tief durchbohrte Nasenlöcher setzen die markantesten Akzente des Gesichts. Der Mund ist als schmale horizontale Einschnittstelle wiedergegeben. Die abgerundeten Ohren, auf beiden Seiten des Kopfes aufgelegt, sind ebenfalls durch tiefe Öffnungen definiert. Augen, Nase, Mund und Ohren sind also nicht anatomisch ausgearbeitet, sondern primär durch erhabene Volumen und Einschnitte im Ton geartet.
Besonders bemerkenswert ist die Behandlung des Schädels. Auf der linken Seite und im hinteren Bereich des Kopfes befinden sich mehrere kleine, ring- und knotenartige Auf- und Absetzungen. Ihre genaue Bedeutung lässt sich ohne weitere Informationen über die Provenienz des Objekts nicht festlegen. Sie könnten jedoch mit einer stilisierten Frisur, Narbenbearbeitung oder anderen Formen individueller Identifikation zusammenhängen. In der Akan-Gedenkskulptur können Frisuren, Narbennarben und andere markante Details dazu dienen, ansonsten idealisierte Darstellungen zu differenzieren und Aspekte der Identität oder des sozialen Status der geehrten Person anzugeben.
Die Oberfläche besitzt eine besondere ästhetische Bedeutung. Die poröse, stark geziegelte Tonmasse enthält zahlreiche helle Mineraleinschlüsse und weist Unregelmäßigkeiten, Abrieb und kleinere Verluste auf. Die Modellierung bewahrt ein spürbares Gefühl direkter Berührung mit dem Material. Im Gegensatz zu der glatten und höfisch-edlen Bearbeitung vieler Akan-Gedenkköpfe besitzt das vorliegende Werk daher eine elementare, fast archaische Präsenz. Die leichte Asymmetrie der Gesichtszüge verstärkt diesen Eindruck zusätzlich.
Die deutliche Rückwärtsneigung des Kopfes erzeugt zudem eine ungewöhnliche Spannung. Das Gesicht scheint nach oben zu wenden, und sein Ausdruck verändert sich stark je nach Blickwinkel. Von frontal betrachtet wirkt es ruhig und in sich selbst gefasst; im Profil nimmt es eine fast entfernte oder transzendente Qualität an. Genau diese Kombination aus extremer formeller Reduktion, kraftvollem Volumen und nach oben gerichteter Haltung verleiht der kleinen Skulptur ihre bemerkenswerte Präsenz.
Funktion und kultureller Kontext
Terrakotta-Köpfe und Figuren spielten eine wichtige Rolle in den Akan-Praxen zur Gedenkgedenken der Verstorbenen. Memorial Heads, bekannt als nsodie oder ntiri, konnten nach dem Tod für herausragende Persönlichkeiten, insbesondere Mitglieder führender, königlicher oder anderer hochrangiger Familien, geschaffen werden. Sie waren keine Porträts im modernen europäischen Sinn. Vielmehr wurden individuelle Charakteristika mit einer idealisierten Auffassung der Persönlichkeit und sozialen Position der Verstorbenen kombiniert.
Nach den Trauerritualen konnten solche Porträts an einem heiligen Gedenkort in Verbindung mit dem Friedhof aufgestellt werden, der als asensie bezeichnet wird, wörtlich ein „Ort der Töpfe“. Zusammen mit anderen Köpfen, Figuren und keramischen Gefäßen bildeten sie Ensembles, die die Erinnerung an Verstorbene und ihre Linien bewahrten. Diese Orte konnten später zu bestimmten Anlässen für Gebete, Trankopfer und Opfergänge besucht werden, wodurch eine Beziehung zwischen den Lebenden und den Ahnen aufrechterhalten wird.
