Eine Skulptur aus Holz - Eshu - Yoruba - Nigeria (Ohne mindestpreis)






Verfügt über einen Postgraduiertenabschluss in Afrikastudien und 15 Jahre Erfahrung in afrikanischer Kunst.
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Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung
Yoruba, Èṣù (Eshu/Elegba) Skulptur, Kwara-Region, Nigeria. Holz, Muschelschalen, Leder/Faser und Metallanhänger. Informant: Karim Wassiu.
Die Figur stellt Èṣù (Eshu, auch bekannt als Elegba) dar, eine der facettenreichsten Gottheiten im Yoruba-Pantheon. Èṣù wirkt als göttlicher Bote und Vermittler zwischen Menschen, Göttern und spirituellen Kräften. Zugleich verkörpert er Bewegung, Wandel, Unsicherheit und das Potenzial, bestehende Ordnungen zu verändern. Dementsprechend ist seine Gegenwart besonders mit Übergangsruhen wie Kreuzungen, Hauseingängen und Märkten assoziiert. Ähnliche Museumsobjekte werden als Ògò Èlégba oder Èṣù-Stäbe bezeichnet und dienten als tragbare rituelle Bilder im Kult.
Dieses Exemplar aus der Kwara-Region zeigt eine stehende männliche Figur auf einem hohen Sockel, der sich nach unten verbreitert. Besonders auffällig ist die außergewöhnlich lange, nach hinten gebogene Frisur, die sich rückwärts erstreckt. Die Oberfläche ist durch parallele eingekerbte Linien strukturiert; vorangetriebene reliefartige Erhebungen erscheinen entlang der Kammlinie. Diese charakteristische Frisur gehört zu den wichtigsten ikonografischen Merkmalen von Èṣù. Vergleichbare Arbeiten im Smithsonian werden beschrieben als mit einer hakennanförmigen Frisur, die nach hinten ausgedeutet ist und auf spirituelle Potenz und Èṣùs dynamische, flüchtige Kraft anspielt. In einigen Beispielen trägt die Spitze sogar ein zweites Gesicht, das seine allgegenwärtige und widersprüchliche Natur ausdrückt.
Das Design der Figur ist kompakt und spannungsreich. Der große Kopf, mit weit offenen Augen und eindeutig definiertem Mund, geht in einen schlanken Körper über. Ein Arm liegt über der Brust, während die vertikale Haltung durch die hohe Basis verlängert wird. Besonders auffällig ist der Kontrast zwischen dem dunklen Holz und den zahlreichen hellen Muschelschalen, die in langen Strängen über Brust, Schultern und Armen hängen. Ein kleiner Metallanhänger vervollständigt dieses Ensemble.
Die Muschelschalen sind nicht bloß dekorative Zierde. Als ehemaliges Tauschmittel symbolisieren sie Wert, Wohlstand und Austausch und stehen daher in besonderem Zusammenhang mit Èṣù, dessen Sphäre auch Märkte, Handel und Kommunikation umfasst. Im Laufe der Zeit konnten Muscheln und andere Wertgegenstände als Opfergaben zu rituellen Stäben hinzugefügt werden. Beim Tragen und während des Tanzes bewegen sich die frei hängenden Schnüre; vergleichbare Èṣù-Stäbe erzeugen ebenfalls Geräusche und verleihen dem Objekt eine akustische und kinetische Dimension.
Allerdings ist der Unterschied zwischen einer Èṣù-Figur und einem Èṣù-Tanzstab nicht immer eindeutig und sollte eher funktional denn typologisch verstanden werden. Der yoruba-Begriff Ògò Èlégba bezieht sich auf eine Gruppe ritueller Objekte, die sehr unterschiedliche Formen annehmen können. Einige haben einen deutlich langen Griff und sind unverkennbar als Stäbe zu erkennen; andere bestehen fast vollständig aus einer anthropomorphen Figur auf einer kurzen Basis. Wieder andere ähneln freistehenden Skulpturen, könnten aber dennoch getragen oder beim Verehrungsakt von Èṣù mitgetanzt werden. Ein Objekt muss also nicht dem europäischen Begriff einer „Stabsfigur“ entsprechen, um als Ògò Èlégba verwendet worden zu sein.
Das National Museum of Lagos beschreibt zum Beispiel einen Èṣù-Tanzstab als eine männliche Figur auf einer verlängerten Basis mit runder Fußsohle, während andere Museumsexemplare deutlich kürzere Griffe haben.
