Eine Skulptur aus Holz - Ewe - Togo (Ohne mindestpreis)






Verfügt über einen Postgraduiertenabschluss in Afrikastudien und 15 Jahre Erfahrung in afrikanischer Kunst.
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Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung
Ritual- und Machtfigur (bo/bocio)
Ewe, Region Aného, Aklakou, Togo
Informant: Batoure
Holz, Pigmente, Schnüre, Fasern und weitere rituelle Materialien
Die stehende anthropomorphe Figur zeichnet sich durch einen überdimensionierten Kopf, stark stilisierte Gesichtszüge und einen schlanken, verlängerten Körper aus. Große mandelförmige Augen, eine markante Nase und ein kleiner Mund bestimmen das Gesicht. Spuren blauer Pigmente sind sichtbar, insbesondere am Kopf und Oberkörper.
Von besonderer Bedeutung sind die zahlreichen Materialien, die am Körper befestigt sind. Schnüre, Fasern, Bündel und verschiedene Objekte wurden um Nacken und Obertorso gebunden; ein langer, eingewickelter Bestandteil ist an der Vorderseite der Brust angebracht, während ein größerer behälterartiger Gegenstand seitlich herabhängt. Die geschnitzte Figur dient damit als Stütze für ein komplexes Assemblage, dessen Erscheinung durch rituelle Eingriffe und Zusätze wesentlich verändert wurde.
Figuren dieser Art werden häufig im Zusammenhang mit den religiösen Traditionen der Ewe und der benachbarten Völker Togos und Benins als „Fetischfiguren“ beschrieben. Der Begriff „Fetisch“ stammt jedoch aus dem europäischen Diskurs und ist ungenau, da er Objekte mit unterschiedlichsten Funktionen umfasst. Je nach Kontext können lokale Begriffe wie bo oder bocio eine geeignetere Bezeichnung liefern.
Die Wirksamkeit einer solchen Figur liegt nicht notwendigerweise in der geschnitzten Darstellung selbst. Vielmehr kann ihre Macht durch die Verbindung der Figur mit bestimmten Substanzen, Behältern und Bindungen sowie durch Opfergaben, Gebete und andere rituelle Handlungen erzeugt oder aktiviert werden. Gebrauch und rituelle Aktivierung hinterlassen sichtbare Spuren. Verkrustungen, Pigmente, Schnüre und später hinzugefügte Materialien sollten daher nicht einfach als Veränderungen oder Beschädigungen einer ursprünglichen Skulptur verstanden werden, sondern wesentliche Aspekte ihrer Funktion und ihrer rituellen Biografie darstellen.
Je nach Kontext könnten vergleichbare Machtfiguren dazu dienen, eine Person, eine Familie oder einen Ort zu schützen, Krankheiten oder schädliche Einflüsse abzuwehren, Erfolg zu fördern oder als Medium zwischen Menschen und spirituellen Kräften zu wirken. Ohne die ursprüngliche rituelle Dokumentation lässt sich die genaue Bedeutung der einzelnen am Objekt befestigten Materialien jedoch nicht mit Sicherheit festlegen.
Die geläufige Bezeichnung „Voodoo-Figur“ ist in diesem Zusammenhang irreführend. Vodun oder Vodu bezieht sich auf westafrikanische religiöse Traditionen, die auch im kulturellen Umfeld der Ewe präsent sind. Eine Ewe-Power-Figur könnte daher in einem Vodun-Kontext verwendet worden sein, aber sie sollte nicht mit dem populären westlichen Bild der „Voodoo-Puppe“ gleichgesetzt werden, bei der eine Figur als das Abbild einer bestimmten Person verstanden wird und durch Nägelstiche verletzt wird. Dieses Klischee spiegelt die vielfältigen Funktionen westafrikanischer Ritualfiguren nicht angemessen wider.
Die Herkunft aus Aklakou in der Region Aného im Südosten Togos ist ebenfalls bedeutend. Das Gebiet bildet eine Kulturkontaktzone, in der sich die religiösen und künstlerischen Traditionen der Ewe, Mina und benachbarter Völker überschneiden. Eine endgültige ethnische oder funktionale Zuordnung sollte daher nur vorgenommen werden, wenn sie durch die ursprüngliche Felddokumentation gestützt wird, in diesem Fall insbesondere durch die Informationen, die der Informant Batoure gegeben hat.
Ausgewählte Literatur
Augé, Marc. Le Dieu objet. Paris: Flammarion, 1988. [Fundamentale Studie über die materielle Verkörperung der Vodun-Gottheiten und die Beziehung zwischen rituellen Objekten, Opfergaben und spiritueller Agency.
Blier, Suzanne Preston. African Vodun: Art, Psychology, and Power. Chicago: University of Chicago Press, 1995. [Die hauptsächliche kunsthistorische Studie zu Vodun-Objekten aus dem südlichen Benin und Togo, mit ausführlicher Diskussion von bo/bocio, Bindungen, aufgetragenen Substanzen und der Aktivierung der Skulptur.
de Surgy, Albert. „Les ingrédients des fétiches.“ Systèmes de pensée en Afrique noire 12 (1993): 103–143. [Besonders relevant für Ewe‑Ritualobjekte und die Unterscheidung zwischen bo und vodu.
de Surgy, Albert. Nature et fonction des fétiches en Afrique noire: Le cas du Sud-Togo. Paris: L’Harmattan, 1994. [Ausführliche ethnografische Studie zu sogenannten „Fetischen“ im südlichen Togo und besonders relevant für den ewe-kulturellen Kontext.