Die Akan-Tradition der Terrakotta-Gedenkskulptur lässt sich bis mindestens ins siebzehnte Jahrhundert nachweisen. Eines der markantesten Merkmale ist ihre wesentliche stilistische Vielfalt. Sorgfältig idealisierte und symmetrische Köpfe koexistieren mit flachgedrückten, verlängerten und stark abstrakten Formen. Historische Quellen und kunsthistorische Forschungen haben zudem eine Verbindung der Produktion Akan-Terrakotta-Gedenkplastik insbesondere mit weiblichen Künstlerinnen und Töpferinnen hergestellt.
Für eine mögliche Zuordnung zur Ashanti-Region liefern memorial heads im Zusammenhang mit Fomena und Kumawu wichtige Vergleichspunkte. Das Saint Louis Art Museum bewahrt einen Kopffund aus dem 18. Jahrhundert, der Fomena zugeordnet wird, sowie einen Kopf, der Kumawu zugeordnet ist und auf 1740–1820 datiert ist. Diese Werke demonstrieren auch den beträchtlichen Grad regionaler und individueller Variationen in der Akan-Terrakotta-Skulptur.
Ausgewählte Literatur und vergleichende Werke
The Metropolitan Museum of Art, New York, Nsodie (Memorial Head), Akan, Twifo-Heman Traditiongebiet, Ghana, 17. bis Mitte 18. Jahrhundert, Terracotta, Inventarnr. 1978.412.563.
The Metropolitan Museum of Art, New York, Male ntiri (Memorial Head), Akan, vermutlich Fomena, Adanse Traditiongebiet, Ghana, vermutlich 17. Jahrhundert, Terracotta, Inventarnr. 1978.412.352.
The Metropolitan Museum of Art, New York, Memorial Head, Akan, Aowin Traditiongebiet, Ghana, 18. Jahrhundert, Terracotta, Inventarnr. 2018.925.1.
Saint Louis Art Museum, Memorial Head, Akan, im Zusammenhang mit Fomena, Ashanti-Region, Ghana, 18. Jahrhundert, Terracotta, Inventarnr. 283:1982.
Saint Louis Art Museum, Memorial Head, Akan, im Zusammenhang mit Kumawu, Ashanti-Region, Ghana, 1740–1820, Terracotta, Inventarnr. 285:1982.
Informant Doku
Einige Informationen wurden durch künstliche Intelligenz generiert und beruhen auf veröffentlichten Quellen aus Ethnologie, Archäologie und Kunstgeschichte.
Inv. Nr. MAZ22639
Rechtlicher Rahmen
Nach der UNESCO-Konvention von 1970 in Verbindung mit dem Kulturgutschutz-Gesetz (KGSG) wird jeder Anspruch auf Rückgabe von Kulturgut drei Jahre nach Kenntnisnahme des Ortes des Objekts und der Identität des Besitzers durch die zuständigen Behörden des Herkunftsstaates verstrichen. Alle angebotenen Bronze- und Terrakotta-Objekte sind seit 2001 öffentlich in der Wolfgang Jaenicke Gallery ausgestellt. Organisationen wie DIGITAL BENIN und akademische Einrichtungen wie die Technische Universität Berlin, die sich in den letzten sieben Jahren stark an Rückgabe-Forschung (Translocation-Projekt) beteiligt haben, sind sich unserer Arbeit bewusst, haben große Teile unserer Sammlung geprüft und uns unter anderem in unserer Niederlassung in Lomé, Togo, besucht, um sich über den internationalen Kunsthandel vor Ort zu informieren. Darüber hinaus wurde die National Commission for Museums and Monuments (NCMM) in Abuja, Nigeria, über unsere Sammlung informiert. In der Vergangenheit gab es keine Rückgabeforderungen gegen private Einrichtungen wie die Wolfgang Jaenicke Gallery.
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- Unternehmen:
- Jaenicke Njoya GmbH
- Repräsentant:
- Wolfgang Jaenicke
- Adresse:
- Jaenicke Njoya GmbH
Klausenerplatz 7
14059 Berlin
GERMANY - Telefonnummer:
- +493033951033
- Email:
- w.jaenicke@jaenicke-njoya.com
- USt-IdNr.:
- DE241193499
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