Im strengsten Sinn bezieht sich „Dance Staff“ damit primär auf die rituelle Funktion: Das Objekt wird von Èṣù-Anhängern während Zeremonien und öffentlichen Aufführungen getragen, bewegt oder getanzt. Solche Stäbe können männliche oder weibliche Figuren darstellen, gelegentlich auch Paare von Figuren. Sie sind oft mit Muscheln, Leder, Perlen, Samen, Münzen oder Metallteilen geschmückt. Cornell weist darauf hin, dass kleinere Beispiele sogar am Körper getragen werden könnten, indem man ihre lange Frisur oder eine daran befestigte Schleife nutzt, wodurch die Hände beim Tanz frei bleiben.
Die hier vorgestellte Figur ähnelt diesem Typus eng. Der hohe, gut greifbare Sockel, die charakteristische nach hinten gebogene Èṣù-Frisur und insbesondere die beweglichen Muschelstränge aus Kaori deuten darauf hin, dass sie nicht einfach als statische „Statue“ betrachtet werden sollte, sondern im Kontext von Ògò Èlégba und dessen performativer Nutzung verstanden werden muss. Ohne dokumentierte Feldinformationen zur spezifischen rituellen Nutzung dieses einzelnen Stücks ist man jedoch vorsichtig, es eindeutig als einen tatsächlich genutzten Tanzstab zu designieren.
Ausgewählte Literatur:
Drewal, Henry John; Pemberton III, John; Abiodun, Rowland: Yoruba: Nine Centuries of African Art and Thought. New York, 1989.
Thompson, Robert Farris: Black Gods and Kings: Yoruba Art at UCLA. Los Angeles, 1971.
Chemeche, George: Eshu: The Divine Trickster. Woodbridge, 2013.
The Metropolitan Museum of Art, New York: Esu Staff (Ogo Elegba), Oyo-Yoruba peoples, inv. 1979.206.300. National Museum of African Art, Smithsonian Institution, Washington, D.C.: Staff, Yoruba artist, inv. 70-5-1.British Museum, London: Eshu staff, Yoruba, inv. Af1956,27.208.
University of Michigan Museum of Art: Esu-Elegbara Dance Staff, inv. 2003/2.26.
Ein Teil der Informationen stammt aus künstlicher Intelligenz und basiert auf veröffentlichten Quellen aus Ethnografie, Archäologie und Kunstgeschichte.
Inv. Nr. MAZ25638
Der Verkäufer stellt sich vor
Yoruba, Èṣù (Eshu/Elegba) Skulptur, Kwara-Region, Nigeria. Holz, Muschelschalen, Leder/Faser und Metallanhänger. Informant: Karim Wassiu.
Die Figur stellt Èṣù (Eshu, auch bekannt als Elegba) dar, eine der facettenreichsten Gottheiten im Yoruba-Pantheon. Èṣù wirkt als göttlicher Bote und Vermittler zwischen Menschen, Göttern und spirituellen Kräften. Zugleich verkörpert er Bewegung, Wandel, Unsicherheit und das Potenzial, bestehende Ordnungen zu verändern. Dementsprechend ist seine Gegenwart besonders mit Übergangsruhen wie Kreuzungen, Hauseingängen und Märkten assoziiert. Ähnliche Museumsobjekte werden als Ògò Èlégba oder Èṣù-Stäbe bezeichnet und dienten als tragbare rituelle Bilder im Kult.
Dieses Exemplar aus der Kwara-Region zeigt eine stehende männliche Figur auf einem hohen Sockel, der sich nach unten verbreitert. Besonders auffällig ist die außergewöhnlich lange, nach hinten gebogene Frisur, die sich rückwärts erstreckt. Die Oberfläche ist durch parallele eingekerbte Linien strukturiert; vorangetriebene reliefartige Erhebungen erscheinen entlang der Kammlinie. Diese charakteristische Frisur gehört zu den wichtigsten ikonografischen Merkmalen von Èṣù. Vergleichbare Arbeiten im Smithsonian werden beschrieben als mit einer hakennanförmigen Frisur, die nach hinten ausgedeutet ist und auf spirituelle Potenz und Èṣùs dynamische, flüchtige Kraft anspielt. In einigen Beispielen trägt die Spitze sogar ein zweites Gesicht, das seine allgegenwärtige und widersprüchliche Natur ausdrückt.