Einige der Informationen stammen aus künstlicher Intelligenz und basieren auf veröffentlichten Quellen aus Ethnografie, Archäologie und Kunstgeschichte.
Inv. No. MAZ25676
Der Verkäufer stellt sich vor
Ritual- und Machtfigur (bo/bocio)
Ewe, Region Aného, Aklakou, Togo
Informant: Batoure
Holz, Pigmente, Schnüre, Fasern und weitere rituelle Materialien
Die stehende anthropomorphe Figur zeichnet sich durch einen überdimensionierten Kopf, stark stilisierte Gesichtszüge und einen schlanken, verlängerten Körper aus. Große mandelförmige Augen, eine markante Nase und ein kleiner Mund bestimmen das Gesicht. Spuren blauer Pigmente sind sichtbar, insbesondere am Kopf und Oberkörper.
Von besonderer Bedeutung sind die zahlreichen Materialien, die am Körper befestigt sind. Schnüre, Fasern, Bündel und verschiedene Objekte wurden um Nacken und Obertorso gebunden; ein langer, eingewickelter Bestandteil ist an der Vorderseite der Brust angebracht, während ein größerer behälterartiger Gegenstand seitlich herabhängt. Die geschnitzte Figur dient damit als Stütze für ein komplexes Assemblage, dessen Erscheinung durch rituelle Eingriffe und Zusätze wesentlich verändert wurde.
Figuren dieser Art werden häufig im Zusammenhang mit den religiösen Traditionen der Ewe und der benachbarten Völker Togos und Benins als „Fetischfiguren“ beschrieben. Der Begriff „Fetisch“ stammt jedoch aus dem europäischen Diskurs und ist ungenau, da er Objekte mit unterschiedlichsten Funktionen umfasst. Je nach Kontext können lokale Begriffe wie bo oder bocio eine geeignetere Bezeichnung liefern.
Die Wirksamkeit einer solchen Figur liegt nicht notwendigerweise in der geschnitzten Darstellung selbst. Vielmehr kann ihre Macht durch die Verbindung der Figur mit bestimmten Substanzen, Behältern und Bindungen sowie durch Opfergaben, Gebete und andere rituelle Handlungen erzeugt oder aktiviert werden. Gebrauch und rituelle Aktivierung hinterlassen sichtbare Spuren. Verkrustungen, Pigmente, Schnüre und später hinzugefügte Materialien sollten daher nicht einfach als Veränderungen oder Beschädigungen einer ursprünglichen Skulptur verstanden werden, sondern wesentliche Aspekte ihrer Funktion und ihrer rituellen Biografie darstellen.
Je nach Kontext könnten vergleichbare Machtfiguren dazu dienen, eine Person, eine Familie oder einen Ort zu schützen, Krankheiten oder schädliche Einflüsse abzuwehren, Erfolg zu fördern oder als Medium zwischen Menschen und spirituellen Kräften zu wirken. Ohne die ursprüngliche rituelle Dokumentation lässt sich die genaue Bedeutung der einzelnen am Objekt befestigten Materialien jedoch nicht mit Sicherheit festlegen.
Die geläufige Bezeichnung „Voodoo-Figur“ ist in diesem Zusammenhang irreführend. Vodun oder Vodu bezieht sich auf westafrikanische religiöse Traditionen, die auch im kulturellen Umfeld der Ewe präsent sind. Eine Ewe-Power-Figur könnte daher in einem Vodun-Kontext verwendet worden sein, aber sie sollte nicht mit dem populären westlichen Bild der „Voodoo-Puppe“ gleichgesetzt werden, bei der eine Figur als das Abbild einer bestimmten Person verstanden wird und durch Nägelstiche verletzt wird. Dieses Klischee spiegelt die vielfältigen Funktionen westafrikanischer Ritualfiguren nicht angemessen wider.
Die Herkunft aus Aklakou in der Region Aného im Südosten Togos ist ebenfalls bedeutend. Das Gebiet bildet eine Kulturkontaktzone, in der sich die religiösen und künstlerischen Traditionen der Ewe, Mina und benachbarter Völker überschneiden. Eine endgültige ethnische oder funktionale Zuordnung sollte daher nur vorgenommen werden, wenn sie durch die ursprüngliche Felddokumentation gestützt wird, in diesem Fall insbesondere durch die Informationen, die der Informant Batoure gegeben hat.
Ausgewählte Literatur
Augé, Marc. Le Dieu objet. Paris: Flammarion, 1988. [Fundamentale Studie über die materielle Verkörperung der Vodun-Gottheiten und die Beziehung zwischen rituellen Objekten, Opfergaben und spiritueller Agency.
Blier, Suzanne Preston. African Vodun: Art, Psychology, and Power. Chicago: University of Chicago Press, 1995. [Die hauptsächliche kunsthistorische Studie zu Vodun-Objekten aus dem südlichen Benin und Togo, mit ausführlicher Diskussion von bo/bocio, Bindungen, aufgetragenen Substanzen und der Aktivierung der Skulptur.
de Surgy, Albert. „Les ingrédients des fétiches.“ Systèmes de pensée en Afrique noire 12 (1993): 103–143. [Besonders relevant für Ewe‑Ritualobjekte und die Unterscheidung zwischen bo und vodu.
de Surgy, Albert. Nature et fonction des fétiches en Afrique noire: Le cas du Sud-Togo. Paris: L’Harmattan, 1994. [Ausführliche ethnografische Studie zu sogenannten „Fetischen“ im südlichen Togo und besonders relevant für den ewe-kulturellen Kontext.
Einige der Informationen stammen aus künstlicher Intelligenz und basieren auf veröffentlichten Quellen aus Ethnografie, Archäologie und Kunstgeschichte.
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