Das Design der Figur ist kompakt und spannungsreich. Der große Kopf, mit weit offenen Augen und eindeutig definiertem Mund, geht in einen schlanken Körper über. Ein Arm liegt über der Brust, während die vertikale Haltung durch die hohe Basis verlängert wird. Besonders auffällig ist der Kontrast zwischen dem dunklen Holz und den zahlreichen hellen Muschelschalen, die in langen Strängen über Brust, Schultern und Armen hängen. Ein kleiner Metallanhänger vervollständigt dieses Ensemble.
Die Muschelschalen sind nicht bloß dekorative Zierde. Als ehemaliges Tauschmittel symbolisieren sie Wert, Wohlstand und Austausch und stehen daher in besonderem Zusammenhang mit Èṣù, dessen Sphäre auch Märkte, Handel und Kommunikation umfasst. Im Laufe der Zeit konnten Muscheln und andere Wertgegenstände als Opfergaben zu rituellen Stäben hinzugefügt werden. Beim Tragen und während des Tanzes bewegen sich die frei hängenden Schnüre; vergleichbare Èṣù-Stäbe erzeugen ebenfalls Geräusche und verleihen dem Objekt eine akustische und kinetische Dimension.
Allerdings ist der Unterschied zwischen einer Èṣù-Figur und einem Èṣù-Tanzstab nicht immer eindeutig und sollte eher funktional denn typologisch verstanden werden. Der yoruba-Begriff Ògò Èlégba bezieht sich auf eine Gruppe ritueller Objekte, die sehr unterschiedliche Formen annehmen können. Einige haben einen deutlich langen Griff und sind unverkennbar als Stäbe zu erkennen; andere bestehen fast vollständig aus einer anthropomorphen Figur auf einer kurzen Basis. Wieder andere ähneln freistehenden Skulpturen, könnten aber dennoch getragen oder beim Verehrungsakt von Èṣù mitgetanzt werden. Ein Objekt muss also nicht dem europäischen Begriff einer „Stabsfigur“ entsprechen, um als Ògò Èlégba verwendet worden zu sein.
Das National Museum of Lagos beschreibt zum Beispiel einen Èṣù-Tanzstab als eine männliche Figur auf einer verlängerten Basis mit runder Fußsohle, während andere Museumsexemplare deutlich kürzere Griffe haben.
Im strengsten Sinn bezieht sich „Dance Staff“ damit primär auf die rituelle Funktion: Das Objekt wird von Èṣù-Anhängern während Zeremonien und öffentlichen Aufführungen getragen, bewegt oder getanzt. Solche Stäbe können männliche oder weibliche Figuren darstellen, gelegentlich auch Paare von Figuren. Sie sind oft mit Muscheln, Leder, Perlen, Samen, Münzen oder Metallteilen geschmückt. Cornell weist darauf hin, dass kleinere Beispiele sogar am Körper getragen werden könnten, indem man ihre lange Frisur oder eine daran befestigte Schleife nutzt, wodurch die Hände beim Tanz frei bleiben.
Die hier vorgestellte Figur ähnelt diesem Typus eng. Der hohe, gut greifbare Sockel, die charakteristische nach hinten gebogene Èṣù-Frisur und insbesondere die beweglichen Muschelstränge aus Kaori deuten darauf hin, dass sie nicht einfach als statische „Statue“ betrachtet werden sollte, sondern im Kontext von Ògò Èlégba und dessen performativer Nutzung verstanden werden muss. Ohne dokumentierte Feldinformationen zur spezifischen rituellen Nutzung dieses einzelnen Stücks ist man jedoch vorsichtig, es eindeutig als einen tatsächlich genutzten Tanzstab zu designieren.
Ausgewählte Literatur:
Drewal, Henry John; Pemberton III, John; Abiodun, Rowland: Yoruba: Nine Centuries of African Art and Thought. New York, 1989.
Thompson, Robert Farris: Black Gods and Kings: Yoruba Art at UCLA. Los Angeles, 1971.
Chemeche, George: Eshu: The Divine Trickster. Woodbridge, 2013.
The Metropolitan Museum of Art, New York: Esu Staff (Ogo Elegba), Oyo-Yoruba peoples, inv. 1979.206.300. National Museum of African Art, Smithsonian Institution, Washington, D.C.: Staff, Yoruba artist, inv. 70-5-1.British Museum, London: Eshu staff, Yoruba, inv. Af1956,27.208.
University of Michigan Museum of Art: Esu-Elegbara Dance Staff, inv. 2003/2.26.
Ein Teil der Informationen stammt aus künstlicher Intelligenz und basiert auf veröffentlichten Quellen aus Ethnografie, Archäologie und Kunstgeschichte.
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- Repräsentant:
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GERMANY - Telefonnummer:
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